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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-12-01 · 12 (Diciembre, 1954) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
12 (Diciembre, 1954)
Date
1954-12-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Diciembre, 1954 11 BOLETIN l i NFORMATIVO Der erste Flugpostsatz Von Dr. Julius Kaufmann, Tel Aviv Auch bei den ersten Flugpostmarken hat die Israel- Postverwaltung an alte Motive angeknuepft. Ein auf Flugpostmarken haeufig wiederkehrendes Motiv ist der Vogel. Meistens ist es der Adler, der am besten die Herrschaft in den Lueften symbolisiert. Mit dem Vogel zeigen die Israel - Flugpostmarken also nichts Neues. Aber dennoch liegt in der Auswahl und Darstellung etwas Originelles. Die Vogelgestalten sind naemlich Ausgrabungen aus der Zeit des 1. bis 6. Jahrhunderts entnommen. Alle Motive gehen auf die juedische Geschichte, Kunst und Bibel zurueck. Die Ueberschrift auf den Marken lautet immer “Israel*' in hebraeisch, arabisch und lateinisch. Unten steht “Doar Avir”-Flugpost. Die Anschrift auf der rechten Seite ist jedoch immer verschieden und bezieht sich auf die betreffende Vogelgestalt. Die 5-Prutot-Marke zeigt zwei an einer Traube pickende Tauben. Sie stammen von dem Relief einer alten juedischen Toepferlampe. Der Stil ist charakteristisch fuer die juedische Kunst des 3. Jahrhunderts, in dem diese einen liehen Stand erreicht hatte. Auf der 30-Pr.-Marke sehen wir zum ersten Male den Adler (der auch auf der 100-Pr.- Marke erscheint); er stammt aus dem Fries eines Mausoleums in Beth Shearim, der die Tiergestalten von Adlern und Woelfen enthaelt, die in einen grimmigen Kampf verwickelt sind. Einer der Adler ist auf der Marke abgebildet. Der Name von Beth Shearim ging kuerzlich wieder durch die Zeitungen, nachdem die dortigen Ausgrabungen der Israel-Forschungsgesellschaft erstaunliche Resultate gezeitigt haben. Es sind wieder 3 Katakomben entdeckt worden, nachdem die e r s te n Ausgrabungen zwischen 1934 und 1940 bereits 11 freigelegt hatten. Die Inschriften liefern wichtiges Material zu den Problemen der Talmud-Periode, ueber die Verbindung mit den Juden der Diaspora und das Beerdi- ¡.•»í'í’v*«' gungswesen der Juden in den Nachbarlaendern. Sie erzaehlen von Juden aus Palmyra und dem Yemen, von den Ufern des Euphrat und des Nil, die nach Beth Shearim zur lezten Ruhe gebracht worden sind. Bekannt ist Beth Shearim auch als Residenz von Yehuda Hanassi und des Synhedricns in der zweiten Haelfte des zweiten Jahrhunderts. Rabbi Yehuda selbst ist in Beth Shearim beigesetzt worden. Man sieht also, die Adlergestalt auf der 30-Pr.-Marke ist. von ihrem historischen Hintergrund aus betrachtet, recht interessant. Die Vogelgestalt der 40-Pr.- Marke ist einer alten Synagoge von Beth Alpha entnommen. die erst 1928 entdeckt worden ist und nach einer der Inschriften aus der Zeit des byzantinischen Kaisers Justinian I. im ersten Viertel des 6. Jahrhunderts stammt. In dem Mosaikfussboden befindet sich ein Thoraschrein, der von zwei Loewen und zwei Voegeln bewacht wird. Einer von ihnen ist der auf der Briefmarke. Es ist recht zweifelhaft, um was fuer einen Vogel es sich handelt, wahrscheinlich um einen Strauss. Die Ausfuehrung ist, im Gegensatz zu den bisherigen Exemplaren, minderwertig. Die Gestalt der 50-Pr.-Marke stammt aus einem Kalkstein- Relief, das zwei Thora-Schreine als Fassade einer Synagoge zeigt. Zwischen den Schreinen befindet sich ein siebenarmiger Leuchter, der von zwei Vogelgestalten umrahmt ist. Eine von ihnen ist die auf der Briefmarke. Es ist nicht sicher, ob es sich um eine symbolische oder echte Vogelgestalt handelt. (Das NEUE ISRAEL, Schweiz) STATISTIK ALI J AH Die Zahl der juedischen Einwohner Jisraels ueberschritt die Eineinhalb-millionen- Grenze. Die Zahl der Nichtjuden betraegt 188.000 d. h. also 11% der insgesamt 1.688.000 Einwohner des Staaties In den ersten Monaten des Jahres 1954 betrug die Zahl der Einwanderer nur 3.000. 47% der Einwanderer des Jahres 1953 stammen aus Nordafrika, 28% aus Asien (hauptsaechlich Persien und Indien), waehrend aus der ganzen westlichen Welt insgesamt nur etwa 1.000 Olim kamen, und zwar interessanter Weise mit Argentinien (290) an der Spitze, dann alle uebrigen Laender des amerikanischen Kontinents zusammengenommen (244), Frankreich (114) und Grossbritanien (112). Im juedischen Jischuw gibt es 26.000 mehr Maenner als Frauen. Die grosse Massenalijah aus den orientalischen Laendern hat zu einer sehr erfreulichen Umschichtung im Altersaufbau Jisraels gefuehrt: Die Zahl der Kinder unter 15 ist von 28 auf 32% gewachsen. Die relativ grosse Zahl der Kinder erschwert natuerlich zunaechst die Eingliederung fuer die Neueinwanderer und senkt zuerst den Prozentsatz der Erwerbstaetigen, aber auf die Dauer sichert er die Zukunft der Nation. . , 1 I I 1 '; ' SEPHARDIM Der Prozentsatz der sephardischen und sonstigen orientalischen Juden im Lande ist im Laufe der lezten zehn Jahre von 20 auf 42% gestiegen und betraegt bei der Schul- und Nachschuljugend (im Alter von 6 bis 17 Jahren) sogar 53%. Die Gesamtzahl der Auswanderer seit Staats «Tuendung betraegt etwa 7% der Gesamteinwanderung, davon 70% Neu ein wanderer. ISRAEL LACHT... Briefmarken - Sammler! Im vergangenen Monat erschien die erste Nummer der Zeitschrift “The Holy Land, Philatelist-Israel's Stamp Monthly”. Die in praechtiger Ausstattung erscheinende Veroeffentlichung hat sich zur Aufgabe gesetzt, nicht nur ueber die alten und neuen Briefmarken unseres Landes das fuer den Briefmarkensammler wichtige Material zu veroeffentlichen sondern darueber hinaus, Aufschluss ueber —den historischen Hintergrund der abgebildeten Symbole zu geben, die fuer jeden Leser von Interesse sein duerften. In der mit reichlicher Ilustration versehen Zeitschrift erscheinen auch jedes Mal Artikel von allgemeinem Interesse. Interessenten moegen sich wenden an: THE HOLY LAND, 13 Montefliore, Tel-Aviv, Israel. Hattest du nicht gesagt, wir treffen uns vor dem Staadtrabbinat...?” Mit letzter Post ERZIEHUNG —Ein gross angelegtes Werk zur Hebraisierung des Landes ist in sein praktisches Stadium getreten. 30.000 Erwachsene, in ihrer ueberwiegenden Mehrheit Neue>nwanderer. lernen abend fuer abend in eihem einjaehrigen Kurs Ivrit. .—In Beer-Scheva wurde ein Seminar fuer Spezialisierung und Fortbildung nicht - diplomierter Lehrer eroeffnet, das im Lauf einer einjaehriger Ausbildung das Niveau der Kenntnisse bei den Lehrern, die groesstenteils selbst Neueinwanderer sind, und in den suedlichen Siedlungen unterrichten, heben will. Das Gehalt wird waehrend dieser Zeit an die Lehrer-Schueler weiter gezahlt. BESUCHER —Unter den Gaesten in Israel befindet sich eine Gruppe, die aus acht fuehrenden Persoenlichkeiten des englischen Judentums —unter ihnen der Lahourabgeordnete M. Auerbach— besteht. —Eine Delegation von 35 an der Spitze der Magbit- Aktion in den USA stehenden Menschen traf in Israel fuer einen etwa zweiwoechentlichen Besuch ein. EINWANDERUNG —Representanten der Alija— und Kolonisationsabte’lung der Sochnut (Jewish Agentur) sind in Marroko und Tunis eingetroffen, um die Einwanderung nach Israel aus diesen Laendern erfolgreicher und geregelter zu gestalten. —70 Einwanderer aus Cuchin und Bombay sind mit EI-AI Flugzeugen in Lydda eingetroffen Sie werden dem Moshav Taoz beitreten, der vor e'nigen Monaten von Einwohnern aus Indien gegruendet worden ist. WASSER —Der argentinische Kibutz Gasit konnte an dem Tag seines fuenfjaehrigen Bestehens sein Wasserfest begehen. Entgegen der oft gehoerten Meinung, dass es im unteren Galil kein Wasser gebe, gab d'.e Bohrung in dem in der Naehe des Tabors ge'egenen Dorf in der Tiefe von 116 Metern ein Wassermenge von 250 cub. m. pro Stunde. —In einer Entfernung von etwa V2 km. suedoestlich der Stadt Beerscheva im Negev beginnt man jetzt mit Bohrungen. Man rechnet damit eine T’efe von 500 bis 700 m. erreichen zu muessen, um Wasser zu finden. PRODUKTION —Die Fabrik ‘Asat-Elon’, die sich mit der Herstellung von landwirtschaftlichen Maschinen besehaeitigt, hat eine mechanische Muehle zum Zermahlen von Erdnuessen usw. hergestellt. —In Kfar-Saba wurde e'ne Schuhfabrik fertiggestellt, die vorlaeufig 500 Paar Schuhe taeglich produzieren wird. Die Arbeiter, meist Neueinwanderer, wurden in Spezialkursen ausgebildet, welche vom Arbeitsministerium, den Arbeitgebern und der Histadruj (Gewerkschaft) gemeinsam finanziert worden waren. —Unter den neu zugelassenen Firmen befinden sich: ein Unternehmen zur Bearbeitung von Olivenbaumholz, eine Fabrik zur Herstellung von Zelluloid, die cinematographische Industrie “Sik-Or”, die Langspielplatten —Fabrik ‘Decca’. die Zucker— und Alkoholfabrik “pri-sukar’ u. a. m. —Der Export in die Tuerkei belaueft s:ch (im Jahre 54 bis Oktober) auf 9 bis 10 Millionen Dollar. —2000 Buechsen mit Gefuelltem Karpfen sind mit der ‘Jerusalem* nach den Vereinigten Staaten geschickt worden Die Buechsen t agen Ettikette mit den Worten ‘Gefillter Fish’. Nach dem guten Absatz, den die Konserven fanden, hat die Exportfirma Tnuva Verhandlungen mit Austra'ien und suedamerikanischen Laendern aufgenommen. —In der ersten Jahreshael "te von 1954 betrug der totale Export Israels 58 Millionen Dollar und lag 5491 ueber dem des vergangenen Jahres im gleichen Zeitabschnitt Ueber die Haelfte wurde davon in auslaendischen Waehrungen bezahlt, der Rest durch Warentausch gedeckt.

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