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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-07-01 · 7 (Julio, 1956) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
7 (Julio, 1956)
Date
1956-07-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Jülíb, 1958 B 0 L E T I N- I N P 0 R H A T I V 0 15 ie/ren. /uh&f, I HUEGEL 24 ANTWORTET NICHT Nach fast zwei Jahren Wartezeit wurde am 5. Juni nicht nur erst-, sondern auch einmalig in Chile, der beruehmte israelische Film “Huegel 24 antwortet nicht’ aufgefuehrt. Bevor wir uns mit Stoff und kuenstlerischer Behandlung dieses ersten grossen israelischen Filmwerks befassen, erscheint es angezeigt, einige aeussersi fragwuerdige Aspekte zu behandeln, die die’berechtigten Erwartungen beeintraeehtigten, welche man hierzulande wie ueberall in der Welt, im Zusammenhang mit diesem Film gehegt hatte. , Eine verpasste Gelegenheit Soweit wir informiert sind, hat das gewaltige Epos dei Wiedererrichtigung juedischei Souveraenitaet auf dem Boden Israels bisher zwei Filme, inspiriert: Die Stanley Kramer (Hollywood) Produktion “Der Jongleur” mit Kirk Douglas und die britischisraelische Gemeinschaftsarbeit “Huegel 24 antwortet nicht”. Als Niederschlag vor 8 Jahren aktuellen Geschehens ist das nicht viel, wenn man bedenkt, dass die Jage um interessante Themer grosse Gesellschaften dazr zwingt, weiter zurückliegende historische Begebenheiter wie etwa die Eroberung de; Wilden Westens zum tausendundsoundsovielten Mal' zu verfilmen. Da jedoch dk gleichen politischen Ruecksichten, die die Weltpresse im allgemeinen dazu veranlassen, die Israel guen-1 rtigen Nachrichten und Kommentare zugunsten der entgegengesetzten etwas zu- •ueckzustellen, auch fuer Hollywood gelten, ist diese Iparsamkeit nicht unerdaerlich. Der Kirk Douglas Film zog seinerzeit nicht sonderlich ziel Aufmerksamkeit auf;ich. Trotz der blendenden ^eistung des Hauptdarstel - srs und einiger gut gelungenen Szenen (eine monumentale Horra z.B.) war das rein Unglueck. Das Thema ¡rar weit davon entfernt, reberzeugend behandelt worlen zu sein und mutete teilweise ebenso naiv an wie der roch aus der Mandatszeit tammende Reisser “Schwert n der Wueste”, mit Marta?oren und Jeff Chandler. Nun standen wir aber vor >inem Werk, das auf den voraehrigen Filmfestspielen von iannes Sensation erregt 'atte und in der ganzen Welt nit Beifall aufgenommen worden ist. Fuer das jueüsche Publikum ein erre-;endes Erlebnis und fuer das üchtjuedische, eindringlicher 3ericht und damit uiiauf- Iringlich wirkende Propa-;anda. Wir hatten also ein techt zu hoffen, fuer die ,llzu lange Wartezeit -in der leziehung sind wir ehedem icht zu sehr verwoehnt- :urch eine erfolgreiche Pro- .rammierung entschaedigt u werden. Was war aber der Fall? )ie nichtjuedische Umwelt /ird in Chile den Film nicht «ISilii .' IR. DEN WEG NACH JERUSALEM beherrscht der “Huegel 24” und die Huegelkette, zu der er gehoert; seine Verteidigung gehoert zu den heldenhaftesten Kapiteln des Befreiungskrieges zu sehen bekommen. Was die Kollektivitaet anbetrifft, so “genoss” nur ein verschwindender Bruchteil das Privileg, ihn sich dank rechtzeitig ergatterter Eintrittskarten in einer Privatauffuehrung anzusehen. “Genoss" muss man aber in Anfuehrungszeichen setzen, da das genannte Privileg geschmaelert war durch eine aller Kritik spottende Wiedergabe, deren bildliche und t.onliche Qualitaet Auge und Ohr einer qualvollen Belastung aussetzten, Wer nicht das Glueck hatte, in einer des ersten Reihen zu sitzen, musste zum Ueberfluss noch die Bemuehung, den Film richtig zu sehen, als nutzlos auf geben. Wieso war es nicht moeglich, eifie ansfaendige Kopie des Films nach Chile zu bringen? Warum hat man nicht dem gesamten Jischuw die Moeglichkeit gegeben, ihn gegen ein angemessenes Eintrittsgeld zu sehen? Aus welchem Grund hat man die Gelegenheit in den Wind geschlagen, der Umwelt hier etwas von Kampf Israels zu zeigen? Ist es wahr, dass uns feindliche Interessen die Rechte fuer Chile in Montevideo gekauft haben, um uns den vnrklichen wert des Films -also nicht den pekuniaeren vorzuenthalten? Hat man uns diese eine miserable Auffuehrung also sozusagen nur als Gnadenakt zugestanden? Wir erachteten es als eine journalistische Verpflichtung, auf diese Fragen eine Antwort ausfindig zu machen, konnten jedoch leider eine solche nicht erhalten. Selbst die letztgenannte, einfach skandaloes anmutende Unterstellung brachte uns nur ein nichts- oder vielsagendes Achselzucken ein. Vielleicht wird sich noch einmal die Gelegenheit bieten, die Wahrheit ausfindig zu machen. Einstweilen und wie dem auch sei, waren wir Zeugen einer neuen der nicht wenigen verpassten Gelegenheiten, entdeckt einer der V. N. -Offiziere in der zusammengeballten Faust der toten Jemenitin einen kleinen Stoffknaeuel. Er entfaltet ihn: es ist die welsse Flagge mit dem blauen Davidstern. Der Offizier salutiert und sagt: “Gentlemen, der Huegel gehoert Israel!”. Aus der Flugzeugperspektive sehen wir noch einmal Taeler, Staedte und Huegel des ganzen Landes, dann Ueberblendung und an Stelle des Wortes “Ende” verkuendet die Leinwand: “Der Anfang”. Eine in ihrer Schlichtheit erschuetternde Szene. Die “Vorgeschichte” zerfaellt in drei Episoden; die des Irlaenders, d*er zu englischen Polizei der Mandatszeit gehoerte und aus Liebe zu einer jungen Juedin sich zur Sache Israels schlaegt; die des jungen Juden aus Amerika, der bei der Belagerung Jerusalems mitkaempft, ohne selbst recht zu wissen, warum und die des “Sabre”, der bei dem Kampf gegen die Aegypter im Negew einen deutschen Nazi gefangen nimmt. Hineinverwoben sind mehrere Szenen aus den Zeiten der Alijah Beth, des Kampfes der Hagana gegen das Mandats-Regime und Bilder der charakteristischen Landschaften und Menschentypen des Landes, ohne, selbst die Drusen zu vergessen. Um die Schwaechen vorwegzunehmen, muss vielleicht gesagt werden, dass dieser Versuch, zu vieles zu zeigen, den Gesamteindruck eher beeintraechtigt als hebt. Etwas weniger waere gerade da etwas mehr gewesen. Die Konstruktion des Arguments haette solider gewirkt, wenn die Kamera statt zwei Mal zeitlich zurueckzublenden, dies nur ein Mal getan haette. Auch die Proportionierung wirkte wenig angemessen; waehrend die Ereignisse um Huegel 24 nur angedeutet waren und wenige Minuten in Anspruch nahmen, wurde die “Vorgeschichte” zur eigentlichen Geschichte und nahm mehr als 90% des Zelluloids ein. Zu den Episoden selbst waere zu sagen, dass die Bekehrung des Iren zur zionistischen Sache nicht recht ueberzeugt, obwohl sein “Argument”, die entzueckende Chaja Hararit, manche Vorzuege aufweist, die auch dem .besten Propagandisten unserer Sache abgehen. Die Szene mit dem Nazi wirkt sehr unecht und zuweilen Des Film selbst “Huegel 24” erzaehlt Episoden aus dem Kriege um Israels Unabhaengigkeit und unterstreicht dabei die verschiedenartige Herkunft der Menschen, die ihn durchfochten. Am Vorabend des von den V. N. festgesetzten Waffenstillstands erklimmen vier Freiwillige, eine junge jemenitische Juedin und drei Maenner, den Huegel 24, um diese Anhoehe mit dem Blick auf Jerusalem durch hartnaeckige Verteidigung bis zum naechsten Morgen fuer Israel zu sichern. Am Morgen antwortet Huegel 24 nicht mehr auf Radiorufe. Als die Kommission der V. N. eintrifft, findet sie vier Tote. “Der Huegel gehoert uns”, frohlockt oin Araber. Da peinlich. Der Rabbi im belagerten Jerusalem hat eine zu diskursive Rolle, wenngleich seine Szene als solche zu den gelungenen zu rechnen ist. Zu den besten Momenten des Films gehoert wohl die Verfolgung des “illegalen” Immigranten durch die winkligen Strassen und Treppen von Haifa, wird dem Beschauer dabei doch nicht nur der Charakter der alten Stadt naeher gebracht, sondern auch eine Spannung erreicht, die an “Lang ist die Nacht”, mit James Mason in der Rolle eines irischen Terroristen erinnert. Der Regisseur Thorold Dikkinson (“Queen of Spades”, 1948 und “Gaslight”, 1952, beide’ in Chile nicht aufgefuehrt) hat es verstanden, die mannigfaltigen Elemente intelligent und diskret zu verbinden. Es gelingt ihm, die juedische Sache wuerdig zu zeigen, ohne seine britischen Landsleute z u sehr zu schonen oder die arabischen Feinde zu beleidigen. Chaja Hararit und Margalit Oved, jede auf ihre Art, hervorrangend. In den maennlichen Rollen gefallen Michael Wäger, Arie Lavi, ■James Finnegan, Edward Mulhare, Michael Shilo, Zalman Lebiush. Azaria Rapaport u a.m Pie Fotografie von Gerald 3-ibbs und Musik des bekannten israelischen Komponisten 3aul Ben Haim soll auslaendischen Pressestimmen zufolge ausgezeichnet sein, entzieht sich aber aus den obengenannten technischen Misstaenden vollkommen unsrer Beurteilung. Alles in Allem loest “Huegel 24” mit seinen nicht unbetraechtlichen Fehlern, aber sehr lobenswerten Vorzuegen die ihm gestellte Aufgabe, eine junge Filmindustrie auf dem Weltmarkt einzufuehren. Dass er bei dieser Gelegenheit absolut ein mittleres europaeisches Niveau erreicht, d.h. weit ueber dem ueblichen Hollywood-Nonsens steht und noch zum Ueberfluss das Land besingt, auf dessen Boden.er entstanden ist, ohne in einen billigen hurra-patriotischen Pathos zu verfallen, machen ihn ausgesprochen liebenswert. Die ' Librettisten Zvi Kolitz und Peter Frye hatten recht, sein Ende als das anzukuendigen, was es in vieler Hinsicht wirklich ist: ein verheissungsvoller Anfang. H. K. NEUIGKEIT JETZT SAMSTAG ABENDS TANZ MIT JERRY BING IM RESTAURANT LA COUPOLE BANQUETE IN UND AUSSER HAUS MIGUEL CRUCHAGA 920 — Tel. 66236 Wir weisen wiederholt darauf hin, dass der Vortrag des Herrn RABBINER EGON LOEWENSTEIN ueher das Thema SIND WIR WIE ALLE VOELKER? Donnerstag 12ten Juli 9 Uhr abends im Gemeindehaus stattfindet.

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