Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 4 (Abril, 1956)
- Date
- 1956-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Abril, 1956 BOLETIN INFORMATIVO 11 i 1! INDUSTRIE - ENTWICKLUNGSPLAN WIRD BEARBEITET Handels - und Industrieminister Pinchas Saphir hat unmittelbar seinem Amtsantritt eine interministerielle Kommission ernannt, die sich mit der Planung der Industrieentwicklung zu beschaeftigen hat. . Der Kommission gehoeren die Generaldirektoren des Handels - und Industrieministeriums Glueckman (als Vorsitzender), des FinanznvruBt.ori-nms. des Entw’cklungsministeriums, des Verkehrsministeriums und der Schilumim-Gesellschaft an. Die Kommission hat bereits ihre Taetigkeit aufgenommen und eine Reihe von Unterkommissionen fuer die verschiedenen Industriezweige ernannt, zu denen auch Fachleute aus den einzelnen Branchen hinzugezogen wurden. So gibt es eine Kommission Hi-q sich mit. 7,í+fncbeinroduktion beschaeftigt, mit Fragen der Textil-Industrie unter Beruecksichtigung der hier gewonnenen Baumwolle. d. Baumaterialien - Industrie, der Chemischen Industrie wie auch der oetrochemischen, der Holzindustrie. der Metall- und elektrischen Industrie. Planung ist nicht Kontrollwirtschaft. erklaerte Rosner. Die Kommission hat auch keine eigene Politik auszuarbeiten, sondern das Material zu sammeln, auf Grund dessen dann die Fachminister etc. die Handelspolitik des Landes und die Fntwicklunesorogramme f°stle^en koennen. Das gesammelte Material wird auch bei der Beratung von Investoren zur Verfuegung stehen und mit dem Investitionszentrum, das jetzt nach Jerusalem verlegt wird, soll eng zusammen gearbeitet werden. Die Kommission wird aber nicht in die Machtbefugnisse irgend eines der Ministerien selbst eingreifen. Bestehende Betriebe werden bei der Planung voll berücksichtigt werden, erklaerte Gilboa und auch ihre im Augenblick nicht voll ausaenutzten Kapazitaeten werden in Rechnung gestellt werden. Werden Zusammenlegung von Betrieben aus Gruenden dei T o~f qt*- lieh, so kann darin nicht ohne weiteres ein abzulehnendes Kartell erblickt werden, doch mn°ssen afe derartigen Vorgaenge geprueft werden. Es gilt solche Betriebe zu foerdern, die - Devisen sparen, oder Exnort treiben und dcmo'nf.q'nroob.eriil fifirfar) d r Bevorzugung festzulegen. Natuerl’ch muss der leistunaef<"ia>sicra r> V)! Stelle beruecksichtigt werden. Die Planung nimmt auch das , | Vier-Jahres - Entwicklungs- 1 1 Programm der Regierung in i I Rechnung. 1 INDUSTRIALISIERUNG JERUSALEMS MACHT FORTSCHRITTE Bei der Industrialisierung Jerusalems konnten weitere Erfolge erzielt werden, berichteten auf einer Pressekonferenz in Jerusalem die Leiter der Jerusalemer Wirtchafts-G e s e 11 s ch a f t M. Schattner und Z. Brick. Von den auf dem Gelaende der Gesellschaft entstandenen neuen Fabrikbetrieben wurden die Gluehlampen fabrik “isram”. die keramische Fabrik “Imik”, e i n Grossbetrieb fuer Kunstgegenstaende aus Edelmetallen, die in Vorbereitung befindliche Puppenfabjrik und der weitere Ausbau eines grossen Kuehlhauses hervorgehoben. Ausserdem konnten die Vertreter der Gesellschaft ueber die grossen Plaene auf dem Gebiete der Textilindustrie berichten. Die “Isram” arbeitet bereits mit 40 Arbeitern und stellt Spezial - Gluehlampen und fluoreszierende Lampen her. Hierfuer wird nur das Spezial - Glas aus England eingeluehrt, waehrend alle uebrigen Teile hier fabriziert werden. An der Gesellschaft ist zu 50 o!o der kollektive Sektor vertreten durch Koor beteiligt, zu 25 o|o die Bank Japhet & Co. und zu 25 o|o Privatkapitalisten. Die Arbeiterzahl sojl bald auf 90 erhoeht werden und nach vollem Ausbau der Fabrik mit Hilfe der bereits bestellten Maschinen soll die Arbeiterzahl auf 200 stei gen. Man hofft, dass sich dieser Betrieb zu einem sehr bedeutenden — nicht nur fuer Jerusalem, sondern fuer das ganze Land entwickeln werde. Der Bau von Radio-Roehren ist vorgesehen und soll ein Exportartikel werden. Bei dem zweiten Betrieb handelt es sich um einen der keramischen und Mosaik- Branche. Hier sind die Gruender und Fachleute Olim aus Italien, wo diese Industrie eine lange Tradition hat. Die Maschinen kommen jetzt und werden von italienischen Fachleuten montiert, die auch die Arbeiter anlernen werden. Es soll mit 40 Mann Belegschaft begonnen werden. Ein bekannter New Yorker Silber und Goldschmied Kaiser will hier in groesserem Masse-basiert auf der Folklore der verschiedenen Judenheiten-Kunst und Kultgegenstaende aus wertvollen Metallen produzieren und exportieren. Die Puppenfabrik der Familie Kaemper aus Südamerika soll — im naechsten Monat die Maschinen fuer die hier zu errichtende Puppenfabrik senden. Es soll mit 150 bis 200 Mann Belegschaft begonnen werden. Wichtig fuer Jerusalem ist der Ausbau des bereits lange begonnenen Kuehlhauses, der jetzt gesichert werden konnte. Auf dem Gebiete der Textilindustrie sind wichtige Plaene vorbereitet, die Jerusalem sowohl Spinnereien, wie Baumwolle verarbeitende Betriebe und solche fuer Konfektion sowohl fuer Herren, wie fuer Damen sichern soll. Das fuer industrielle Zwekke zur Verfuegung s^ehen^e Gebiet ist bsschraenkt. Es sollen jetzt 100 Dunam in Givat Schaul ausgebaut werden. Daneben verlangt die Gesellschaft, dass ihr 800 Dunam in Ein Kerem, zur Verfuegung gestellt werden die bisher von der landwirtschaftlichen Schule, die jetzt verlegt wurde, benuetzt worden waren. Diese Forderung soll auch der Wirtschaftskommission der Knesset unterbreitet werden, die sich zur Zeit mit der Frage der Entwicklung Jerusalems beschaeftigt. (Yedioth Hayom) VON BABEL Israel loes't sein ZUR BIBEL Spr achenprohlem Neben vielen anderen Problemen hat Israel auch ein Sprachenproblem. Hebraeisch ist zwar die offizielle Sprache, aber man muss sich vor Augen halten, dass 45 Prozent der Bevoelkerung Hebraeisch noch nicht beherrschen. Vor der Staatsgruendung lag dieser Prozentsatz bei 19,8, aber mit dem Zustrom der Neueinwanderer aus 54 Laendern aller Erdteile hat sich der Sprachenwirrwarr entsprechend gesteigert. Betrachtet man einen Zeitungskiosk in Israel, so findet man die Landespresse in 15 verschiedenen Sprachen, Natuerlich hat Hebraeisch auch zahlenmaessig eine unangefochtene Vormachtstellung, mit 234 von insgesamt 330 Presseprodukten. Aber der Rest erscheint in vierzehn Sprachen —englisch, deutsch, franzoesisch, spanisch, arabisch, persisch, rumaenisch, bulgarisch, ungarisch, serbokroatisch, tschechisch, jiddisch und sogar ladino, eine altertuemliche Mischung aus spanisch und hebraeisch. Acht der 23 Tageszeitungen sind fremdsprachig, darunter zwei in deutsch. Ausserdem gibt es noch vier Wochenzeitschriften in deutscher Sprache. Die Tatsache, dass von den 1 1|2 Millionen Israelis sich nur ungefaehr die Haelfte am hebraeischen Kulturleben beteiligen koennen, hat natuerlich einen entscheidenden Einfluss auf das Theater- und Verlagswesen. Trotzdem haben die hebraeischen Theater in den letzten zwoelf Monaten 1.200.000 Besucher gezaehlt. Kinder unter 12 j ähren abgerechnet, heisst das, dass jeder Israeli einmal im Jahr im Theater war. Da aber die Haelfte wegen mangelnder Sprachkenntnisse davon keinen Gebrauch gemacht hat, war also jeder hebraeisch Sprechende im Durchschnitt zweimal jaehrlich im Theater. Das ist sehr viel, wenn man bedenkt, dass die neuen Einwanderer aus den orientalischen Laendern nie zuvor ein Theater gesehen hatten und hier zum erstenmal mit der Welt von Shakespeare und Moliere in Beruehrung kamen. Die Sprachenfrage ist auch eine der Ursachen des hohen Kinobesuchs. Englischsprachige Filme laufen z. B. mit hebraeischen und franzoesischen Untertiteln und sind somit praktisch der ganzen Bevoelkerung Verstaendlich. Im vergangenen Jahr wurden die 140 Kinos des Landes von 25 Millionen Menschen besucht, die sieben Millionen I s r a e 1-Pfund Eintrittsgeld zahlten. Im Volksmasstab bedeutet das, dass die. Leute hier alle 14 Tage ins Kino gehen. Amerikanische Filme dominieren — von 230 vorgefuehrten Filmen kamen 202 aus Hollywood. Angesichts dieser Zahlen hat das Verlagswesen selbstverstaendlich schwer zu kaempfen. Vor drei Jahren wurde der Import von fremdsprachigen Buechern, insbesondere aus Amerika, freigegeben, als ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten ermoeglichte, fuer die Einfuhr nicht in Dollar, sondern auf ein Sperrkonto in Israel zu zahlen. Die amerikanische Regierung hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, da Russland sich anschickte, den israelischen Buechermarkt zu ueberschwemmen. Seitdem beherrschen die billigen amerikanischen Volksausgaben die Buchhandlungen, und zwar in einen solchen Ausmass, dass vor kurzem eine Schriftsteller- Delegation bei der Knesseth — dem Parlament — wegen des unbegrenzten Importes fremd sprachiger Literatur vorstellig wurde. Die Durchschnittsauflage eines Buches in Israel erreicht nicht mehr als 3.000 Exemplare, und die Produktionskosten sind deshalb natürlich viel hoeher•„ als bei den amerikanischen Massenaufla gen. Im vergangenen Jahr wurden im Lande 990 Buecher veroeffentlicht, in die sich 120 Verlagshaeuser teilten. Nur 60 Verleger brachten mehr als fuenf Buecher heraus. Gemessen an den Vereinigten Staaten, in denen es nur 295 Verleger gibt, ist von Hebert Freeden diese Struktur natuerlich1 che ist deshalb nicht nur ungesund. eine Frage der hebraeischen Mit der Masseneinwander Sprache, sondern des Lesens ung ist auch das Analphabe- und Schreibens schlechthin, tentum gestiegen; waehrend Diesem Problem tritt Israel es 1948 nur 4,6 Prozent der mit drei Mitteln entgegen: Bevoelkerung ausmachte, be- 1 Der allgemeine Schulzwang traegt es jetzt mehr als 25 bis zu 14 Jahren — in Ele- Prozent. Die Frage der Spra- (Fortsetzung Seite 18) _: 'MM ■i LAG BA’OMER IN MERON Rabbi Bar Jochais Todestag wird seit Jahrhunderten gedacht. (Foto; Keren Hajessod-Kalender)