Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 5 (Mayo, 1958)
- Date
- 1958-05-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Mayo 1958 17 BOLETIN INFORMATIVO “ßb/eftuMtm Ein letztes Wort zum Streit der Professoren! Sehr geehrter Atscheka: Immer und zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die fuer den wissenschaftlichen Fortschritt lebten und deren Geist durch kein Dogma zu ersticken war. Ich will versuchen, Ihnen einige Beispiele zu geben; mit einem Kopernikus kann ich allerdings nicht noch einmal aufwarten, denn Genies sind nun einmal seltene Erscheinungen . . . Zuerst: das Mittelalter wird im allgemeinen vom Ende der Voelkerwanderung bis zur Reformation Luthers 1517, fruehestens aber bis zur Entdeckung Amerikas gerechnet, aber auch die naechsten Jahre standen doch bestimmt noch unter der Herrschaft von Dogma und Inquisition. Wir erwaehnten Michel Servet: er wurde fuer seine Entdeckung als Ketzer hingerichtet; er kannte seine Zeit, wusste immer, was ihm bluehen konnte und trotzdem hat er fuer den wissenschaftlichen Fortschritt gearbeitet. Und wer will die Vertreibung der Juden aus Spanien 1492 nicht im Mittelalter sehen? Ich bin natuer- Iich weit davon entfernt, die ganze Epoche der Inquisition als unter dem Dogma zu bezeichnen, ist doch die Inquisition in Spanien erst von Joseph Bonaparte aufgehoben worden; sie wurde sogar 1814 noch einmal eingefuehrt, um erst 1834 endgueltig beseitigt zu werden. Durch die Voelkerwanderung war jede Kultur zerstampft worden und alles, was Geist hiess, war tot. Das Mittelalter hat nun erst die Grundsteine fuer alles Wissen legen muessen; es musste das geistige Gebaeude der Renaissance erst untermauern. Im 11. Jahrhundert taten die Wissenschaftler dem wissenschaftlichen Fortschritt das, was wirklich Wissen schafft: da wurden die ersten Universitaeten gegruendet und bis zum Ende des Mittelalters, wie frueh Sie auch dessen Ende legen, gab es in ganz Europa Universitaeten. Hervorragend war die Universitaet in Krakau, an der Kopernikus seine ersten Studien absolvierte, bevor er nach Italien ging. Schon im fruehen Mittelalter gab es Gelehrte, die Buecher ueber Astronomie und andere bekannte Wissenschaften verfassten. Auch wurden unendlich viele Dinge erfunden, die uns heute so alltaeglich erscheinen. Diese mussten bei aller Technik doch wissenschaftliche Grundlagen haben: Saegemuehlen, Drehkrane, Schaufelraeder, Hochoefen, Webstuehle, Schleusen. Viele wichtige Dinge sind schon laengst in Vergessenheit geraten, da sie inzwischen ueberholt sind. Schon 1240 berief Alfons X einen Astrologen-Kongress nach Toledo. Ergebnis: Alfonsische Tafeln. 1252 Entstehung der Erbdorfer Erdkarte. 1254 gruendet Robert Sorbon die Pariser Universitaet, spaeter Sorbonne genannt. 1294 erfand Roger Bacon das Vergroesserungsglas. 1304 erklaert Dietrich von Freiburg den Regenbogen. 1395 Gruendung der Medizinischen Fakultaet in Koeln. 1374 starb Konrad von M egenberg, Verfasser eines Handbuchs fuer Physik und eines fuer Naturwissenschaften. Heinrich der Seefahrer 1394- 1460 unterhielt eine Seefahrerschule. 1420 erfand Juanes Fontama das Torpedo mit Raketenantrieb. 1464 starb Nikolaus Kues, der die Achsendrehung der Erde erkannte. 1469 entdeckt Vasco da Gama den Seeweg nach Indien. 1423 wurde der grosse Astronom Georg Purbach geboren, 1436 sein grosser Schueler Regiomontanus (Johannes Mueller). Letzterer wurde von Papst Sixtus IV als Kalendermacher nach Rom berufen. Auch Kopernicus war Kalendermacher verschiedener Paepste. Bertold Schwarz hat natuerlich das Schiesspulver nicht erfunden, aber er hat die Feuerwaffen so erheblich verbessert, dass man ihm die Erfindung zuschrieb. Es erfolgten ueberhaupt staendig Verbesserungen der Feuerwaffen. Der Fruehhumanismus beginnt um 1300 mit Guillermo de Machant, Dante, u. s. w. Freundliche Gruesse, IHRE ATSCHETE. Sehr geehrte Atschete: Besten Dank auch fuer diese Ihre Duplik, die von der Redaktion des “B. I.” als erneuter Ausdruck Ihres Interesses und einer ungewoehnlichen Geschichtskenntnis gewertet wird. Vielleicht koennen wir einig werden, wenn wir uns von dem Wege abwenden, den wir bei der Debatte im vergangenen Monat beschritten, haben und der uns dazu zwingt, Namen um Namen und Jahreszahl um Jahreszahl zu revidieren. Er ist naemlich beschwerlich, zumindest fuer die Leser und... fuer mich und vor allem, er fuehrt STAAT ISRAEL Wirtschciftsaiifbaii Anleihe von 1954 USA. $ 350.000.000. (STATE OF ISRAEL DEVELOPMENT ISSUE) zu weit. Ausserdem laufen wir Gefahr, vor lauter Baeumen den Wald nicht mehr zu sehen. Und der Wald, auf den es ankommt, ist das “dogmatische und inquisitorische Mittelalter”. Der war duester. Die Sonnenstrahlen glaenzten nur auf den Wipfeln weniger Riesen, deren Stamm jenseits von Dogma und Inquisition Wurzel geschlagen hatten oder sie gingen erst in der Morgendaemmerung der neuen Zeit auf. Warum? Um diese Frage zu beantworten, muessten wir die geschichtliche Rolle der Maechte untersuchen, die ein Zeitalter lang mit Dogma, Scholastik und Inquisition Die Regierung des Staates Israel legt eine Anleihe von USA. $ 350.000.000 fuer den Aufbau und die Entwicklung seiner Wirtschaft auf. Diese Anleihe in USA. Dollars wird nicht nur in den Vereinigten Staaten und Kanada aufgelegt, sondern auch in verschiedenen Laendern Europas und Suedamerikas. Die aus dieser Anleihe eingehenden Betraege werden hauptsaechlich fuer den Aufbau und die Entwicklung industrieller Unternehmen (Erzeugung von elektr. Energie, chem. Fabriken, etc.), der Landwirtschaft, Ausbeutung der Naturschaetze, , Ausbau des Verkehrsnetzes etc. | benutzt. Die Aufzaehlung des Vorj angegangenen bedeutet lediglieh eine generelle Information, wobei sich der Staat Israel das Recht vorbehaelt, ueber die Anleihebetraege frei zu verfuegen gemaess den disponiblen Mitteln, Situation auf den Weltmaerkten, politische Situation in der Welt und andere Faktoren. Anleihe Bedingungen 1 Die Emision zerfaellt in 2 Kategorien von Obligationen: a) Obligationen mit einem Zinsfuss von 4% und einer 15 jaehrigen Laufzeit, genannt DOLLAR COUPON BONDS, Ablauf 1. Januar 1969, versehen mit Coupons per 1. Januar und 1. Juli jeden Jahres. b) Sparobligationen mit einer Laufzeit von 10 Jahren, gennant DOLLAR SAVING BONDS, einloesbar zu 150% nach 10 Jahren ab Zeichnung. 2 Der Subskriptionspreis betraegt 100% des Nominalwertes. 3 Die Zahlung hat bei der Zeichnung zu erfolgen. 4 Der Zins von 4% bei den Obligationen mit Coupons beginnt mit dem ersten Tage des dem der Zeichnung folgenden Monats zu laufen. 5 Alle Titel lauten auf Namen und sind bis 1. Juli 1959 nicht uebertragbar. Die Coupons sind dieser Vorschrift nicht unterworfen und werden bei Faelligkeit jedes einzelnen Coupons dem Ueberbringer ausgezahlt. 6 Kapital und Zinsen sind in USA Dollar zahlbar frei von gegenwaertigen und zukünftigen Steuern des Staates Israel. 7 Vor dem 1. Juli 1959 koennen Uebertragung und vorzeitige Einloesung in folgenden Faellen angesucht werden: a) Im Falle des Todes des ersten Kauefers, unter der Bedingung dass ein solches Gesuch dem Staate Israel von den Erben oder dem Testamentsvollstrecker innerhalb von 2 Jahren nach dem Todesfall eingereicht wird. Jedoch der Staat Israel hat die Moeg- Iichkeit, entweder seine Verpflichtung der Rueckzahlung der Titel beim Tode des Inhabers aufzuheben, oder diese Verpflichtung zu beenden, wenn nach Auffassung des Staates ein besonders grosses Verhaeltnis von Todesfaellen unter den Titelbesitzern durch Kriege, Epidemien, Naturkatastrophen oder aehnliche Ungluecksfaelle eintritt. b) Im Falle der Uebertragung an eine Wohlfahrtsinstitution, steuerfrei. Diese hat ihrerseits das Recht, den Gegenwert der Obligationen in Israelwaehrung umzuwandeln und in diesem Lande fuer staatlich anerkannte Wohlfahrtstaetigkeiten zu benutzen . c) Durch religioese Wohlfahrtso d e r kulturelle Institutionen, wenn diese Obligationen von Anfang an aus Reservefonds gekauft wurden, die bereits vorher zur Errichtung von Immobilien bestimmt waren und wenn diese Fonds zur Ausführung des Bauprogramms benoetigt werden. d) Fuer Inversionen und Kapitaleinlagen in Israel, wenn diese vom Staat anerkannt sind. e) zur Zahlung von Reise kosten in Israel, bis zu einer Summe von USA. $ 25.000 fuer 12 aufeinanderfolgende Monate und pro Eigentuemer der Obligationen. 8 Die Einfuehrung der Anlei he an der Boerse ist im Augenblick nicht vorgesehen. 9 Die Obligationen werden auf Grund eines Vertrages genannt: FISCAL AGENCY AGREEMENT, mit dem Da tum 1. April 1954 ausgegeben der zwischen dem Staat Israel und der Chase National Bank of the City of New York, als Fiscal Agent abgeschlossen ist. 10 Alle weiteren Informationen] erhalten Sie durch: Comité de Cooperación | Económica Chileno- Israelí HUERFANOS 757, Of. 613 FONO: 30666 — SANTIAGO 11 Die Obligationen bedeuten! eine direkte, absolute und ge-1 nerelle Verpflichtung des Staates Israel. Nach dem FISCAL | AGENCY AGREEMENT! verpflichtet sich der Staat Israel, dem Fiscal Agent vor jedem Verfalltage die notwendigen Mittel zur Zahlung der] Zinsen und des Kapitals zur| Verfuegung zu stellen. 12 Die Prospekte in englischer Sprache mit Dem Datum 15. Mai 1955 und unterworfen der SECURITIES AND EX- CHANGE COMMISSION der U. S. A., wie auch das FISCAL AGENCY AGREE¬ MENT mit Datum 19 April 1954 abgeschlossen zwischen dem Staate Israel und der Chase National Bank of the City of New York bedeuten die Grundlagen der Bedingungen dieser Anleihe. Der Staat Israel glaubt, mit dieser Anleihe eine wichtige Anlagemoeglichkeit geschaffen zu haben. Development Corporation for Israel herrschten und die im Fortschritt der Wissenschaft eine Gefahr fuer diese Herrschaft sahen. Eine solche Untersuchung ist aber an dieser Stelle nicht moeglich und sie ist ausserdem nicht aktuell und aus begreiflichen Gruenden nicht opportun. Zum Ueberfluss wuerde auch sie nicht das Wesentliche treffen. Denn zum Wesentlichen finden wir erst zurueck, wenn wir meine Behauptung ueber das Mittelalter und die Stagnierung des wissenschaftlichen Fortschritts wieder in den Zusammenhang fuegen, aus dem sie sich im Verlauf der Debatte immer mehr geloest hat. Dieser Zusammenhang bestand in folgender Ueberlegung: Die im Mittelalter herrschende dogmatische Macht hat den wissenschaftlichen Fortschritt verhindert (oder sagen wir: gehemmt). In Sowjetrussland herrscht heute eine dogmatische Macht. Laesst dies den Analogieschluss zu, dass auch sie den wissenschaftlichen Fortschritt hindert? Die Antwort war Nein, —sehr kategorisch— und ermoeglichte es uns, als.Laien zum Streit der Professoren Stellung zu nehmen. Entschuldigen Sie, dass ich Sie nach dem hoechst lehrreichen Ausflug an der Tangente entlang wieder zum Zentrum der urspruenglichen Betrachtungen zurueck bitte. Es hat den Vorteil, dass wir zu einen Zi*l gelangen und zu einer Einigung: denn da Sie selbst im Heiligen Roemischen Reich Deutscher Nation Erfolge der Wissenschaft anerkennen, so werden Sie auch solche in der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken —malgré nousnicht abstreiten. Mit der Hochachtung von stets, IHR ATSCHEKA.