Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 7 (Julio, 1954)
- Date
- 1954-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1 RKOACCtON« S.C. I. B’NE JISROEL AV. PORTUGAL 610. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA "B1 NE JISROEL" Año XVI — N.o 7 SANTIAGO DE CHILE Julio, 1954 THEODOR HERZLS 50. TODESTAG DER PROPHET DES JUDENSTAATES STARB AM 3. JULI 1904 DAMIT BEGANN ES... ANDENKEN IM JUNGEN .STAAT .Ï.'.Ï.Ï.Ï.Ü.'J.M.ÙIMW WSHSKÈÊÈÈÈË Das Andenken Herzls, des Organisators der Zionistischen Bewegung und des ersten, der die Konzeption des juedischen Staates konsequent durchdachte, ist im Staate Israel so lebendig wie nur je. Fast ein halbes Jahrhundert ist seit Herzls Tod vergangen, seine Gebeine ruhen seit vier Jahren auf dem nach ihm genannten Herzlberg bei Jerusalem. Zu Herzls letzter Ruhestaette wallfahren die Zionisten am Jahresstag seines Todes. Als am Vorabend des Todestages Herzls die Sonne sank, bildete sich ein langer Zug von Persoenlichkeiten des staatlichen Lebens Israels und der Zionistischen Bewegung, der sich zum Herzigrabe bewegte. Eine militaerische Ehrenwache war aufgezogen. Unter dumpfem Trommelwirbel hisste der greise Zionistenfuehrer Rev. Goldbloom die von Herzls als Zionsfahne konzipierte blaue Fahne mit den sieben goldenen Sternen, die den Siebenstundentag symbolisieren sollen. Staatspraesident Ben-Zwi1 erliess zu Herzls Todestag eine Botschaft, in der es heisst, Herzl habe nur den Beginn der Erfuellung der Zionssehnsucht ertraeumt. Nicht nur seiner Konzeption von Israels Erloesung, sondern derjenigen der ganzen Menschheit durch Gleichheit und Gerechtigkeit muesse zugleich mit dem Manne selbst gedacht werden. * Im Gebaeude der Jewish Agency in Jerusalem wird das beruehmte Herzlzimmer gezeigt, ein Raum, in dem die Moebel aus Herzls Wiener Arbeitszimmer, seine Bibliothek und andere ihm gehoerende Gegenstaende aufbewahrt sind. Dieser Tage wurde in Jerusalem ein zweites Herzlzimmer zur oeffentlichen Besichtigung freigegeben. Es handelt sich um einen kleinen Raum hinter einem Tabakwarenladen in der Mamilla- Strasse, die zum Jaffator fuehrt oder besser gesagt fuehrte, so lange Jerusalem noch nicht in einen arabischen und einen juedischen Teil zerfiel. In diesem Zimmer wohnte Herzl bei seinem ein zigen Besuch in Jerusalem im Jahre 1898. Der Gruender der Zionistichen Organisation unternahm seine Palaestinareise anlaesslich des Besuches des Deutschen Kaisers Wilhelm n. Da das Hotel, in dem IHerzl damals in Jerusalem abstieg, wenig komfortabel war, zog er in ein ihm von der Familie Stern angebotenes Zimmer, das noch heute so aussieht wie damals. Die gleichen Moebel, die gleichen Bilder, ja selbst ein stutzfluegel, der auf das ehrwuerdige Alter von 200 Jahren zurueckblicken kann, sind gut erhalten. Eine kleine Sammlung v. Herzlbriefen und Herzlphotographien, darunter das beruehmte von Max Nordau aufgenommene Bild, auf dem Herzl am Jaffator zu sehen ist, wie er dem Kaiser entgegentritt, um seine Ansprache an ihn zu halten, vervollstaendigen das interessante Miniaturmuseum. Herzl wurde durch die Dreyfuss-Affaire zu seiner zionistischen Mission gebracht. Seine Mahnung Die Judenfrage besteht. Es waere toericht sie zu leugnen. Sie ist ein verschlepptes Stueck Mittelalter, mit dem die Kulturvoelker auch heute beim besten Willen noch nicht fertig werden konnten. Den grossmuetigen Willen zeigten sie ja, als sie uns emanzipierten. Die Judenfrage besteht ueberall, wo Juden in merklicher Anzahl leben. Wo sie nicht ist, da wird sie durch hinwandernde Juden eingeschleppt. Wir ziehen natuerlich dahin, wo man uns nicht verfolgt; durch unser Erscheinen entsteht dann die Verfolgung. Das ist wahr, muss wahr bleiben, ueberall, selbst in hochentwickelten Laendern — Beweis Frankreich — so lange die Judenfrage nicht politisch geloest ist. Die armen Juden tragen jetzt den Antisemitismus nach England, sie haben ihn schon nach Amerika gebracht Wir haben ueberall ehrlich versucht, in der uns umgebe n d e n Volksgemeinschaft unterzugehen und nur den Glauben unserer Vaeter zu bewahren. Man laesst es nicht zu. Vergebens sind wir treue und an manchen Orten sogar ueberschwaengliche Patrioten, vergebens bringen wir dieselben Opfer an Gut und Blut wie unsere Mitbuerger, vergebens bemuehen wir uns den Ruhm unserer Vaterlaender in Kuensten und Wissenschaften, ihren Reichtum durch Handel und Verkehr zu erhoehen. In unseren Vaterlaendern, in denen wir ja auch schon seit Jahrhunderten wohnen, werden wir als Fremdlinge ausgeschrieen; oft von solchen, deren Geschlechter noch nicht im Lande waren, als unsere Vaeter da schon seufzten. Wer der Frem de im Lande ist, das kann die Mehrheit entscheiden; es ist ene Machtfrage, wie alles im Voelkerverkehre. Darum glaube ich, dass ein Geschlecht wunderbarer Juden aus der Erde wachsen wird. Die Makkabaeer werden wieder aufstehen. Noch einmal sei das Wort des Anfangs wiederholt: Die Juden, die wollen, werden ihren Staat haben. ■Stolze Jugend in Israel Wann erscheint mir als gelungen Wenn aus armen Judenjungen Mein Bemuehn auf dieser Erden? Stolze junge Juden werden! (HERZL) WM