Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 6 (Junio, 1956)
- Date
- 1956-06-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Jumo, 1936 BOLETIN INFORMATIVO 13 DAVID STITCHKIN Rektor dev Universitaet von Concepcion Die Wahl des bekannten Anwalts und Professors, David Stitchkin, zum Rektorat der Universitaet von Concepción, stellt nicht nur die Kroenung der Karriere einer brillanten jungen Persoenlichkeit dar, sondern auch unzweifelhaft eine grosse Ehre fuer die juedische Kollektivitaet von Chile, der er angehcert. Die mit grosser Stimmenmehrheit zu seinen Gunsten ausgefallene Wahl stellt sowohl der juedischen Kommunitaet, die in einigen Monaten die ersten 50 Jahre ihres Bestehens in Chile feiern wii'd, wie auch der vorurteilslosen Einstellung des Landes und vor allem seiner intellektuellen Kre ise, ein sehr guenstiges Zeugnis aus. Auch die gesamte Presse hat die Ernennung von Professor Stitchkin mit besonderer Zustimmung kommentiert und mehr als ein bedeutender Publizist hat dabei zum’ Ausdruck gebracht, dass die Vollversammlung nur schwer einen Wuerdigeren zum Nachfolger des allseitig verehrten scheidenden Rektors, Enrique Molina, haette finden koennen. David Stitchkin Branover DAVID STITCHKIN Der juengste Rektor Lotein Amerikas sslIllSi ¡tili Wm .. ÏÊÊâ ¡tty ist mit 43 Jahren wahrscheinlich der juengste Universitaets-Rektor Amerikas. I n Concepción lehrte er bereits in den Jahren 1939-46, spaeter war er an der Universi-, dad de Chile in Santiago .aetig, sowie als Mitglied des Vorstands der Anwaltskammer und in der Redaktion dar bedeutendsten Fachzeitschriften. Abgesehen von seinen aussergewoehnlichen juristischen Faehigkeiten ist er fuer seine universelle humanistische Bildung und fuer sein Interesse fuer Kunst, insbesondere fuer das Theater bekannt. So gehoerte er in Concepción und letzthin in Santiago zu den Gruendern und Foerderern des Universitaets-Theaters. Die besondere Sorgfalt, die iuedische E tern aus Tradition und Einstellung heraus . uer die Erziehung ihrer Soehne verwenden, hat mit der Ernennung von Professor Stitchkin zu einer der drei Spitzen der Erziehungs-Hierarchie in Chile eine Anerkennung gefunden, wie man sie sich schoener nicht haette wuenschen koennen. K. RUSSLAND VON HEUTE (American in Russia, von Harrison E. Salisbury, In diesem hochinteresanten und aktuellen Buch beschreibt der Korrespondent der “New York Times” in Moskau seine Eindruecke von Russland waehrend der ereignisreichen Jahre 1949 - 1954. Dank seiner journalistischen Taetigkeit in Russland waehrend des Zweiten Weltkrieges war Salisbury besonders fixer diesen Posten geeignet, trotzdem muss er gestehen, "dass es hinsichtlich Russland keine wirkliche Kenntnis gibt, sondern nur verschiedene Grade der Unkenntnis. Salisbury versucht in die russische Mentalitaet einzudringen, er lernt russisch, um mit dem russischen Menschen selbe.' in Fuehlung zu kommen, doch ueberail stoesst er auf die groessten Schwierigkeiten. Der alternde, misstrauische Stalin und seine ge fuerchtete Sicherheitspolizei, die MVD, verhindern fast jeglichen Kontakt inoffizieller Art zwischen Russen und Auslaendern. Es ist ein Ghetto, in dem die Auslaender waehrend dieser Jahre in Moskau leben, und Salisburj sucht dieser Isolierung zu entgehen, indem er ein kleines Haus in einem Dorf in der Naehe Moskaus mietet. Und dort, wo sich z u rr. ersten Mal waehrend dieser Jahre ein gewisser Kontakt mit der Dorfbevoelkerung und mit den aus der Grosstadt gefluechteten Staedtern anbahnt, erhaeli ‘ Salisbury einen Einblick, wie der russische Mittelstand aul den Terror und die Propaganda Stalins reagierten. Die Menschen, die es sich leisten konnten, wandten Mos- New York, 1955) kau den Ruecken zu, bauten sich —zum grossen Teil mit eigener Haende Arbeit— ein Haeuschen, das auch nach ussischem Recht praktisch .hr Eigentum war, und suchen so unauffaellig wie moegch fern aller Parteidoktrin in ein kleinbuergerliches Miieu zu versinken, eine Entwicklung, die in dramatischer Veise zeigte, wie wenig von dem alten revolutionaeren ¡Schwung noch vorhanden war. Salisbury zeigt uns die Ereignisse um Stalins Tod - .in Mord ist nach Ansicht des /erfassers nicht ausgeschlossen—, gibt uns einen Augen ¡eugenbericht, wie Beria Mos- .cau mit seinen MVD Truppen anmittelbar nach dem Tode .Stalins besetzt, nur um kurz- Geit darauf selber verha'ftei and erchossen zu werden, wir fahren mit ihm -durch ¡Sibirien das er uns als ein einziges grosses Gefaengni; .chndert, und bis an die Grenzen Afghanistans, wo ei die waehrend des Krieges dorthin verschickten Wolgadeutschen wiederfindet. Doch mehr als alles interessieren ans als Juden die Kapitel, die lalisbury dem Antisemitismus Stalins und dem Fehi- .chlag der juedischen Repu jiik in Birobidjan widmet, Vir, die wir glaubten, dass Russland die Judenfrage aui ¡eine Art und Weise geloest ,iat, sind enttaeuscht unu irschreckt. Gewiss, wir Zionisten sahen die russische Loesung der zwangsweisen Assimilation nie mit Wohlwollen an, doch glaubten wir, soweit wir uns an die offizielle Propaganda der Russen hielten, an ihren ehrlichen Willen, freuten uns ueber die stets wiederholten Be .euerungen, das Antisemi- ¡ismus, selbst antisemitisch Yeusserungen leichterer Art ils gegenrevolu tionaei i c h w e r bestraft wuerder and voll Bestuerzung hoerer vir nun von dem Verfasser lass, der Antisemitismus Steins nichts oder nur wenig nit Antizionismus, zu tur. latte, sondern gegen alle Juden gerichtet war, dass er lichts anderes war als de. Antisemitismus von gestern, /on heute und von morgen. Ein Staat war krank, das Rehme Stalins war innerlich norsch und wie immer warer. de Juden die ersten, die daunter leiden sollten. Denn Jtalins Terror gegen die Juden, die Verschwoerung dei Verzte, die Massenverschik- :ungen nach Sibirien sollten die Vorstufe sein fuer einer unendlichen neuen Terror ge-;en alle, die innerhalb unc ausserhalb der Partei, in de. Armee und im Volk dem alernden, unpopulaeren Dikta;or unbequem und gefaehrich erschienen. Sein rechtzei- ,iger Tod rettete das russische Judentum zweifellos vor ei rer Katastrophe und wenr vir in diesen traurigen Ereignissen doch noch einer Trost sehen duerfen, so isi es vielleicht die Erwartung, dass die Juden in Russland noch nicht assimiliert sind und dass das russische Ju dentum in wenn auch fernen Zeiten vielleicht doch wiede t einen Aktivposten fuer das iuedische Volk darstellen wird. WftHor Ury W. I. z. o WISSEN SIE schon: ... dass unser Jom Hazmauth-Ball unter der Devise "Estre- 10 de nuestras jóvenes en sociedad” ein sehr grosser finanzieller und ein ganz grosser sozialer Erfolg war? Auch unsre Jugend weiss jetzt bereits, dass Wizo nicht nur die grosse Schwester unserer Kinder in Israel ist, sondern auch die . hre. Sie freuen sich heute schon auf das kuenftige Jom , lazmauth-Fest, an welchem die naechsten an die Reihe kommen. Wir danken nochmals allen, die uns zu cuesein . -choenen Erfolg vérholfen haben. .... dass unsere juengste Gruppe, die Frau Ilse Bab in sozialer Form’ in ihrem Hause gruendete, sich von jetzt ab YCHAWAH nennen wird? Die Gruppe hat Mittwoch, den 9. Mai bereits unter diesen neuen Namen unter zahlreicher and enthusiastischer Beteiligung ihre Arbeit aufgenommen. Vir wuenschen ihr weiterhin vollen Erfolg. ...dass Sie ab 5. Juni einen besonders interessanten Vortragszyklus in der WIZO hoeren koennen? (Gegen einen Jnkostenbeitrag). Die Initiative dazu geht von unserer Gruppe der jungen Frauen “Vera Weizmann” aus, die sich im etzten Jahr zu einem bemerkenswert regen Kreis entwickelt aat, unter Beteiligung vieler neuer Elemente. Der Vortragszklus wird von 3 Rednern gehalten, die zur Behandlung ihres Themas praedestiniert sind, sie werden ueber die “Drei Pfeiler moderner Weltanschauung” sprechen and zwar Herr Hans Kaufmann ueber Karl Marx, Dr. Otto .iernberg ueber Sigmund Freud und Efraim Fridman ueber Albert Einstein. Wir erwarten Sie ab 5. Juni alle 14 Tage abends 9 Uhr in der Gemeinde! ... dass wir als naechste groossere Veranstaltung eine Film tremiere bieten werden? . Vir stehen in Verhandlungen, um den grossen Israeli-Film ,u zeigen “Huegel 324 antwortet nicht”, der von der gesamten Weltpresse und beim Film Festival ln Venedig aues« serst guenstig beurteilt wurde. .PROGRAMM FUER DEN MONAT JUNI Gruppe Golda Meyersohn Montag 25. Juni 9 Uhr abends Montag 9. Juli: 9 Uhr abends Gruppe Hanna Meisel Oienstag 6. Juni 5 Uhr nachm Dientag 10. Juli 5 Uhr nachm Gruppe Henrietta Szold Donnerstag 21. Juni 5 Uhr Donnerstag 5. Juli 5 Uhr Gruppe Vera Weizmann Dienstag 19. Juni 5 Uhr Dienstag 8. Juli 5 Uhr nachm Gruppe “Achawah” Mittwoch, 14. 6. nachm. 5 Ir Mittwoch, 28. 6. nachm. 5 h: Dr. E. Bergmann, der Israeli- Atomphysiker. Frau Grete Landau: Etwas ueber moderne Kunst. Frau Margot Lande: Neues ' aus aller Welt. Herr H. Jonas: Licht und Schatten. Frau Rosie Rubens: Jued. Musikerkoepfe: Yehudi Menuhim und Artur Rubinstein. Frau Ester Nachmann: Wie sah ich Israel? Herzl-Bialik Feier, im Haus von Frau Lene Back. Herr Dr. W. Steinberg ueber “die Zukunft hat schon begonnen” von Rob. Jungk. Frau Edith Goldschmidt Heinrich Heine. “Von Rom nach Israel” (Filmvorf uehrung), (Frau E1 i a n a Mirelmann), im Hause von Fr. Eliana Mirelmann. “Ein 3-Tage-Ausflug durch Israel”. (Frau Ilse Bab), im Hause von Frau Hilde Schnapp. A. T. I. Am 10. Mai fand unsere diesjaehrige ordentliche Gene- ■al-Versammlung statt. Folgende Kollegen wurden in den Vorstand gewaehlt: Praesident:. Martin Michel. Vice-Praesident:. Werner Baer. Kassierer:. Bernardo Katz. 2. Kassierer:. Fritz Reisz. Schriftfuehrer:. Max Feige. 2. Schriftfuehrer:. Arturo Kreisberg. Beisitzer: . Victor Preuss. Manfred Klein. Juan Schweitzer. Kommissionsleiter: Darlehenskasse. Max Leidermann. Sterbekasse. Herbert Ehrenhaus. Vergnuegungsausschuss . .. Hans Gossels. Kassenpruefer. Engel, Heymann. Presse-Referent. Hermann Herz. Unsere naechste Versammlung findet am Dienstag den. 19. Juni abends um 9 Uhr im Gemeindehaus statt. Es spricht Kollege Jacobo Rothfeld ueber: Probleme der Jugenderziehung, Gaeste sind, wie bei uns ueblich, herzlich willkommen.