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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-11-01 · 11 (Noviembre, 1956) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
11 (Noviembre, 1956)
Date
1956-11-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Noviembre 1956 BOLETIN INFORMATIVO 11 “ERZIEHE ZU SEINEM WEGE...” Die Welt kann nur eine Existenz haben durch den Klang des Lernens der Kinder. (Schabbat 119-73). Die moderne Erziehung ist eine der Wichtigsten und verantwortungsvollsten Aufgaben. Verschiedene Systeme haben sich entwickelt, in die geistige Welt des Kindes eirizudringen, es zu verstehen, seine Faehigkeiten zu entdekken und zu entwickeln. Die Erziehung unterstuetzt die geistige und physische Entwicklung des Menschen, gibt ihm jene grossen kulturellen und moralischen Werte, die es ihm ermoeglichen, zur gegebenen Zeit in gesellschaftlichem, kulturellem, oekonomischen und politischem Leben aktiv teilzunehmen. Man kann die Erziehung mit einer Fahne vergleichen, die die Armeen zur Freiheit oder Versklavung fuehren kann. Sie kann zum Guten, Schoenen, zur Freiheit und Gerechtigkeit oder aber auch zum Gegenteil fuehren. Darum ist es unumgaenglich notwendig, diese kostbare Fahne vor jeder Unreinheit zu bewahren, und die Erziehung des Kindes faehigen Kraeften zu uebergeben, die den zukuenftigen Menschen so wie wir ihn uns vorstellen, tatsaechlich bilden koennen. Die juedische Erziehung ist die Schutzwand des Judentums und seiner Zukunft. Erziehung in einem gesunden nationalem Geiste ist die Kraft, die das Dasein und den Fortbestand des juedischen Volkes und Staates fuer alle Ewigkeit sichert. Die Bibel beschaeftigt sich viel mit der Frage der Erziehung der Soehne. So heisst es dort: ‘‘Erziehe den Sohn zu seinem Wege und in alten Tagen wird er auch nicht abweichen”. Die tiefe Bedeutung dieses Ausspruches gilt auch fuer unsere Zeit. Die juedische Erziehung ist das einzige Mittel, unsere Soehne und Toechter fuer das juedische Volk zu erhalten. Wo es juedische nationale Erziehung gibt, gibt es auch juedische Umgebung, juedische Melodien, und genug juedische Kraft, um soziale und nationa le Aufgaben zu verwirklichen. Wo aber diese juedische Erziehung fehlt, sind die Jeschuwim zum Verfall verurteilt. Nun noch ein Wort zu der Juedlschen Erziehung In Chile. Ein grosser Teil der Juden in Chile hat den Wert und die Bedeutung der juedischen Erziehung erkannt und sich bemueht, Schulen fuer ihre Kinder zu gruenden. Wie jeder Anfang schwer ist, so war es auch hier sehr, sehr schwer, das Vertrauen der Eltern fuer eine juedische Integralschule zu erwerben. Aber Eltern und Lehrer sind vor den Schwierigkeiten des Anfangs nicht zurueckgeschreckt und haben ihre Arbeit fortgesetzt. Sie glaubten an die Entwicklung der Schule, an eine bedeutende Erhoehung der Schuelerzahl, Errichtung einer grossen und modernen Schule, in der Schueler und Lehrer endlich bequeme Arbeitsbedingungen haben wuerden. Dieser Traum hat sich in den letzten Jahren erfuellt, dank der energischen Leitung des “Vaad Hajinuj”, in der auch einige Mitglieder der “B’ne Jisroel” mitarbeiten. Diese Vorkaempfer des juedischen Erziehungswesens in Chile haben begriffen, dass die Entwicklung der juedischen Erziehung aufs engste verbunden ist mit der Schaffung bester paedagogischer und raeum licher Bedingungen. So entstand das Projekt des “Colegio Modelo”. Zwei Jahre dauerte die Arbeit, bis schliesslich zu Anfang des Schuljahres 1956 die "Preparatorias” aus Macul, saemtliche “Humanidades” und der Kindergarten aus Macui in das neue Gebaeude uebersiedeln konnten. Unsere Schueler erhalten allgemeinen und hebraeischen Unterricht. Es ist weithien bekannt. dass die Resultate in den allgemeinen Faechern ausgezeichnet sind. Unsere Schueler erhalten bei den Abiturpruefungen stets die hoechsten Noten, sodass ihnen die Tore der Universitaet offen stehen und sie sich ihr Studium aussuchen koennen. So hat unsere Schule einen ausgezeichneten Ruf unter den privaten und staatlichen Schulen in Santiago. Auch in den hebraeischen Faechern werden sehr gute Resultate erzielt. Unsere Schueler verlassen uns mit sehr guten Kenntnissen der hebraeischen Sprache, juedischer Kultur und juedischer Geschichte. DOW SCHERZER. Generalinspektor der “Sochnuth” fuer juedische Erziehung und Kultur in Chile. JUEDISCHE ERZIEHUNGS-PROBLEME Von JACOB MONDERER Der chilenische J i s c h u w feiert in diesen Tagen sein 50 jaehriges Jubilaeum. Schon zusammen mit den ersten spanischen Eroberern kamen Juden nach Chile. Geschichtlich ist nachgewiesen, dass Juden und Marannen hier lebten und viele sogar auf Kidusch Haschern durch die Inquisition ihr Leben geopfert haben. Hier und da wurden auf unserem Kontinente juedische Funken entzuendet, aber sie verloschen schnell, ohne Zeichen und Andenken fuer die spaeteren Generationen zu hinterlassen. Mit Stolz und Freude wollen wir chilenischen Juden das 50 jaehrige Bestehen des hiesigen Jischuws feiern, damit geschichtlich bedeutsame Ereignisse nicht vergessen werden. Unsere Aufgabe ist es, jeden fuer uns wichtigen geschichtlichen Moment zu unterstreichen, damit die Generationen, die nach uns kommen werden, den Faden, der uns durch Jahrtausende aufrecht erhielt, weiter spinnen koennen. Genau vor 50 Jahren, im Jahre 1906, versammelte sich eine kleine Gruppe Juden Santiagos zum ersten Rosch Haschana-Minjan. 50 Jahre sind ein sehr kurzer Abschnitt in der Geschichte eines Volkes, aber es sind keine 50 Jahre noetig um eine Nation zu assimilieren und zum Untergange zu fuehren. Jetzt ist der geeignete Moment, sich Rechenschaft abzugeben ueber das Los der Tausende von Juden, die kurz vor dem zweiten Weltkrieg nach Chile gekommen sind. Ziehen wir einmal einen Strich, um zu sehen, welche Aktiven wir noch besitzen und was man noch retten koennte von den dreizehntausend Juden, die vor etwa 20 Jahren einwanderten und damals fast die Haelfte des gesamten Jischuw ausmachten. Noch ist es nicht zu spaet. In der Spitze aller Institutionen stehen noch Juden der alten oder der mittleren Generation mit der Sehnsucht und den Erinnerungen ihrer Jugendjahre. Noch klingen auf die Toene juedischer Feier und j Trauertage noch zieht das magische juedische Wort, noch ist wach das Begehren nach juedischer Tradition. Wir sind durch unsere Vergangenheit viel staerker mit juedischer Kultur und den Traditionen unseres Judentums verbunden als viele von uns den Mut haben einzugestehen. Kontakt zwischen der alten und der neuen Generation besteht nur in geringem Masse. Es besteht daher nur wenig Aussicht unsere Jugend in dem Geiste zu leiten, den wir von unseren Eltern ererbt haben. Der religioese Faktor, der uns durch so viele Generationen wach erhielt, hat in unseren Zeiten versagt. Das nationale Aufbluehen in diesem Jahrhunderte begeisterte und riss die Jugend mit. Man war sicher, dass die nationale Idee ein Schutzwall gegen die vachsende Assimilation sein koennte. Wenn wir mit uns selbst ehrlich sein wollen, so muessen wir gestehen, dass unser Judentum seine Vitalitaet verliert und unsere Jugend, unsere Zukunft, unsere Reihen verlaesst. Welches sind nun die Mittel zur Abhilfe? Was koennen wir, die aeltere Generation, tun, um Juedischkeit hier auf diesem Kontinente weiter zu erhalten und auf unsere Kinder den juedischen Geist, den man uns auf den Weg gab, weiter zu uebertragen? Als wir in dieses Land kamen, gruendeten wir zunaechst eine Gemeinde, um auch in der neuen Heimat nach unseren alten Gebraeuchen zu leben. Den groessten Teil seiner Zeit musste ein jeder von uns dem Aufbau seiner oekonomischen Existenz widmen. Hierbei haben wir an unsere Kinder zu wenig gedacht. Wir sandten sie in staatliche, englische, franzoesische und anders religioese Schulanstalten, lieferten ihre Erziehung fremden Haenden aus, die sie auf Grund des grossen Einflusses, den die Schulerziehung auf ein Kind ausuebt, in gar zu vielen Faellen an die Kreise, wo sie ihre Erziehung genossen, assimilierten. Das juedische Elternhaus, das immer ein Vorbild der Kindererziehung war, hat in den meisten Faellen nichts da- (Fortsetzung Seite 21) VIER GEDICHTE Von Devora Hyrkanos-Ginzburg, Jerusalem ANSTIEG Hier-her trauemte ich mich, Hier-her baeumte ich mich, Seit meiner Geburt — Seit meiner Vor-Zeit- Wie du, Mandelbaum, Schimmert mein Kleid- Um deinetwillen, Olive, du, gruengrau, Bei Judaeas steinigen Stillen, Um deinet — deinetwillen, Ach, Enzian, Himmel-Baldachin, Versaeumte die Frau, Mann, Kind, Gewinn.- FUER EINEN ARABISCHEN FREUND 'Uns beiden Gehoert es nicht, Unser geistliches Heiliges Land — Nicht mir, der juedischen Frau, — Nicht dir, du arabischer Mann.- Unserm Gotte gehoert es — Und wir beide, die hier geborgen, Sind nur seine Paechter — Bevorzugt, es treu zu besorgen- Wir sind gesegnet, Auf einer Erde zu weilen, Wo grosse Wunder geschahn- Oh, lasst uns drum eilen, Drum eilen, Das Unheil zu heilen — Und die Wut, Und das Blut, Und die Wunden, In kommenden Stunden. SABBATFRUEHE LN JERUSALEM Judaeas Fruehe, kalt und klar und hart — Jerusalem darinnen aufbewahrt — Ringsum der nackten Huegel grauende Gestalt, Und der Olivenbaeume staubig-grauer Wald — Zwei Fromme schreiten tief fuer sich In ihr Gebethaus durch die frische Fruehe — Des einen Bart ist silbergrau. Aus gueldem Prachtsamt, wie von hoher Frau Und koestlich faltenhaft Ist er von seinem Mantel dicht umhangen- Der andere ist jung, ist ganz Ergebung — Braunseid’ne Schlaefenlocken Bespuelen das beseelte Angesicht — Hellblaue Schafwollsocken Tauchen aus Kamellederschuhen — Es ist in beider gleichmaessigen Schrittet So ein Hinein-sich-Schwingen zu Dem hin, Zu Dem es jeden nach dem Bethaus treibt. — Der beiden Augen blieben tief gesenkt — Ich konnte nur die langen Lider seh'n Unter dem Fuchsschwanz ihrer Muetzen... CANTATE Du, den man nicht sehen kann, Den ich erbangend nenne — Wir saeen wieder in Kanaan, Wir pfluegen dein Gelobtes Land, Wir sieben in der Tenne. .. Wir werden uns’re Feinde — die Feindschaft uns’rer Feinde, Herr — Verbrennen, o Herr, Mit uns’rer Liebe zu dir!

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