Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1954)
- Date
- 1954-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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REDACCION» S.C. I. B'NE JISROEL AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 BOLETIN INFORMATIVO CASILLA 2487. SANTIAGO*CHILE M 1 T T E 1 L U N G S B L A T T - SOCIEDAD CULTURAL IS R A E L 1 T A " B 1 N E JISROEL" 1 — Año XVI — N.o 11 SANTIAGO DE CHILE Noviembre, 1954 j Gott sejtae England Von den verschiedensten Seiten innerhalb des zionistischen Lagers wurde des oelteren Sturm gegen die offizielle Leitung gelaufen und ihr vorgeworfen, dass sie ihre Politik zu sehr auf England orientiere. Die Zionsfreuna lichkeit der englischen Aussenpolitik, wie sie im Uganda-Angebot und in der Balfour-Deklaration ihren Ausdruck gefunden hatte, wurde rueckblickend als heuchlerische Geste einer ausgekochten Diplomatie gewertet und man verlangte die Ausrichtung des Zionismus —je nach Weltanschauung— auf Nordamerika, auf die kommunistischen Kraefte von morgen, auf das faschistische Italien Beziehungen treten koennen und dessen Unterstuetzung brauchen wuerden. Die Entwicklung gab, wie so haeufig, den Gemaessigten recht. Schon seit laengerer Zeit sind, mehr als formelle Beziehungen zwischen dem Judenstaat und England entstanden. In diesem Monat nun gab derenglische Aussenminister Sir Anthony Eden eine unmissverstaendliche Er klaerung ab, nach der sein Land Israel helfen wuerde, w^nn dieses von einem arabischen Staat angegriffen sei Ohne den Wert parlamentarischer Erklaerungen zu ueberschaetzen, muss man doch annehmen, dass diese einer kalten Dusche auf die erhitz-!«W; Sí»; «i ie ií:5íS: wmmm •' >x&3$; mm Vor ueber einem halben Jahrhundert erlitten die Buren ihre Niederlage gegen die Englaender. Die südafrikanische Union wurde ein Teil des britischen Imperiums. Einige der Buren, die vorher tapfer fuer ihren Stamm gekaempft hatten, zogen wuerdig und weise die erforderlichen Schluesse aus den neuen Gegebenheiten; Der hervorragende General Jan Smuts, dessen wir Juden als aufrechten Zionsfreundes gedenken, besass die menschliche Groesse und staatsmaennische Weitsicht dahin zu wirken, dass im Weltkrieg das südafrikanische Gewicht in die Wagschale Englands geworfen wurde. Die grosse Mehrheit der Buren versucht jedoch, aehiilich wie die deutschen Nazis, mit denen sie allerdings in ein e m Wahlverwandtschaftsverhaeltnis stehen, verlorene Kriege mit schneidiger Ignoranz zu uebersehen. Sie gehoeren der Nationalistischen Partei an und begeistern sich am Stammtisch und in der (Hollaendisch Reformierten) Kirche fuer deren anti-englische Politik. Zur Macht gelangt, verwandelten sie die Union in eine Hochburg bigotten Rassenwahns, wo die acht Millionen Neger von der weissen Oberschicht in politischer und sozialer Knechtschaft gehalten werden. Ihr Fuehrer, Daniel Malan, der seinerzeit die antisemitische Zeitung “Die Burger” gruendete, gab der “apartheid” —Politik gegen die Urbevoelkerung noch eine religioese Weihe und schmueckte sie —er ist ausgebildeter Prediger— mit erbaulichen Bibelzitaten vom “neuen Jerusalem und seinen Holzfaellern und Wassertraegern”. Malan, der jetzt von seinem Amt als Ministerpraesident zuruecktrat, konnte dies umso ruhiger tun, als er weiss, dass sein Nachfolger Havenga seinen Spuren, nicht erroetend, folgen wird... Die Rassenpolitik der froemmelnden Machthaber Suedafrikas, die loeblicherweise auf den Widerstand der Methodisten und der Anglikanischen Kirche stoesst, richtet sich auch gegen die betraechtliche indische Minderheit. Durch das indische Mutterland wurde nun eine Beschwerde darueber vor die Vereinten Nationen gebracht. Diese Hessen sich es nicht nehmen, gleichfalls einen frommen Spruch zu aeussern: Es bleibe zu hoffen, dass die Ursache zur Klage in direkten Gespraechen zwischen Indien und Suedafrika bereinigt werden koenne... Die Polizei hofft, dass es dem Bestohlenen gelingt, in freundschaftlicher Aussprache mit den Raeubern etwaige Meinungsverschiedenheiten zu bereinigen... Leere Wahl und Lehre der Wahl Die nordamerikanische Aussen polititk republikanischer Praegung hat im internationalen Rennen oft auf schwarze Pferde gesetzt. Wieviel Sympathien in Europa und Asien ist den USA dadurch verloren gegangen! wenn es sich dann, wie so oft, noch herausstellte, dass das Pferd lahm war, so war der Sympathieverlust nicht einmal durch erweiterte Einflussphaeren aufgewogen. Das mohammedanische Pakistan sollte zum Port der westlichen Kultur im Fernen Osten ausgeruestet werden und wurde —im betontem Gegensatz zu Indien— mit oekonomischer und militaerischer Hilfe verwoehnt, Pakistans Premierminister Mohammed Ali war ein gern gesehener Gast in Nordamerika, dem man willig grosse Versprechungen machte. Leider sah sich Ali urploetzlich genoetigt, sein Rendez-vous abzubrechen und in seine Heimat, wo sich ein Sturm im Palast vorzubereiten schien zurueck zu eilen. Als er in Karachi eintraf, war es jedoch bereits zu spaet: er war seiner Macht de facto entkleidet. Auch die aegyptischen Starken Maenner deren diplomatischen Launen man in Washington bereitwilligst nachgab, um nicht ihre machtvolle Sympathie einzubuessen, haben einen menschlichen Sehwaecheanfall hinter sich. Das Attentatversuch auf General Nasser zeigt deutlich, wie wenig sein Regime gefestigt dasteht. Bild unten; Der israelische Ministerpraesident begruesst den nordamerikanischen Botschafter. Seit damals haben sich die Beziehungen des jungen Judenstaates zu beiden Grossmaechten stark geaendert! Bild links: Der letzte Englaender verlaesst Palaestina Mai 1948. oder gar, wie eine entartete Revisionistengruppe, auf Hitlerdeutschlana. Das von der Chamberlaln- Regierung veroeffentlichte Weissbuch welches widerrechtlich den Lebensraum des juedischen Jischuvs' zu beschraenken versuchte, w i e auch die engstirnige Unterdrueckungspolitik unter Bevin schienen den Kritikern Englands upter den Juden recht zu geben und trieben die gesamte Judenheit in einen antienglischen Abwehrkampf. Aber selbst in jenen stuermischen Tagen warnten die Besonneneren vor einer uebertriebenen Frontalattacke gegen England als dem “Erbfeind”. Eine Zeit wuerde noch kommen, meinten sie, wo wir nach der notwendigen Austragung der Meinungsverschiedenheiten wieder m i t England in freundschaftliche t e n arabischen Gemueter gleich kommens sollte und— gekommen ist. Eine deutliche Sprache redet auch der Brief, welchen Sir Winstcn Churchill an Israel richtete. Nachdem der e n g 1 i s che Premierminister in tiefempfundenen Worten seines langjaehrigen Freundes, Doktor Weizmanns, gedenkt, faehrt er fort: “Der Staat Israel, der seine Entstehung zu einem grossen Teil Weizmanns zaehem Idealismus verdankt, befindet sich noch inmitten grosser Schwierigkeiten. Doch sollt ihr vertrauen, dass wir alles unternehmen werden, um Frieden und Wohlstand im Mittleren Osten zu foerdern!”. Der Baustein, welchen manche voreilig verwerfen wollten, mag noch zum Eckstein werden. ÉÉÉÉM»i i&mmm mm iUPgii mm mm. mim In Syrien hat das Volk gleichfalls gegen die militaerischen Diktatoren reagiert, die ihm nur die mageren Brocken 'anti - israelischer Schlagworte zuwarfen, und mit grosser Stimmenmehrheit den Kommunistenfuehrer Bagdasch in das Parlament gewaehlt. Andrerseits hatte die nordamerikanische Fuehrung kein Zutrauen zu der demokratischen Oase in der Wueste arabischer Diktaturen: Israel wurde offensichtlich in letzter Zelt zurueckgesetzt. Bei den eben stattgefundenen Wahlen haben die Republikaner gewiss in erster Linie den penkzettel fuer ihre innenpolitischen Fehler erhalten; aber ihre katastrophale Aussenpolitik war auch bestimmt darauf vermerkt. BEN