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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-05-01 · 5 (Mayo, 1958) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
5 (Mayo, 1958)
Date
1958-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION» S.C. I. B'NE J1SROEL AV. PORTUGAL 810. CASILLA 24B7. SANTIAGO «CHIL® BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT S O C\l E P A D CULTURAL LS RAEAITA "B'NE J ISROEL AÑO XX N? 5 SANTIAGO DE CHILE Mayo 1958 ZEHN JAHRE UEBERWUNDENER ZWEIFEL von Dr. Arie L. Kubovy Der zehnte Jahrestag des unabhängigen Israels bietet eine verheissungsvolle Gelegenheit um eine kurze Bilanz der Schwierigkeiten zu ziehen, die unsere junge und gleichzeitig alte Nation überwunden hat, nachdem sie in ein Land zurückgekehrt ist, das für einen grossen Teil der Menschheit heilig ist. Ich bin den hohen Behörden, den schaffenden Kräften und dem Volke dieses Landes dafür dankbar, dass sie es mir möglich gemacht haben, meine Gedanken in einer Atmosphäre wirklicher Freundschaft zum Ausdruck bringen zu können. Erst heute legen wir uns davon Rechnung ab, wie gewagt, und von wieviel Zweifeln umgeben, die" Entscheidung war, den jüdischen Staat zu proklamieren. Nur ein unumstösslicher Glaube an die aufstrebende Gerechtigkeit und an das Schicksal Israels konnte die Menschen inspirieren, die jene Deklaration im Museum von Tel Aviv Unterzeichneten. Wieviele Zweifel wurden seither überwunden! In zehn Jahren hat sich die Situation vollkommen gewandelt. Die erste und lebenswichtigste Frage war, wie es möglich sein würde, dass ein kaum bewaffnetes, in aller Heimlichkeit geborenes und ausgebildetes, Heer den Angriffen von sieben Nationen widerstehen könne? Die Welt war unserer Niederlage sicher. Die Regierungen betrachteten sie im Vorhinein als Tatsache; die einen mit dem Gefühl des Bedauerns darüber untätig dem Ende eines grossartigen Jahrtausende alten Traumes beiwohnen zu müssen, die anderen mit dem geheimen Wunsch zu sehen, wie den überheblichen Juden eine Lektion erteilt wird. Heute zweifelt schon niemand mehr daran dass die wiedergeborene Nation, die nicht müde wird den Frieden zu ersehnen und anzubieten, in der Lage ist einer neuen Herausforderung — die Gott verhindern möge •— seiner unversöhnlichen Nachbarn zu widerstehen. Der neue Staat war in geografischer und politischer Hinsicht isoliert. Fast alle Fluglinien hatten ihre Dienste eingestellt, die Häfen waren verödet und die israelische Handelsflotte existierte kaum. Man konnte diejenigen Nationen an den Fingern abzählen, deren Freundschaft über blosse Worte hinaus ging. Heute gehört das bei unserer Regierung beglaubigte Diplomatische Corps zu den grössten der Region. Die Flugzeuge Israels durchfliegen die weiten Horizonte und unsere Schiffe befahren alle Meere. Das Heilige Land hat sich in ein erstrangiges internationales wissenschaftliches Zentrum und in einen Wallfahrtsort für alle freiheitsliebenden Menschen der Welt verwandelt. Nachdem mit der Unabhängigkeit auch das Rückkehrgesetz proklamiert wurde, durch das jedem Juden, der ein Vaterland suchte, die Tore der Heimat geöffnet wurden, ergab sich die Frage, ob die neue Nation sich nicht etwa mit Unmöglichem übernommen hatte, indem sie sich verpflichtete, die unglücklichen Ueberlebenden des Ausrottungsfeldzuges aufzunehmen. Heute wissen wir, dass alle Diejenigen, die es wollten, aufgenommen, getröstet und der Freiheit zurückgegeben wurden. Noch mehr sogar. Während zehn Jahren kamen ohne jede Unterbrechung durchschnittlich 250 Flüchtlinge täglich nach Israel, wo sie Unterkunft, Brot, Kleidung, Unterricht, Berufsausbildung und brüderliche Gleichheit fanden. Vor zehn Jahren, oder vor sieben Jahren, ja sogar noch vor fünf Jahren, konnte man sich fragen, ob es möglich sein würde, so verschiedenartige Stämme zusammenzuschweissen, wie es Juden aus Deutschland und Juden aus dem Jemen, Juden aus Indien und Irak und solche aus dem Westen sind. Man konnte sich fragen ob es gelingen würde aus ihnen eine Nation mit der gleichen überlieferten Sprache, mit solidarischer Opferschaft und mit einem gemeinsamen Willen zum überleben zu machen. Die harten Arbeiten, die mit unvergleichlichem Elan im Frieden und im Kriege durchgeführt wurden, haben bewiesen, dass die Sammlung der Zerstreuten zur Bildung einer Nation geführt hat, die sich unauflösbar einig ist. Und dieser Schmelztigel ist eine wirkliche Demokratie. Die Länder sind nicht sehr zahlreich, in denen es so geringe Klassenunterschiede gibt und wo das Verantwortungsgefühl des Einzelnen für seinen Mitmenschen ein so grundlegendes Element des nationalen Charakters darstellt. Vor zehn Jahren waren selbst ernsthafte Wirtschaftsleute davon überzeugt, dass der durch die Teilung in Mitleidenschaft gezogene jüdische Staat niemals eine weitere Million Menschen aufnehmen könne und ihre Prophezeiung lautete, dass die Einwanderungspolitik zur Katastrophe führen müsse. Jetzt aber können wir feststellen, dass mehr als zwei Millionen Menschen in Israel leben, während die Hälfte seines Bodens noch unbewohnt ist. Vor zehn Jahren und auch noch vor weniger, gab es zahlreiche Zweifel über die Gestaltung der Beziehungen zwischen Irael und der Judenheit der Welt. Mehr als ein Jude machte sich darüber Gedanken, wie er seinen Patriotismus, als Staatsbürger seines Wohnlandes, mit dem Wunsch in Einklang bringen könnte daran mitzuhelfen, dass Zion stark werde und sich entwickeln kann. Die aufgeklärten Regie-' rungen waren die ersten die verstanden, dass dazwischen diesen beiden Gefühlen nur ein vermeintlicher Widerspruch be~ steht und sie waren es auch die ihre jüdischen Gemeinschaften dazu anspornten, uns mit ganzem Herzen und mit allen Mitteln zu helfen. Wir können uns glücklich schätzen erlebt zu haben, wie so viele Zweifel sich verflüchtigten und wie Freundschaft über Vorurteile und Misstrauen gesiegt hat. Wir wissen, dass Israel weiterhin unter Gefahren lebt und dass es noch für lange Jahre aktive Freundschaft sowie gro sszügige Unterstützung braucht. Aber wenn die ersten zehn Jahre Zeugen so vieler Erreichungen waren, was werden uns dann die nächsten zehn Jahre erst bringen, mit dem Erwachen, das Israel in dem entferntesten der Söhne des jüdischen Volkes hervorgerufen hat, und mit der Hingabe, mit der uns Millionen von Nichtjuden begleiten, die unseren zehnten Jahrestag als ein denkwürdiges Ereignis feiern. Wir wissen nicht ob es uns vergönnt sein wird die Arbeit zu beenden, aber wir schätzen uns glücklich sie fortsetzen zu können und jenen, die nach uns kommen werden, ein reicheres und glücklicheres Erbe als dasjenige zu hinterlassen, das wir selber angelreten haben. OEFFNETWE TORE FUER 100.000 OLIM / DIE BESTE ERNTE (Foto: KKL.)

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