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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-03-01 · 3 (Marzo, 1956) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
3 (Marzo, 1956)
Date
1956-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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t * l REDACCION» ¡6.C. I. B’NE J/SROEL f AV. PORTUGAL BIO. TEL. &»0»6 | CAVALA *487. SANTIAGO «CHILE BOLETIN INFORMATIVO O Cl MlTTillUNGSBLATT ED A CULTURAL IS RAE L I T A J I S R O E L " AÑO XVIII — N.o 3 SANTIAGO DE CHILE MARZO 1956 DER HEBRAEISCHE AKZENT DER FREIHEIT Von Rabb. E. I. Loewenstein „Haschata awde-1’ schana habaa b’ne chorin - Jetzt Knechte, im kommenden Jahre Soehne von Freien”. Dieses Wort der Hagada, das eine schmerzerf uellte Gegenwart der hoffnungsfreudigen Zukunft gegenueberstellt, begleitet Israel durch seine Galutgeschichte hindurch. Es ist das ununterbrochene Leitmotiv des Pessachfestes. Man koennte glauben, dass mit der Wiedergeburt des Staates Israels dieses Thema aufgehoert hat und ein neues angeschlagen werden muss. Das Ringen um Freiheit ist so alt wie die Geschichte der Menschheit. Immer hat es irgendwo unterdrueckte Menschengruppen gegeben, die um Befreiung vom Herrenjoch rangen . Man koennte eine Geschichte der Menschheit in ihrem unaufhoerlichen Kampf um Freiheit schreiben— soziale Freiheit, politische Freiheit religioese Freiheit,Jtetc. Die Kaempfer fuer sie zaehlen nach Legionen. T Uns scheint jedoch, dass Israel Zangwill recht hat, wenn er schreibt: “Seit dem Exodus .-(¿us Aegypten) wird Freiheit immer mit einem hebraeischen Akzent gesprochen”. Das ist mehr als eine geistreiche Bemerkung. Die Geschichte vom Auszug der Kinder Israels aus Aegypten hat auf die Vorstellungswelt der abendlaendischen Voelker einen tiefgehenden Einfluss ausgeuebt. Wo immer Maenner und Frauen die Bibel lasen —besonders dann, wenn sie sich selbst auch geknechtet fuehlten— hat die Geschichte vom Exodus ihre Gedanken' und Traeume beeinflusst. Aber welcher Art ist der hebraeische Akzent der Freiheit? Das Wort Zangwills verdient naehere Deutung. Der biblische Klang der Freiheit ist nicht immer richtig verstanden worden. Am Anfang der Auszugsgeschichte steht die wiederholte Forderung Mosche’s an den Herrscher Aegyptens: „Schalach et ami w’jaawduni Lass mein Volk ziehen, dass sie mir dienen”. Der erste Teil dieser Forderung ist viele Male in der Mens chheitsgeschichte von unterdrueckten Volksmassen wiederholt worden. Aber die zweite Haelfte dieses unsterblichen Verses— Kroenung und Zielsetzung aller wahren und richtig verstandenen Freiheit— ist meist vergessen worden. So hat die Menschheit allzu oft diesen hebraeischen Akzent der Freiheit verfehlt. Dieser Akzent liegt nicht in der Bef r e iung von drueckendem Joch. Das ist zu tiefst allgemein menschliches Sehnen, um dessen Erfuellung auch Voelker gerungen haben, die von Israel und seinem Auszug aus Aegypten nichts wussten. Der hebraeische Akzent liegt auf dem: “W’jaadwuni —dass sie mir dienen”. Wahre Freiheit strebt nach Verwirklichung eines hoeheren Lebensideals, dass eine menschliche Gesellschaft fordert, in der es Gleichheit und Gerechtigkeit gibt. Im Judentum hat dieses Lebensideal immer eine religioese Basis gehabt, die durch das Vertrauen auf Gott als der Verkoerperung alles Guten und Idealen inspiriert wurde. Heute erlebt auch das juedische Volk in seiner ueberwiegenden Mehrheit mit innerem Gluecksgefuehl lind mit Stolz die Wiedergeburt des juedischen Staates. Wir sehen in ihm die Verkoerperung unseres zwei Jahrtausende waehrenden Ringens um Freiheit. Die erste Phase des Zionismus mit seiner deutlich formulierten Forderung nach Errichtung eines juedischen Nationalheims ist damit erfuellt. Medinat Israel ist das Echo auf die Forderung Mosche Rabbenu’s an den Pharao seiner Zeit: “Lass mein Volk ziehen”. Somit ist das juedische Volk in eine neue Etappe seiner Existenz eingetreten, die von uns allen — alt und jung nicht weniger Opfer und Idealismus fordert als die fruehere, nur eben mit verschiedenen Zielen. Haben auch andere Voelker im juedischen Sinne in ihrem Kampf um die Freiheit versagt, so muss Israel den richtigen Weg finden. Auf uns wartet numehr die, Erfuellung des zweiten Teiles: “W’ jaawduni •— dass sie mir dienen”. Unsere Faehigkeit diese Konsequenz der richtig verstandenen Freiheit zu verwirklichen, stellt unsere dreitausend jaehrige Geschichte auf die Probe. Jahrhunderte lang zogen Juden durch die Voelker hindurch aeusserlich versklavt, erniedrigt und als Dulder. Aber sie blieben innerlich frei. Immer wieder “weicht der Zauber und der Hund wird aufs neu ein menschlich Wesen”. (Heinrich Heine). Sie kannten die magische Kraft, den Kot der Weltvon sich abschuetteln zu koennen, weil sie die Faehigkeit besassen, Knechtschaft in Dienst zu verwandeln. Heute schaut die Welt — wenig begeistert — auf die Verwandlung eines ganzen Volkes, in dem sie gestern noch Objekte ihrer Politik sahen. Sie haben sich zu sehr daran gewoehnt, in ihm den Suendenbock ihrer Krisen zu finden. Diejenigen, die eben noch Meister im Dulden waren, sind heute ebenso energische Gestalter ihrer eigenen Bestimmung. Noch ist der Prozess d e r Befreiung in vollen Werden. Noch sucht Israel nach einer eigenen Definition der Freiheit. Wir duerfen nicht versagen, wie die anderen versagten. Sind sie auch aeusserlich frei, so sind sie doch meist innerlich an ihre selbstsüchtigen Interessen, an ihren Egoismus verknechtet. Israel muss auch ln Zukunft jene Erfahrung bewahren, die das Ergebnis seiner dreitausendjaehrigen Geschichte ist. Ideale sind nicht — wie kleine Menschen oft die anderen glauben machen moechten verstiegene Hoffnungen traeumender Narren, sondern die Quelle goettlicher Kraft, im Dienste solcher Ideale blieb Israel frei — trotz aeusserer Knechtschaft. Es waere eine nicht wieder gut zu machende Geschichtstraegoedie wenn Israel nunmehr zwar aeusserlich frei wird, aber innerlich versklavt, weil es aufhoert, idealistisch zu denken und zu fuehlen. In Israel ist Freiheit Dienst. Das ist der hebraeische Akzent der Freiheit. So ist der Wunsch: “L’schana habaa b’ne Chorin — im kommenden Jahre Soehne von Freien”, zugleich auch eine Forderung, die gebieterisch an unsere Generation herantritt. Sie fordert von uns, den hebraeischen Akzent des Ideals der Freiheit zu finden. Wir hoffen s.G.w. in wenigen Tagen dieses Werden der Befreiung, des juedischen Volkes mit unseren eigenen Augen im Lande unserer Vaeter schauen zu duerfen. Moegen wir den Weg finden, auf dem Israel seine jahrtausendealte Forderung an die Welt: “Lass mein Volk ziehen, dass sie mir dienen” als Vorbild fuer die Welt und zum Segen fuer sich selbst verwirklicht. MAGBIT 1955-5716 Wenn Sie Ihre Zeichnung noch nicht gemacht haben sollten, bitten wir Sie jetzt nicht laenger zu zoegern. Wir müssen die diesjaehrige Campana wegen ihrer ausserordentlichen Dringlichkeit schnellstens zu Ende führen. Bitte erleichtern Sie unserer Commission die mühevolle Arbeit, Interesse der guten Sache leistet. Sprechzeiten: Werktags 6 - 8 Uhr abends Sonntags 11 AV. PORTUGAL 810 die sie im - 1 Uhr

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