Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 4 (Abril, 1955)
- Date
- 1955-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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REDACCION* S.C. I. B'NE JtSROEL AV. PORTUGAL 610. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO «CHILE S O C I D A BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT C ULTUR AL I S RAE LITA B ' N J I S R O E L " Año XVII — N.o 4 SANTIAGO DE CHILE Abril, 1955 EWIG WAEHRT ISRAEL ijfll Als der Staatseinen Namen erhielt Von SCHALOM BEN- CHORIM Die Welt hat ein kurzes Gedaechtnis, Freund und Feind und wir selber haben uns daran gewoehnt, unseren Staat Israel zu nennen, und man hat bereits ganz vergessen, dass dies vor sieben Jahren noch keineswegs feststand. .. Blaettert man heute in den Jahrgaengen 1947 und 1948 der Landespresse, so kann man die erstaunliche Feststellung machen, dass man damals die Frage des Namens unseres kuenftigen Staates heftig diskutierte, wooei der Name Israel am allerwenigsten in Erscheinung trat. Am 26. Dezember 1947 warf der alte Vorkaempfer des Zionismus Dr. Mayer Ebner im "Haaretz” die Frage auf: "Erez Jisrael oder Jehudah?” and am 6. Februar 1948 richtete derselbe Autor in den Spalten jenes Blattes einen Aspell an-die Oeflenlichneit, ta welchem es hiess: “Vielleicht wird unsere Genugtuung groesser sein, wenn die Welt an den Namen anknuepfen wird, den sie verehr; hat. Der Stein, den die Bauherren missachtet haben, er (wird zum Eckstein Judea”. Hier al o lag die Tedsnz vor, den Namen Jude, der so viel beschmutzt worden war, zum Ehrennamen des Staates zu erheben. Am 31. Dezember 1947 veranstaltete “Haaretz” eine Rundfrage, um die Volksstimmung zu befragen, wie der neue Staat heissen seile. Hier eine kleine Auswahl: “ Je h u d a hechadaschah’’, das neue Judaea, war der erste Vorschlag. — In Anknuepfung an e ne Idee von Raboi Dr. Stephen Wise, dem beKannten tuiierika.-ischen Zionistenfuehrer, war de der Vorschlag Zionah gemacht, der aber deshalb auf Ablehnung stiess, weil man damals annahm, da.s gerade der Berg Zion (der heute ein Wallfahrtszentrum geworden ist) nicht innerhalb unseres Staatsgebietes liegen wuerde. Ein dritter Vorschlag war Ivrijah, das Hebraeer. land. S. Schodam aus Haifa aber schrieb dass nur Erez Jisrael in Frage komme, da dieser Name bereits allgemein ueblich sei. Zwischen Ivriah und Erez Jisrael vermittelte J. Schejn aus Jerusalem, der den Namen “Erez Jisrael haivrith” praegte. Ein bibelkundiger Anonymus aus Kfar- Chassidim schlug Erez Hacarmel vor, im Anschluss an Jeremia VII. Etwas langatmig war ein Tel Aviver Vorschlag: “Hamedinah Haivrith Beeretz-Jisrael”, waehrend A. Brutzky praegnanter “Medinah Ivrith” vorschlug. Soweit diese erste Umfrage. Sie wurde fortgesetzt. Am 12. Januar 1948 kommt aus Haifa und Tel Aviv der Vorschlag den Staat schlechthin Erez oder Haarez zu nennen, wogegen aber Mordechai Schattner emwandte, dass die Be_ w>elkerung dann wohl...” Am Haarets” genannt werden muesste (die Unwissenden), was dem “Am hasefer’, dem Volke des Bucbes, wenig anstuende. Die Mehrzahl aller Vorschlaege ging dahin, das Land und den Staat gleichermassen “Erez JLrael” zu nennen und am 28. Januar 1948 schrieb der bekannte hebraeische Lexikograph Rabb. M. D. Gross einen groesseren Artikel, in welchem er fuer die Beibehaltung von “Erez Jisrael” als Staatsnamen eintrat und entruestet ausrief, “Haben wir denn ein namenloses Land aufgeoaatV” lm Anschluss an Herzls '‘Judenstaat” schlug ein alter Zionist aus Cholon vor, den Staat “Medinah jehudith” zu nennen. Der Einsender wandte! sich gegen einen anderen Vor. i schlag “Jisraelah” oder “Jisraelijah”, da die Bewohner dann “Israeliten” genannt wuerden und gerade so bezeichneten sich die antizionistischen Assimilanten in der Diaspora, Der kuerzeste Vorschlag war schliesTich “Ever” was den Stammvater der Hebräer meint. Ein besonnener Jerusalemite schrieb einen Artikel “Keine Eile...” Erst wollen wir einmal den Staat haben, dann wird sich schon ein Name finden. Er vergass, dass die Proklamation des Staates schliesTich dessen Namen enthalten sollte. Am 15, Februar 1948 ergriff in der damaligen Jerusalemer Zeitung “Hayom” der heutige Staatspraesident Jizchak Ben Zwi das Wert au einem Artikel, in welchem er Vorschlaege fuer das exterritoriale Gebiet von Jerusalem machte, der er den Namen' “State of Jerusalem” oder hebraeisch “Ejsor Jeruschalajim” zudachte, wobei der Autor noch nicht davon traeumte, dass er selb.t, wenige Jahre spaeter, als Staatspraesident von Israel in Jerusalem residieren wuerde und hier die Gesandten fremder Maechte empfangen koenne. So aendern sich die Zeiten... So weit ich sehe, war ein sonst unbekannter Herr Leon Friedmann aus Petach-Tikvah der erste, der in der Presse den Verschlag machte, den neuen Staat ganz einfach Israel zu nennen. Ich will nicht behaupten, dass Leon Friedmann deshalb der Namens - Patron unseres Staates ist, aber gerade die einfachsten Gedanken muessen doch einmal ausgesprochen werden, um Wirklichkeit werden zu koennen. Staatssekretaer Scherf erzaehlte einmal, wie man wenige Minuten vor Beginn der Proklamation des Staates Israel sich poch nicht ganz klar war, wie der Staat heissen wuerde. Scherf brachte die praechtig geschriebene Pergamentrolle am 5. Ijar 5708 (14. Mai 1948), am Freitag-Nachmittag in das Museum von Tel Aviv (im letzten Moment war das Kunstwerk fertig gestellt worden) und wusste noch nicht, wie das Kind heissen wuerde, das jetzt sich der Welt praesentieren rollte! Endlich als Ben Gurion die Megillath - Hayesscd, die Gruendungsurkunde verlas, erfuhr man im elften Absatz: “Wir proklamieren die Errichtung des juedischen Staates in Palaestina, der Medinath Jisrael (The State of Israel) genannt werden soll”. Die Abschnitte 12 und IS beginnen dann mit diesem neuen Namen “Medinalh Israel”, der in den ausgebreiteten Diskussionen niemals erwaehnt worden war, Wenngleich die amtliche Bezeichnung also “Medinatti Israel” war und blieb (sie steht auf amtlichen Dokumenten, wie z. B. dem Reisepass), so fuehrt doch das Wappen des Staates nur den Namen: “Israel”. Und diesen Namen hat die Welt als etwas Selbstverstaendliches akzeptiert. “Israel” ist ein allgemeiner Begriff und man hat laengst vergessen, wie gar nicht selbst verstaendlich es war, dass Israel — “Israel” heissen wuerde. NEZAGH JISRAEL Von DAVID BEN GURION Immer war der Existenzkampf des juedischen Volkes, von Beginn an bis zur Erringung seiner jetzigen staatlichen Unabhaeng'gkeit, eine so mutige wie tragische Anstrengung, einmalig in der Geschichte der Menschheit. Eine kleine, isoliert und zerstreut unter vielen Voelke-n lebende Nation, die der Umwelt fast niemals willkommen war, fuehrte diesen Kampf und schloss ihn mit der Etablierung des Staates Jisrael siegreich ab — entgegen aller Vernunft der Vernuenftigen, ohne Vorbild in der Historie anderer Staaten und gegen den Willen machtvoller Kraefte in der Welt... Und doch koennte uns andererseits die irrtuemliche Ansicht zum Fallstrick werden, dass unser Triumph bereits endgueltig sei. ERST WER IM LETZTEN GE¬ FECHT BESTEHT, DARF SICH SIEGER NENNEN, UND STAAT UND VOLK JISRAEL SIND ZUM LETZ¬ TEN GEFECHT NOCH NICHT ANGETRETEN. Wir schufen den Staat, aber damit haben wir seinen Bestand noch nicht garantiert, und ebensowenig Gewaehr fuer die Fortdauer der juedischen Volkseinheit in der Golah geschaffen. Ja, noch nicht einmal die innere Einheit in der Medinath J'srael selbst, haben wir bisher sichergestellt. Unser Staat hat den in der Welt lebenden Juden das Rueckgrat gestae kt; er gab ihnen die Moeglichkeit, als Juden in seelischer Freiheit, in einer von inen kommenden Unabhaengigkeit zu leben, wenn sie nur wollen. Andererseits aber hat gerade der Staat die mit dem Bestand des Volkes Jisrael in Zion wie in der Diaspora verknuepften Probleme noch verschaerft... WIR SIEGTEN IM UNABHAENGTGKEITSKRIEG, UND DIE HISTORISCHE GROESSE DIESES SIEGES KANN NICHT HOCH GENUG EINGESCHAETZT WERDEN. ABER DIE ENTSCHEIDUNG STEHT NOCH BEVOR. Im Bild: Der Chef des israelischen Genera’stabs (auf der Plattform) nimmt die Parade ab.