Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 4 (Abril, 1958)
- Date
- 1958-04-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Abril 1958 BOLETIN INFORMATIVO 19 JAHRZEHNTE Von Zeit zu Zeit richten sich die Blicke der Welt auf einen Huegel, den die Menschen in den Strassen Jerusalems taeglich sehen: auf den Gesichtern von allen liegt tiefe Traurigkeit, viele schuetteln den Kopf ob der Verstaendnislosigkeit, und manche wollen nicht einmal hinblicken weil der Schmerz in ihren Herzen wohnt. Immer, wenn die Weltpresse auf die Lage des Skopus-Berges hinweist, beobachten die Leute, einschliesslich unserer eigenen Brueder, durchs Zeitungsfernrohr den von der Hebraeischen Universitaet gekroenten Ausguck, der nun seit zehn Jahren vom uebrigen Lande abgeschnitten ist. Seit dem 13. April 1948, an welchem 77 Maenner und Frauen, die zu ihrer Arbeit im Universitaetskrankenhaus Hadassa auf den Skopus fuhren, in einen Hinterhalt gerieten und feige ermordet wurden, werden die Gebaeude und Einrichtungen auf dem Spaeherberg von 118 Maennern bewacht, die alle zwei Wochen abgeloest werden, falls es keine Schwierigkeiten gibt, die aber dort bekanntlich nie fehlen. Der Skopus wurde bis zum 7. Juli 1948 von einer kleinen Gruppe von Professoren, Studenten und Funktionaeren heldenhaft und siegreich verteidigt. Sie mussten sich zurueckziehen, als das Gebiet entmilitarisiert wurde und die Vereinten Nationen die Kontrolle uebernahmen. Die Erlebnisse der Maenner und Frauen, die auf dem umzingelten Skopus ausharrten, sind Tag fuer Tag getreulich verzeichnet worden; der Schreiber dieser Zeilen kennt persoenlich den Autor jenes noch unveroeffentlichten Tagebuches, das eins der dramatischsten Kapitel dieses pathetischen Jahrzehnts erzaehlt. Nach der Proklamierung des Staates kam es nicht nur zum Angriff von aussen, sondern auch im Innern bot sich eine Fuelle von schweren Problemen, unter welchen die Organisierung des Landes und die Leitung und Aufnahme der in Massen zustroemenden Einwanderer obenan standen. Die Loesung dieser Aufgaben erforderte ausgebildetes Personal, und es war daher natuerlich, dass die Regierung sich an die Hebraeische Universitaet wandte, um von ihr die erforderlichen Aerzte, Feier des 80. Geburtstages von Martin Buber in der Universitaet (v.l.n. rechts Buber. Ben Gurion, Prof. Benzion Demir) Teilansicht der neuen Universitaetsstadt Giwath Ram SgHjBj!! I Rechtsanwaelte, Lehrer, Erzieher, Staatsbeamten und, ganz allgemein, gut ausgebildete Maenner und Frauen fuer die verschiedensten Aufgaben und Aemter zu bekommen. All das und vieles mehr wurde von einer Universitaet verlangt, die nicht nur ihres eigenen Sitzes verlustig gegangen war, sondern nicht einmal wusste, wo sie den Unterricht und die Forschung fortsetzen und, vor allem, mit welchen Mitteln sie das tun sollte. Es kann hier keine ausfuehrliche Geschichte dieses letzten Jahrzehnts im Leben der Hebraeischen Universitaet gegeben werden. Aber es sollen doch einige Tatsachen herausgehoben werden, die, zwar nicht unbekannt, haeufig in Vergessenheit geraten. Besonders erbittert war der Freiheitskampf in Jerusalem, und es ist keine gewagte Behauptung, dass das Schicksal der Hauptstadt Israels ohne den Einsatz der Maenner der Hebraeischen Universitaet wohl einen anderen Verlauf haette nehmen koennen. Professoren, Forscher und Studenten —von letzteren allein fielen 80 auf dem Schlachtfeld— sorgten nicht nur fuer die Reinhaltung des Trinkwasser in der belagerten Stadt und verhueteten dadurch den Ausbruch von Seuchen, sondern stellten auch den Generalstabschef der israelischen Befreiungsheere, Yigael Yadin. Die Botaniker und die Agronomen, die Zoologen und die Geologen, mit den Erfordernissen des Landes durch jahrelange gruendliche Forschungen wohlvertraut, begannen die wissenschaftliche Eroberung des Negew in Wuesten-LabOratorien. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Wueste tatsaechlich erblueht, dass es dort heute Staedte gibt, und dass in der angeblich wertlosen Wuestenei die fuer den Fortbestand Israels notwendigen Minerale gefunden wurden, aus welchen Uranium und damit Atomenergie gewonnen wird. Genau in jenem Teil des Landes liegt die Zukunft, ueber welchen die Mandatsmacht kurz vor ihrem Abzug einen wissenschaftlichen Bericht veroeffentlichte, der besagte, dass dort nur "Steine fuer den Bau von Kirchen” vorhanden waeren. Um den Anforderungen der Regierung nachzukommen, machte die Universitaet aeusserste Anstrengungen. Sie mietete zunaechst etwa 50 Gebaeude in der Stadt, die zum grossen Teil fuer den Unterricht und fuer die Forschung gleich ungeeignet waren. Ohne die elementarsten Erfordernisse fuer einen geordneten Universitaetsbetrieb gingen die verantwortlichen Maenner ans Werk: inmitten der unglaublichsten Schwierigkeiten wurden schnell hintereinander drei neue Fakultaeten gegruendet (Medizin, Recht und Staats —und Sozialwissenschaften), ausserdem wurden die Schulen fuer Zahnheilkunde, fuer Pharmazie und fuer Bibliothekare eroeffnet. Gleichzeitig wurden viele neue Lehrfaecher eingefuehrt. Die Zahl der Studenten stieg von 800 im Jahre 1948 auf ueber 4000 im laufenden akademischen Jahr, waehrend die der Lehrkraefte sich jetzt auf 650 belaeuft. Im Laufe der Jahre zwangen die Umstaende die Universitaetsbehoerden, den Bau einer neuen Universitaetsstadt, die als eine Erweiterung der Einrichtungen auf dem Skopus anzusehen ist, ernstlich ins Auge zu fassen. In Givath Ram, einem Stadtteil Jerusalems, gegenueber dem neuen Regierungsviertel, entsteht seit dem Juni des Jahres 1954 die Universitaetsstadt. Heute ist ungefaehr die Haelfte davon erbaut und in Betrieb. Ueber 2500 Studenten besuchen bereits die neuen Einrichtungen, Hoersaele und Laboratorien. Im Jahre 1960 wird die Universitaetsstadt fertiggebaut sein, und Israel wird eine der schoensten und modernsten Universitaeten der Welt haben. Im Juli dieses Jahres werden es 40 Jahre sein, dass der Waad Hatzirim, die erste repraesentative Koerperschaft einer kuenftigen Israel-Regierung, die als solche nach der Balfour-Deklaration oeffentlich anerkannt wurde, unter Fuehrung von Chaim Weizmann die zwoelf Grundsteine — einen fuer jeden Stamm Israels— zur Hebraeischen Universitaet Jerusalem legte. So kommt es, dass das erste Jahrzehnt des Staates seine Universitaet bereits am Ende ihres vierten Jahrzehnts sieht. SIEGFRIED SAMUEL KREBS, Delegierter der Hebraeischen Universität Jerusalem für Lateinamerika. Prof. Martin Buber spricht in der Universitaet an seinem 80. Geburtstage MERCAZ LETARBUT ISRAEL Der Merkaz Letarbut Israel, die neu geschaffene kulturelle Organisation der Federación Sionista de Chile, unter der dynamischen Leitung von Frau Amella Fliman, hat fuer dieses Jahr ein weites Programm vorbereitet, das verschiedene kulturelle Gebiete umschliesst. An erster Stelle stehen die verschiedenen hebraeischen Kurse, von denen besonders der “Kurs fuer die Mitglieder der B’ne Jisroel” hervorzuheben ist. Naehere Einzelheiten sind aus der Anzeige in diesem “Boletín” zu ersehen. Zu gleicher Zeit eroeffnete der Mercaz in seinen Bueroraeumen, in Serrano 202, eine Buchhandlung, in der zahlreiche Buecher juedischer Themen und juedischer Autoren zu erhalten sind. In dem Katalog des Mercaz sind verschiedene Werke der Editorial Candelabro, der Editorial Israel und anderer Verlaege vertreten. Es waere sehr wuenschenswert, dass auch die Mitglieder unseres Sektors, an den Arbeiten dieser neuen Institution Interesse nehmen, sowohl durch Beteiligung an den hebraeischen Kursen oder den kulturellen Veranstaltungen des Mercaz. ZU FAMILIEN - FESTLICHKEITEN Telegramme Blumen-Abloesungsspenden, Baeume, Goldenes Buch, Bai—Mizwah—Buch, Kinder—Buch des KEREN KAJEMETH LEJISRÄEL Telefonische Bestellungen: 33096 (Gemeinde) oder 87707 k OEFFNETME TORE FUER 100.000 OLIM /