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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-01-01 · 1 (Enero, 1955) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
1 (Enero, 1955)
Date
1955-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION) S.C. I. B’NE JtSROEL AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO * CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT ■ S O C IE DAD C ULTU RA L IS RAE LITA " B ' N E J 1 S R O EL" | N Año XVII — 1 BOLETIN INFORMATIVO Enero, 1955 i Oedland wird Seebad Der Tourist, der heute Nahariya, das bekannteste Seebad Israels besucht, kann sich kaum vorstellen, wie der Platz vor seiner Gruendung Ende 1934 aussah. Wo heute schattige, gepflegte Strassen an Hotels, Pensionen, Cafés, Geschaeften zu dem grosszuegig angelegten Strand fuehren, war damals eine oede, unbewohnte Kuestenebene. Tagsueber weideten Araber ihre Ziegenher den. Nachts heulten die Schakale. Vor achtzehn Jahren kamen ungefaehr hundert juedische Familien aus Deutschland in diese Gegend. Es gab keine juedischen Siedlungen im noerdlichen Teil des damaligen Palaestina, Die Neueinwanderer kauften mit den hier erfahren, Trotzdem' gedieh das Gemuese gut, viel zu gut fuer den Abfallhaufen, auf den sie es werfen mussten •weil sich der Transport in die Stadt nicht lohnte. Die Huehner legten Eier, soweit sie nicht an allen moeglichen Krankheiten eingingen. Es war ein schweres Leben! Aber es hatte trotz aller Rueckschlaege und Misserfolge auch seine guten Seiten. Die Siedler bildeten eine grosse Familie. Jeder kannte Jeden. Es gab keine Klassenunterschiede. Der erste Sederabend wurde vom ganzen Dorf gemeinsam gefeiert. Es war wohl alles sehr primitiv. Aber sie alle verband das Gefuehl, einer Gemeinschaft anzugehoeren, die etwas Resten ihres transferierten Vermoegens Grundstuecke, bauten Strassen, Haeuser, Huehnerstaelle und begannen den Boden zu bearbeiten. Jede Familie sollte Gemuese- Wirtschaft und Huehnerzucht nach vorher ausgearbeiteten Plaenen betreiben. Aber etwas hatten die Planer nicht ausgerechnet: ob man davon auch leben konnte! Und wie sollten sie auch? Sie waren Aerzte, Anwaelte twid, Kaufleute in Deutschland gewesen. Blumenkohl hatten sie alle schon gegessen, aber gepflanzt hatte ihn noch keiner. Von Huehnern wussten sie nur, dass sie Eier legen. Wieviel Arbeit die Tiere machen, sollten sie erst, Neues aufbaut. Nichts fanden die Siedler fertig vor. Alles musste neu geschaffen werden und gerade das war schoen. Nach schwerer Tagesarbeit sassen die werdenden Bauern noch bis Mitternacht zusammen und diskutierten das Wie und Was. Das erste Kino war im Futtermagazin. Man sass auf Futtersaecken und die Logen bestanden aus Eierkisten. Der Film riss mindestens fuenf Mal an jedem Abend. Die Maeuse und Ratten guckten auch zu, aber die Besucher amuesierten sich grossar tig. Nach der Vorstellung mussten die Maenner noch Wache stehen. Kaum hatten sich die Neueinwanderer eingerichtet, wurden die Araber unruhig. Damals ging es noch relativ gemuetlich zu, im Vergleich zu dem, was sich ein Jahrzehnt spaeter abspielte. Manche Anekdoten aus jener Zeit werden noch heute von den Nahariyanern erzaehlt: Da rief einer — er stammte aus der Wuerzburger Gegend — auf einer naechtlichen Wache eine verdaechtige Gestalt an: “Sprich deutsch oder ich schiess!” Das war gar nicht so dumm, weil die Einzigen, die damals nicht deutsch oder jiddisch sprachen, die Araber waren. Ein anderer Siedler — aus Schwaben — fragte auf wache seinen Nachbarn: “Hast Du scho’ gelade’?” und der erwiderte: “Ich muss erst nachsehen, ob mir meine Frau eine eingepackt hat.”. Spaeter, als der Weltkrieg ausbrach, hoerten Unruhen und Wachtdienst auf. Nahariya wurde als Erholungsort in der englischen Orientarmee bekannt und beliebt. Die Soldaten schaetzten die —so gar nicht orientalische— Sauberkeit und Ordnung des Platzes. Trotz seiner Jugend spielte Nahariya schon eine weltgeschichtliche Rolle. Von hier aus begann die Eroberung des nahen, von Vichy-Franzosen besetzten Libanon. Nach Kriegsende hatte sich Nahariya schon zum Seebad entwickelt. Wenn man da etwa einen Siedler fragte: “Was baust Du dieses Jahr an?”, sagte er nicht wie frueher: “Einen Dunam Tomaten oder Weisskohl”, sondern er antwortete: “Ein Zimmer!” Auch die Israelis entdeckten nun den schoenen Strand. Nach Europa konnte man noch nicht fahren, so ging man nach Nahariya. Dann kam die schlimmste Zeit fuer den Ort. Er sollte nach dem Teilungsplan arabisch werden. Noch witzelte man: “Ob juedisch oder arabisch: Nahariya bleibt — deutsch!” Aber den Einwohnern vergingen bald die Witze, als sie Monate lang vom uebrigen Land abgeschnitten waren und Tag und Nacht arabische Flieger Bomben ab warfen. Doch es ging alles gut aus. Das war ein Jubel, als das erste juedische Auto wieder durch kam, mit dem Nahariya-Motto auf dem Kuehler: “It is Nahariya time again!” Da wussten die Nahariyaner: Nun war das schlimmste vorbei. In den Jahren nach der Staatsgruendung erlebte Nahariya einen nie geahnten Aufschwung. Der Badebe- Hirt und Herde Auf der Tagung der Schafhirten, die gestern abend in Haifa ihren Abschluss fand, wurde neben anderen interessanten Tatsachen mitgeteilt, DASS ES IM LAU¬ FE VIELER JAHRE GELUNGEN IST, IN JISRAEL DAS BESTE UND ERTRAGREICHSTE SCHAF DER WELT ZU ZUECHTEN. In seinem Referat konnte DR. FINCI vom Landwirtschaftsministerium mitteilen, dass im letzten Jahr 883 Schafe mehr als 400 Liter Milch im Jahr erbrachten, waehrend vor 25 Jahren der Durchschnitt 60 Liter im Jahr betrug. Ein Rekordschaf in Kfar Giladi konnte sogar 650 Liter im Jahr geben. Unsere Schafe nehmen 60% ihrer Nahrung von wilder Weide zu sich, wo nicht gepflanzt und gesaet wird; so gewinnt jedes Schaf dem Land einen halben Dunam Boden, liefert Milch. Fleisch und Wolle und gibt die Moeglichkeit, aus der Milch den billigsten, nahrhaften Schafskaese herzustellen. Zu der Tagung waren Vertreter der 2,000 im Lande befindlichen Schaefer aus allen Meschakim des Landes, wo es 75,000 Schafe gibt, erschienen. (YEDIOTH CHADASCHOT) ZAHLEN 1938 gaben Dr. Fincis beste 11 Herden im Durehnitt 131 Liter, heute geben sie 331. 1930 gaben nur 0,6% der Mutterschafe mehr als 250 Liter, heute geben dies 84%. (JERUSALEM POST) trieb, zunaechst ein Nebenerwerb, wurde ein selbstaendiger Erwerbszweig. Aber auch die Landwirtschaft vergröesserte sich mit dem wachsenden Bedarf. Der Ort sprengte (seine Grenzen, dehnte sich nach Norden und Osten weit aus. Frueher der einzige juedische Punkt in dieser Gegend, ist er heute von einem Kranz neuer Siedlungen umgeben. Neue Menschen kamen. Aus anderen Laendern, mit anderen Anschauungen und Sitten. Viele von ihnen hatten Jahre in K.Z.-Lagern zugebracht, ihre Familie verloren, waren gefluechtet und in die alt-neue Heimat gekommen. Die entsetzlichen Krieg- und Nachkriegsjahre hatten ihnen den Stempel aufgedrueckt, unausloeschbar wie die K.Z.-Nummer, die viele tragen. Das alte, heute schon romantisch verklaerte Nahariya gehoert der Vergangenheit an. Oft sprechen die Gruendier von den ‘“guten 'alten Zeiten”. Eines erfuellt sie immer wieder mit Stolz: Nahariya waere nie zu dem geworden, was es heute ist, wenn nicht vor achtzehn Jahren eine Handvoll Juden aus Deutschland hier in zaeher Pionierarbeit ihre ganze Kraft eingesetzt haetten. Alfred Katz (Naharia) /hat t/e*n MONATSSPIEGEL: Inquisition am Nil Eine Hand waescht Alte Narben rosten 5 KUNST UND LITE¬ RATUR: Standbilder .... 7 Sch. Asch. ..... 8 Romain Rolland . . 8 Schewa Tachanot . 9 KINDERBLATT

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