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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-11-01 · 11 (Noviembre, 1956) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
11 (Noviembre, 1956)
Date
1956-11-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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i : î i s» z r» ■ < : v r, n M L£*4 N I Jlf O I M A T I V Ô è S C H A N U K A Von Rabbiner E. Loe wens tein In wenigen Tagen feiern » wir wieder aas Fest der Lichter. Wir entzuenden jeden Abend ein Licht mehr an der Menora. Auf diese Weise erinnern wir uns des Freiheitskampfes unserer Vorfahren zur Zeit der Makkabaeer. als das Licht des Judentums nur noch sehr schwach zu leuchten schien. Sie haben das Verdienst dieses Licht vor dem verloeschen bewahrt zu haben. Inmitten einer heidnischen Welt leuchtete es wieder hell auf, als der Tempel in Jeruschalaim wieder zum Dienste vor Gott eingeweiht wurde. Mehr als 21 Jahrhunderte sind seit diesem Ereignis vergangen und immer noch leuchten in den juedischen Haeusern waehrend dieser acht Tage die Lichter als Symbol der Treue Israels zu seinem Gotte und zu seinem Volke. Es hat Zeiten gegeben, in denen sie vielleicht nicht so hell und so stolz aufleuchteten wie ' in unseren Tagen der nationalen Wiedergeburt. Aber wir haben doch die Faehigkeit bewiesen, das Licht des Judentums kommenden Generationen zu uebergeben. Es war die gleichende Hingabe an die alten Traditionen ihrer Vorfahren, die die Helden und Maertyrer der Makkabaeerzeit inspirierten — die Alten und die Jungen zugleich. Gefuehrt durch den alten Mattatias, machte sich die Familie der Hasmonaeer durch ihren Aufstand in Modein unsterblich und Juda und seine Brueder fuehrten die Sache der Freiheit damals bis zu ihrem letzten Triumph. Hanna und ihre 7 Soehne, die es vorzogen ihr Leben zu opfern, um nicht ihren Glauben zu verraten, sind fuer alle Zeiten zum Vorbild fuer alle geworden, die nicht bereit sind, sich den Kraeften des Unrechts auszuliefern. Und die Menora ist das Symbol eines hell aufleuchtenden Judentums geworden, das vor allem in» Kreis der Familie sein Licht erstrahlen laesst. Dort wo Vater, Mutter und Kinder vereint die Menora entzuenden und damit des wahren Chanukawunders gedenken — des Heldenmuts und der Glaubenskraft vergangener Generationen — ist unser juedisches Erbe noch nicht ganz vergessen. Es ist darum nicht ueberrasdhend, dass sich seit 1947 vor allem in den angiosaechsischen Laendern (England, U. S. A., Suedafrika, Australien, Neuseeland) auf dem europaeischen Kontinent und in Israel der Brauch herauskristalisiert hat, einen der Tage des Chanukafestes als Tag des -juedischen Kindes zu feiern. An ihm soll das Problem der Erziehung des Kindes in den Vordergrund unserer Aufmerksamkeit treten. Es ist kein Zweifel, dass das gesamte jue dische Volk in allen seinen Gruppierungen und Schattierungen sich darin einig ist, dass wir alle unsere Kraefte an die Loesung dieser Frage setzen muessen. Die Zukunft und die Bestimmung des juedischen Volkes haengt davon ab. Dass gerade Chanuka zum Fest des juedischen Kindes geworden ist, liegt nicht nur in seiner Geschichte begruendet, sondern auch in der Tatsache, dass das Wort Chanuka — Einweihung — aus derselben Wurzel des Wortes kommt, das uns sehr gelaeufig geworden ist: Chinuch - Erziehung, Erziehung im juedischen Sinne bedeutet nicht nur das Objekt unserer Erziehung — das Kind — zu einem allgemein menschlichen Ziel hin erziehen sondern es auch fuer die grossen Aufgaben zu weihen, fuer die es einmal als ein aktives Mitglied des juedischen Volkes bestimmt ist. Der Tag des juedischen Kindes soll und muss uns vor die Frage stellen, ob die Erziehung, die wir dem groessten Teil unserer Kinder zu teil werden lassen, .ausreicht, um dieser Bestimmung gerecht zu wer (len. Werden sie faehig sein, un.-ere Gemeinde, unsere Institutionen alles das, was wir'mit Liebe aüfgebaut, fortzufuehren? Werden sie die seelischen Voraussetzungen und die Kenntnisse mitbringen, die notwendig sind, um die Kontinuitaet unseres juedischen Lebens zu sichern? Unsere Kinder werden mit fremden Kulturen und Literaturen in vielen Wochenstun den bekannt gemacht; in hoechstens 90 Minuten woechentlich hoeren sie etwas von juedischer Kultur, Geschichte und Tradition. Und, wenn sie 13 Jahre alt geworden sind, haben sie dann schon ausge lernt, sind ausgebildete Trä Ich las neulich im Buche eines deutschen Amors, dass die hebräische Sprache zwar recht erheblich auf das Deutsche eingewirkt habe, aber hauptsächlich durch Vermittlung des sogenannten “Gaunerdeutschs”. Die direkt übernommenen Ausdrücke seien gering an Zahl. Diese Behauptung muss den - sprachwissenschaftlich etwas informierten Leser nachdenklich stimmen. Es ist durchaus in Ordnung, wenn der Durchschnittseuropäer sich dessen kaum bewusst wird, dass seine Muttersprache den Juden ■ immerhin einiges verdankt. Aber diese Nachsicht gilt doch kaum für den Berufsphiloloi gen. In Wirklichkeit enthält das Deutsche noch so manches ohne Vermittlung des “Gaunerdeutschs” übernommene hebräische Wort — oder, um es genauer zu sagen: alle europäischen Sprachen enthalten gar nicht so wenige Worte, die dem Hebräischen oder den ihm am nächsten verwandten semitischen Sprachen entnommen sind. Ich denke dabei gar nicht so sehr an diejenigen Ausdrücke, denen ihr bibli- . cher Ursprung gleichsam auf der Stirn geschrieben steht, wie etwa Halleluja, Amen, Cherub, Satan, Messias, Eden, Seraph, Manna, Sabbath, Hosianna etc., sondern an diejenigen Worte, die zusätzlich zu diesen aus dem jüdischen oder altsemitischen Kulturkreis in die europäischen Sprachen eingedrungen sind und sich bis heute darin lebendig erhalten haben. Das Wort “J u b i 1 ä u m” kommt vom hebräischen Wort “Jowel”, welches ursprünglich “Widder” bedeutete, in übertragener Bedeutung dann das “Widderhorn” und schliesslich j einen der Anlässe, bei denen j es geblasen wurde — nämlich das “Jubeljahr” (—jedes 50. Jahr, siehe Lev. 25). “Jowel” bezeichnete zwar : auch in anderen semitischen Sprachen einen Widder, kann aber in dieser ganz spezifisch biblischen Bedeutung des “Jubiläums” nur aus dem Hebräischen gekommen sein. Die latinisierte Form, in der wir dieses Wort heute gebrauchen, stammt aus der lateinischen Bibelübersetzung, der Vulgata (“annus iubüaeus”). Dagegen hat das Wort “jubilieren” gar nichts mit “Jubiläum” zu tun, sondern stammt ger der Zukunft Israels? Un- I sere Bemuehungen mit ihnen ueber diese Zeit hinaus aktiv .verbunden 2U bleiben, scheitert daran, dass andere soziale Aktivitaeten wichtiger zu sein scheinen. Und wirbrauchen . aufrechte, juedisch denkende und, empfindende Juden-Dazu bedarf es neben dem juedischen Haus des juedischen Wissens. Hoechster Garant dieser Erziehung ist und bleibt jlie “Juedische Vollschule”, die der wissbegierenden juedischen Kinderseele Nahrung gibt. Aber auch jene, die unsere Kinder auf andere von einem richtigen lateinischen Wort “iubilare” — einen Freudenschrei ausstossen. Ob Schiller wohl wusste, dass er ein hebräisches Wort gebrauchte, als er sein Stück “Louise Millerin” in “Kabale und Liebe” umbenannte? Das Wort “Kabale”, welches wir wohl heute am ehesten mit “Intrige” wiedergeben würden, kommt tatsächlich von der jüdischen Mystik, der “Kabbalah”, und bezeichnete ursprüng lieh etwas Geheimes, Verhör genes, später ein Komplott. Die Annahme, dass das Wort “cabal” aus den Anfangsbuchstaben der Namen gewisser englischer Politiker zur Zeit der Königin Anna zusammengesetzt sei, ist längst aufgege ben. Wahrscheinlich hat sich damals ein politischer Gegner den Spass gemacht, ein derartiges “Akrostichon” zusammenzustellen — aber das Primäre waren dabei natürlich nicht die Namen der Minister, sondern das längst vorhandene Wort “cabal”. Wörtlich bedeutete “Kabbalah” Erhalt, Ueberlieferung, Empfang; damit soll wohl gesagt sein, dass sich die Geheimlehre der jüdischen Mystik auf eine uralte Ueberlieferung stützt. (Es gibt auch noch andere Erklärungen dieses -Wortes). Dem Wort ‘‘Lazarett" würde man seinen hebräischen Ursprung nicht ansehen. Es kommt auf dem Umweg über das italienische “lazzareto” (Pestkrankenhaus) aus dem Neuen Testament, wo ein armer Mann namens Lazarus vor kommt. Dies ist aber nichts anderes als die präzisierte Form des gut hebräischen Namens Elasar (auf Deutsch: Gott hat geholfen), und wir finden diesen Namen auch im Alten Testament, wo z. B. ein Sohn Aarons so heisst. Wenn wir schon bei Namen sind, so können wir nicht umhin über den Namen Jochanan oder Jechochanan zu sprechen, wörtlich: Gott hat sich erbarmt, oder: Gott hat begnadet. Die Karriere, die dieser schöne biblische Namen gemacht hat, ist ganz unglaublich und ziemlich unerfreulich. Die Römer gaben ihn mit “Johannes” wieder, und in dieser Form ist er in allen Sprachen heimisch geworden — unter anderen als Spitzname und Schimpfwort. Ebenso wie der Franzose den komischen Typ “Janot” kennt, | Schulen schicken, muessen verstehen, dass die juedische Erziehung unserer Kinder nicht weniger wichtig ist als die allgemeine Schulausbildung. Wenn wir die achtarmige Menora entzuenden, deren aeussere Form dem Baum des Lebens gleicht, dann lasst uns daran denken, dass es unsere Aufgabe ist, dieses Licht auch in den Herzen unserer Kinder aufleuchten zu lassen. Sie sollen gluecklich im Leben werden. gluecklich als Juden, gluecklich als Menschen. spricht der^ Engländer von “Jaeii" in. efem mannigfaltigsten Zusammensetzungen: Jackin-offiee ist ein aufgeblasener Beamter, Jack-a-danuy ein eingebüdeter Narr, Jack of all trades ist ein Hansdampf in allen Gassen. (Das englische “Jack” kommt, nebenbei bemerkt, von Johannes und hat nichts mit dem französischen “Jacques” zu tun, welches Jakob bedeutet; Jakob heisst auf englisch “James”). Auch das Wort “Jockey”, welches in alle Kultursprachen übergegangen ist, hat hier seinen Ursprung; es ist nichts anderes als die nordengiische Aussprache von “Jackey”, der Koseform von “Jack”. Uebrigens dürfte von da auch ein im Jiddischen oft und gerne benützte Wort hersiammen: naemlich “Jäcke”, als Bezeichnung der Westjuden. (E i n “Jakke fool” kommt beim mittelalterlichen englischen Dichter Chaucer vor). Und schliesslich gibt es im Deutschen zahlreiche mit Hans oder Jan zusammengesetzte Schimpfwor» te, wie Janhagel, Hanswurst, der schon oben erwähnte Hansdampf, Dummerian, Grobian etc. Alles das ist aus dem schönen Namen Jochanan ger , worden. Abgesehen von den bisher behandelten Worten, die sicher aus dem Hebräischen herstammen, gibt es noch andere, die zwar aus der semitischen Kultursphäre kommen, bei denen aber nicht nachweisbar ist, dass es gerade das Hebräische war, dem sie seinerzeit entnommen worden sind. Da sind vor allem die Namen der Buchstaben des Alphabets: sie können eventuell auch phönizischen Ursprungs sein (obzwar namhafte Gelehrte der Ansicht sind, dass sie hebräische sind). Also Aleph, Beth. Gimmel, Daleth. usw.. die im Griechischen zu Alpha, Betha, Gamma, Delta, usw. geworden sind. An heute noch gebräuchlichen Worten kommen von hier: Erstens der Ausdruck “Alohabeth”, der eine Zusammenfassung der ersten zwei griechischen Buchstaben Alpha und Beta ist. Ferner der Ausdruck “Delta” für eine gegabelte Flussmündung, der von der dreieckigen Form des griechischen Buchstabens Delta (—Daleth) herrührt (das altsemitische Daleth wurde übrigens ebenfalls n's Dreieck geschrie- (Forsetzung, Seite 17) AUSSEN STACHLICH, INNEN SUESS... * (Kaktus) hat der jungen israelischer Ji.neration Der “Sabre1 A den Namen gegeben. (Foto: “Israel Picture Calendar”). ----- V -. DEUTSCHE WORTE AUS DEM HERRAE1SCHEN vonDr. M. YA'AKOEI

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