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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-12-01 · 12 (Diciembre, 1954) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
12 (Diciembre, 1954)
Date
1954-12-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Diciembre, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 5 DIE MUTTER Ui IURE SIEBEN SQEHNE Die Erzaehlung von der Mutter, die mit ihren sieben Soehnen einen furchtbaren Tod fuer ihren Glauben erlitt, hat merk wuerdige Schicksale gehabt. Wohl der aelteste Bericht findet sich in den Buechern der Makkabaeer (II Makk, Kap 7; IV Makk. Kap. 8) zusammen mit dem Martyrium des greisen Eleasar. Der Verfasser des II. Makk., der kurz vor der Zerstoerung des zweiten Tempels im Jahre 70 geschrieben hat, gibt als seine Quelle das Geschichtsbuch eines sonst unbekannten juedischen Schrifstellers, Jason von Cyrene, an, der hoechstwahrscheinlich um 160 v. in Aegypten ge chrieben hat und die fuenf Bücher seiner Geschichte, die der Autor des Makkabaerbuches in eines zusammengefasst hat, auf Grund von muendlichen Berichten von Zeitgenossen, die persoenlich die geschilderten Ereignisse erlebt haben, verfasst hat. Da nun diese Erzaehlung auch in anderen Quellen berichtet wird, duerfte anzunehmen sein, dass es sich um ein wirkliches Ereignis und nicht um eine Legende handelt. Allem Anschein nach hat sie sich in Antiochien, der Hauptstadt des Syrerreiches, und in Gegenwart des Koenig Antiochus Epiphanes zugetragen. Dasselbe Ereignis wird aber auch im Talmud Bawli und im palaestinensischen Midrasch erzaehlt. In Gittin 57b (in der Goldschmidtschen Uebersetzung des Talmuds Bd. VI. S. 373) berichtet Rabbi Jehuda von einer Frau, die mit ihren sieben Soehnen vor den Kaiser Hadrian gefuehrt wird, um zum Goetzendienst gezwungen zu werden. Die Geschichte spielt also hier nicht zur Zeit der syrischen Verfolgungen, sondern der hadrianischen, unmittelbar nach dem Aufstand des Bar-Kochba, um 135 n. Es ist nicht wahrscheinlich, dass der Talmud aus dem Makkabaer- Buch geschoepft hat, sondern, dass es sich hier um eine alte Ueberlieferung handelt, die im Volke verbreitet war. Die Erzaehlung des Talmuds ist durch ihre kuerzere Darstellung eindrucksvoller, waehrend die Makkabaerbuecher, vor allem das vierte, rhetorisch weitschweifig sind. In beiden Erzaehlungen wuenscht der Herrscher den juengsten Sohn zu retten; das Motiv des Ringens mit dem Goetzenbild, das der Knabe aufheben soll, um dadurch dem Willen des Herrschers Genuege zu tun, bringt der Talmud. Auch das Ende der Mutter ist in beiden Versionen verschieden. Die Makkabaeerbuecher berichten: “Und zuletzt wurde die Mutter getoetet”. Im Talmud stuerzt sie sich vom Dache herab. Der Midrasch (deutsch bei M. J. Gorion; Born Judas, Bd. 2, S. 84 ff., dort auch Quellenangaben S. 320 f.) hat spaeter an dem Selbstmord der Mutter Anstoss genommen und ihn mit ploetzlich ausgebrochenem Wahnsinn erklaert. Noch spaetere Quellen beseitigen den Selbstmord und lassen die Mutter denselben Tod wie ihre Kinder sterben. Diese Quellen bringen auch zum ersten Male den Namen der Mutter: Mirjam, Tochter des Tanchum. Den heute so populaeren Namen Channa, unter dem diese Geschichte zumeist erzaehlt wird, bringt nur Jossipon, wohl auf Grund von Samuel I, Kap., 2, 5, wo Channa betet: “Die Unfruchtbare gebaert sieben und die Kinderreiche welkt dahin”. In den syrischen Quellen heisst die Mutter Schemuni, Aschmunit, graezisiert Salomone oder Salomonis, was nichts anderes bedeutet als Hasmonaerin. Diese Quellen, die christlich sind,- bringen die Mutter auch in verwandtschaftliche Beziehungen zu der Familie der Makkabaer und bezeichnen sie geradezu als Makkabaer. Der Gatte der Mutter und Mattatias, der Stammvater der Makkabaeer, seien Brueder gewesen. Auch den greisen Eleasar, der sein Martyrium unmittelbar vor dem der sieben Brueder erlitten hat bringt die Legende mit ihnen in Beziehung, indem sie ihn teils ihr Lehrer, teils ihr Vater sein laesst. Waehrend jedoch durch die Makkabaeerbuecher diese Erzaehlung in Beziehung zum Chanukkafeste gebracht wird, knuepfen sie Talmud und Midrasch an die Trauer zum 9. Ab um den Tempel zu Jerusalem. Und das duerfte auch die urspruengliche Sitte gewesen sein. Bei den Juden des Irak, Syriens und im Jemen findet sich im Ritual des Fasttages zum 9. Ab ein arabisches Klagelied ueber Channa und ihre sieben Soehne, das im Anschluss an die Gebete vom Abend des 8. Ab vorgetragen wird. Auch die Frauen in Polen und Litauen beten am 9. Ab aus “Zeena ureenna’’ ein solches Klagelied. Im Ritus des Chanukkafestes wird das Ereignis lediglich in den Einschaltungen (Jozerot) zum Schabbath-Chanukka erwaehnt. Ein recht merkwuerdiges Schicksal hat die Erzaehlung vom Martyrium der Mutter und ihrer sieben Soehne in der katholischen Kirche gehabt. Durch die Makkabaeer- Buecher, die in den Kanon der christlichen Bibel aufgenommen worden und nicht apokryph wie bei uns sind, war die Erzaehlung den Glaeubigen gelaeufig und galt als heilig. Vermutlich hat sich auch das Gedaechtnis an die Brueder bei den Juden Antiochiens besonders frisch erhalten. Vielleicht hat man auch einen bestimmten Ort als ihr Grab verehrt. Im vierten Jahrhundert befand sich dort eine christliche Basilika, die an der Stelle einer frueheren Synagoge gebildet, vermutlich deswegen, weil sich die antiochische Christengemeinde zu einem Teile aus den dortigen Juden gebildet hat. Von Antiochien aus verbreitete sich dieser Kult, der dann zu einem Heiligenkult wurde, zunaechst im Osten und dann auch im Westen des Bereichs der Kirche. Man sah in diesen Maertyrern ein Vorbild fuer Standhaftigkeit und Glaubenstreue. Der Kirchenvater Origenes erwaehnt die Geschichte des Eleasar und der sieben makkabaeischen Brueder als glorreiche Beispiele des Martyrermutes, Cyprian und andere Kirchenvaeter beschaeftigen sich sehr ausführlich mit ihnen. Johannes Chrysostomus und Gregor von Nazians (4. Jahrhundert) predigen ueber sie. Ambrosius, der Bischof von Mailand, erwaehnt in einem Briefe an den Kaiser Theodosius vom Jahre 388 die Verehrung der Makkabaeischen Brueder. Au- Neue CII\\IIK\- l:\LTSEL eer Von DAVID SCHWARTZ Ich erzaehlte die Geschichte genau so, wie sie mir erzaehlt wurde. Sie handelt von ein paar Juden in einer kleinen russischen Stadt. Ich weiss nicht mehr, wie sie hiess Diese russischen Namen sind so schwer zu behalten. Veliki Luki zum Beispiel ist mir nicht in der Erinnerung geblieben, weil die Russen dort so heroisch gekaempft haben, sondern weil es ein bisschen nach Cola klingt — die gleiche Wiederholung aehnlieher Laute. Wir wollen den Ort Ribevsk nennen. Auch in Friedenszeiten kam die Bevölkerung nicht ueber fünfhundert hinaus. Als die Deutschen sich naeherten, fluechteten auch diese Bewohner in das Innere Russlands. Es war eine boese Zeit fuer Russland, und die deutsche Gefahr rueckte Ribevsk mit jedem Tage naeher. Schliesslich W!7rde vcm russischen Kommando der Befehl ausgegeben, die Politik der “verbrannten Erde” anzuwenden, Saemtliche Einwohner mussten den Ort verlassen. Es wurde jedoch eine Ausnahme gemacht. Guerilla-Abteilungen pflegen gewissen Leuten die Aufgabe zuzuteilen, die herannahenden Deutschen zu beunruhigen. In Ribevsk wurde eine Familie zurueckgelassen, die Simonoffs. und auch sie sollten nur zwei Wochen bleiben. Der Ort war nicht sehr wichtig. Immer hin musste jemand eine Weile ‘ noch dort bleiben — falls etwas Unvorgesehenes geschehen sollte. Die Simonoffs waren eine ganz gewoehnliche, russischjuedische Familie. Da war der alte graubaertige Siebziger, der noch in der Froemmigkeit der vorkommunistischen Tage lebte. Der aelteste Sohn hiess Hirsch, der juengere Mordche; er war erst 18 Jahre alt, Hirsch war Vater eines zweijaehrigen Kindes, dessen Mutter nicht mehr lebte. Die Simonoffs haetten das kleine Maedchen gern mit den anderen Evakuierten mitge-chickt. Aus irgend welchen Gruenden war dies nicht moeglich. Sie fuehlten sich jedoch einigermassen sicher. 1 3 6 o 15 17 19 ZI z 6 9 <5 10 m » « » 3 1 10 a « «1 * 22 * > ■ti W 15 V W 20 15 $ (ft 6 » K> 15 14 0 Ift e » 10 «e 5 »0 15 7 :|?IHrlrl.fl,7.LgI Ersetze die Zahlen in den senkrechten Pfeilern 1 bis 8 durch Buchstaben, die Woerter folgender Bedeutung ergeben: 1. Streit, 2. Leitsatz, 3. Schlaege, 4. ueberschwengliche Freude, 5. englischer Sueddpolforscher. 6. Textilarbeiter, 7. Fluss in Jugoslawien, 8. ungewoehnliche Faehigkeit. Fertigkeit. Nach dem so gefundenen Schluessel ergeben die mit ‘A\ ‘B’, ‘C’. ‘D* bezeichneten Reihen, in dieser Reihenfolge hintereinander gelesen, einen Glueckwunsch. Ein knapper Nahrungsmittelvorrat, der fuer zwei Wochen reichen sollte, wurde ihnen zurueckgelassen. Eines Samstags abends, einen Tag bevor die zwei Wochen um waren, kam Mordche in das Haus gerannt. Er hatte aufregende Nachrichten. Er hatte deutsche Offiziere belauscht; eines der groes-ten Munitionslager in diesem Teile Russlands sollte in Ribevsk angelegt werden. Die Offiziere hatten gesagt, dass die Lagerhaeuser befehlsgemaess vor Ende der naechsten Woche fertiggstellt und geiuellt sein muessten. Die Simonoffs sahen einander an. Sie hatten nur noch einen Tag zu essen. Dann wandte der Alte sich ab, ging zum Regal und kehrte mit einer Kerze zurueck. “Du kannts doch keine Kerze essen”, sagten seine Soehne. “Es ist Chanukka, liebe Soehne, und ich will ein Chanukkalicht anzuenden”. “Du bist wirklich grossar tig, Vater”, sagte Mordche, “in einer solchen Zeit noch an Religion zu denken. Wir haben ein grosses Problem gustinus, einer der ganz grossen der lateinischen Ki^hc (354—430 sagt in seiner Predigt zum Makkabaeertage: “Die Makkabaeer sind die Blutzeugen Christi”. Theophil von Alexandrien schreibt im Jahre 404: "Die Makkabaeer werden in den christlichen Kirchen des ganzen Erdkreises mit Lobpreisungen verkuendigt”. Bei einem Erdbeben im 6. Jahrhundert stuerzte die Basilika in Antiochien, in der sich ein Sarkophag mit den Gebeinen der Maertyrer befand, ein Der Sarkophag wur de nach Byzanz gebracht und kam von dort nach Rom in die Kirche San Petri in vincoli, die von der Kaiserin Eudoxia im Jahre 442 erbaut worden war. Hier wurde er im Jahre 1876 bei Ausgrabungen entdeckt. Er besteht aus sieben Abteilungen und soll nach den auf ihm sich befindlichen Inschriften die Gebeine der sieben Brueder enthalten. Der Sarkophag stammt aus dem vierten oder fuenften Jahrhundert. Auch im Heiligen und Maertyrerkalender der katholischen Kirche ist den Makkabaeern ein Tag geweiht und zwar der erste August, der un gefaehr dem Monat Ab entspricht. Da die christliche Kirche das Gedenken an die sieben Brueder von den Juden Antiochiens uebernommen hat und auch bei uns die eigentliche Trauer um die Zerstoerung des Tempels mit dem ersten Ab beginnt, dem errsten August entsprechend, ist es wahrscheinlich, dass die Erzaehlung von der Mutter und ihren sieben Seehnen im Zusamm enhang mit dem neunten Ab erzaehlt wurde. Der Koptische Kalender hat den Makkabaeertag auf den 8. August gelegt, das wuerde dem 8, Ab entsprechend der Vorabend des Fasttages sein. Dr. Barueh Levy. zu loesen. Sellen wir bleiben md es darauf ankommen lassen oder nicht?”. “Soehne”. sagte der alte Mann, “das muesst ihr entscheiden. Ich bin alt. Ich fuerchte, ich gehoere zu einer anderen Generation. Wenn ihr es auch nicht gutheisst — so duldet es bitte. Bitte, setzt eure Huete auf, wenn ich das Licht einsegne”. Der alte Mann zuendete die Kerze an und sang mit voller Stimme die traurige Melodie der alten Judenheit: “Gesegnet seist Du o Herr, der Du uns befohlen hast, dies Chanukkalicht anzuzuenden”. Die Soehne hoerten ehrfuerchtig zu. “Meine Soehne”, fuhr der alte Mann fort, “als der heldenmuetige Makkabaeus die Feinde in die Flucht geschlagen hatte fand er im Tempel nur Oel fuer einen Tag vor — aber Gott tat ein Wunder, und das Oel reichte acht Tage”, diesen letzten Satz wiederholte er mit einer Stimme, die in rindrucksvoller Milde verklang: “ein Wunder geschah, und das Oel reichte acht Tage”. Der Alte schwieg. Dann sagte er: “Nun, habt ihr beschlossen, cb wir bleiben sollen oder nicht?”. “Wir bleiben” antworteten sie einstimmig. So wurde die Geschichte mir e r z a e 11. Hinzufuegen moechte ich noch dass sie erklaert, warum der alte Simonoff mit dem Lenin-Orden ausgezeichnet wurde; ihm ist die Zerstoerung eines der groeseren Muniticns und Waffenlager in Russland zugeschrieben worden. WIR SUCHEN David Blum, geboren IS. Januar 1890 in Medenreedem» Eisass, Ettern:: Joseph Blum und Fanny geborene Meyer. Wann Herr Btum nach Chile gekommen ist, l&ssft sieh nicht genau festeteilen: er wird dringend gesucht we-

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