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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-05-01 · 5 (Mayo, 1954) · p. Seite 17

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
5 (Mayo, 1954)
Date
1954-05-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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Mayo, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 17 (Zum 70. Geburtstage des Dichters) Das Lebens werk Max Brods Der grosse juedische Schriftsteller Max Brod wird am 27. Mai 70 Jahre alt, ein Ereignis, das in der Welt der Literatur gebuehrend gewuerdigt werden sollte. Ueberblicken wir die Leistung des noch immer jugendlich-wirkenden, zu immer neuen Arbeiten bereiten Prager Dichters, so stellt sich uns eine grosse Zahl von Werken dar, die von geistvollen Essays, von Dichtungen mit religioeser Besinnnung bis zu harmloseren Erzaehlungen reichen. Max Brod schrieb sowohl Erzaehlungen von hohem Niveau, biographische Buecher von wirklichem Format, als auch Romane, die Zugestaendnisse an den modernen Unterhaltungsgeschmack bilden. Zu diesen letzteren gehoeren “Die Frau, nach der man sich sehnt”, (1924), “Die Frau, die nicht enttaeuscht“ (1933) u. a. m. Max Brod stammt aus einer alten und guten Prager Familie; er hatte Rechtswissenschaft studieren und auch eine Staatsstellung in Wien bekleiden koennen. Aus einer gewissen Gleichgueltigkeit juedischen Dingen gegenueber in juengeren Jahren ist er spaeter zu einer finden. So befindet sich die israelische Literatur noch in ihren Kinderschuhen, weil unser Staat erst fuenf Jahre besteht. Die Anschauung soll keinen Pessimismus zum Ausdruck bringen. Die gleiche Entwicklung war auch in vielen Kulturlaendern zu verzeichnen. Die wichtigste Frage liegt darin, in welcher Weise und wie schnell eine nationale Literatur sich entwickeln kann, und auf welcher Basis sie stehen kann. Auf diesem Gebiet stehen heut unseren Autoren kostbare literarische Schaetze zur Verfuegung, nicht nur in der traditionellen religioesen Literatur, sondern auch in den Werken der Dichter und Schriftsteller, die in der Zeit der Erstehung des Zionismus die Rolle auf sich nahmen, die Wiederaufstehung Zions dichterisch zu verkuenden. Sie waren vielleicht noch Autoren der Galut, ihre Werke waren noch an ihre Galuteindruecke gebunden, aber der Drang ihres Schaffens und das Ziel ihrer geistigen Bemuehungen war das Land Israel, und so sind sie die ersten einer Tradition, auf der die neue Generation der Schriftsteller in Israel, eine neue israelische Literatur aufbauen kann. Wie jede kuerzlich entstandene Literatur drueckt sich auch unsere moderne Literatur sehr unmittelbar aus in Tagebuechern, Reportagen, Briefen von der Front und kurzen Berichten aus dem Kibbuzleben. Wir haben noch nicht viel nationale Ereignisse im neuen Israel hinter uns, aber diejenigen, die wir mitmachten, Hessen einen tiefen Eindruck bei der jungen Generation zurueck, die die Mandatszeit, den Krieg und den Aufbau vor sich sah. Es gibt auch noch kaum einen Platz fuer Zweifel. Die Wahrheit unserer Mission ist klar und ist weder zu beweisen, noch sind Diskussionen ueber sie zu fuehren. Es gibt auch keine literarische bewusst-juedischen nationalen Haltung gelangt, die ihn zum Zionismus fuehrte. Sein Weltbild wurde ein religioesphilosophisches,, und er hat in seinen Schriften viel zur Klaerung von Problemen der heutigen Menschen beigetragen. Sein erster grosser Erfolg als Schriftsteller ist sein beruehmter Roman “Tycho Brahes Weg zu Gott” (1916) gewesen, der sich mit der Figur jenes mittelalterlichen Astronomen beschaeftigt, und wenn er vor wenigen Jahren ein Meisterwerk wie “Galilei in Fesseln” (1948) verfasste, so war es ein aehnlicher Gegenstand, der den Dichter fesselte. Doch in der Zwischenzeit, welche Fuelle von Schoepfungen: “Novellen aus Boehmen” (1936), Das grosse Wagnis” (1920), sein inhaltsreiches Essay “Heidentum, Christentum, Judentum” (1921), seine monumentale, teils etwas allzu schwer-verstaendliche, um populaer werden zu koennen, “Heine- Biographie” (1936), und schliesslich sein umfassendes philosophisches Werk” Diesseits und Jenseits” (1946), das den Untertitel fuehrt” Von der Krisis der Seelen und vom Weltbild der neuen Naturwissenschaft”. Flucht aus dem taeglichen Leben. Der junge israelische Schriftsteller muss ohne Zurückhaltung oder Gewissensbisse taegliche Erlebnisse verarbeiten, denn alles ist neu, alles ist anziehend, aufregend, interessant, bewunderungswürdig. Und so erzaehlen die bedeutendsten Werke der jungen Generation der israelischen Schriftsteller, unserer ersten Generation von Autoren, die Geschichten des- Krieges oder Erzaehlungen aus dem Leben der Kibbuzim. Von Mossinsohn „In den steppen des Negew“, (Baaravot Hanegew), bis zu Shamir „Er ging in den Feldern“ (Ha alach besadoth“) bleiben wir immer im Rahmen des taeglichen Lebens des Landes, mit den Worten des taeglichen Lebens, ohne weitumfassende Erklaerungen, ohne Zweifel oder Gewissensprobleme. Wir gehen vielleicht nicht tief in den Grund der Fragen ein, aber wir legen diese klar. Es handelt sich wohl nicht um Werke, die langjaehrigen Bestand haben werden, aber es sind die ersten Buecher, die das neue Leben in Israel ausdruecken, und als solche haben sie einen besonderen Wert als Meilenstein auf dem Wege der neuen Literatur unseres Landes. In den Werken von S. Jishar findet man vielleicht schon mehr die Widerspreche und die verschiedenen Seiten der Probleme der Entwicklung des Landes, die Notwendigkeit zu zerstoeren um aufbauen zu koennen, zu toeten um die Freiheit zu gewinnen. Eine tiefere Lebensanschauung kommt bei ihm zum Ausdruck und beweist uns erneut, dass die israelische (Literatur, auch wenn sie noch jung und unerfahren, ist, genuegend Hinterland besitzt, und aus genuegend Werten ihre Nahrung zieht, um uns eine bessere zukünftige Entwicklung zu garantieren. H. Z. Im Maerz 1939, im allerletzten Augenblick konnte der Dichter aus der bedrohten Tschechoslovakei fluechten und sich nach Eretz Israel retten, wo der damals 55- Jaehrige von neuem zu schaffen begann, neben seinen schriftstellerischen Aufgaben als Dramaturg der “Habimah”, als Theaterkritiker, Musiker, Journalist. Weltoffen, wie er gewesen, fand er im Lande der Vaeter die Moeglichkeit, zu allen Fragen des Lebens Stellung zu nehm e n, kulturfoerdernd am Aufbau des Landes teilzunehmen. Alle diejenigen, die das Glueck hatten, den Dichter von frueher her zu kennen, stimmen in der Meinung ueberein, dass heute in Israel erst der ganze bedeutende Gestalter von Menschen und Schicksalen seine eigentliche Lebensmission gefunden hat. Vor etwa zwei Jahren liess Max Brod ein kleines Buechlein erscheinen, das sich “Der Sommer, den man zurueckwuenscht” betitelt und ein reizvolles Gem^elde aus frueher Jugend und Gymnasialzeit des Dichters um die Jahrhundertwende darstellt. Zugleich ersteht vor dem Leser ein Bild der geistigen Haltung deutscher buergerlicher Schichten, die sich am Ostseestrande finden. Der unter der Oberflaeche vorhandene und glegentlich durchbrechende Antisemitismus der Sommergaeste von Misdroy hat hier seine erste Begegnung mit dem jungen Brod. In seinem “Reubeni, Fuerst der Juden (1926) war dem Dichter ein juedisch-historischer Roman von hohem Niveau gelungen. Von dort fuehrt ein Weg zu dem ganz der juedischen Sache gewidmeten Schaffen, das Brod heute in Israel vollbringt. In Verbindung mit aller wahren Kulturarbeit, die in irgendeinem Teile der Welt geleistet wird, steht der 70 -— Jaehrige auf der Hoehe seines schriftstellerischen Ruhmes, geehrt und geachtet bei Juden und Nichtjuden. Moechte er noch lange wirken duerfen zum besonderen Stolze des Staates Israel und der juedischen Gesamtheit! Curt Wirl (Buenos Aires) ISRAEL LACHT: DER INBEGRIFF DES GUTEN Im Gefluegelladen gibt es einen grossen Torr. Es ist immerhin ein seltenes Ereignis, dass es Huhn fuer „alle“ gibt, nicht nur fuer die Bevorzugten, die Alten, die Kinder und die schwangeren Frauen, sondern auch fuer die ganz gewoehnlichen Erwachsenen. Natuerlich will jede der Kundinnen die Gelegenheit ausnutzen und moeglichst einen anstaendigen Schabbathbraten nachhaus bringen. Besonders lange aber waehlt eine junge, schuechterne Frau die anscheinend seit sehr langer Zeit kein Huhn mehr gekauft hat. Der Haendler ist ausnahmsweise guter Laune, aber schliesslich wird er doch angesichts der wartenden Reihe etwas ungeduldig u. beginnt der zaudernden Kaeuferin gut zuzureden. „Aber haben Sie doch keine Angst, das Huhn ist gut. Ja, ich kann Ihnen versichern, es ist beinahe so gut wie ein schwarzes Huhn“. Ein Wissenschaftler und sein Gott Von MAX BROD Einstein gehoert zu den revolutionaeren Forschern, aus deren Arbeit eine Weltschau sich auftat, die die strenge Naturgesetzlichkeit (Kausalitaet) durch blosse Wahrscheinlichkeit, Statistik, durch das „Gesetz der grossen Zahlen”, wie es z. B. im Wuerfelspiel herrscht zu ersetzen sich anzuschicken scheint: Aber Einstein selbst ist kein Anhaenger dieser Konsequenz seiner Teorie, er geht andere Wege als ein grosser Teil seiner eigenen Schule, er haelt am Determinismus der Naturgesetze fest, gegen die heute herrschende Stroemung. In seiner gelegentlich schnoddrigen Art aeussert er einmal: “Ich kann mir zur Not noch vorstellen, dass der Herrgott eine Welt erschaffen haette, in der es keine Naturgesetze gibt. Kurz: ein Chaos. Dass es aber statistische Gesetze gibt, die den lieben Gott zwingen, jeden Einzelfall erst auswuerfeln zu muessen, ist mir herzlich unsympathisch”. Nur die Form ist schnoddrig, im Grunde ist Einsteins Glauben an Gott, an einen Sinn im Weltgeschehen, an die Kraft der Allvernunft felsenfest. Dieser Vernunft forscht der Mann spekulativ nach, der einmal auf die Frage, wo er sein Laboratorium habe, laechelnd seine Fuellfeder aus der Bxusttasche zog: „Hier!” Und der, als er ein Kabel aus New- York erhielt („Glauben Sie an Gott? — stop — Bezahlte Antwort 50 Worte”), sein Bekenntnis zu Spinoza zuruecktelegraphierte „Spinozas Gott, der sich in Harmonie des Seienden offenbart”. Und an seine Schwester schreibt dieser skeptisch Vorsichtige, der so fern aller Selbstueberschaetzung, auch der Ueberschaetzung seines Volkes ist, die starken^ Worte: ..Das Fundament aller menschlichen Werte ist eben das Moralische. Das in primitiven Zeiten klar gesehen zu haben, ist die einzigartige Groesse unseres Moses. Schau dir die Heutigen dagegen an”. GLAUBE - STATISTISCH ERFASST Die in den USA erscheinende Zeitschrift „Catholic Dtgit“ fuehrte kuerzlich einen Gallup-Pool durch, um fest" zustellen, wie es um den Gottesglauben der Amerikaner bestellt ist. Den Befragten wurde die Wahl zwischen folgenden Ant- Worten bezgl. ihres Glaubens an die Existenz Gottes gelassen: „Absolut sicher”, „Ziemlich sicher”, „nicht ganz sicher Existenz Gottes gelassen: „Absolut sicher”, „ziemlich st¬ und „anders”. Das Ergebnis der Umfrage lautete: absolut ziemlich nicht ganz anders*) sicher sicher sicher Juden Roemische Ka¬ 70 18 9 3 tholiken 72 12 7 1 *> Baptisten 93 6 Methodisten 86 11 2 1 Luthenaren 80 17 2 1 Presbyterianer 90 8 2 **) Episcopalier Andere oder kei¬ 77 17 4 2 ne Religion 55 21 7 27 *) darunter „gar nicht sicher’, „unglaeubig” und “ich weiss nicht”. **) weniger als Vi%. Unter den befragten Frauen bezeichnten sich 100% als glaeubig, unter den befragten Maennern nur 98%. Beschluss eine r Beitragserhoehung Die am 11. April 1954 stattgehabte ordentliche Generalversammlung unserer Gemeinde hat sich u. a. mit einem Antrag des Direktoriums und Repraesentanten —Kollegiums auf Beitragserhoehung befasst. Auf Grund dieses Antrages hat die Generalversammlung folgenden Beschluss gefasst: 1.) Der Mitgliedsbeitrag den jetzigen Mindestbeitrag wird ab 1. April 1954 um $ 80, bezahlt haben, auf $ 300 monatlich erhoeht. Um Zahlung der Erhoe- 2.) Begruendete Antraege hung von $ 80, werden auch auf Ermaessigung oder Erlass diejenigen Mitglieder gebeder Beitragserhoehungen solten, die bisher freiwillig eilen wohlwollendste Beruecknen hoeheren Beitrag als sichtigung finden. Mitglieder, die die Erhoehung garnicht oder nur teilweise tragen zu koennen glauben und keinen formellen Antrag stellen wollen, werden gebeten, sich persoenlich oder durch Vermittlung von Freunden mit einem Mitglied des Direktoriums in Verbindung zu setzen.

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