Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 7 (Julio, 1958)
- Date
- 1958-07-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Julio 1958 BOLETIN INFORMATIVO 3 1 Freitag Julio Av 18 1 Rosch Chodesch Sonnabend Sonnabend 19 2 26 9 Chason Matot-Masse Devarim Sonntag Sonnabend 27 10 Agosto 2 16 Tischa b‘Aw Nachamu Waetchanan Sonnabend 9 23 Neumondsweihe Ekew Sonnabend 16 30 1. Tag Rosch Chodesch Sonntag Elul 17 1 2. Tag Rosch Chodesch Schabbat 19|7. 26|7. 3|8. 9|8. 16[8. Mincha 17,30 17,45 17,45 17,45 18,00 Ausgang 18,27 18,30 18,35 18,40 18,44 Morgengottesdienst Werktags 7,30 Abendgottesdienst bis 1. 8. 58 18,00 ab 9. 8. 58 Sonnabend Sonn- und Feiertage 18,15 9,00 8,00 Nach dem Schabbat - Morgengottesdienst findet ein Lehrvortrag mit Oneg Schabbat statt und zwischen Mincha und Maariv Lehrvortrag. GOTTESDIENST FUER TISCHA B‘AV Abends Sonnabend 26/7. 19 Uhr Morgens Sonntag 27/7. 7,30 Uhr Mincha Sonntag 27/7. 17,30 Uhr Fuer die uns anlaesslich des Ablebens unserer geliebten Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter und Schwester Frau HELENE WEISS geh. BERGMANN erwiesene Anteilnahme sagen wir Allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen Santiago, Juni 1958 Familien WEISS und MIRELMANN GRABSTEINE ln saemtlichen Steinarten zu billigsten Preisen TH. REIS José Miguel de la Barra 412, 5.0 piso Dep, A, esq. Merced, Tel. 33200 Wichtige Mitteilung fuer Oesterreicher Die Stadt Wien und die oesterreichischen Krankenkassen haben sich damit einverstanden erklaert, Pensionsansprueche von ausgewanderten Personen; die in ihren Diensten standen, gleichermassen wie Pensionsrechte von Bundesbeamten zu behandeln, das heisst unter anderem ihnen rueckwirkend vom 1. Mai 1950 an Pensionen zu zahlen. Auswanderern aus Oesterreich, die im Dienste der Stadt Wien oder einer ihrer Unternehmungen oder einer Krankenkasse standen, wird geraten, bei ihrer frueheren Beschaeftigungsbehoerde unverzueglich entsprechende Antraege einzureichen. CISROCO Comité Israelita de Socorros In der am 1. Juli stattgefundenen Generalversammlung wurden die Mindestmitgliedsbeitraege ab 1. Juli ds. Js. wie folgt erhoeht: CISROCO: von $ 700.— auf $ 900.— Hogar de Ancianos: " ” 450.— ” $ 600.— LIGA DE DAMAS ISRAELITAS "CARIDAD" ln der am 30. April veranstalteten Generalversammlung wurde der Mindestmitgliedsbeitrag ab 1. Juli ds. Js. von $ 150.— auf $ 200.— erhoeht. Zu Tische — b'e Aw: DER NATIONAL - RELIGIOESE TRAUERTAG IN UNSERER LITURGIE Der besondere Charakter des juedischen Volkstraue rtages tritt nicht nur dadurch hervor, dass an ihm die gleichen Fastenvorschriften erfueilt werden sollen, die den Jom Kippur kennzeichnen, sondern auch durch andere Eigentuemlichkeiten: So sollen wir einander nicht mit einem Haendedruck begruessen, und sogar das Studium in den Heiligen Schriften hat am 9. Aw zu unterbleiben. Die notduerftig - beleuchtete Synagoge, das Fehlen des Vorhanges vor dem Thoraschrein, die Stimmung, welche am Vorabend und am Morgen ueber den Betern liegt, dies alles vereint bildet etwas Einmaliges im Ablaufe des juedischen Jahres. In einer Vortragsweise, in der Schmerz und Trauer anklingen, verliest der Vorbeter das biblische Buch der “Klagelieder” am Abend von Tischa Beaw, die dritte der fuenf “Megillot” in unserem Schrifttum. Es sind dies ergreifende Elegien ueber die erste Zerstoerung Jeruschalajims und des Heiligen Tempels, und sie werden von der Tradition dem Propheten Jeremía zugeschrieben, der unter den letzten Koenigen Judas gewirkt hatte, und welcher Zeuge des furchtbaren nationalen Zusammenbruches sein musste, den er im Namen Gottes dem Volke vorausgesagt hatte. Doch das synagogale Ritual des Morgengottesdienstes am 9. Aw bringt keine Wiederholung jenes Buches “Echa” (Klagelieder), sondern eine grosse Anzahl anderer Trauerdichtungen (“Kinot”), deren Hauptteil von dem Dichter Eleaser Ben Kalir stammt, der im 8. Jahrhundert lebte und zweifellos einer der bedeutendsten unter den Verfassern synagogaler Poesie sein duerfte. Diese Trauergesaenge behandeln die beidesmalige Vernichtung Jerusalems und des Heiligtums, den Untergang des 2. Juedischen Staates und die damit beginnenden beispiellosen Leiden Israels in der Verbannung. Den Dichtungen Kalirs schliessen sich andere wehmuetige juengerer Meister an, welche vielfach die Verfolgungen waehrend des Mittelalters in den verschiedenen Laendern ergreifend darstellen. Zu den erschuetterndsten Gesaengen dieser Art zaehlt die Klage ueber die Judenmetzeleien zur Zeit der Kreuzzuege, welche den Schmerz um die Ermordeten der drei besonders heiligen Gemeinden von Speyer, Worms und Mainz und die vernichtete Gelehrsamkeit, die einst dort geherrscht hatte, wiedergibt. Vielleicht zeigt nichts so deutlich die Bedeutung der Trauer am 9. Aw auch fuer unsere Von CURT WILK (Bs. As.) Gegenwart wie die Tatsache, dass das juedische Volk in seinen grossen national-religioesen Trauertag das ganze fast dreitausendjaehrige Judenleid einschliesst. Alle Tragoedien und Verhaengnisse der juedischen Geschichte finden in den Klageliedern dieses Tages ihren ruehrenden Ausdruck. Die “Zioniden”, jene Sammlung von Gesaengen, die mit dem Worte “Zion” beginnen, bilden den Abschluss der Morgenandacht am 9. Aw. Viele von ihnen sind anonym. Andere, wohl die bekanntesten, stammen von Jehuda Halevi und Eleasar Ben Jehuda aus Worms, der zu Anfang des 13. Jahrhunderts lebte. Doch so aufwuehlend aus ihnen Schmerz und Jammer zu uns dringen, so sehr das nationale Unglueck Seele und Gemuet dieser Menschen erfuellen, immer wieder steigt die Hoffnung hervor, dass einst alles Leiden sein Ende finden werde: “Zion, vergiss Deinen Kummer, reinige und schmuecke Dich, denn Deine Trauerzeit ist beendet. Wonne und Jubel beginnen; gebuesst ist die Schuld durch doppeltes Leiden. Du siehst Deine Freiheit, Zion”, so schliesst eine der letzten Zioniden, die wir am 9. Aw hoeren sollen. In diese Sammlung der Zioniden ist auch die des Rabbi Meir ben Baruch aus Rothenburg aufgenommen worden, welche die oeffentliche Verbrennung der Talmudexemplare in Paris im Jahre 1242 zum Gegenstand hat. Mit Zuversicht klingt die Trauerandacht aus, dieser Optimismus ist es auch, welcher dem Staat Israel und der gesamten Diaspora die Kraft geben, wiederaufzubauen. Am 9. Aw, den das juedische Volk niemals aus seinem Gedaechtnis tilgen kann, fuehlt es sich, ueber Jahrhunderte hinweg, verbunden mit seiner stolzen Vergangenheit und vor der Gewissheit getragen, dass ihm eine glueckliche Zukunft beschieden ist. AUCH IN DIESEM JAHR veroeffentlicken wir die ROSCH HASCHONOH GLUECKWUENSCHE an unsere Gemeindemitglieder BITTE BEACHTEN SIE DIE ANZEIGE IN DER NAECHSTEN AUSGABE. 1KERE VEKAVnVOKTlIVli 100 DDO OLIM DIE HEILKqS PFLICHT DER. KOLLEKTIVITAET MUSS VON ALLEN ERFUELLT WERPEN.'