Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1955)
- Date
- 1955-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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REDACCION» S.C. I. B’NE J1SROEL AV. PORTUGAL 610. TEL. 3909« CASILLA 2487. SANTIAGO CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT 1 SOCIEpAD C U LT ü RALIS R A E L 1 T A "B’NE J 1 SROE L" | Año XVII — N.o 11 SANTIAGO DE CHILE Noviembre, 1955 DER TODESSTOSS FUEjR DIE ARABISCHE BLOKADE: ERDOEL IM NEGEW GEFUNDEN! VON EINEM ARBEITSPLATZ WIE DIESEM ging die Nachricht vom Erdoelfund im Negew ln die Welt. uaivntiiR flPISlf MgSiB 1111111111 ■1 h» :UyiU\T^ na»** -\t, VON DER KRISTALLNACHT ZUR WIEDERGUTMACHUNG VON HANS KAUFMANN “Du bist mein David. Sollte ich krank und traurig werden so banne die boesen Traeume durch dein SpieL Ich werde auch nie mit dem Speer nach dir werfen”. Mit diesen Worten soll der alternde Goethe, nachdem er tiefbewegt dem Spiel des zwoelfjaehrigen Félix Mendelssohn.Bartholdy gelauscht hatte, sich an diesen gewandt haben. “Fast moechte es scheinen”, bemerkt Prof. Adolf Leschnitzer, der diesen Ausspruch in seinem Werk “Saul und David: Die Problematik der deutsch-juedischen Lebensgemeinschaft” zitiert, als ob das Deutschtum selbst aus dem Munde seines Groessten zum Judentum in Gestalt des Enkels Moses Mendelssohns gesprochen habe, “in seherisch.tiefem- Vorgefuehl einer kuenftigen grausigen Moeglichkeit: des Hervorbrechens chaotischer Triebe, die aus den Abgruenden des eigenen Wesens aufsteigen wuerden und das andere Element jaeh ueberfallen, um es zu ermorden”. Entwicklungsminister D o v Joseph berief die Vertreter der Presse in die Kirya nach Tel-Aviv, um ihnen die historische Nachricht bekanntzu. geben: Das erste Oel brach aus dem Boden Israels hervor. Seit eineinhalb Jahren sind verschiedene Oelgesellschaften auf der Suche nach dem “fliessenden Gold”, erklaerte Entwicklungsminister Dov Joseph vor der Presse. Ab und zu waren physikalische Anzeichen vorhanden gewesen, die auf Oel hinwiesen, doch erst jetzt kann die freudige Botschaft verbreitet werden, dass Oel im Boden des Vaterlandes gefunden wurde. Der Oelfund wurde im noerdlichen Teil des Negew, unweit von Gwar Am gemacht. Die Gesellschaft “Lapidot” und “Mechapsei Neft”, israelische Gesellschaften von oeffentlicher Bedeutung, mit juedischen Gesellschaften aus den USA, darunter die Gesellschaft “Ampal” kamen waehrend ihrer Bohrungen auf eine durchlaessige Sandstein-Schicht in einer Tiefe von 4.900 Fuss. Die erste Pruefung ergab, dass es sich hier um eine Oelschicht und Gase handelte, die genuegenden Druck haben, um sie ueber den Erdboden zu bringen. Wegen der hereingebrochenen Dunkelheit und der Gefahren, die mit einer Arbeit bei offenem Licht verbunden sind, wurde beschlossen, mit dem Herausziehen des Bohrrohres bis Freitag frueh zu warten. Am Freitag um 5,50 Uhr frueh wurden die Rohre hinausgezogen. Der Druck der Gase hat Freitag frueh das Oel in den Rohren in eine Hoehe von 20 Meter ueber der Erdoberflaeche hinausbrechen lassen. Die Bohrrohre beinhalteten einige Dutzend Faesser von Rohoel. Die Qualitaet des Oels, wie in einer ersten Pruefung im Weizmann.Institut in Rechowct Freitag frueh festgestellt wurde, erreicht 30,5 A. P. I. was der Qualitaet des Oels von Kuweit entspricht, es ist also zufriedenstellend. Es ist darauf hinzuweisen, dass die erste Pruefung nicht die Moeglichkeit bietet, die Quantitaet des Oels und der Gase, oder die Quantitaet, die diese Quelle taeglich liefern kann, festzustellen. Es wird noch einige Zeit vergehen, bis die Gesellschaften die Produktionsmoeglichkeiten und den Handelswert des Fundes feststellen koennen werden. Der bisherige Generaldir e k to r des Finanzministeriums, Sapir, dessen Verdienste um den Oelfund mehrmals hervorgehoben wurden, wies darauf hin, dass es nicht von grosser Wichtigkeit sei, ob gerade die jetzt entdeckte Quelle wirtschaftlich ausbeutbar sein wird; die Tatsache selbst, dass Oel gefunden wurde, laesst darauf schliessen, dass sich in der Gegend weitere Bohrungen rentieren werden. In der Gegend haben auch andere Oelgesellschaften, darunter B e n 11 e y, Nadel- Gassman, Palestine Economic Corporation und Hesky, Oel. konzessionen. Entwicklungsminister Eschkol bestaetigte auf Anfragen von Pressevertretern, dass es sich um dieselbe Stelle handelt wo bereits zu Mandatszeiten die Irak-Petroleum Co. Bohrungen vornahm. Die Englaender kamen damals bis zu einer Tiefe von 3,400 Meter und gaben die Arbeit auf. Ncch vor einigen Wochen erklaerten britische Geologen, die einst auf dem Ort beschaeftigt waren, waehrend des Internationalen Geologen-Kongresses in Rom ihren israelischen Kollegen, dass die Suche an diesem Ort “herausgeworfenes Geld und Ueberfluessige Arbeit” sei. Auf Grund von eigenen Untersuchungen haben jedoch israelische Fachleute festgestellt, dass es lohnend sei, die Suche an jenem Ort fortzusetzen und ihre aufopferungsvolle Arbeit hat ihre Fruechte gebracht. Dr. Joseph betonte, dass Israel auf die Arbeiter stolz sein koenne “die bei den Bohrungen zugegen waren. Mit grosser Aufopferungsbereitschaft und Disziplin nahmen sie die Gefahren des Oelausbruchs auf sich. Es wurde vorgeschlagen, diese erste Quelle “Reuben” zu nennen. In Vertretung der Gesellschaft “Lapidot” erklaerte Duwdewani, dass die Gesellschaften, die hier die Bohrungen Vornahmen, stolz darauf sind, die Pioniere der israelischen Oelausbeutung zu?ein: Er lobte auch die Arbeit der zwei schweizerischen Geologen, Dr. Fehr u. Csopp, sowie der jungen israelischen Fachleuten, die hier enorme Arbeit leisteten. Vorsichtigen Berechnun-?en zufolge wird diese eine Quelle 100,000 t. Oel jaehr. lich ergeben. UEBERFUELLTE STRASSEN Die Strassen, die zur Bohrstelle fuehren, waren mit Fahrzeugen ueberfuellt. Vertreter nationaler Institutionen, Vertreter der In- und Auslandspresse, aber auch ganze Familien waren zur Bohnstelle unterwegs. PRESSEKONFERENZ MIT FEDERMANN Bei einer Pressekonferenz wuerdigte der Leiter der Gesellschaft “Oil Prospectors”, Xiel Federmann, die Auffin dung des Erdoels. Er berichtete ueber die bisherige Entwicklung der Gesellschaft, die 50,000 Aktien in Israel (zu je 5 IL) aufgelegt hatte. Die Gelder fuer die Aktien flössen saemtlich der Arbeit der Gesellschaft zu Federmann wuerdigte die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Investoren, die in schweren Zeiten hingebungsvoll gearbeitet hatten. Nach seinen Vermutungen wird die Bohrstelle 100,000 Tonnen Oel im Jahre erbringen. (Fortsetzung Seite 9) JUDENTUM UND DEUTSCHTUM Doch war es nicht nur das bange Vorgefuehl um den verraeterischen Speerwurf, das aus Goethes Worten klingt, sondern auch das hoffnungsfreudige um eine Freundschaft, deren Bluetezeit er ebensowenig erlebte? Was Judentum, juedischer Fleiss und juedische Opferbereitschaft in mehr als vier Generationen zu Deutschlands Ruhm und Ehre belgetragen haben, ist so unermesslich viel und gross, dass nur eine Katastrophe weltgeschichtlichen Formats dieser Epoche ein Ende setzen konnte. Der juedische Genius gelangte in Deutschland zu einer der hoechsten Ausdrucksformen, die er in der Geschichte vieler, wenn nicht aller, Gastlaender erreichte und er identifizierte sich mit (Fortsetzung Seite S)