Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 8 (Agosto, 1954)
- Date
- 1954-08-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Agosto, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 13 REICHSVERTRETUNG GEGEN ZIONISMUS Kriegsgefangene traten —unter demoralisierenden Lagerbedingungen— einen Hungerstreik an und verhinderten dadurch das Aussondern ihrer juedischen Kameraden; aber Schweizer Funktionaere, die keinerlei persoenlichem Druck ausgesetzt waren, leisteten den nazistischen Mord- An das Krankenbett eines von Krisen geschuettelten Landes treten besonders gern und schnell grossprecherische Quacksalber, die die Massen mit plumpen Schmeicheleien und truegerischen Versprechen verfuehren, sie zu Ausbruechen hysterischen Groessenwahns treiben und schliess lieh —ihre Gaukelei wird meist zu spaet durchschaut— in den Abgrund fuehren, an dessen Rand sie vorher schaudernd standen. Manchmal jedoch findet ein leidendes Volk seinen guten Arzt. Die von ihm vorgeschriebsne Kur kennt keine Rauschgifte, sie ist schmerzhaft und langwierig, fuehrt aber zu einer gelinden Besserung. Nicht immer weiss man dem besonnen e n - Ratgeber allerdings Dank, oft muss er den Schierlingsbecher leeren. Frankreich leidet seit. Ende des zweiten Weltkriegs an der schreienden Diskrepanz zwischen seiner geschwaechten Potenz einerseits und dem Bemuehen, die Fassade einer Grossmacht aufrecht zu erhalten, andrerseits. Die franzoesische Industrieproduktion ist im andauernden Anstieg begriffen, dem Arbeiter ist ein hoeherer Lebensstandard als z. B. seinem deutschen Genossen ermoeglicht worden, —aber diese positiven Leistungen Nachkriegsfrankreichs werden aufgewogen durch die uebergrosse Belastung, welche sich das Land bisher zuliebe aussenpolitischer Bindungen aufzulegen verpflichtet glaubte. Keiner der franzoesischen Politiker, die durch muehevolles Ausbalancieren einer Parlamentsmehrheit zum Amt des Ministerpraesidenten gelangten, hatte den Mut, dem Volk diese unpopulaere Wahrheit klarzumachen. Dies schliesslich zu tun und mit umsichtiger Geschwindigkeit die Konsequenz aus solcher Erkenntnis zu ziehen, blieb, eit nem Juden Vorbehalten: Pierre Mendes - France erhebt schon seit Jahren seine mahnende S^t i m m me in der Nationalversammlung und dringt darauf, Frankreich und seine Umwelt in der richtigen Proportion zu sehen; dem Land keine ueber seine Kraefte hinausgehenden Aufgaben zuzumuten, vielmehr den gesunden Status einer zweitrangigen Macht anzustreben. Nachdem Frankreichs Kolonialpolitik eine Niederlage katastrophalen Ausmasses erlitten hatte, wurde Mendes- France zum Ministerpraesidenten gewaehlt. Waelirend seine Vorgaenger in der Hauptsache bemueht schienen, moeglichst lange im Amt zu bleiben, was sie durch Nichts-tun zu erreichen suchten, setzte sich der neue Premier eine schwere Aufgabe mit der Verpflichtung zurueckzutreten, wenn ihm deren Loesung binnen einem kurzbefristeten Zeitraum nicht gelingen sollte Mendes France versuchte, den Frieden in Indo-China bis zum 30. Juli herbeizufuehren. Als buben Vorschub! Dass der schwere Schatten einer Anklage nicht auf dem gesamten schweizer Volk lastet, ist den aufrechten Grenzposten zu verdanken, die, wie man jetzt erfaehrt, oft gegen ihre Weisungen, Fluechtlinge aus Deutschland in das Asylland Hessen. ihm dies gelang, hatte er einen grossen Erfolg zu verzeichnen! Doch andere schwerwiegende Fragen der Innen— und Aussenpolitik, ueber die einige Premierminister gestolpert sind, deren Loesung zum Teil fuer ihn aus persoenlichen Gruenden noch problematischer erscheinen mag, stehen dem verhaeltnismaessig jungen Politiker noch bevor; Kann der juedische Ex-Maquikaempfer fuer die deutsche Wiederaufruestung im Rahmen der EDC eintreten? Werden nicht sogar die frankleich-freundlichen arabischen und berberischen Kreise Norafrikas gegen den juedischen Minister Stellung nehmen? Werden endlich die franzoesichen Politiker ihm, dem ziemlichlich isolierten Aussenseiter, genuegend Zeit bewilligen? Die Zukunft wird darauf Antwort erteilen. Vor allem aber wird sich dies erweisen: Ist das franzoesische Volk politisch reif genug, um einem Mann dankbar zu sein, der ihm eine Huette im Tal statt eines Schlosses in der Luft erbaut. Militaer ohne Monokel Kennst du ein Land, wo es der geheime Wunschtraum eines durchschnittlichen Hochschullehrers ist, wie ein schneidiger Gardeoffizier zu wirken, dem er sich, katzenbuckelnd, unendlich unterlegen fuehlt? Es soll so etwas geben! Vielleicht gibt es auch das andere Extrem, Laender, in denen die Maenner der Wissenschaft dem Militaer und seinen meist expansionistischen Tendenzen wuerdevoll ablehnend gegenueber stehen. Schwerlich aber duerf te man in unserer Zeit einen neuen Archimedes finden; einen ernsten. Forscher, der in Notzeit zu einem hervorragenden Kriegsmann wird, nur um nach Abwenden der Gefahr mit gleichem Ernst zu seinen wissenschaftlichen Studien zurueck zu kehren. Israel besitzt solch Unikum. Jigal Jadin, der begabte Sohn des verstorbenen Professors E. Sukenik, trat bereits als Student in die aroheologischen Fusstapfe.n seines weltberuehmten Vaters; er durchstreifte Palaestina kreuz und quer, auf der Suche nach aufschlussreichen Resten unserer vergangenen Glorie. Doch vernachlaessigte er darueber keineswegs seine Bürgerpflicht: in der Hagana und spaeter im Heer machte er eine glanzvolle Karriere bis zum Chef des Generalstabs durch. Als dieser machte er im Befreiungskrieg genialen Gebrauch von einer vergessenen, halb-verschuetteten Roemrstrasse, die den juedischen Truppen ein unvorsehbares Umzingeln und Abschneiden der aegyptlschen VOR 400 JAHREN.— Die Renaissance hatte die erste Bresche in die totalitaere Gedankenwelt des Mittelalters geschlagen; langsam begann man den Wert des einzelnen Menschen zti empfinden und ihn von den Fesseln, die ihm ein allesbeherrschender Buchstabenglaube auferlegt hatte, zu befreien. Die Juden hatten noch einen langen Weg voelliger Emanzipation vor sich; vorlaeufig waren sie Kammerknechte des Kaisers und lebten hinter Ghettomauern. Aber auch dorthin drangen einige Strahlen des neuen Geistes, gaben ihnen neue Hoffnung und Mut und veranlassten sie zum ersten Mal, ihre Stimme gegen die Verfolger zu erheben. Vor genau 400 Jahren starb der erste grosse, treue und aufopferungsvolle Fuersprecher der deutschen Juden, Jossel von Rosheim (1480- 1554). Unermuedlich, ohne Auftrag oder Macht hinter sich, erschien er auf den Reichstagen oder an den pompoesen Fuerstenhoefen. protestierte gegen Unrecht, widerlegte Verleumdungen und erlangte Versprechen und Sicherheiten. Als die Reformation die Welt in zwei Heerlager spaltete, ergaben sich fuer die Judenheit erneute Schwierigkeiten; die katholische Kirche sah im Judentum den Ausgangspunkt der neuen Ketzerei, Martin Luther hingegen nach anfaenglicher Freundlichkeit, war erbost, als er sich in seinen Hoffnungen, die Juden zu seinem Glauben bekehren zu koennen, getaeuscht sah. Gegen die Anschuldigungen aus beiden Lagern verteidigte Jossel tapfer und klug seine Leute. Er wurde zum elnflussrei- Armee ermoeglichte und damit die Wendung im Krieg herbeifuehrte. Nach Beendigung der Feind Seligkeiten kehrte Jadin zu seinen Altertumsforschungen zurueck, untersuchte unter anderem die von seinem Vater in der Naehe des Toten Meeres aufgefundenen Pergamine. Als im letzten Monat in Israel eine Bibel-Woche veranstaltet wurde, stellte man die uralten Dokumente zum ersten ¡Mal oeffentlich aus. Jigal Jadin erlaeuterte sie in einigen Vortraegen; wie um den Kreis zu schliessen, han- HISTORISCHE PARALLELE Chen Mann, hoffaehig bei den vielen deutschen Fuersten und Prinzen, vom Kaiser Maximiliam I. zum “Befehlshaber und Regierer der gemeinen Juedischheit im Reich” bestallt. Jahre spaeter erkannten ihn dann auch die Juden selbst als Autoritaet an und Hessen ihn einen Ausschuss, mit Abgeordneten aus dem ganzen Land, organisieren. Das Wort dieses Vorlaeufers der “Reichsvertretung der Juden in Deutschland” brachte Jossel von Rosheim zum Reichstag in Augsburg, wo die Wortfuehrer der Kirchen ihren Streit austrugen, und gab seiner Erwartung Ausdruck, dass keinerlei neue Verfolgung gegen Juden geplant oder geduldet werden wuerde. “Denn auch wir sind Menschengeschoepfe, vom Allmaechtigen Gott erschaffen, um mit euch und unter euch zu leben!” schloss er seine Rede, in der die neue Vorstellungswelt der Rehaissance widertoente. Zu jener Zeit versuchte ein anderer Mann auf einem kuehneren Wege seinem juedischen Volk zu helfen: David Reubeni, der sich als ein Prinz aus dem Koenigreich der verlorenen zehn Staemme ausgab, wollte eine juedische Armee ausruesten, welche vom Papst, dem Kaiser, und den christlichen Fuersten unterstuetzt, den Kampf gegen den tuerkischen Feind aufnehmen sollte. Reubenis Vorschlaege und Plaene fanden wohlwollendes Gehoer bei den Herrschern des christlichen Europas, sie erscheinen auch heute, wo nach Ablauf der vier Jahrhunderte sich aehnliche Kombinationen ergeben haben, gar nicht wirklichkeitsfremd und ueberdelt eine vergilbte Rolle vom “Krieg der Soehne des Lichts gegen die Soehne der Finsternis” (milchemet bne or bivne choschech) und gibt, wie der Ex-Stabschef erklaert. wertvollen Aufschluss ueber die militaerische Organisation im antiken Israel. 'i!■ Gebe Gott, dass dem bewundernswerten Archäologen ein nochmaliger Kampf mit den modernen Soehnen der Finsternis nicht beschieden sein moege! BEN ""V spannt. Wohl aber kamen sie (und mussten sie vielleicht) so dem “Regierer” der deutschen Juden, Jossel von Rosheim, Vorkommen, der Reubeni und seinen schwaermerischen Schueler Salomon Molcho persoenlich kennenlernte. Er befuerchtete die Aufmerksamkeit des Kaisers, der erst vor kurzem die Juden pro-tuerkischer Spionage beschuldigt hatte, auf ihre etwaigen politische Bestrebungen zu lenken, er bat daher die zwei genialen Abenteurer flehentlich, sich nicht an den “gnadenreichen Beschuetzer der deutschen Juden” zu wenden, und sagte ihnen Unheil fuer sich und die gesamte Judenheit voraus. Jossels Weigerung fuer den kriegerischen Zionismus von Reubeni einzutreten, war ein Hauptgrund fuer dessen Scheitern. Haette er anders denken und handeln koennen? Und wenn das moeglich gewesen waere, haette er damit Segen gebracht? Wer mag dies entscheiden?! BEN-ONIM COMITE REPRESENTATIVO COMUNICA FELICITACIONES Bajo la firma de su secretario general, Sr. Francisco Walker Linares, la Comisión Chilena de Cooperación Intelectual ha enviado la siguiente comunicación al Instituto Chileno-Israelí de Cultura; “Acuso recibo de su nota en la cual nos informa sobre el Directorio 1954-1955 de esa Institución. Nuestra Comisión conoce la intensa labor de acercamiento espiritual entre Chile e Israel que ha realizado el Instituto desde su fundación, debido en gran parte a los afanes del señor Carlos Vergara Bravo y demás integrantes de la directiva. Es nuestro deseo que tales actividades continúen acetuándose como hasta ahora, con la cooperación de la Escuela “Israel” y del Instituto Israelí-Chileno de Tel-Aviv. Felicitamos a Ud. y Directorio por la meritoria labor cultural desarrollada y hacemos votos por que ella se amplíe aún más, ofreciendo de antemano todo nuestro apoyo a sus actividades”. NIÑOS PINTORES Muy emocionante resultó el acto de inauguración solemne del Club de Niños Pintores “Enrique Cumplido Toro”, que se efectuó en la Escuela Coeducacional “República de Israel” Nio 207, y que será el primero de estos organismos en los establecimientos primarios de la República de! Chile. Professor E. Sukenik s. A. bel Durchsicht der aufgefxmdenen Schriftrollen Wettlauf ¡zur Hütte