Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 5 (Mayo, 1956)
- Date
- 1956-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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\ REDACCION» 6. C I. B’NE J1SROEL I AV. PORTUGAL SIO. TEL. 33096 ' CASfLLA 2487. SANTIAGO »CHJLB BOLETIN INFORMATIVO A MITTEILUNGSBLATT I S O c \l B p a o CULTURAL l,S RAET.ITA B ' N E J 1 S R O E L | AÑO XVIII — N.o 5 SANTIAGO DE CHILE Mayo, 1956 VOLK DES BUCHES von Rabbiner Manfred JLmbliner “Die Qualitaet eines Menschen haengt heutzutage weitgehend davon ab, was er liest”, so schrieb einmal ein bekannter Paedagoge. An diesen Ausspruch erinnern wir uns, wenn wir das Pest feiern, das man auch “Fest des Buches” nennen kann. Vor Jahrtausenden wurde dieses Buch von unseren Vaetern in Empfang genommen und seine Lehre eingegraben auf den beiden steinernen Tafeln, einstimmig akzeptiert. Seitdem ist es der ewige Begleiter auf dem langen Weg unseres Volkes durch die Welt. Und man hat uns daher auch “Volk des Buches genannt. Aber es muss festgestellt werden, dass sich in den lezten Jahrzehnten unserer Zeitepoche ein immer groesserer Teil unseres Volkes sich von diesem Buch entfernt hat. Zum Begleiter unseres Lebens wie auch das der anderen Voelker, sind viele andere Buecher geworden, unsere Bibel ist nur noch f u e r den Festtag bestimmt. Das d. h., zum Vortrag im Gottesdienst und auch dort wird er nur noch als etwas Traditionelles, mit wenig Verstaendnis und mit noch weniger Andacht angehoert. Sein Inhalt wurde in den letzten Generationen weniger und weniger Richtschnur fürs Leben. So ist das Volk des Buches auf dem besten Wege so zu leben wie alle Voelker der Erde. Und daran aendert auch picht die Tatsache, dass ein kleiner Teil unseres Volkes In Israel lebt, die alte Sprache der Bibel spricht, dass der Tenach unsere Jugend in den Schuljahren taeglich begleitet; das worauf es immer angekommen ist und worauf es heute erst recht ankommt, ist die Lehre fuer das Leben, ist die praktische Tat im Alltag. Wir leben i:i einer modernen Zeit und in ihr in einer Welt. Die Einheitlichkeit verglichen mit anderen Geschichtsepochen ist in der Tat einmalig. Ein moderner Kunsthistoriker hat das Kulturbild unserer Zeit so entwerfen, dass alles menschliche Streben darauf hinzielt, alles auf gleicher Ebene zu nivellieren. Wohin man sich heute in der grossen Welt wendet, ueberall die gleichen Kinos, Radiosender, selbstgefaellige Reden, gleichen Braeuche und Sitten, Taenze und Getraenke. Je groesser der zivilisatorische Fortschritt: Auto, Television, Flugzeug usw., um so kleiner der geistige seelische und religicese. Es ist kein Streben mehr in die Hoehe sichtbar, sondern ueberall nur ein Absinken. Dieses Phaenomen gilt auch fuer uns, fuer das gesamte Volk in Israel und in der Welt. Muss es so sein? Hat die Rueckkehr nach Zion gerade in unseren Tagen, die Rueckkehr der heimatlosen juedischen Volksseele zu seinem Volkskcerper nicht doch einen besonderen Sinn als nur den, der Seele eine aeussere Form zu geben? Besteht nicht doch zwischen der wunderbaren Rettung und der sich aus ihr ergebenden Zukunftsaufgabe eine innere Bindung? Es sind Fragen, die des Nach — und Ueberdenkens wert sind, auch dann, wenn wir nicht in der Lage sind, letzte endgueltige Antworten geben zu koennen. Was unser Buch, unser fast zweitausend jaehriges portatives Vaterland angeht, so steht fuer uns eines fest, dass zwischen ihm und unseren Menschen in all den Zeitspannen ein Band des absoluten Glaubens bestanden hat. Dort, wo das Band durchloechert oder gar gerissen, ist, ka"n das Buch keine echte wirkende Kraft im Leben Meine sehr verehrten Damen und Herren: Die 1 a t e i namerikanische Konvention, die vor wenigen Wochen in Montevideo tagte, hatte ein Hauptziel: Das Weltgewissen, das wieder einmal schlummert und in dem bequemen Zustand des Nichtssehenwollen nicht, gestoert werden moechfe,"’’aufzuruetteln und den Grossmehr haben. Uns scheint, dass das Schicksal dieses Buches aufs engste verknuepft ist mit dem unseres Volkes, mit seiner letzten Bestimmung, d.h.. mit der. Ueberwindung dieses Nivellierungsphaenomens, das. alles menschliche Fuehlen und Denken zum Absinken bringt. Moses, der das Gesetz und das Buch dem Volke uebermittelte besass die wunderbare Kraft, die ueber den Tag hinauswies. Wird diese Kraft aufs Neue in der kritischen Menschheitsstunde der Auseinandersetzung z w i sc hen Ost und West abermals wirksam sein, um eine totale Zerstoerung zu verhindern? Freiheit wovon, Freiheit wozu, maechten zu beweisen, dass der grosse suedamerikanische Kontinent die Stimme des Protestes gegen ihre irrtuemliche Politik erhebt, eine Politik, die bei sogenannter Neutralitaet den arabischen Maechten grosse Hilfe leistet. GEMEINSAME PROBLEME ' Es ist interessant festzusagte, einst ein Denker. Von Aegypten zum Sinai, von der Ebene zur Hoehe. Das ist Israels Daseinsbestimmung. Der Prophet Jesaja hat es so ausgesprochen. “Es ist zu gering, dass Du nur mein Knecht seiest, aufzurichten die Staemme Jakobs und zurueckzufuehren die Bewahrten Israels, sondern ich habe Dich zum Licht der Voelker gemacht, dass Du mein Heil seiest bis an der Welten Ende”. Wenn wir uns dieses tiefe Glaubenswort zu eigen machen, sind wir auf dem Weg, das Band zwischen der Bibel und uns wieder enger zu . knuepfen u::d Volk des Buches zu werden. stellen, dass unmittelbar nach diesen unser juedisches Volk so Stark bewegenden Sitzungen, Besprechungen derjenigen Delegierten stattfanden, die in Vertretung der Gemeinden des zentraleuropaeischen d e u tschsprechenden Sektors anwesend waren. Es hatte sich aus allen Diskussionen und aus den gefassten (Fortsetzung Seite 5) RECHENSCHAFTSBERICHT DES PRAESIDENTEN DR. LANDAU IN. DER GENERALVERSAMMLUNG VOM 15. APRIL 195G I * ... - - — .~ ■ " - — .— MAGBIT 5 716 ■1 S r Da wir wegen der aeussersien Dringlichkeit der diesjaehrigen Campaña die Aktion in unserem Sector Ende Mai beenden muessen, bitten wir dringend die noch nicht erfolgten Zeichnungen umgehend zu vollziehen. Alle noch offenen Faelle muessen wir am 5. Juni dem Ceniral-Comiié zur Erledigung uebergeben. Unsere Comisión sieht Ihnen Portugal 810, Noniag bis Donnerstag 8-8 Uhr abends, Sonntag 11-1 Uhr zur Verlegung.