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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-12-01 · 12 (Diciembre, 1956) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
12 (Diciembre, 1956)
Date
1956-12-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Diciembre, 1956 BOLETIN INFORMATIVO SUEZ UND SINAI EINE ZWISCHENBILANZ Dec Feldzug gegen Aegypten ist zu Ende. Die Internationale Polizei der V. N. wird am Suez-Kanal und in der Sinai Wueste stationiert und die anglo-franzoesischen sowie die is raelischen Truppen ziehen sich wieder zurueck. Ist damit de Moment gekommen, eine Bilanz zu zieher? nicht nur den Mythos, sondern de Staerke selbst. Phantastische Mengen von Kriegsmaterial sind in ’innere fallen — schaetzungsweise im BILANZ IN LONDON UND PARIS Gewiss, einige Schlussfolgerungen liegen auf der Hand. Was England und Frankreich anbetrifft, die eines katastrophalen Fehlschlags. Ihre Intervention verfolgte zwei Zwecke: Wiederherstellung einer internationalen Kontrolle ueber den Suez - Kanal (hauptsaechliches Ziel Edens) und Sturz Nassers (hauptsaechliches Ziel Mollets, vor allem in Hinblick auf Nordafrika). Um sie zu erreichen, haette eine kombinierte Luft —und Marine— Landung einiger tausend Mann am 1. November genuegt. Statt dessen verbrachte der alliierte Generalstab auf Zypern eine Woche mit sinnlosen Bombardements (schliesslich hatte man es ja nicht mit der “Wehrmacht” zu tun) und gab so Eisenhower und Bulganin Zeit, ihren Freund Nasser zu retten. Das war die erste Kata- KSt ¡¡¡¡¡¡¡¡I ¡¡¡¡É1 ISS» SÜÜ " si „r KUSS Biss wmsm \US*sS:VAV\ l'.llhWi«!». mms - ho,v.ubA * ,!' t r maechtigsten Feind wird die j Polizei der V. N. stehen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass wir vie le Probleme geloest haben. Ge wiss nicht alle. Aber wo steht geschrieben, dass ein Land, dass sich mehr Problemen gegenueber gestellt sieht als jeder andere Staat der Erde, und ■’■arunter das der Bedrohung, innerhalb weniger Wochen mit seiner ganzen Bevoelkerung ‘von der Landkarte ausradiei t zu werden” alle seine Probleme in vier Tagen loesen kann? Vorerst haben wir selbst ein bisschen radiert und bei einer °twas guens tigeren Konstellation waeren wir sogar noch weiter gekommen. So ist z.B. die Ansicht gut begrueudet, *ass uns die anglo-franzoosische Intervention mehr gescha det hat als genuetzt. Andere-- reits haette sie mehr genuetzt als geschadet, wenn sie erfolgreich gewesen waere. Aber das ag ausserhalb unserer Macht. | Wir konnten nur ctaluer böigen, unsere Aktion zum Erfolg zu fuehren, was auch ge schah. BILANZ IN NEW YORK Strophe. Die zweite besteht darin, dass auch der alliierte Versuch, der V. N. — Polizei die Kontroll — Funktionen ueber den Kanal zu indossieren, die man eigentlich selbst aüsueben wollte, zum Scheitern verurteilt scheint. Alles deutet darauf hin. dass der Rneckzng bedingungslos sein wird. Und als ob ^as li/r-qnoch nicht uebervoll waere, stellen sich noch als Folgen dieser Politik des “zu wenig und. zu spaet” ein: Oelknappheit mit all ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft. Europas und wachsende Abhaengigkeit ■ von Nordamerika, ein nicht wiedergutzumachender Prestigeverlust und ein endgueltiges Abtreten von den bisherinnegehabten Positionen. Heute klammert sich England bei den Verhandlungen um die Besetzung des Suez- Kanals ueberhaupt nur noch an den Strohhalm des Prinzins der “freien Schiffahrt fuer Alle, einschliesslich Israels”. Haette man sich in London einige Jahre frueher daran erinnert, damals, als noch britische Truppen in Aegypten stationiert waren, oder als ihr Rueckzug verhandelt wurde, odgr als der Sicherheitsrat Nasser anordnete, die israelische Sphiffahrt nicht zu beeiritraechtigen und Nasser der V. N. ins Gesicht spuckte: vieles waere dem britischen Loewen erspart worden. BILANZ IN JERUSALEM Was hat Israel mit dem “Blitz in der Wueste” erreicht? Ist die Enttaeuschung, die in manchen Kreisen nach der Begeisterung der ersten Tage zu spueren ist, gerechtfertigt? Ge- U.S.A.—DELEGIERTER LODGE UND ENGLANDS AUSSENMINISTER LLOYD Ein Strich durch die Rechnung Die weltpolitische Gravitation der Grossmaechte verlagerte jedoch das Zentrum der Handlungen mehr und mehr von Aegypten we" na-h '"ew ISRAELS CHEFDELEGIERTER EBAN UND AUSSENMINISTER MEIR Ein schwerer Stand «■MjgB lü« am gSjfn wiss, wir muessen die eroberte Sinai-Wueste wieder aufgeben und ob wir Gaz^ .«er. u «en koennen, darf noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Wir werden es versuchen. - o .vje.-Russland bekaempft uns mit allen Mitteln seines unerschoepilichen Reservoirs «n Hass und Luege. Die Regierung ■üsenhower hat uns die Freundschaft — die i m m e r 'recht schuechtern und platonisch war— gekuendigt un! die des Kabinetts Eden-Butler geht genau so weit wie die I strategischen und kommerzieli len Interessen des Em Hoechstens Paris unter Mollet and Pineau benimmt sich an staendiger als die Erfahrung der letzten 25 Jahre es zu ho. fen gestattete und zeigt sich sogar spontan bereit, verfügce aegyptische Juden selbst j ohne Pass und Visum nach I ■ rankreich zu retten. Wir erinj nern uns noch, dass es in diej ser Welt nicht immer moeglich ist, ohne Pass und Visum das Leben zu bewahren. Wie lange wird aber Mollet na-h aiesem Fiasko in einem Land, as Kabinette wechselt wie ein Bewohner Santiago sein Hemd im Sommer, noch Regierungschef bleiben? Und trotzdem: Israel kann aus der ganzen Affaire eine absolut guenstige Bilanz ziehen. Was haben wir erreicht? Wir sind dem bevorstehend aegyptisch - syrisch - jordanischen Vernichtungskrieg zuvorgekommen. Wir haben den Mythos von Nassers militaeri-! scher Staerke zerstoert und Wert von 50 Millionen! fweniger fuer ihn und mehr fuer uns, macht 100 Millionen Dollar j■——, be.ii i.td. .— .. ogen, entwaffnet und demoralisiert. Seine Fuehrerschaft in der arabischen Welt ist zu Ene und die inneren Zwistigkeiten unter den Oel-Potentaten wachsen staendig an. Der Sueden des Landes steht nicht mehr unter der staendigen Bedrohung des naechtlichen Meuchelmords und zwischen uns und unserem ehemals (Foto: “Time”) York, in den Glaspalast der Vereinten Nationen. Was nach km hundertsten russischen Veto noch nicht geschehen war. massierte. Englaendern und Franzosen mit ihrem ganz oescheidenen ersten: die Vereinigten Staaten und Russland trugen die Rettungsaktion ihres Schuetzlings Nasser in die Vollversammlung, wo es kein Veto-Recht gibt. Wie es dann dazu kam, Eden zum militaerischen und nervlichen Zusammenbruch zu treiben, ist bekannt: ueberwaeltigende Mehrheit in den V. N., Ultimatum seitens Bulganin und die Zustellung Eisenhowers, dass die U.S.A. im Falle eines russischen Eingreifens ' keinen Finger ruehren wuerden. Ein grosser Teil der Weltpresse ist recht begeistert ueber die Aufstellung der Internationalen Polizei und gibt dem Glauben Ausdruck, dass nun die V.N. aus den Schwaerhen des Voelkerbunds gelernt habe und auf dem Wese seien, eine Weltregierung mit exekutiver Gewalt darzustel- 1pn. Ist das eine nuechterne Beurteilung der Entwicklung? Wohl nur schwerlich. Die von der nordamerika-' nischen Aussenpolitik so oft regen Israel, England und Frankreich ausgespielte Parallele zwischen Aegypten und Ungarn mag das Verstaendnis dieses Problems erleichtern. In Eisenhowers und Dulles’ Augen handelt es siGh bei beiden Laendern um arme unschuldige Opfer einer ungerechtfertigten Aggression. Vielleicht ist es muessig, die Unterschiede zu unterstreichen, die vor allem darin bestehen, dass es sich bei Ungarn um ein vom Feind besetztes Land handelt, dessen Freiheitsbewegung in einem barbarischen Gemetzel niedergeschlagen worden ist. waehrend Aegypten, mit seinen 22 Millionen Einwohnern, in einer rein militaerischen Aktion von seinem Nachbarn (1,7 Millionen), gegen aener seit 8 Jahren einen unaufhoerlichen Vernichtungskampf fuehrt, zurueckgewiesen worden ist. Worauf es aber ankommt, ist Folgendes: Im Fall Aegypien waien U.S.A. und Russland sich einig und da zaehlte kein England und kein Frankreich: da funktionierte die V. N., vielleicht zum ersten Mai seit 11 Jahren. Im Fall Ungarn waren sich U.S.A. und Russland uneinig und da funktionierte sie nicht nur ueberhaupt nicht, sondern stachelte durch leeres Gerede das ungarische Volk zu einem Widerstand auf, der zwar heldenhaft, aber deswegen nicht weniger selbstmoerderisch war. Was ergibt sich daraus: die V.N. ist heute nicht mehr und nicht weniger als ein Instrument der nordamerikanischen und russischen Aussenpolitik. Alles andere Drum und Dran ist Maskerade, Flitter und Firlefanz. Sind die beiden Grossmaechte sich mal einig, dann handeln sie gemeinsam, unter dem Namen der V.N. Sind sie es nicht, dann dient die V. N. nur als das, was sie hauptsaechlich ist, naemlich als Propaganda-Tribuene und die Handlungen werden in die verschiedenen Pakt-Systeme kanalisiert: Nord-Atlantik-Pakt, Bagdad-Pakt, Organisation der Staaten Amerikas u.s.w. Eine Ausnahme war Korea, wo die (Forteetzung Seit« 6)

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