Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1956)
- Date
- 1956-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Año XVIII — N? 11 SANTIAGO DE CHILE Noviembre 195S REDACCIONi S.C. I. B'NE JISROEL AV. PORTUOAU CIO. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO CHILH MITTEILUNGSBLATT ) s Noch sind die uns alle zutiefst erschuetternden Ereignisse In vollen Gange, ihr Ablauf zum Teil ungewiss und Ihre gewaltigen politischen Folgen einfach unuebersehbar und dennoch: im Moment, da diese Zeilen geschrieben werden, steht bereits eines fest: Israel hat sich aus der laehmenden Umklammerung befreit, die Ihm seine unerbittlichen Feinde aufgezwungen natten, seine milltaerische und politische Isolierung durchbrochen und die seine nackte Existenz bedrohende Gefahr beschworen. Der Bann ist gebrochen! Dem heldenhaften Verteidigungsheer unseres jungen Staates, “Zahal” — Zewa,th Hagana Lejisrael—, gelten unsere ersten Gedanken, voll Stolz ob der befreienden Tat, mit der es in wenigen Tagen einen zahlen — und materialmaessig weit ueberlegenen Feind zur bedingungslosen Ka_ pitulation zwang. Unser Dank gilt allen, vom befehlshabenden Offizier' bis. zum letzten Soldaten, unsere Ehrfurcht all denen, die ihr kostbares Leben im Einsatz um Israels Existenz, Freiheit und Ehre lassen mussten. Und trotz allem: unser Volk ist ein Volk des Friedens und so schwebt auch ueber dem Gefuehl des Stolzes, zu dem die errungenen Siege uns ein •Hecht geben, ein Zweifel und eine Besorgnis. Statt den Er folg der Waffen mit Jubel zu feiern, wie dies jene Voelker zu tun pflegen, die sich beute anmassen, uns Maessigung zu predigen, sind wir in uns gegangen und haben uns gefragt: Gab es wirklich keinen anderen Weg zum Frieden fuer Israel — denn nicht der Sieg, sondern der Frieden war und bleibt unser Ziel —, keinen anderen Weg zum Ausgleich mit der arabischen Welt? Und wir dachten zurueck an die bangen letzten Jahre und die Antwort lautete: Nein, nein und abermals nein. Denn wie oft glaubten wir schon an dem verzweifelten Punkt angekom. men zu sein, ueberhaupt keinen Weg mehr zu sehen, der uns irgendwie aus der Bedraengnis und der '<on Monat zu Monat wachsenden Gefahr der Vernichtung haette fuehren koennen? Und es war diese Einmuetigkeit, die die immer vorhandene Solidaritaet der Weltjutjenheit mit dem Staate Israel zu einem Grade der Identifizierung steigerte, die uns einig, ruhig und besonnen der ungerechten Reaktion der Weltmeinung gegenueber machte. WER IST DER ANGREIFER? Denn es besteht vorerst einmal kein Zweifel darueber, dass wir das Odium der Aggression auf uns genommen haben. “Israel hat Aegypten invadiert”, lauteten die Berichte der Weltpresse. Hatte man vergessen, dass waehrend acht langer Jahre eines von den Arabern verhoehnten Waffenstillstands Aegypten unzaehlige Angriffshändlungen vorgenommen hatte? Vergessen die mordenden und brandschatzenden Horden der “Fedayeen”, die Nacht um Nacht Israels Doerfer und Siedlungen meuchlerisch ueberfallen hatten? Vergessen die Blockade des Suez-Kanals fuer die israelische Schiffahrt. Vergessen das Argument Nassers, die Blockade bestehe zu Recht, da Aegypten sich als Im Kriegszustand mit Israel befindlich betrachte? Vergessen die in Kairo unter Anklage der Spionage In Kriegszeiten gehaengten Juden? Vergessen . die Drohungen von der “zweiten Runde“? Vergessen die unzaehligen, ausschliesslich gc- DAVID BEN GURION: Zum zweiten Mal, nach 8 Jahren'. die befreiende Tat gen Israel gerichteten interarabischen Miiitaerpakte? Vergessen das Versprechen Nassers, sich mit den Syrern “auf den rauchenden Truemmern des-juedischen Staates” zu treffen? Vergessen die Erklaerung seines Verbuendeten, des Sklavenhaendlers Saud, er sei bereit, Millionen Araber zu opfern, um Israel zu vernichten? Vergessen die sowjet-russischen Waffenlieferungen an dies Land, das alles Andere als Waffen benoetigt, um seinen miserablen Lebensstandard zu heben? Vergessen der Rechtsbruch vom 28. Juli? Vergessen die Drohungen, die faschistisch e n Regierungsmethoden und die Provokationen ohne Zahl? Vergessen der mit uebelsten Methoden durchgefuehrte Wirtschaftsboykott, in flagrantem Widerspruch zum internationalen Recht, zur Charter der V. N. und den Waffenstillstandsabkommen? Und hatte nicht Israel auf der anderen Seite ailcs, aber auch alles versucht, um vom Waffenstillstand zürn Frieden zu kommen oder, soweit dies Wm . #v‘ NACH SUEZ! Gesperrt fuer israelische Schiffe, aber frei fuer israelische Tanks. unerreichbar schien, auch nur diesen prekaeren und von uer V. N. — Kommission ungerecht und pro-arabisch kontrollierten Waffenstillstand zu retten? Wir versuchten, mit Abdullah von Transjordanien zu verhandeln und sie ermordeten Adbullah. Wir suchten Kontakte mit N a g u i b in Aegypten und sie sperrten Naguib ein. Wir streckten die Hand aus und sie spotteten unsrer voll Verachtung. Wir boten baldigen Frieden und sie predigten ewigen Krieg. Sie fuehrten unzaehlige feige Meuchelmorde aus lind wir erlegten uns Zurueckhaltung auf. Sie legten die Zurueckhaltung als Schwaeche aus und mordeten weiter. Wir appellierten vor den Vereinigten Nationen. Die Vereinigtem Nationen erwiesen sich als unfaehig, jemals den Angreifer zu identifizieren und zwischen Angreifer und Opfer zu unterscheiden. Sie fuehlten sich ermuntert und mordeten weiter. Wir hoben ihre Nester in faelschlich als “Repressalien” bezeichneten Aktionen aus und waehrend sie noch, von den Vereinigten Nationen zutiefst bemitleidet, Zeter und Mordio schrieen, errichteten sie neue. Der Sicherheitsrat raffte sich, als es * schon gar nicht mehr anders ging, zu dem Entschluss auf, Aegypten freie Durch- Lfhrt fuer die israelische Schiffahrt durch den Suez-Kanal anzuordnen. Nasser nahm weder den Sicherheitsrat noch dessen Beschluss jemals ernst, ohne dass dies die Herren Shepilov und Dulles sowie den Teil der Weltmeinung, den sie fabrizieren, irgendwie beunruhigte. Er bestand auf der Fortdauer des Kriegszustands und auf der zweiten Runde. Nun hat er beides. DER WERT DER WELTMEINUNG Tatsache bleibt jedenfalls, dass die Weltmeinung gegen uns ist. Es bleibt der Trost, dass sie noch mehr ueber England und Frankreich empoert ist und dass wir in diesen beiden Laendern, besonders in letzterem, sowie in Westeuropa im allgemeinen mit gewissen Sympathien rechnen koennen. Auch gibt es Kreise, die fuer uns Verstaendnis haben, weil sie die Situation wirklich kennen oder weil sie intelligent sind, aber das ist nun einmal in unserer Zeit immer eine Minderheit. Die oeffentliche Meinung, die Presse, die Minister haben entweder tatsaechlich vergessen, was die Araber fuer den Krieg und Israel fuer den Frieden getan haben oder sie wollten es nie wissen. s (Fortsetzung Seite 19)