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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-09-01 · 9 (Septiembre, 1956) · p. Seite 29

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
9 (Septiembre, 1956)
Date
1956-09-01
Page
Seite 29 (sequence 33)
Language
German
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Septiembre, 1956 BOLETIN INFORMATIVO 29 Konzert - Feuilleton r MODERNE SYNAGOGEN "Churches and Temples" VON THIRY, BENNET UND KAMPHOEFNER, NEW YORK 1953) Die drei Symphonie Konzerte im Juli, wiederum unter Victor Tevah, (das 4. und letzte Mozart - Festival mit dem Chor der Universitaet musste ich leider versaeumen) bestaetigten das in frueheren Kommentaren ueber ihn Gesagte. Es erscheint jedoch gerechtfertigt, die Wiedergabe der 8. Symphonie von Beethoven besonders hervorzuheben. Absolute Sicherheit und perfekte Kenntnis der Partitur gestatteten Tevah sich auf die Dynamik dieses Werkes mit Enthusiasmus und Glanz zu beschraenken. Das Orchester folgte begeistert und es ergab sich eine abgerundete vollkommene Leistung, die eine seiner Besten genannt werden kann. Unter demselben Motto stand der “Feuervogel” von Strawinsky, obzwar das Orchester und wie schon so oft die Blaeser hier den technischen Schwierigkeiten nicht immer gewachsen schienen. Nach langer Abwesenheit von Chile trat wiederum Edith Fischer vor das hiesige Publikum als Solistin des Konzertes fuer Klavier und Orchester in Si - bemoll von Mozart. Die Entwicklung dieser jungen Solistin scheint an einem Uebergangspunkt angekommen zu sein, wo der folgende Schritt schon absolute kuenstlerische Reife darstellt. Ihr Anschlag ist noch unausgeglichen, Themenfuéhrüng zu betont und uebertrieben - aus drucksvoll fuer Mozart, als ¡ wenn sie sich noch auf der Suche nach definitiver Form befinden wuerde, aber durchaus ueberzeugend in technischer und musikalischer Form. (Gibt es denn nur einen einzigen, fuer Mozart viel zu harten Konzertfluegel?). Pedro D’Andurain, Solist der populaeren, aber abgedroschenen Snanischen Symphonie fuer Violin und Orchester von Lalo, nur eine Woche nach einem Isaac Stern zu praesentieren, war ein bedauerlicher Missgriff, der einem der begabtesten Violinisten des hiesigen Kontinents in den Schatten stellte. Sein weicher und technisch sicherer Ton reichten deshalb nicht aus ihm diejenige Resonanz zu verschaffen, die sein Talent verdient und fuer das auch sein Instrument durchaus ungenuegend ist. Unter diesen Umstaenden bewerte ich umso hoeher das unbekuemmerte und seines Koennens bewusste Auftreten. Es steht ausserhalb jeder Diskussion, dass die zwei Konzerte des in Russland geborenen, amerikanischen Violinisten Isaac Stern die Hoehepunkte dieser Saison dargestellt haben. Ein dieses Ereignis am Besten wuerdigendes Kommentar waere gewesen..., ueberhaupt jedes Kommentar zu unterlassen, sondern eine einfache bescheidene Feststellung, dass sowohl das Solisten - Konzert als auch das Abonnement - Konzert mit der Sinfónica einfach unvergesslich waren. Denn wer will es sich ermessen, gewisse Kritiken ueber Kuenstler der Kategorie von Isaac Stern auszusprechen, wo es auch dem anspruchsvollsten Hoerer nur uebrigbleibt zu geniessen und soviel wie moeglich auf sich «inwirken zu lassen. Isaac Stern ist heute zweifellos unter den Ersten 5 Violinisten der Welt (Heifetz, Menuhin, Francescati, Oistrakh). Wenn Heifetz beherrschtes Virtuosentum und Menuhin zigeunerhafte Urwuechsigkeit zeigt, bringt Stern dem gegenueber tief-musikalische mitteilsame Waerme und Tonfuelle, welche mit einem unsichtbaren Minimum an Vibrato und kraftvoller Bogenfuehrung erreicht werden, unterstrichen von einem Auftreten fern jeder Arroganz. Es scheint, als wenn Isaac Stern dort erst beginnt wo Technik aufhoert und als derart selbstverstaendlich betrachtet wird, dass der Weg frei bleibt fuer reinen Ausdruck und Perfektion im weitesten Sinne des Wortes. Man fuehlt beklemmend, bis zu,, welcher Perfektion Kuenstler wie Stern es bringen koennen ein vollkommenes Gleichgewicht zwischen Interpretation und Emotion herzustellen, welches ihnen erlaubt in Musik tiefer einzugehen und dies fuer den Hoerer zu einem Erlebnis zu gestalten. Wer hat dies nicht besonders beim 2. Satz des Mozartkonzertes gespuert? Das Solo - Konzert brachte gleichsam wie ein Panorama Werke der verschiedensten Stile und doch stand jedes Einzelne, stilistisch rein und geschlossen an dem ihm zugehoerigen Platz. Die kleinen Konzertstuecke und Zugaben am Schluss bewiesen feinen Humor und Natuerlichkeit. Begleiter am Klavier, Alexander Zakin, war das, was fuer einen erstklassigen Pianisten nach 16-jaehriger Zusammenarbeit mit einem derartigen Kuenstler nur selbstverstaendlich ist, perfekt und mit dem Solisten eine interpretative Einheit bildend. Ist es zu verstehen, dass das Solisten-Konzert, wenn man die grosse Anzahl der Mitglieder unserer Kolektivitaet abzieht, so schwach besucht war? Einen weiteren Hoehepunkt. auf einer ganz anderen Linie, stellten die Konzerte des Kammerorchesters von Berlin dar, die demjenigen eindn vollkommenen Genuss boten, der Delikatessen dieses Genres zu wuerdigen versteht. Es ist sehi selten, klassische Meister (Haendel, Vivaldi, Mozart, etc.) interpretiert zu hoeren von einem Klangkoerper, dessen Umfang und Zusammensetzung genau dem entsprechen was diese Meister in ihrer Epoche zur Verfuegung hatten. Es stand auch weiterhin im Einklang damit, dass die Qualitaet des Dirigenten Hans von Benda nicht wesentlich die Qualitaeten jedes einzelnen der Orchestermitglieder ueberragte. Es ist ja bekannt, dass die Rolle des Dirigenten in frueherer Zeit nur eine rein aeusserliche, den Rythmus kontrollierende und bestimmende war. Unter diesen Bedingungen und in Anbetracht der vielen Jahre, die dieses Kammerorchester schon zusammen wirkt, ist die perfekte Zusammenarbeit und ausgeglichenstes Koennen nur selbstverstaendlich. Was aber dieses vielleicht nur routinierte ueber den durchschnittlichen Rahmen heraushebt, sind die individuellen Faehigkeiten je- Die Biblioteca Poinsett des Instituto Chileno Norteamericano de Cultura ist eine Einrichtung, die in unseren Kreisen, in denen die Kenntnis der englischen Sprache weit vérbreitet ist, noch viel zu wenig bekannt ist. Diese Bibliothek, die vom nordamerikanischen Staat erhalten wird, verfuegt ueber eine reiche Auswahl an Buechern, die wegen ihres spezifisch juedischen Inhalts viele Mitglieder unserer Gemeinde interessieren duerften, ungeachtet natuerlich der Werke allgemeinen Inhalts, die sich mit den Fortschritten der letzten Jahrzehnte auf den verschiedensten Gebieten — Politik, Kunst, Medizin, Soziologie, Rassenkunde, etc. — beschaeftigen. Heute sei auf das bemerkenswerte Buch “Churches and Temples” der Bibliothek Poinsett hingewiesen, das uns einen Einblick gibt, in welcher Form die Juden Nordamerikas die Probleme loesen, die mit dem Bau einer neuen Synagoge verknuepft sind. Gewiss, nicht alles, was in USA. moeglich ist, kann hier bei uns durchgefuehrt werden, aber wenn wir die Bauplaene und die vielen Abbildungen der in den letzten Jahren dort gebauten Tempel mit unserer eigenen Synagoge in der Portugal vergleichen, dann faellt uns ein grosser Unterschied sofort ins Auge. Sowohl bei uns wie in den meisten modernen Tempeln Nordamerikas ist der Hauptraum gleichzeitig als Staette der Andacht fuer die Hohen Feiertage und als Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der Gemeinde fuer Feste, Feiern, Baelle, Theaterauffuehrungen usw. gedacht. Dies bringt das Problem mit sich, wie derselbe Raum, dieselben architektonischen Formen zwei so verschiedenen Zwecken ge nuegen koennen. Dieses Problem, das Grundproblem eines modernen Synagogenbaues, wird in Nordamerika im allgemeinen dadurch geloest, dass der Thoraschrank auf der Ostseite des Hauptsaales liegt, die ‘Buehne aber auf der Westseite in der Mitte des Saales eine Schiebe oder Falttuer, die es ermoeglicht, den Teil des Saales, der gesellschaftlichen Zwecken dient, an den Hohen Feiertagen zur Vergroesserung des synagogalen Teiles zu benutzen. Selbstverstaendlich bei der Einstellung der nordamerikanischen Juden, bei denen in vielen Orten das Gemeindehaus wirklich das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens ist, dass auch der synagogale Teil oft zur Vergroesserung des gesellschaftlichen Saales benutzt wird, wobei dann allerdings meistens durch eine Kleine Wochentagssynagoge dafuer gesorgt wird, dass ein Raum vorhanden ist, der ausdes einzelnen Mitgliedes dieses Orchesters, besonders aber der wenigen Blasinstrumente, unter denen wiederum der Floetensolist uns einen noch nie gehoerten Genuss verschaffte. HELMUT HERZFELD. schliesslich synagogalen Zwekken dient. Alle modernen Synagogen haben grosse, schoene Schulzimmer, oft auch Raeume, die speziell fuer einen Kindergarten gedacht sind und der Wert, den die dortigen Juden der Jugendarbeit beimessen, ist deutlich aus den Bauten zu ersehen, die allen Synagogen angegliedert sind und die ausschliesslich Schul-und Jugendzwecken dienen. Unzehlige Abbildungen zeigen uns Thoraschraenke, Thorakronen, Ewige Lampen, Menorath, eisengeschmiedete Eingangstueren mit hebraeischen Buchstaben als dekorativen Motiv, eine allgemeine Auflockerung des Verbots, das alles Bildwerk im Zusammenhang mit der Synagoge verbietet, der brennende Dornbusch, der Baum des Lebens, Moses mit den Tafeln des Gesetzes, all dies wird symbolisch dargestellt, zum grossen Teil in Relief, wie ueberhaupt die Tendenz heute dahin geht, der Kunst mehr und mehr Platz in der Synagoge einzuraeumen, Unter den Buechern die in letzter Zeit erschienen sind, nimmt das Buch des bekannten Schrifstellers Schalom Ben Chorin einen besonderen Platz ein. Sein Titel lautet: Die Antwort des Jona, sein Untertitel zum Gestaltwandel Israels, ein geschichtstheologischer Versuch. In dieser kleinen inhaltsreichen Schrift geht es dem Autor um eine der dringendsten Fragen unserer Zeitepoche— und wenn wir von Zeitepoche sprechen, so wollen wir damit zum Ausdruck bringen, dass die Problemstellung nicht nur eine spezifisch juedische, sondern eine allmenschliche ist. Die religioese Not unserer Zeit ist das Thema. In seinem Untertitel wird darauf hingewiesen, dass Israel sich in einem Gestaltwandel befindet der nicht nur politisch durch die Staatsgruendung zum Ausdruck kommt, sondern auch im religioesen seine Wandlung erfaehrt. Juedisches Sein umschliesst beides das Nationale und das Religioese. Judentum ist nie Dogma, nie etwas nur Statisches nur Gedachtes, sondern findet seinen letzten Ausdruck in der Maase in der Tat, Betaetigung, Lebensfuehrung, Lebensform. Um diese neue juedische Lebensform In Düsseldorf erscheint die “All gemeine Wochenzeitung der Juden in Deutschland als ein massgebendes jüdisch-politisches Organ. Diese Zeitschrift ist über die ganze Welt verbreitet, hat eine eigene Berliner und eine eigene Israel- Ausgabe. Sie ist vielseitig und bringt politisch und kulturell alles das, was der Leser wissen muss. Sie hat eine Wiedergutmachungsbeilage, die alle Interessierten auf dem Laufenden hält und jeden Monat liegt ihr eine 16-seitige jüin dem richtigen Verstaendnis, dass kuenstlerisch ausgestaltete Symbole eine der Moeglichkeiten sind, um dem heutigen Menschen die Religion naeher zu bringen. Eindrucksvoll ist auch der Gebrauch der Schrift auf den Aussenmauern zu dekorativen Zwekken sowie die grossen Gartenflaechen, in denen oft die Gemeindehaeuser stehen. Nicht unerwaehnt seien die vielen Abbildungen von Kirchen gelassen, die uns die Entwicklung der kirchlichen Architektur seit dem Anfang bis in die heutige Zeit zeigen und die viele von uns an die wunderbaren Bauten erinnern werden, die wir vor vielen Jahren in Europa zu sehen Gelegenheit hatten. Alles in allem ein Buch, das keiner?u lesen unterlassen darf, der sich mit dem zukünftigen Bau der kleinen Synagoge unserer Gemeinde beschaeftigt und der die Verantwortung fuer die bestmoeglichste Planung des Baues mittraegt. geht es dem Autor, einer Lebensform, die sowohl fuer die im Staat lebenden wie auch ausserhalb des Staates lebenden Juden unbedingt notwendig ist, um eine religioese Erneuerung, die unser alt juedisches Gedankengut der Gefuehls— und Denkweise unserer Zeit anpasst. Das Buch beginnt und schliesst mit dem Ausspruch Jonas: Ich bin ein Hebraeer und fuerchte Gott. Ben Chorin deutet es so, dass: in diesen Worten die Antwort des ganzen Judentums enthalten ist, dass es nicht mit dem Lippenbekenntnis des Einzelnen sein Bewenden hat, sondern dass der Lebenseinsatz des ganzen Volkes gefordert wird. Und dieser Lebenseinsatz gilt sowohl dem Nationalen: Ich bin ein Hebraeer,— wie auch dem Religioesen: Ich fuerchte Gott, denn beides als Einheit ist juedische Geschichtsauffassung. Es ist eine sehr interessante empfehlenswerte Schrift die zum Nachdenken anregt, und allen denjenigen empfohlen werden kann, die mit dem Problem des Judeseins ringen und sich ehrlich bemuehen, Sucher eines neuen juedischen Lebensweges zu sein. dische Illustrierte bei, die einzige, die in Europa erscheint. Und ausserdem werden unsere aus Deutschland stammenden Menschen über das dortige jüdische Gemeindeleben unterrichtet. Die “Allgemeine” beginnt nun auch in unserem Land mit ihrer Werbung, da besonders; im Hinblick auf die Novellezum Bundes - Entschädigungs- Gesetz die Unterrichtung der aus Deutschland stammenden Juden von Bedeutung ist. WALTER LEVY. DIE ANTWORT DES JONA "ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG'

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