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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-01-01 · 1 (Enero, 1955) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
1 (Enero, 1955)
Date
1955-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Enero, 1956 BOLETIN INFORMATIVO 7 Standbilder % Kossow: Gefangener «¡Ä Xv>\Vv P,' V ÍSífegK^:: m¡§ti < ¡ In Ramath Gan wurde an d.; es r Hauptverkehrsstrasse Haifa—Tel-Aviv zur Erinnerung an die vor sieben Jahren von der britischen Mandatsverwaltung hingerichteten Freiheitskaempfer Dow Grüner und seine Kameraden ein D'enkmal errichtet. Es ist 3 m hoch und 2 m breit, ganz aus Bronze gegossen und wiegt 1500 kg. Auf hohem Sockel steht es an der Kreuzung der Raschi- und Jabotinsky - Strasse, gegenueber der grossen Polizeifestung, die den Schauplatz des letzten Kampfes von Dow Grüner bildete. Hier wurde er bei dem Versuch, eine der Aktionen des Irgun Zwai Leumi, des “Nationalen Militaer-Verbandes”, durchzufuehren, verwundet und festgenommen. Sein Ende fand dieses Kapitel des Freiheitskampfes im Festungsgefaengnis Akko, wo Grüner und seine Kameraden hingerichtet wurden. Nur sieben Jahre sind seither vergangen. An die Stelle der britischen Mandatsmacht trat hier in der Zwischenzeit die Regierung des unabhaengigen Judenstaates und so konnte die Gesellschaft ‘Schelacli’ (Verband zur Rehabilitierung von Freiheitskaempfern) ein Denkmal fuer die jungen Helden errichten, zu deren Rehabilitierung nichts mehr getan werden kann. Dieses Denkmal ist mehr als ein Standbild von Dow Giuner; es ist ein Denkmal des Kampfes jugendlicher Aufstaendischer gegen die britische Mandatsmacht fuer den juedischen Staat. Wir haben beide den Loewen zum Symbol, die Englaender und die Juden. So stellt das Bronze - Denkmal den Kampf zwischen dem gewaltigen britischen Loewen und dem gegen ihn anstuermenden jungen Loewen von Juda dar. Im Kampfe haben sich die beiden Loewen auf ihre Hinterbeine aufgerichtet und stehen einander nun im Ringen gegenueber. Der junge Loewe von Juda hat sich in die linke Vorderpranke des ihn weit ueberragenden grossen Loewen verbissen und bohrt ihm ueberdies die scharfen Krallen ins Fleisch. Der gewaltige britische Loewe ist durch den ungestuemen Angriff etwas nach rueckwaerts gewichen, sein gewichtiger Koerper ruht auf den Hinterbeinen und dem Schweife. Er scheint nicht gefaehrdet, aber durch den wuetenden Kampfgeist des Loewenj ungen ueberrascht, verletzt und bereit, zurueckzuweichen. Es ist ein Kampf zwischen zwei bedingten Feinden, zwei adeligen Gestalten, die beide der gleichen Familie angehoeren. Das Denkmal ist eine wuerdige Darstellung des Kampfes, wuerdig sowohl fuer den Angreifer wie auch fuer den Zurueckgewichenen, voller Ernst und Stolz, voll von historischer und kuenstlerischer Wahrheit. Es ist die Kroenung des Lebenswerkes der ausgezeichneten Bildhauerin Chana Orloff, einer israelischen und juedischen Bildhauerin, ob- Gruner-Denkmal Mm wohl sie nun seit vielen Jah-, ren in Paris lebt. Chana Orloff ist 1888 in der Ukraine geboren und als Bildhauerin in Paris ausgebildet. Dann lebte sie abwechselnd in Paris und in Erez Israel. Bekannt sind ihre Portraetbuesten von Bialik, Edmond Fleg und dem Maler Rubin (im Museum Tel Aviv), die Bildwerke “Die Frau mit der Gitarre”, “Mutterschaft”, Tierdarstellungen im Tel-Aviver Tiergarten und manches andere. Im Zusammenhang m i t dem im Ramath Gan errichteten Denkmal ist naheliegend, einmal einen Ueberblick ueber die Denkmaeler zu geben, die in unserem Lande zu sehen sind, denn ihre Zahl ist sehr gering, wohl weil unser Staat erst sechs Jahre besteht und ueberdies die biblische Vorschrift “Du sollst Dir kein Bildnis machen” die Entwicklung der Bildhauerkunst stark behinderte. Die Denkmaeler, die fuer die im Freiheitskampf gefallenen Helden vielenorts errichtet wurden, sind schmucklos, ein obeliskartiger Stein mit der Inschrift, den Namen der Gefallenen und dem Feldzeichen des Heeres. Keine Gestalt und selbst keine Symbolik belebt diese Denkmaeler. Nur einige wenige Statuen gibt es im Lande. DER LOEWE VON TEL-CHAJ Das erste Denkmal, das im Lande errichtet wurde, stellt ebenfalls einen Loewen dar. Es wurde von dem Bildhauer Melnikoff in Tel-Chaj errichtet zur Erinnerung an Josef Trumpeldor, der dort im Kampfe gegen angreifende Araber mit einigen seiner Kameraden gefallen ist. Seine letzten Worte “es ist gut fuer unser Land zu sterben” stehen als Inschrift auf dem Denkmal, das einen sitzenden Loewen darstellt, der sein Haupt himmelwaerts wendet und den Rachen bruellend geoeffnet hat. Das Denkmal ist aus roetlichem Marmor gehauen, der aus einem unweit befindlichen Steinbruch stammt. Jedes Jahr versammelt sich hier am 11. Adar die Jugend des Landes, um das Andenken der gefallenen Helden von Tel-Chaj zu ehren. SEEW BEN ZWI In Kirjath Anawim, einer Kollektiv-Siedlung unweit Jerusalem, steht ein Denkmal zur Erinnerung an ein junges Maedchen, das erste in diesem Kibbuz .geborene Kind, das in jungen Jahren gestorben ist. Das Standbild traegt die hebraeische Aufschrift “Denn einem Baume des Feldes gleicht der Mensch” und stammt von dem Jerusalemer Bildhauer Seew Ben Zwi, der 1904 in Polen geboren wurde und sich 1923 in Erez Israel niederliess, wo er an der Bezalel-Kunstschule seine Ausbildung fand. Er verewigte auch das Antlitz von Bialik, von Dizengoff und waehrend seines Aufenthaltes in London, 1937—1939, von Leslie Höre Belisha. In Mischmar Haemek gibt es ein Kulturzentrum, das den Namen eines Mitglieds dieses Kibbuz”, Moshe Formansky traegt, eines Funktionaers der Bewegung, der in den Kaempfen gefallen ist. Ein schoener Gärtenwinkel wurde dem Gedaechtnis der zerstoerten europaeischen Diaspora gewidmet und traegt den Namen Pinath Hagolah. Dort steht ein Denkmal, das ebenfalls von Ben Zwi geschaffen wurde. Seew Ben Zwi ist, kaum 50 Jahre alt, vor einem Jahre gestorben. Trotz der Gleichheit des Familiennamens war er kein Verwandter des jetzigen Staatspraesidenten Jitzchak Ben Zwi. BATJA LISCHANSKY Dagegen ist die Bildhauerin Batja Lischansky eine Schwester der Gattin des Presidenten, Rachel Janaith-Ben Zwi. Sie waren Toechter eines russisch - juedischen Bauern, der sich nach seiner Einwanderung zuerst im Emek und dann in Jerusalem niederliess . Batja wurde 1900 in der Ukraine geboren und genoss ihre kuenstlerische Ausbildung an der Jerusalemer Bezalel - Schule, aber auch in Rom, Berlin und Paris. Von ihr stammt das Denkmal des Verteidigung - Kaempfers Ephraim Zisik und seiner Kameraden, die in einem arabischen Angriff auf Chulda fielen und dort ihr Standbild erhielten, eine in Stein gehauene Gruppe. Batja Dischansky ist auch die Schoepferin des Denkmals von Sir Alfred Mond (Lord Melchett) in Tel-Mönd und einer Gruppe “Horah”, tanzender Jugendlicher, die das Erholungsheim “Onim” in Kfar Saba schmueckt. JAD MORDECHAI Im noerdlichen Negev wur de der von den Aegyptern zerstoerte Kibbuz Jad Mordechai nach dem Sieg ueber das Invasionsheer wieder errichtet. Der Kibbuz, er gehoert dem Haschomer Hazair (Mapam) an, liegt zwischen zwei Bergen in einem Tale und auf einem der beiden Berge wurde vor dem zerschossenen Wasserturm, der als Erinnerung an den Befreiungskampf da oben stehen blieb, eine grosse Statue errichtet, die Mordechai Anilewitsch darstellt, den Anfuehrer des Warschauer Ghetto-Aufstands gegen die Nazis. Der Bildhauer Rappapo'rt stammt aus Litauen, lebte in Polen und in Frankreich und liess sich in Ramath Gan nieder. Er hat auch das Denkmal geschaffen, das in Negba, einem Kibbuz des noerdlichen Negev. an die im Freiheitskampf Gefallenen erinnert. DAS REITERSTANDBILD UEBER DEM EMEK In' frueheren Jahren gab es hier noch einen Bildhauer namens Polus, der in die Kibbuzim des- Emek zu kommen pflegte und dort lebte, bis er seine Denkmaeler ausgearbeitet hatte. Moderne Kunstkritiker sprechen ihm hoehere kuenstlerische Faehigkeiten ab, da er ein naiver Naturalist war und seine der Natur Gedenkmarken Die Deutsche Bundespost hat kuerzlich eine neue Markenserie unter dem Sammelnamen “Helfer der Menschheit” herausgebracht. In dieser Serie ist die 40 Pf. Marke Frau Bertha Pappenheim gewidmet. Frau Pappenheim, die im Jahre 1904 den juedischen Frauenbund in Deutsch land gegruendet hat, hat sich durch ihre Foerderung der sozialen und paedagogischen Bestrebungen der Frauenbewegung, besonders des Maedchenschutzes und Bekaempfung des Maedchenhandels einen Namen gemacht. Frau P. wurde im Jahre 1859 in Wien geboren und starb 1936 ln Berlin. Ausser Frau Pappenheim sind in diese Serie u. a. die bekannte Malerin und Graphikerin Kaethe Kollwitz und der evangelische Pfarrer Johann Friedrich Oberlin, Gruender der ersten Kinderbewahranstalt, (1740 - 1826), aufgenommen worden. nachgebildeten schoenen Formen dem modernen Geiste nicht mehr entsprechen. Von seiner Arbeit zeugt vor allem das Reiterstandbild des Vorlaeufers der Haganah Alexander Said, das unweit von Tivon von einem Berggipfel aus weit in den Emek hinunterblickt, an der Stelle, wo dieser juedische Waechter von Arabern umgebracht wurde. Polus ging in seiner Naturalistik so weit, dem steinernen Reiter Steigbuegel und Zaumzeug aus Leder und Eisen zu geben. In Tel-Josef, einem grossen Kibbuz im Emek, ist eine Familiengruppe an einem offenen Wasserbecken zu sehen und auch in Ramath David und in Beth Oren gibt es noch Erinnerungen an Polus. Ansonsten haben wir wenige Denkmaeler und Statuen im Lande. Die hier angefuehrten sind, bis auf den Loewen von Tel-Chaj und die Werke von Polus, jungen Datums. Wenn wir von den Buesten und Statuetten absehen, die innerhalb von Museen und Privathaeusern untergebracht and, haben wir vielleicht noch eine Statue des verstorbenen Ministers David Remes zu erwaehnen, die in Sichron Jaakow vor einem Kulturheim der Histadruth steht und von dem aus Paris eingewanderten Bildhauer Jaakow Lutschansky stammt. Ferner erhielt kuerzlich der junge Bildhauer Jechiel Schemi aus dem Kibuz Chakuk im Galil den Kunstpreis auf den Namen Dizengoffs von der Stadt Tel-Aviv zuerkannt. Von ihm stammt ein Monument, das im Kibbuz Hassolelim steht. Das ist die bescheidene Aufzaehlung der in Israel unter freiem Himmel stehenden juedischen Werke bildender Kunst. Eine junge Generation von Bildhauern, die in der Jerusalemer Bezalel- Schule ihre Ausbildung erhaelt, wird gewiss in den naechsten Jahren noch weitere schaffen, die die Augen des Beschauers erfreuen und an die Leiden und Heldentaten unserer Generation erinnern werden. So soll demnaechst an der Strasse, die von Tel-Aviv nach Jerusalem fuehrt, am “Schaar Haaaj”, dem “Bab el Wad”, dem Tore, das von der Ebene ins judaeische Gebirge fuehrt, ein grosses Denkmal errichtet werden, das den heldenhaften Kampf um die Zufahrtsstrasse nach der Hauptstadt in der Erinnerung wachhaelt.

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