Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 2 (Febrero, 1956)
- Date
- 1956-02-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 5 Febrero 1956 ISRAELISCHE KINDER Sie feiern Purim mit Theaterauffuehrungen in allen Schulen und Kindergaerten SS-;® IvTvSmm: ■V/ - mm mm (Foto: “Israel, Life and Letters’’) PURIM IN ISRAEL Wenn es dieses Jahr gelingen sollte, das Purim-Fest in Israel wieder mit dem Glanz und der Begeisterung des Vorjahres zu begehen, so darf man mit Recht annehmen, dass dieser Feiertag in Zukunft sowohl fuer Israelis wie fuer Touristen ebenso interessant sein wird wie etwa der Staatsfeiertag oder das Erlebnis, einen Sedei. Abend in Israel zu begehen. Auf Initiative der Stadtverwaltung von Tel Aviv naem. lich fand im Vorjahre, zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder, die “Adlojada” —ein Faschingsumzug — statt, der uebereinstimmenden Schaetzungen zufolge nicht weniger als eine halbe Million Menschen angezogen hatte., Bereits am Vortage standen die Menschen in Jerusalem und an anderen Punkten des Landes Schlange, um mit Autobujs, Eisenbahn,, sonst irgend einem Verkehrsmittel nach Tel Aviv zu gelangen. Die Hotels in Tel Aviv waren ueberfuellt und viele Besucher mussten bei Bekannten und Freunden Logis und Zuflucht suchen. In den ersten Morgenstun. den begannen die Strassen, durch die der Umzug fuehren sollte, von Neugierigen umsaeumt zu werden, die mit Proviant und Sitzgelegenheiten versehen, sich einen “Logenplatz” sicherten. Um zwei Uhr nachmittags, als die “Adlojada” begann, sich ihren sieben Kilometer langen Weg entlangzuwaelzen, standen zu beiden Seiten des von der Polizei mit Seilen abgesperrten Wegs die Zuschauer bereits in sechs bis sieben Reihen und die Gelenkigsten thronten auf Mauern, Baeumen, Laternen und Litfassaeulen. Fuer die minder Gewandten bot ein findiger Kopf, dem das Ge. schaeft bei der englischen Koenigskroenung imponiert hatte, Periskope zum Preis von 400 Pruta zum Verkauf an, scdass man auch aus den hinteren Reihen den Umzug in allen Details beobachten konnte. Trotz des ueber. waeltigenden Andrangs war die Disziplin beispielhaft und es gelang der Polizei, ohne jede Haerte die Ordnung aufrechtzuerhalten. Erst am Ende des Umzugs verwischten sich die Grenzen zwischen Umzug und Publikum etwas. Sehr zur Belebung des Strassenbildes trugen seit den fruebesten Morgenstunden die Kinder bei, die in allen denkbaren Verkleidungen, als Micky - Maeuse, K. Ki L. Buechsen, Araber, Toreros, Chaplins Koeniginnen und Husaren “ihr” Fest feierten. Bereits am Vortage waren in allen Schulen und Kindergaerten grosse Purim-Feiern mit Theaterauffuehrungen veranstaltet worden. Der Hoehepunkt der Begeisterung wurde bei der “Adlojada” selbst erreicht, an dem auf entsprechend dekorierten Wagen Episoden aus der Geschichte Israels dargestellt wurden, sowie Bilder aus dem Aufbau des Landes von der Einwanderung, von den Braeuchen der Bevoelkerung u. s. w. Dazwischen Lastwagen mit herrlicher Industrie- Propaganda, wie der einer Schokoladen-Fabrik, von der aus die Zuschauer mit Suessigkeiten “bombardiert” wurden oder der Wagen der Farmer, aus dem Orangen der Menge zugeworfen wurden. Alles dies immer wieder unterbrochen von Gruppen unermuedlicher tanzenden , und singenden Jugend, wobei letztere die begeisterten Menschen immer wieder zufn Mitsingen veranlassten. Durch die “Adlojada” ist Tel Aviv auf dem Weg, zur Stadt des israelischen Karnavals zu werden, sowie Purim zu einem Fest, das moeglichen Touristen eine neuen Grund gibt, Israel so bald wie moe. glieh zu besuchen. HAMAN UND MORDE CH AI Aus: “Juedische Sagen und Legenden”, gesammelt und erzaehlt von Dr. B. Kuttner Als Ham an das Pferd und die koeniglichen Gewaender zu Mordechai brachte, um ihn dein koeniglichen Befeh. le gemaess durch die Strassen der Stadt Susa zu fuehren, sagte Mordechai: “Ich muss erst mein Haar noch scheren lasssen, da es nicht Sitte ist, mit langem Haar vor dem Koenig zu erscheinen”. Die Koenigin Esther aber hatte allen Bartscherern verboten, dem Mordechai das Haar zu schneiden. Also blieb nichts anderes uebrig, als dass Haman eine Schere holte und den Mordechai schor, Bei dieser Arbeit seufz, te Haman schwer. “Warum seufzest du so schwer?” fragte ihn Mordechai. “Wie seilte ich nicht seufzen und traurig, sein”, erwiderte Haman, “wenn ich gedenke, wie hoch ich dn Ansehen beim Koenige stand und jetzt eines Bartscherers Arbeit tun muss!” “Ei, was bist du fuer ein Boesewicht”, sagte wieder Mordechai, “dass du so hochmuetige Rede fuehrst, da. du doch an die zwanzig Jahre lang ein Bader gewesen bist!”. Nachdem er den Mordechai geschoren hatte, legte er ihm die koeniglichen Gewaender an und hiess ihn auf das Pferd steigen. Aber Mordechai sprach: “D a s dreitaegige Fasten hat mich so angegriffen, dass ich noch nicht recht fest auf meinen Beinen, stehen kann, wie. viel weniger sie so hoch heben, um das Pferd zu besteigen!” Da musste sich Haman buecken, damit Mordechai ueber seinen Ruecken auf das Pferd steigen konnte. Dann begann der Ritt durch die Strassen der Stadt. Dabei entfuhr dem Mordechai manch spottendes Wort ueber Haman. Dieser sprach: “Es steht doch in eurer Heiligen Schrift: “Ueber den Fall deines Feindes freue dich nicht!”. Und du freust dich ueber meinen Fall”. “Ja” erwiderte Mordechai, wenn du nicht ein solcher Boesewicht waerst! Dir gegenueber heisst es: “Ob der Gerechten Glueck frohlockt die Stadt, und wenn die Frevler untergehen, ist Jubel”. Also reitet er weiter und Haman ruft vor ihm aus: “So geschieht dem Manne, den der Koenig zu ehren wuenscht!”. Als sie an Hamans Haus vorbeikamen, stand seine Tochter auf der Treppe und dachte in ihrem Herzen: “Der dahergeritten kommt, Ist sicherlich kein anderer als mein Vater, und der ihm die Zuegel baelt, ist der Jude Mordechai!” Alsbald ging sie hin, holte einen Topf mit Unrat und schuettete ihn ue. ber Hamans Kopf. Als aber Haman sein Antlitz nach dem Hause hinauf wandte, erkannte ihn seine Tochter und erschrak so heftig, dass sie von der Treppe fiel und starb. WmM flip Mi HÜPi SPSS lÉliiiáiisi mm SÍ5ÍÜ& ssfis mMmi PsPPä mm t._ mm SSÍSJ mmm mm PSPIPPS ilSSSSSi mmm® mmm mm "■ ' *v; ■¡■¡Hü IÄ ÜÉ PURIM IN DEN STRAS SEN VON TEL AVIV Zu Purim verwandeln sich die Strassen der Stadt in ein buntes Durcheinander von Tanz und Gesang: der israelische Karneval: die Adlojada. (Foto; “Israel Picture Calendar”)