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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-05-01 · 5 (Mayo, 1956) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
5 (Mayo, 1956)
Date
1956-05-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Mayo, 1956 BOLETIN INFORMATIVO 9 /i J(ut*4t,¿íifeUvtít€t DER TOD IN ROM Von Wolfgang K o e p p e n (Verlag Scherz & Goverts, Stuttgart) r “ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG DER JUDEN IN DEUTSCHLAND” Dieses beunruhigende Buch stellt vielleicht den ehrlichsten Versuch der juengeren Generation Deutschlands dar, sich selber wieder zu finden. Ohne sich selbst noch andere Deutsche zu schonen, erforscht Wolfgang Koeppen, ein begabter junger Schriftsteller von bemerkenswerter Reife, mit schmerzhafter und bewundernswerten Praezision den Geist eines Deutschlands, das wie erschlagen dasteht vor seiner Nazi - Vergangenheit und das sich unsicher fuehlt vor den verwirrenden Anspruechen, die die Gegenwart stellt. Die zwei Epochen sind repraesentiert von zwei Generationen einer deutschen Familie, die sich teils zufaellig, teils zu einem Familienfest in Rom treffen. Die Umgebung, in der sich die Handlung abspielt, ist von Bedeutung. Tendenzen, die in dem kalten Norden nicht zur Geltung gekommen waeren, finden ihren vollen Ausdruck in dem suedlichen Klima Italiens, bis sie als krankhaft und dekadent in vollem Lichte gesehen werden koennen. Die alte Generation ist repraesentiert von Oberbuergermeister Friedrich Wilhelm Pfaffrath und von seinem Schwager, dem beruechtigten Nazi Judejahn, zwei typischen Vertretern des alten Deutschlands. Pfaffrath, ein Beamter, ist die Verkoerperung aller Nationalisten, die ohne selber Nazis zu sein, Hitler unterstuetzten, die den Krieg ueberlebten und reich wurden, die immer noch unverbesserlich sind und die gerne hin und wieder ihre Sehnsucht aeussern nach den guten alten Tagen der “Disziplin und Ordnung”. Judejahn ist einrichtiger Massenmoerder, Hitlers General und Henker. Er lebt versteckt seit Ende des Krieges, aber fuehlt, dass das Leben in Deutschland sich wieder “normalisiert” hat und hofft, mit Hilfe von Pfaffrath zurueckzukornmen. Die juengere Generation besteht aus Pfaffraths zwei Soehnen, Siegfried und Dietrich, und aus Judejahns Sohn, Adolf. Dietrich laeuft im Gleis der alten Generation weiter, aber Siegfried und Adolf haben den Versuch gemacht, aus der Tradition der Familie herauszubrechen, Siegfried, indem er atonale Musik schreibt und Adolf, indem er Priester wird. Es ist der Kampf - und letzten Endes der Misserfolg — dieser zwei jungen Menschen in ihrem Versuch, sich von der Beherrschung durch die Vergangenheit frei zu machen, die die Handlung und die Tragoedie dieses Buches ausmachen. Denn obwohl der Autor mit klarem Verstand seiner Enttaeuschung ueber die Vergangenheit Ausdruck gibt, so ist doch Judejahn immer noch umgeben von einer mystischen Kraft, von der Gewalt ueber Leben und Tod, die an ihm haengtwie das Gedaechtnis an das Blut, das er vergossen, und er ist in der Tat der einzige, der aktiv seinen Willen dem Leben aufdraengt, waehrend die juengere Generation nur ihm folgen oder sich in einen sterilen Protest retten kann. Denn Siegfried, und seine Generation sind nicht frei. Er, und seine Zeitgenossen moegen zwar oberflaechlich und mit ihrem Verstand wissen, dass die Judejahns der Vergangenheit Dummkoepfe waren und letzten Endes erfolglose Schreihaelse, aber in ihrem Innern zittern sie noch mit den Reflexen eines lebenslangen Gehorsams und einer lebenslangen Furcht. Immer wieder werden wir daran erinnert, dass fuer diese Generation Deutschlands die Nazis nicht nur eben braune Uniformen aus dem Geschichtsbuch waren, sondern ihre Vaeter und wenn auch die Jugend die Vaeter ablehnen mag, so ist sie doch von ihnen fuer das ganze Leben verkrueppelt worden. “Ein abgeschlossenes, aber nie zu vergessendes Kapitel juedischen Lebens” war der Titel einer Arbeit des im Jahre 1949 verstorbenen Rabbiners Dr. Max Wiener (sei. Anged.). Er sagt darin u. A. folgendes* “...Alle Nachrich- “ ten, die aus Deutschland “ zu uns dringen, stimmen “ darin ueberein, dass ein “ Wiederaufbau j u edischen “ Gemeinschaftsdas eins in “ jenem Lande fuer abseh- “ bare Zeiten hoechst un- “ wahrscheinlich g e w orden “ ist. Deutsches Judentum “ ist so in die Geschichte ein- “ gegangen. Wir, die Ueberle- “ benden, denen seine Bluete “ und sein furchtbares Ende “ so nahe stehen, besitzen “ wohl noch nicht das Dis- “ tanzgefuehl, das fuer eine “ objektive Darstellung zu “ fordern ist...” Wenn auch der Verfasser mit Recht sagt, dass Deutsches Judentum in die Geschichte eingegangen sei, so hat sich doch seine pessimistische Auffassung ueber den Wiederaufbau jued i s c hen Gemeinschaftsdaseins nicht erfuellt. Heute haben die Juden in Deutschland mit Mut und Entschlossenheit ein juedisches Aufbauwerk begonnen, das unsere volle Wunder darum, dass die junge Generation die Judejahns nicht als Leichen sehen kann, die einst gewoehnliche Menschen waren, sondern als blutbefleckte Geister, die uebermenschengross selbst nach ihrem Tode eine Bedrohung fuer ihre Kinder bedeuten. (Buchbesprechung von Teodore Frankel, auszugsweise uebersetzt aus ‘Commenta- Anerkennung, ja Bewunderung verlangt. Vor mir liegt die —44 Seiten starke— Ausgabe vom 2. Maerz 1956 der “ALLGEMEI¬ NEN ZEITUNG DER JUDEN IN D E U T S C HLAND”, die als Sonderausgabe zur “WO¬ CHE DER BRUEDERLICH- KEIT 1956” in Duesseldorf erschienen ist. Es genuegt die Titel der Artikel, die Nachrichten und Arbeitsberichte zu lesen, um sich ein Bild von dem, was geleistet wird, machen zu koennen, Besitzer und Chefredakteur des Blattes ist Karl Marx. “Die Bruecke nach Draussen”, als Beilage, bildet den Wirtschaftsteil der ALLGEMEINEN WO¬ CHENZEITUNG. Dazu erscheint in zwangloser Folge eine Wiedergutmachungsbeilage und monatlich eine illustrierte Beilage. K. G. DER VIOLINIST ISAAC STERN wird in dieser Saison in Santiago auftreten (Foto: “Time”). Kein I ry”). FAKULTAET FUER ZAHNHEILKUNDE WIRD EINGERICHTET GROSSE KUNST... Allzu derbe und kraeftige Speise stumpft den Geschmack ab und macht es ihm mit der Zeit unmoeglich, die feinen Nuancen einer delikaten Kost wahrzunehmen und zu geniessen. Ebenso ist es eine bekannte Erscheinung, dass es heute vielen Menschen sehr schwer faellt, die zarten Schoenheiten der Kammermusik aufzunehmen. Viele Sachverstaendige sehen den Grund fuer diese bedauerliche Tatsache in der Ueberfuetterung mit symphonischer Musik, ausgefuehrt von grossen und groessten Orchestern deren an sich schon gewaltige Tonfuelle ueberdies noch oft durch technische Apparaturen ins ohrenbetaeubende verstaerkt wird. Nun zeigte uns der Besuch des Marionettentheaters, mit welchem Salzburg uns einen Hauch seiner grossen Kunstfreudigkeit gesandt hat, einen aehnlichen Gegensatz. Der moderne Film, ins ueberdimensionale verzerrt d u rch Cinemascope, Vistavision, Cinerama und wie sie heissen moegen, hat unsere Augen stumpf gemacht. Unsere armen, grob gewordenen Sinne haben sich an Bilder von 30 und mehr Quadratmetern Groesse gewoehnt und brauchen diese um gefesselt zu werden. Kein Wunder, dass die Salzburger mit ihren Marionetten da nicht den ge- IN KLEINFORMAT wuenschten Erfolg bei unserem Publikum hatten. Was Herrmann Aicher und seine Truppe uns brachte war wirklich “GROSSE” Kunst in Kleinem. Das hatten die hiesigen Veranstalter nicht verstanden, und so war alles falsch dimensioniert, was Salzburg nicht schicken konnte, sondern Santiago hinzugeben musste. Das Theater war zu gross, die Buehne war zu gewaltig (und die Preise waren zu hoch). Die Auswahl der gebotenen Stuecke war enorm reichhaltig. Fuer jeden Geschmack war gesorgt. Es gab Stuecke fuer Kinder und fuer Erwachsene, Ernstes und Heiteres, komplette Opern von 3 Akten und kurze Spiel- Szenen, Ballets, Konz erte, Maerchen, Operetten usw. Es mag dahingestellt bleiben, ob jedes gebotene Werk sich wirklich zur Auffuehrung mit Marionetten eignet, aber gewiss ist, dass jedes Programm grossen künstlerischen Wert hatte. Die Szenerie, die Kostueme, die Beleuchtung, die Musik und vor allem die “Arbeit” der Puppen waren ganz hervorragend. Die vielen unter uns, die sich “die Reise” nach Europa nicht leisten koennen, hatten so auch einmal Gelegenheit an einer der grossen “Nummern” der Salzburger Festspiele teilnehmen zu duerfen. W. G. AKTION “REGENMAEN- TEL - EXPORT” GELUNGEN Durch gemeinsame Anstrengungen der Behoerden, der Luftfahrtgesellschaft “El- Al” der Gesellschaft “Azmon” und des Regenmantel- Produzenten Gutfreund, ist es gelungen, dieser Tage einen Export von Regenmaenteln nach den USA, im Werte von 500.000 Dollar, zu taetigen. Der amerikanische Importeur hat an seine Bestellung die Bedingung geknüpft, dass ein Drittel der bestellten Ware in kürzester Frist geliefert wird. Es stellte sich heraus, dass der Termin nur eingehalten werden konnte, wenn die Lieferung auf dem Luftwege vor sich geht. Dies bedeutete jedoch eine Verteuerung von 280 Pruta auf 2,700 IL per Kilo. Um aber den Verlust der Bestellung zu vermeiden, haben sich die Regierungsbehoerden, “El-Al” und die B o n d e d - Lagergesellschaft “Azmon”, bereiterklaert, dem Produzenten Gutfreund in einer Weise entgegenzukommen, dass sie ihre Dienste bei dem ersten Drittel der Lieferung mit Verlust zur Verfügung stellten. Auch der Produzent selbst hat seinen Profit bei diesem Teil der Lieferung beschraenkt. (“Canfit”) Im Strausshaus in Jerusalem werden jetzt die Lehrsaele und Kliniken für die Studenten der Zahnheilkunde eingerichtet, die nach vierliaetoriger allgemein medizinischer Ausbildung zum Beginn des naechsten Studienjahres ihre zweijaehrige zahnaerztliche Spezialausbildung beginnen. Der Ausbildung junger Zahnaerzte kommt groesste Bedeutung zu, da von den rund 1000 Zahnaerzten, die zur Zeit in Israel praktizieren über 50 Prozent das Alter von 50 Jahren schon überschritten haben. Die zahnaerztliche Ausbildung dauert 6 Jahre, davon ein einhalb Jahre allgemeine proklinische Semester, die d. Zahnmedizin-Student mit den übrigen Medizinern verbringt, dann 2 yz Jahre proklinische zahnaerztliche Studien, die nur teilweise mit denen der übrigen Mediziner parallel laufen, teilweise aber schon spezialisiert sind und endlieh zwei zahnaerztliche klinische Jahre, in denen der angehende Zahnarzt unter Aufsicht bereits praktische Arbeit leistet. Gegenwaertig hat die Fakultaet 51 Studenten, darunter auch zwei Araber und einen Drusen. Ein erprobter Lehrkoerper steht zur Verfügung und das wissenschaftliche Niveau der Zahnaerzte-Schule wird ein hohes sein, und die Schule wird auch der Wissenschaft liehen Forschung dienen. (“Canfit”) ZITRUSEXPORT — 8 MILL. KISTEN Der Zitrusexport ereichte seit Beginn der jetzigen Saison bis Ende Marz insgesamt 6.5 Millionen Kisten. 6 Mill. Kisten Zitrusfruechte verliessen das Land ueber den Hafen von Haifa, waehrend der Rest durch Jaffa versandt wurde. 5 Millionen Kisten waren Schamuti- Orangen, eine Million Kisten Grapefruits, eine halbe Million Zitronen und der Rest Valencia und andere Orangen. Wie im letzten Jahr wurde auch in dieser Saison der groesste Teil der Frueehte nach England exportiert. Die Exportsaison geht in vier Woehen xuende, und man hofft insgesamt 8 Mill Kisten exportieren au koennen. (“Canfit”).

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