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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-06-01 · 6 (Junio, 1954) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
6 (Junio, 1954)
Date
1954-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■i" REDACCION! S.C. I. B’NE J1SROEL AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO-CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOCIEDAD C U L T URAL (S R A E L I TA '* B * N E J I S R QE l" Año XVI — N.o 6 SANTIAGO DE CHILE Junio, 1954 WIR GEDENKEN DR. HIRSCHBERGS DENN ER WAR UNSER GEDENKREDE Dr. S. LANDAUS Praesident der SCI. B’ne Jisroel Es gibt Tatsachen, die man nicht glauben will, die man nicht fassen kann. Immer und immer wieder versucht man, sich ueber das Geschehene hinwegzutaeuschen, sich einzureden, es handle sich um ein Phantasma, um einen boesen Traum. Aber leider, es ist wahr, Josef Hirschberg lebt nicht mehr. In tiefster Trauer und von Schmerz erfuellt haben wir uns heute versammelt, um gemeinsam des Mannes za .gedenken, dessen juedisches Herz, dessen Arbeitskraft, dessen Lieoe zu unserem Volke unserer Gemeinde den Stempel aufgedrueckt hat. Josef Hirschberg wurde am 12. November 1897 in Breslau geboren. Sein Vater, ein hochgeschaetzter Justizrat und Notar war Jahre hindurch Vorsitzender der konservativen Fraktion der Repraesentanz und war wegen seiner vornehmen Gesinnung und zufolge seines gnnszuegigen Verstaendnisses gegenueber anders Denkenden ausserordentlicn beliebt. Seine Mutter, das Vorbild einer echt juedischen Frau, haben wir alle selbst kennen und schaetzen gelernt. Nach bestandenem Abitur am humanistischen Elisabeth-Gymnasium in Breslau studierte er Medizin, musste dieses Studium unterbrechen, um am ersten Weltkrieg teiizunehmen, geriet als Frontkaemprer bei der Fruehjahrs- Oiiensive des Jahres 1918 in englische Gefangenschaft, und konnte erst im Sommer 1919 zurueckkehren. Nacn Beendigung der Universitaets-Ausbildung liess er sich als Arzt zunaechet in Bad Landeck und spaeter in Bad Altheide nieder. Schon in jungen Jahren nahm er im deutsch-juedischen Wanderbund “Kameraden” eine fuehrende Steilung ein. Dort lernte er einen wirklichen Kameraden kennen, seine Frau Lotte, die ihm sein ganzes Leben hindurch ein treuer Kamerad, eine verstaenaniovolle, helfende Gattin gewesen ist. Der Student Josef Hirchberg erkannte die Zeichen der Zeit, sein juedischer Kampfgeist trat in Erscheinung. Wenn auch Mitglied der K. C. Verbindung Turingia, fand er bereits im Jahre 1931 den Weg zur zioniotischen Bewegung und gruendete 1933 die erste zionistische Ortsgruppe in Glatz. Das darf man retrospectiv gesehen nicht so einfach hinnehmen. Wenn man sich in die in diesen Kreisen damals herrschende Gedankenwelt versetzt, weiss man, was ein solcher Schritt bedeutete. Aber ein Mann wie Jo^ef Hirschberg scheute kein ehrengerichtliches Verfahren, er wusste sich zu verteidigen, denn er verteidigte nicht sich selbst, sondern die juedische Sache. Und dieser juedischen Sache hat er von diesem Augenblick an sein ganzes Leben gewidmet. Er war hierzu praedestiniert. Er war das Produkt seiner vorbildlichen juedischen Erziehung im Elternhause und seiner Umgebung, die juedischen Geist atmete. Er war ein wahrhaft religioeser Mensch, juedische Arbeit war ihm Tradition und er ist dem Erbe seines Elternhauses bis zum letzten Atemzuge treu geblieben: Die Kenntnisse und Faehigkeiten eines wahren Juden gehoeren dem gesamten juedischen Volk! Als Josef Hirschberg den grausamen Verfolgungen entarteter Menschen entronnen und mit seiner Familie nach Chile gekommen war, waere es sehr natuerlich gewesen, sich im freien Lande nach Wiedererlangung des seelischen Gleichgewichtes ausschliesslich dem Wiederaufbau seiner Existenz zu widmen. Aber haette das ein Josef Hirschberg gekonnt? Musste ein Mann wie er nicht gerade in dieser Situation fuer seine juedischen Mitmenschen da sein? Konnte er an sich denken, wenn seine Inteligenz wenn sein Organisationstalent, wenn seine reichen Erfahrungen, wenn sein tiefes juedisches Wissen notwendig waren, um im neuen Lande neu aufbauen zu helfen? Rettung bedeutete fuer ihn eine Verpflichtung dem juedischen Volke und seiner Zukunft gegenueber. So wurde bereits im Jahre 1938 auf seinen Vorschlag (Schluss der Gedenkrede auf Seite 11) 12. NOVEMBER 1897 — 13. APRIL 1954 “Israel ist nicht mit Sympathien und JLiebeserklaer ungen gedient, sondern mit Treue, die in Arbeit und persoenlicher Opferbereitschaft ihren Ausdruck findet.” (Aus einer Rede)

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