Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 7 (Julio, 1958)
- Date
- 1958-07-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Julio 1958 BOLETIN INFORMATIVO 9 DER JUBILAEUMSBALL DER A. 1.1. GEDENKEN AN WILFRED ISRAEL Von Herbert Freeden Am 28. Juni fand der grosse Jubiläumsball statt, der von der A. T. I. anlaesslich ihres 10-jaehrigen Bestehens veranstaltet wurde und der wie ueblich einen grossen Erfolg hatte. Dass dies tatsaechlich “Üblich” ist, bewies das zahlreiche Publikum, welches das Gemeindehaus bis auf den letzten Platz fuellte, oder besser gesagt ueberfuellte. Auf der leider wieder viel zu kleinen Buehne liessen die Kuenstler der A. T. I. und mehrere Gast-Teilnehmer unter der disciplinierten Regie von Frau Lisa SCOTT-SCHWARZ ein Programm ablaufen, das 3 Stunden dauerte, dem das Publikum von Anfang bis Ende mit Interesse, Beifall und Begeisterung folgte. KITTY SCHWARZ sorgte mit ihrer charmanten, geistreichen und mit sehr netten Chansons gewuerzten Konference vom ersten Moment an fuer gute Stimmung, und als unser “A. T. I. nik”, dessen hysterische Konstruktion von HEINZ BRITZMANN und OTTO TO¬ BIAS dem Publikum leicht verstaendlich erklaert wurde, mit Erfolg in die Hoehe zischte, war der persoenliche Kontakt bereits hergestellt. Nach dem “Lied vom Frieden”, sehr nett von KITTY und HANS HORN vorgetragen, erntete HANNS STEIN, von LEON SCHIDLOWSKY am Klavier begleitet, einen derart stuermischen Beifall, dass die angesetzte Marschroute “auf keinen Fall Zugaben”— abgeändert werden musste. Danach fuehrten IVONNE SCHWEITZER und PETER SCHWARZ, sekundiert von talentierten jungen Damen und Herren, mit grossem Erfolg den “Graduationsball” in eigner choreographischer Bearbeitung auf; der Applaus fuer Kathy AGUIRRE auf offener Scene war spontan und wohl verdient. Das von LISA SCOTT¬ SCHWARZ zusammen gestellte “Musikalische Rendez - Vous” wurde von DITA MARKUS und Leo HORENCZYK mit den “netten Linien” schwungvoll vorgetragen und war so ganz nach dem Geschmack unseres Publikums. Herr “Spazürfogel” und ein gerissener Direktor (Lutz EHRENHAUS und HEINZ BRITZMANN) sorgten in der “Versicherung” fuer die kraeftigen Lacher, die wir in unserer Programmation so besonders anstreben. Mit dem “Cha cha cha vom Opapa” gesungen von HANS HORN und den ehrwuerdigen “Grosseltern” IVONNE SCHWEIT¬ ZER und PETER SCHWARZ getanzt, endete der erste Teil des Programms. Nach der Pause hatte DITA MARKUS, begleitet von DA¬ VID GOLDSTEIN mit ihren Arien wieder einen grossen Erfolg, sodass wiederum entgegen allen Vorsaetzen eine Zugabe erfolgen musste; “DI¬ TA MARKUS war schon letztes Mal hervorragend, aber diesmal war sie noch besser”, kommentierte man s p a e t e r beim Ballgefluester. Das nun folgende “Schlafengehen - Aufstehen” war ein Schlager erster Klasse, oder besser gesagt: zwei. KITTY SCHWARZ und HANS HORN gaben Schlafzimmer - Geheimnisse zum Besten, sehr zum Vergnuegen des Publikums; der Dritte im Bunde war HEINZ BRITZMANN, der diskret am Klavier begleitete. Apropos BRITZMANN: er war beim ganzen Kabaret gewissermassen “Maedchen fuer alles”, mal auf der Buehne mal am Klavier, sprang er zeitweilig buchstaeblich ueber seinen eignen Schatten. Und ausserdem baute er noch die Kulissen, zusammen mit seinem Sozius OTTO TOBIAS. Diese Kulissen und ebenso die Beleuchtungseffekte, von HANS GOSSELS geschaffen, waren hervorragend, ganz besonders das Schlafzimmer und der “A. T. I. nik”; ihre Presentation verriet nicht nur handwerkliches K o e n n e n und guten Geschmack, sondern, was noch viel wichtiger war, Liebe zur Sache. PETER SCHWARZ mit seiner Fonomimik hatte einen verdienten Erfolg aber leider etwas Pech: “Anneliese” war gut zu sehen aber schlecht zu verstehen; der Tonabnehmer war nicht ganz auf der Hoehe. Schliesslich presentierten uns Es geschah gerade vor 15 Jahren, dass das Flugzeug von Lissabon nach London, in dem die Deutschen Winston Churchill vermuteten, abgeschossen wurde. Unter den Opfern befand sich Wilfried Israel, der im Auftrag der Jewish Agency Portugal besucht hatte, um von dort einen Flüchtlingstransport nach Palaestina zu organisieren. Er starb für eine Sache, für die er gelebt hatte —und in der sich Humanismus und Zionismus zu echter Synthese verband. Ihren reinsten Ausdruck fand sie im Rettungswerk für jüdische Kinder. Sohn des Inhabers eines grossen berliner Warenhauses und Enkel eines englischen Rabbiners, war Wilfried Israel ein nüchterner Praktiker und dennoch ein Traeumer, ein Mann der Tat und gleichzeitig ein introspektiver Künstler. Die Siedlung in Palaestina, der seine Liebe galt, war Hasorea, am Fusse der Berge Ephraim, die 1934 von einer Gruppe “Werk- DITA MARKUS, MAX LEI¬ DERMANN, LUTZ EHREN¬ HAUS und SELMA BAER “Lauter Schwindel”, ein netter Schwank, sehr gut gespielt und vom dankbaren Publikum mit Lachsalven und reichem Beifall quittiert. Hinter der Buehne sorgten BRUNO SCHWARZ, WALTER DOERNBERG und HERMANN HERZ fuer einen reibungslosen Ablauf des Ganzen. JERRY BING und seine Boys machten mit ihrer Tanzmusik gute Stimmung, desgleichen die von MORITZ wunderbar organisierte Tombola, wofuer auch die voellig ausverkauften Buffets, sowohl oben wie im Keller, Zeugnis ablegten, und als man gegen 5 Uhr vom kalten Morgen ernuechtert wurde, war man sich einig: Ein gelungener Ball. Wir danken an dieser Stelle allen unseren Mitarbeitern, ganz gleich ob sie auf der Buehne, am Buffet, an der Bar oder an der Kasse standen, und ganz besonders Frau LISA SCOTT SCHWARZ, fuer ihre selbstlose Mitarbeit, der der Erfolg dieses Balles zu verdanken ist. H. H. Reservieren Sie den Sonntag 31. August 1958 um 7.00 P M fuer die WIZO GROSSE TRACHTEN und MODEN - SCHAU IN PORTUGAL 810 FABRICA DE MUEBLES Bodenhoier y Villalón Ltda. 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Im Jahre 1950 wurden die ersten beiden Flügel des “Beth Wilfried Israel” eroeffnet: der eine enthaelt die Sammlung und dient gleichzeitig als Halle für wechselnde Ausstellungen; der andere ist ein komfortabel eingerichteter Leseraum, in dem Nachschlagewerke und Zeitschriften verschiedener Sprachen ausliegen ■—mit einem leichten Uebergewicht der russisch-orientierten, wie es in einem Haschomer Hazair —Kibbuz nicht anders zu erwarten ist. Die beiden Flügel sind durch eine Arkade verbunden, die die ideale Bühne für ein natürliches Amphitheater bildet. Ich war seit Jahren nicht in Hasorea gewesen. In dem Tal, das damals einsam und unberührt schien, blinken heute die Aluminiumhütten einer grossen Maabara und Yokneam, der naechste Ort, ist buchstaeblich den Hügel hinaufgewachsen, an dessen Abhang es liegt. Hasorea ist nicht nur groesser, sondern schoener geworden. Es gibt schon grüne Rasenflaechen und Blumengaerten, die die Haeuser flankieren, nicht zu sprechen von den Haeusern selbst, die eine Atmosphaere von Permanenz und Soliditaet ausstrahlen. Hasorea hat trotz der wachsenden Zahl seiner Bevoelkerung eine gewisse Homogenitaet bewahrt. Die 150 “Werkleute” bilden immer noch den Kern des Kibbuz. Zu ihnen sind noch Bulgaren gekommen, “Eltern”, zwei Jugendgruppen, die dort ihre Ausbildung erhalten und danh natürlich die Kinder. Aber Hasorea ist nicht nur schoener, sondern auch reicher geworden —zwei Eigenschaften, die zwar nicht bei Menschen, aber doch bei Siedlungen Hand in Hand gehen. Die Luft duftet nach Wohlstand, womit nicht nur die Kühe, Schafe und Hühner gemeint sind. Nicht weniger eindrucksvoll ist der Maschinenpark von Traktoren und riesigen Combines. 20 Mitglieder arbeiten in der Tischlerei, die auf Schulmoebel spezialisiert ist und Kontrakte mit der Regierung und den Gemeinden hat. Die weitaus meisten sind natürlich in der Landwirtschaft taetig. Von der Flaeche von 7375 Dunam Keren Kayemeth Land sind 7000 mit Getreide angebaut, der Rest mit Gemüsen, Kartoffeln, Obst, Wein und Oliven. Die lokale Schule hat eine 1. bis 6. Klasse. Danach sorgt das benachbarte Mischmar Haemek für die Weiterbildung. Wer etwa am Abend eine laendlich stille Zurückgezogenheit der Siedler erwartet, irrt sich. Die hektische “kulturelle” Taetigkeit laesst ihnen zum Eigenleben noch weniger Zeit als geplagten Stadtmenschen —da gibt es Ko nferenzen verschiedener Kommissionen und allgemeine Versammlungen, Kammerorchester und Chor, Schallplattenkonzerte und Filmvorführungen, Theater und oeffentliche Diskussionen. Und natürlich die eingangs erwaehnten Ausstellungen. Einer der ansaessigen Maler, Jochanan ben Jakob, erhielt vor einigen Jahren den Dizengoff-Preis. Die Hügel, an die sich die Siedlung lehnt und von denen man weit in das Emek Jesreel hinabsieht, waren nicht immer so ruhig und friedlich. Waehrend der arabischen Unruhen 1936-1939 gab es eine grosse Reihe von Ueberfaellen, und im Unabhaengigkeitskrieg nahmen die Siedler am Kampf um Mischmar Haemek teil, wo zehn Siedler aus Hasorea gefallen sind. Jetzt sind die Hügel mit einer grünen Krone geschmückt, dem OttoWarbur g-W a 1 d mit 120.000 Baeumen und dem “Mutterwald” mit 60.000 Baeumen, und weitere Aufforstungsprojekte sind für die Zukunft vorgesehen. Eines Tages, so hoffen die Siedler, wird das “Beth Wilfried Israel” von Waeldern und Gaerten umgeben sein, ein Denkmal würdig des grossen Toten. WIZO CENTRO HENRIETTA SZOLD Vortrag Cyklus ueber Musik und Theater Dienstag 29 juli; Sr. Daniel Quiroga Oriente en la Música Contemporánea Dienstag 5. August: Herr Guenter Boehm Klassische Musik in unseren Tagen Dienstag 12 August und Dienstag 19 August: Herr Reinhold Olschewsky Der Einfluss Max Reinhards auf das Moderne Theater Freiwilliger Unkosten Beitrag. PORTUGAL 810