Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-01-01 · 1 (Enero, 1958) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
1 (Enero, 1958)
Date
1958-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8553624-8557203-9194336--2179-8557208
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Enero, 1958 BOLETIN INFORMATIVO 5 VORTRAG VON OBERRABBINER DR. KURT WILHELM IN DER S. C. I. B'NE JISROEL Oberralbbineir Dr. Kurt Wilhelm aus Stockholm, der aus privaten Gruenden in Santiago de Chile weilte, erfreute uns mehrere Male mit seinen kenntnissreichen Vortraegen. Seine« Hauptvortrag hielt er in unserer Gemeinde, deren Mitglieder durch zalhlreiche Teilnahme ihr Interesse zum Ausdruck brachten, mit dem sie den in der juedischen Welt bestens bekannten Rabbiner und Redner erwarteten. In seiner bekannt humorvollen und herzlichen Art begruesste der Praesident unserer Gemeinde, Herr Dr. S. Landau, den Redner an seinem Vortragsabend, am Donnerstag, d. 12. Dezember und erteilte ihm das Wort zu dem Thema: Europaeisches Judentum- Heute! In seinen interesanten Ausfuehrungen liess Herr Rabbiner Dr. Wilhelm das tiefe Wissen erkennen, durch das ihm kuerzlich die Ehre zu teil geworden ist, zum Ehrendoktor des Jewish Teological Seminary in New York ernannt zu werden. Er charakterisierte das heutige europaeische Judentum, das aus Judenheiten (besteht, die sich um ein Vacuum entwickeln. Ihnen fehlt die Mitte. Die Tragik besteht nicht nur in dem Verlust der sechs Millionen Juden, sondern auch darin, welche Judenheiten nicht mehr bestehen. Nach einer Charakteristik des zerstoerten polnischen und deutschen Judentums kennzeichnet« er die augenblickliche Situation des Judentums in Deutschland. Es gibt wohl Juden in Deutschland, aber dieses Judentum ist kaum eine Fortsetzung dessen, was einmal bestanden hat. Aus Gruenden, die in seiner inneren Situation liegen, spielt auch das englische Judentum leider nicht die fuehrende Rolle, die ihm eigentlich zukommt. Die Judenheiten in Frankreich, Belgien und Holland erholen sich nur sehr langsam von den schweren Schlaegen, die sie in der Vergangenheit erlitten haben. Es fehlt ihnen die Mitte, die sie zusammenhaelt. Ausfuehrlicher berichtete Dr. Wilhelm von den Skandinavischen Juden, die durch die Ereignisse staerker geworden sind. Daenemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Nach einem geschichtlichen Rueökblick erzaehlte er von dem Heroismus, den die Regierungen dieser Laender bei der Rettung von Juden bewiesen haben. Mit vollem Recht sagte er: “Was diese Regierungen getan haben, bleilbt ein goldenes Blatt in der Geschichte der Menschheit". In diesen Laendern gibt es auch noch das, was einmal das Judentum in Deutschland auszeichnete: die Gemeindetreue. Die Juden leben in diesen Laendern absolut gleichberechtigt. Es gibt wohl Antisemiten, aber keinen offiziellen Antisemitismus. Auch in den prozentual leider recht zahlreichen Mischehen verliert der juedische Ehepartner nicht seine juedische Identitaet. Der Staat Israel spielt auch im nichtjuedischen Schweden eine wichtige Rolle. Die juedische Jugend der nordischen Staaten versammelt sich, um die ihnen gemeinsamen Probleme zu besprechen. Sie hat dem Alter heute manches zu sagen. Zum Schluss wurde uns von dem Besuch erzaehlt, den Rabbiner Dr. Wilhelm den Juden in Rumaenien abgestattet hat. Wir erlebten den Empfang mit, der ihm als dem Vertreter der westlichen Judenheit dort zu teil geworden ist. Dabei liess er uns jedoch nicht darueber im Unklaren, dass sich hinter dem eisernen Vorhang juedisches Leben nur im religioesen (Bereich entwickeln kann. Auch das Judentum in Prag bietet nur noch das Bild eines Museuims ohne Leben. Abschliessend erzaehlte er von Ungarn, dessen Judentum zwar schwer gelitten hat, aber doch Anzeichen der Wiederbelebung aufweist. Dr. Wilhelm schloss seine interessanten Ausfuehrungen mit dem Wort von Rabbiner Dr. Leo Baeck, dass zur Gestaltung juedischen Lebens zwei Begriffe notwendig seien: Phantasie und Geduld. Phantasie allein fuehrt zur Traeumerei. Geduld allein kann Schwaeche bedeuten. Juedische Zukunft hat zur Voraussetzung, dass wir mit Geduld an der Verwirklichung unserer Vision arbeiten. In diesem Sinne vertrauen wir auf unsere Zunkunft. Rahb. E. Loewenstein dankte dem Redner fuer seine instruktiven Ausfuehrungen und gab der Hoifnung Ausdruck, dass er die Brueder des Ostens und des Westens miteinander verbunden habe, nunmehr auch dafuer sorgen werde, dass der Kontakt zwischen den Judenheiten des Nordens und des Suedens nicht mehr albreisst. Rabbiner E. Loewenstein. ZU FAMILIEN - FESTLICHKEITEN Telegramme Blumen-Abloesungsspenden, Baeume, Goldenes Buch, Bar—Mizwah—Buch, Kinder—Buch des KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Telefonische Bestellungen: 33096 (Gemeinde) oder 87707 Symbolischer Akt der Wiedergutmachung in Berlin GRUNDSTEINLEGUNG ZU EINEM JÜDISCHEN GEMEINDEHAUS Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, hat am 19. Jahrestag der “Kristallnacht”, in der die SA das Gotteshaus der Berliner Juden in Brand gesteckt hatte, auf dem Gelände der zerstörten Synagoge an der Fasanenstrasse im Bezirk Charlottenburg den Grundstein zu einem “Haus der Jüdischen Gemeinde” gelegt, das als Stätte der Begegnung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Bürgern dienen soll. Mit diesem Akt bekennt sich der Senat von Berlin öffentlich zur Verpflichtung gegenüber den Menschen, denen das verbrecherische Regime der Nationalsozialisten unsägliches Leid zufügte. Die Regierung des freien Berlin hat immer wieder den Willen zur materiellen und ideellen Wiedergutmachung und zur Ueberwindung des Erbes der nationalsozialistischen Barbarei bekundet. DE LA PRENSA CHILENA: 15 Años Apretando La Aguja EXPRESIONES DEL JUEZ DE DEPORTE, ENRIQUE GOTTHILF, AL DIARIO "LA NACION" El Suplemento Deportivo del diario “La Nación” dedicó, hace algunas semanas, toda una página al miembro de nuestra Sociedad, señor Enrique Gotthilf, quien actúa 15 años en las pistas del atletismo chileno. Dice el diario, que el señor Gotthilf, al radicarse en Chile, después de llegar de Alemania en 1940, donde había sido activo atleta del Club “Kurhessen”, de la ciudad de Kassel, pasó a colaborar en el control de los torneos de atletismo como delegado del “Maccabi” y del “Green Cross”. En esta tarea destacó sus condiciones para fijar minutos, segundos y sus fraccií nes, (orno se precisan p ira 1 ichar conti a ellos en la pista. En seguida explica el entrevistado “qué es cronometear”, “c- áles son los errores y lo que debe o no hacer un juez”, para reiatar finalmente “cosas increíbles que comprobaron los relojes”. DEUTSCHE ENTSCHAEDIGUNGEN FAST VERDOPPELT ln der Zeitperiode zwischen dem 1. Januar und dem 15. November 1957 wurden rund 155 Millionen D-Mark an persoenlichen Entschaedigungszahlungen nach Israel überwiesen und es wird angenommen, dass bis zum neuen Jahr die Summe der Ueberweisungen auf 50 Millionen Dollar gegenueber nur 27 Millionen im Vorjahr steigen wird, erklaerte in der Knesset Finanzminister Eschkol. Es sind rund 240.000 Entschaedigungsantraege aus Israel in Deutschland eingereicht worden. Es gibt keine statistischen Angaben über den Anteil der einmaligen Entschädigungen und der Pensionsforderungen bei den gestellten Antraegen. Gegenwaertig betragen die Pensions ueberweisungen 12 bis 14 Prozent der monatlichen Entschaedigungszahlungen aus Deutschland. CHI LE-GUIA DEL TUR/STA Unter diesem Titel hat Herr Dr. Erich Bry soeben einen Reiseführer herausgegeben, der bei aller Knappheit und Klarheit eine ausserordentlich grosse Menge nützlichen Informationsmaterials über Chile enthält. Wer sich dafür interessiert (und die Ausländer sind ja meist wissbegieriger und reiselustiger als die hier Geborenen), kann nicht nur eine gute Beschreibung der hauptsächlichsten landschaftlichen Sehenswuerdigkeiten vorfinden, sowie der besten Art, wie sie zu erreichen und am bequemsten zu geniessen sind, sondern auch geschichtliche Hinweise, deren Kenntniss uns natürlich weitaus ferner liegen, die aber darum um so lehrreicher sind. Vor allem aber spricht aus jeder Zeile dieses Buches die ehrliche Begeisterung, die, ohne falschen Patriotismus, jeder Naturliebhaber bei dem Anblick der Berge, Seen und Meeresstrände dieses Landes empfinden muss. Es ist zu hoffen, dass dieses Buch durch eine entsprechende Verbreitung seinen Zweck erfüllen kann, immer weitere Kreise auf die Naturschönheiten Chiles aufmerksam zu machen. Mitteilung der Presse - Kommission Die Presse-Kommission macht darauf aufmerksam, dass Mitarbeiten, Zuschriften, Kritiken u. s. w. nur dann im “B. I.” veroeffentlicht werden koennen, wenn der Verfasser bereit ist, dieselben zu unterschreiben oder, im Falle er mit einem Pseudonym unterzeichnet Namen und Adresse der Redaktion bekannt gibt. Anonyme Zuschriften jeglicher Art koennen nach wie vor keinerlei Beruecksichtigung finden. TU B'SCHEVAT NEUJAHRSTAG DER BAEUME VERTRAUEN UND ZUVERSICHT.— Voller Liebe und Hoffnung pflanzt dieser Dorf-Aelteste am Neujahrstag der Baeume einen Setzling, der kommenden Generationen Schatten geben wird. mSlKt VERMTWOETHIVe 100000 OLIM DIE HEILICjS PFLICHT DER. KOLLEKTIVITAET MUSS VON ALLEN ERFUELLT WERPEN.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.