Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 5 (Mayo, 1956)
- Date
- 1956-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mayo, 1956 BOLETIN INFORMATIVO 7 Rechenschaftsbericht Prof. Dr. Krebs: Von Rom nach Jerusalem. Dr. Egon Rosenfeld und Dr. Walter Rosenbaum: Wiedergutmachungsfragen. Rabb. Lubliner: Judentum und Hellenismus. Rabb. Loewenstein: Hat Maimonides unserer Zeit etwas zu sagen? Wir hoffen, dass es uns im naechsten Jahre moeglich sein wird, das Kulturprogramm wieder auf die alte gewohnte Hoehe zu bringen. Dies wird aber nur mit Ihrer Unterstuetzung moeglich sein, meine verehrten Damen und Herren. Die Feier des Jom Haazmaut, die Herzl - Bialik - Ge denkstunde, bei der Herr Matias Schapiro als Redner, wie immer, die Zuhoerer in Bann hielt und die Erinnerung an den 9. November wurden in der bei uns ueblichen Form von Gottesdiensten und Kulturakten durchgefuehrt. Auf dem Gebiete des Kultus glaube ich von einer erfolgreichen Taetigkeit berichten zu duerfen. KULTUS Wir haben unsere Gottesdienste in der ueblichen Form wuerdig durchgefuehrt. An den Hohen Feiertagen haben Wir wieder an drei Stellen Andachten abgehalten, um die Beteiligung unseren Mitgliedern je nach ihrem Wohnsitz zu erleichtern. Die Onege Schabbath, die wir regelmaessig im Anschluss an den Sonnabend - Morgen - Gottesdienst abhalten, sind Reute garnicht mehr wegzudenken; sie erfreuen sich eines immer groesseren Zuspruchs. Die Vortraege, die ¡unsere Herren Rabbiner bei dieser Gelegenheit hielten, standen auf hohem Niveau und trugen zur Belehrung der Anwesenden bei. Die Einrichtung des zweiten Freitag - Abendgottesdienstes ist Ihnen allen bekannt. Es ist ein dringendes Beduerfnis fuer viele unserer Mitglieder, die in den Winter-Monaten nicht zu frueher Stunde in die Synagoge kommen koennen, an diesem zweiten Gottesdienste teilzunehmen. Zu unserer Freude haben die Eltern ihre Kinder mitgebracht und ich wiederhole immer wieder, dass der Besuch der Kinder in der Synagoge dem Gottesdienst eine besondere Feierlichkeit gibt. Das taegliche Minjan haben wir trotz aller Schwierigkeiten auch im vergangenen Jahre ohne jede Unterbrechung aufrecht erhalten. Wieviel unnoetiges warten und Unzutraeglichkeiten fuer die Teilnehmer an diesen Gottesdiensten koennte vermieden werden, wenn sich einige unserer Freunde, vor allem die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kultuskommission verpflichten wuerden, wenigstens einmal in der Woche an einem solchen Minjan teilzunehmen. Eine juedische Gemeinde unseres Umfangs und unseres Ansehens muss ihren Mitgliedern Gelegenheit geben, im Trauerjahr und an J^hrzeiten das Kaddisch-Gebet sprechen zu koennen. Das ist eine der Hauptaufgaben einer Gemeinde, die eine Religions - Gemeinde ist. Am Gemeindeseder, den wir auch in diesem Jahre abgehalten haben, nahmen ca. 100 Personen teil. Alle Anwesenden sprachen ihre vollste Anerkennung fuer die religioese Durchfuehrung dieses unseres Erinnerungsabends an die Befreiung und fuer die gute Verpflegung durch unseren neuen Oekonomen Herrn Wilhelm Weschler aus. UNSERE STELLUNG IN DER KOLLEKTIVITAET Unsere Beziehungen zu den Institutionen des Jisehuw in Chile sind besonders intime und freundschaftliche. Dies kommt am Besten dadurch zum Ausdruck, dass wir in fr. st allen Organisationen unserer Kollektivitaet vertreten sind. Im Comité Representativo M, Herr Rosenthal Vize-Praesident und die Herren Dr. Lehmann und Dr. Rosenfeld gehoeren dem Direktorium an. In der Federación Sionista sind wir durch Herrn Rabbiner Lubliner, Herrn Nebenschoss und mich vertreten. Die Herren Feldmann, Ebstein und Hollaender sind Mitglieder des Consejo Directivo der Federación. Im Vaad Hajinuj hat Herr Nebenschoss das Amt des Vize-Praesidenten inne, Direktoriumsmitglieder sind die Herren Rabbiner Lubliner, Dr. Reich, Dr. Weintraub und Gerhard Simon. Die Herren Rabbiner Loewenstein und Alejandro Lande wurden als Delegierte in den Consejo Central des K.K. L. von unserer Gemeinde ent-, sandt. In dem neu gegruendeteii United Hias Service vertreten Herr Roesler und der Berichterstatter unseren Sektor. Die Herren Abramczyk und Ismar Schueftan sind unsere Delegierten im Departamento de Culto des Comité Representativo. Wenn man auf dem von mir bereits erwaehnten Kongress in Montevideo festgestellt hat, dass leider im Allgemeinen eine voellige Trennung der sogenannten alteingesessenen Kollektivitaet und der neu eingewanderten Gruppe besteht, so haben unsere Vertreter auf diesem Kongress mit Recht darauf hinweisen koennen, dass Chile in dieser Hinsicht eine ruehmliche Ausnahme darstellt. Ich habe schon bei frueheren Gelegenheiten zum Ausdruck bringen duerfen, dass unsere Gemeinde im gesamten Jisehuw Chiles ein besonderes Ansehen geniesst und dass die Zusammenarbeit eine durchaus harmonische ist. Man weiss, dass’ unsere Gemeinde stets zur Verlegung steht, wenn man uns braucht und wir wissen, dass wir ein gewichtiges Wort in allen Fragen, die den Jisehuw betreffen, zu sagen haben. Wenn ich Ihnen kurz andeute, dass wir deh Besuch der Direktoren des K.K.L. der Herren Jacobo Bendersky und Moisés Rimsky, der Herren Flatau und Francos vom Vaad Hajinuj, des Praesidenten der Federación Sionista und des Comité Representativo bei uns empfangen haben und dass wir unsererseits an den Veranstaltungen der Federación anlaesslich des Jom,Haazmauth, des Empfangs von Herrn Matias Schapiro nach seiner Rueckkehr aus Israel, an der Hauseinweihung des Maccabi, än der Maimonides-Feier des Instituto Chileno Israeli, an der Grundsteinlegung des Hogar de Ancianos, an der Einweihungsfeier des Gebaeudes des Vaad Hajinuj, an der des Praesidenten /Dr. Landau Kundgebung des Comité Representativo zu Ehren des Senators Angel Faivovich und des Deputierten Jacobo Schaulson und an der Gedenkfeier der Federación anlaesslich des Todes des grossen Albert Einstein teilgenommen haben, dass wir selbstverstae n d 1 i c h durch zahlreiche Delegierte im lokalen Zionisten-Kongress, in der General - Versammlung des Comité Representativo und im Kinus des Vaad Hajinuj vertreten waren, so beweist Ihnen das am Besten, dass es sich tatsaechlich um eine gemeinsame juedische Arbeit handelt, bei der es keinen Unterschied nach Herkunft und nach Dauer der Anwesenheit in Chile gibt. Die juedische Kollektivitaet Chiles hat in diesem Jahre einen 'besonders schweren Verlust erlitten. In den besten Mannesjahren, mitten in juedischer Arbeit bei einer Besprechung mit fuehrenden Persoenlichkeiten aus argentinischen und chilenischen Jischuws im Interesse des Staates Israel ist der langjaehrige verdienstvolle Praesident des Comité Representativo, Herr Isidoro Dimant einem Herzschlag erlegen. Jeder, der je mit diesem Manne in Verbindung gekommen ist, empfand das warme juedische Herz und die Guete, die von ihm avisging. Er war ein wuerdiger Repraesentant unseres Jischuws, der Tag um Tag, Monat Uhl Monat, Jahr um Jahr fuer unsere ’juedische, gemeinsame Sache arbeitete. Und er leistete diese Arbeit trotz aerztlicher Warnung. Er hatte sich eine Aufgabe gestellt und wollte diese erfuellen. Wir Juden der letzten Immigration haben in ihm einen wahren Freund verloren, der uns stets mit Rat und Tat zur Seite stand und der vielen von uns, die sich an ihn wandten, geholfen hat. Unser, Direktorium hat eine besondere Trauersitzung zur Erinnerung an Isidoro Dimant abgehalten, hat sich an der Pflanzung eines Waldes auf den Huegeln von Jerusalem zur Erinnerung an ihn beteiligt und an der Trauerfeier des Comité Representativo teilgenommen. Wir werden das Andenken Isidoro Dimants, des besonderen Freundes unserer S. C. I., stets in Ehren halten. Unsere Beziehungen zu der Jevra Kedischa sind zu unserer Freude nach wie vor sehr freundschaftlich. Die Verhandlungen die wir bei den leider so zahlreichen Todesfaellen, die wir im letzten Geschaeftsjahr zu betrauern hatten, fuehren mussten, sind ohne jede Schwierigkeit verlaufen. Ich benutze die Gelegenheit, um auch von dieser Stelle aus fuer das grosse Verstaendnis, das wir stets bei dem Dezernenten der Jevra Kedischa gefunden haben, ihm und seiner Institution den Dank unserer Gemeinde auszusprechen. “BOLETIN INFORMATIVO" Die wesentlichste Verbindung zwischen Gemeinde und Mitgliedern wird durch unser Boletín Informativo hergestellt und aufrechterhalten. Das Blatt ist der wahre Freund aller Mitglieder und auch derjenigen, die Chile inzwischen verlassen haben und jetzt in der Hauptsache in Israel wohnen. Hier wie dort wird das Blatt mith regstem Interesse gelesen. Dass dieses unser Blatt eine so beachtliche Hoehe erreicht hat, auf die wir mit Recht stolz sein koennen, verdanken wir zwei Tatsachen: Der ruehrigen Presse-Kommission und seinem hervorragenden Chef-Redakteur. Die Leser unseres Blattes machen sich wohl kaum eine Vorstellung, wie schwer es ist, ein solches Blatt zu redigieren. In allmonatlichen Sitzungen der Presse - Kommission wird das vorhandene Material durchgesprochen und gesichtet. 1 Wieviel verschiedene Meinun-; gen gibt es doch darueber, i was sich zur Publikation eig- ■ net und was nicht, was aus; Utilitaetsgruenden gesagt; werden muss und was aus poi litischer Vorsicht heraus nicht; gesagt werden darf. Es ist j Ihnen aus der Lektuere der j Zeitung bekannt, dass wir bej sonderen Wert darauf gelegt j haben, die Israel - Nachrichten zu erweitern, denen stets durchschnittlich zwei Seiten! gewidmet werden. Es wurden j neuerdings Theater, Konzert - und Buchbesprechungen in verstaerktem Masse veroeffentlicht. Dass dies Anklang bei den Lesern des Blattes gefunden hat, ergibt sich am deutlichsten aus den zahlreichen Zuschriften, die gelegentlich -einer umstrittenen Theaterkritik eingingen und veröffentlicht wurden, Auch die Jugend-Beilage ist erweitert worden, sie ist s£iir beliebt bei den Kindern unserer Mitglieder und hat zahlreiche jugendliche Mitarbeiter. Nachdem am 1. Juni 1955 Ben Kopfstein infolge seiner Alij ah das Boletin nicht weiter leiten konnte, -hat ein Ihnen nicht Unbekannter, unserer frueherer Redakteur Hans Kaufmann, die Leitung des Blattes wieder uebernommen. Mit seinem jugendlichen Temperament, m i t seinen geistreichen, satyrischen Kritiken, mit seinem grossen Wissen, mit seiner journalistischen Begabung ist er der geborene Redakteur fuer ein bedeutendes Presseorgan. Und da unsere Zeitung ein bedeutendes Presseorgan ist, ist er fuer uns der geborene Redakteur. An Stelle von Frl. Goetz, die frueher die Kinderbeilage leitete, und der wir auch von dieser Stelle aus hierfuer nochmals danken, hat Frau Marianne Tobias die Redaktion der Kinderbeilage uebernommen. Sie versteht es in vorbildlicher Weise, den Kontakt zu den Kindern zu finden und das ist der beste Beweis fuer ihre grosse Geeignetheit fuer diese Taetigkeit, fuer deren Uebernahme wir ihr besonders verbunden sind. DAS BAU-PROYEKT Wie Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, aus den monatlichen Berichten der Repraesentanten - Sitzungen ersehen haben werden, haben wir uns im Laufe das Geschaeftsjahres mit dem Projekt eines Neubaus einer kleinen Synagoge, verbunden mit einem Jugendheim, von dem ich frueher schon sprach, auf unserem eigenen Gelaende befasst. Wir werden im Laufe dieser General-Versammlung uns ueber die Einzelheiten des Bauvorhabens unterhalten. Ich moechte im Rahmen dieses Berichtes aber nicht (Fortsetzung von Seite 5) unerwaehnt lassen, dass sich zu unserer aller Befriedigung unser Gemeindeleben in den letzten Jahren ueberaus rege entwickelt hat und dass unser Haus zu einem Centrum des juedischen Lebens - nicht nur fuer unsere eigene Gemeinde, sondern fuer den ganzen Jisehuw von Chile geworden ist. Unser Gemeindesaal, der ja gleichzeitig Synagoge ist, ist auf Monate hinaus fuer religioese und soziale Veranstaltungen belegt. Wenn dies an sich auch sehr erfreulich ist, so sind doch unbestreitbar gewisse Schwierigkeiten ' nicht zu vermeiden gewesen. Wenn unsere juedischen O r g a nisationen soziale Veranstaltungen wie Baelle usw. in unserem Saale abhalten, so wird mitunter das religioese Gefuehl unserer Mitglieder aller Kreise verletzt. Wir waren und bleiben eben daran gewoehnt, dass eine Synagoge nur Synagoge ist, die keinen weltlichen Zwecken dient. Auch fuer die juedische Erziehung unserer Kinder erscheint es uns wichtig, sie daran zu gewoehnen, in einer Synagoge eine Betstaette und keinen profanen Zwecken dienenden Raum zu sehen. So lange wir aber keine anderen Raeumlichkeiten haben, muss der Saal fuer soziale Veranstaltungen zur Verfuegung gestellt werden, die nicht nur fuer die Zwecke wichtig sind, die sie verfolgen, sondern auch fuer die Entfaltung unserer juedischen Arbeit. Unser Haus muss den Charakter eines Gemeindehauses behalten. ■ Wenn wir nach reiflicher Ueberlegung zu dem Entschluss gekommen sind, der General-Versammlung die Durchfuehrung eines Neubaus zu empfehlen, so wissen wir, dass wir uns damit eine schwere Aufgabe gestellt haben. Es ist viel bequemer, sich das Leben leicht zu machen. Aber das wollen wir nicht, wir wollen vorwaerts schreiten in der Entwicklung unserer Gemeinde. Wir werden es nach Ihrer erteilten Genehmigung an der notwendigen Energie nicht fehlen lassen und sind sicher, dass uns die Durchfuehrung gelingen wird. Mit Mut und mit Entschlossenheit und mit einem guten juedischen Optimismus muss man an jede Aufbautaetigkeit herangehen und dies versprechen wir ihnen. Unseren Mietern, den beiden Logen B’ne Berith. dem Cisroco und der Wizo bemuehen wir uns, den Aufenthalt in unserem, ihrem Gemeindehause so angenehm wie moeglich zu gestalten. Das Verhaeltnis zu ihnen ist, wie es nicht anders sein kann, ein freundschaftliches, sind es doch im wesentlichen die gleichen Menschen, die in ihrer Eigenschaft als Gemeinde-Mitglieder, Logenbrueder und Wizo-Schwestern in unserem Hause weilen. Ihnen ist es zu danken, dass unser Haus ein Zentrum aller unserer Organisationen ist, in dem alle fuer ein gemeinsames Ziel, fuer unser juedisches Leben Zusammenarbeiten. SOZIAL-ARBEIT D i e Sozialarbeit unserer Gemeinde wird wie stets vom Cisroco, unserem Wohlfahrtsamt, durchgefuehrt, den wir (Fortsetzung Seite 15)