Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 5 (Mayo, 1954)
- Date
- 1954-05-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/8553624-8556560-9194043--1350-8556637- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
BOLETIN INFORMATIVO 11 p, 1954 htigkeit und Frieden alle anderen Anwesenden folgten, die Staatsproklamation an, und damit war der Judenstaat errichtet, der den Zionstraum von zwei Jahrtausenden verwirklichte. Der greise Rabbi Fishmann sprach mit traenenerstickter Stimme den Schebechejanu-Segen, und nun Unterzeichneten alle Mitglieder des Volkrates in alphabetischer Reihenfolge die Proklamation als letzter der jetzige Minister-praesident Moshe Shertok, der nachmals seinen Namen in Sharett geaendert hat. Erst viel spaeter wurde bekannt, dass die Staatsproklamation garnicht unterschrieben worden war, sondern lediglich ein Stueck weisses Pergament, weil der Text nicht mehr rechtzeitig genug fertig wurde, um ihn auf Pergament niederzuschreiben. Erst Wochen spaeter konnte diese Arbeit fertiggestellt werden, und so entstand jene Pergamentrolle, deren Abbildung in allen Amtszimmern der Regierung von Israel haengt. Mitglieder des Palestine Orchestra spielten in einem der Nebensaele die Hatikwa und damit hatte der historische Akt sein Ende erreicht. ksheer lies Vermoegens und des Beteitzes, sondern ein Kampf gejen Unterdrückung und poitische Zuruecksetzung. Da jeschloss man, die gesamte uedische Jugend fuer den Sicherheitsdienst zu organisieren. Jeder Jugendliche, der las 17. Lebensjahr erreicht iatte, wurde aufgefordert, sich in die Haganah einsuordnen, und dort erhielt er seine militaerische Ausbildung! Die Haganah erhielt ien Charakter eines geordneten Heeres. Der Beschluss der UNO vom 29. November 1947 ueber die Errichtung des juedischen Staates passte weder den Arabern noch den Englaendern. Die ersteren begannen sofort mit ihren Angriffen, wohlwollend unterstuetzt von den Briten. Die arabischen Nach- Darlaender fielen in Erez Israel ein. Der Jischuv musste Sich verteidigen. Das juedische Heer entstand. Unsere Soldaten errichteten mit ihren Leibern feine undurchdringliche Mauer um die Staedte und Doerfer und Siedlungen unseres Landes von Dan bis Eilat. Sie feingen dann zum Angriff ueper und vertrieben die Eindringlinge vom Boden unserer Heimat.! Das juedische Heer hat alein gegen fuenft geordnete, vohltrainierte, gut ausgerüstete arabische Armeen lekaempft und sie besiegt. I, Argov. MOSCHE SCHARET MINISTERPRAESIDENT Parlamentsvorsitzender J. Sprinzak: UNSERE KNESET Die Knesset ist eines der groessten Wunder, die das juedische Volk erlebt hat. Die Mitglieder sitzen zusammen und diskutieren zusammen ueber die Verschiedenheit ihrer Ansichten, und trotz dieser Verschiedenheit diskutieren sie immer wieder aufs Neue und bringen die fuer Israel wichtigen Gesetze heraus. Der Wert der Knesset kommt flicht in dem taeglichen Protokoll zum Ausdruck, — er muss von der Geschichte beurteilt werden. Ich denke, dass die Baende der Knessetprotokolle dereinst wie die Baende eines neuen Jerusalemer Talmuds angesehen werden duerften. Dies weiss ich ohne etwa die Maengel dieser nationalen Arbeit uebersehen zu wollen. Die Knesset wird, so meine ich, trotz aller ihrer Maengel ihre Mission erfuellen. Ich betrachte sie als ein ermutigendes Zeichen der Bemuehungen des juedischen Volkes, ein normales politisches Leben in seinem Lande zu erreichen. Mosche Scharet, der jetzt Ministerpraesident als Nachfolger von David Ben Gurion ist hat ein merkwuerdiges Schicksal hinter sich. Es gab Zeiten, in denen er Ben Gurion und auch dem Staatspraesidenten Ben Zwi als „Feind” gegenuebertrat. Im ersten Weltkrieg war naemlich Scharet Offizier in der tuerkischen Armee, waehrend Ben Gurion und Ben Zwi von den Tuerken als Staatsfeinde ausgewiesen wurden. Sie kehrten gegen Ende des ersten Weltkrieges in der juedischen Legion auf der britischen Seite zurueck, und so standen sie Scharet als „Feinde” gegenueber. In der Nachkriegszeit studierte Scharet an der Londoner School of Economics, und Harold Laski sagte spaeter er sei einer seiner begabtesten Sehueler gewesen. Als er wieder nach Erez Israel zurueckkehrte, wurde Berl Katzenelson, der gerade den „Dawar” gegruendet hatte, auf ihn aufmerksam und berief ihn in den Redaktionsstab, Er war einer der ersten Naohtredakteure der Zeitung und schrieb ausserdem viele Artikel fuer sie. Von der “Dawar” - Redaktion holte Chaim Arlosoroff Scharet als Fachmann fuer a r a b i sehe Angelegenheiten nach Jerusalem, und er traf u. a. des oefteren mit Koenig Abdalla zu Verhandlungen zusammen. Chaim Arlosoroff Bchaetzte Schajrets Kenntnisse und Fleiss ganz besonders und erwaehnt in seinem Jerusalemer Tagesbuch immer wieder den gewaltigen Anteil Scharets an der politischen Arbeit der Jewish Agency. Nach der Ermordung Arlosoroffs war es eine Selbstverstaendlichkeit, dass sein Sekretaer sein Nachfolger wurde, und der Kongress v. 1933 waehlte ihn auch formell zum Leiter des politischen Departements. Damit ist er seit 1933 ununterbrochen Aussenminister, zuerst als Vertreter des „Staates unterwegs” und spaeter als Aussenminister Israels. Er gehoert mit zu denjenigen, die die politische Stabilitaet in unserem Volke verr koerpern. Auf einem Bilde von der Hauptversammlung der UN waren fast alle Mitglieder der israelischen Delegation mit Kopfhoerern zu sehen, durch die sie Reden verdolmetscht erhielten dagegen sass Scharet ohne Kopfhoerer. Er beherrscht hie meisten Sprachen, die dort gesprochen werden, er versteht und •spricht neben Hebraeisch auch Arabisch, Tuerkisch, Franzoesisch, Englisch, Deutsch, Russisch und noch einige andere Sprachen. Bei dieser Vielsprachig keit ist er ein besonderer Fanatiker des Hebraeischen, und alle Knessetabgeordneten wissen ein Lied davon zu singen, wie Scharet ihnen ins Wort faellt, um sie auf sprachliche Schnitzer aufmerksam feu machen. (Aus der Uimfohaengigkeitsea'klaeriimg des Staates amt '5 Ijar 5708) IM HAUSE DES PRAESIDENTEN JIZCHAK BEN - ZVI M. F.— Das stille Haus in der Ibn-Gabirolstrasse in Jerusalem, hat sich in einen Anziehungspunkt fuer Tausende verwandelt., Es ist Beth-Hanassi, das Haus des Praesidenten geworden. Kinder und Erwachsene stehen gegenueber dem schlichten Mietshaus und beobachten das Kommen und Gehen, das kein Ende nehmen will. Zwei Polizisten versehen den Dienst am Eingang und fragen jedermann hoeflieh,- was ihn hierher fuehre. Es gibt neben den zahllosen Besuchern des Praesidenten natuerlich noch Leute, die ganz einfach in diesem Hause wohnen oder Personen besuchen wollen, die hier ihr Domizil haben. Aber die Besucher, die im Parterre des Hauses vorsprechen wollen, ueberwiegen. Die Wohnung, rechts, traegt ein einfaches Tuerschild: Jizchak Ben- Zwi. Kein Titel, kein Staatswappen kennzeichnet die Tuer. So will es der bescheidene Hausherr. Ich betrete den, mit Topfpflanzen und Zimmerbaeumchen geschmueckten Vorplatz und legitimiere mich als Journalist, Gleichzetig erscheint aber ein Vater mit seihen zwei kleinen Kindern, nur um den “Nassi” zu sehen und den Kindern das Staatsoberhaupt zu zeigen. Der staats paedagogische Vater muss sich aber bis zum Schabbath gedulden. Am Schabbath-Nachmittag zwischen 5 und 7 Uhr sind naemlich die Tore des Nassi weit geoeffnet, und jedermann wird empfangen, denn der Praesident ist wirklich ein Mann des Volkes. Die drei Zimmer der Ben Zwi’schen Wohnung wurden in Repraesentationsraeume umgewandelt. Der Praesident selbst ist zu seinem Sohn jAmram Ben-Zwi verzogen, der zwei Stockwerke hoeher, im selben Hause wohnt — komfortabler, müss man sagen, al? der bescheidene Vater Praesident. Die drei Zimmer des Ehepaares Ben-Zwi sind nun: das unveraenderte Arbeitszimmer des Praesidenten mit den eingebauten, bis an die Decke reichenden Buecherregalen und dem sehr schlichten, altfraenkischen Schreibtisch. Ferner wurde ein Empfangszimmer improvisiert und schliesslich die Praesidentenkanzlel, in welcher die Sekretaerin ihres Amtes waltet. * Das Arbeitszimmer des Praesidenten ist durch die ueberaus ’ schlichte Note gekennzeichnet. Schreibtisch, Buecher und einfache Bast-Stuehle — das ist alles. Von Aufwand und Repraesenta; tlon keine Rede. Das ist die Studierklause eines Gelehrten — und soll es bleiben. Schutz und Stolz Israels c tili ■¡8¡É¡#¡ mm llflll Iftiff: mm mms ilill mm 1*111 mm wm 0mm liiliii;fASWKW,í,\í'.v:vW.V.'. illlpllifill Wwm mmMi lili rmmm WsWS/*/ y.yVSS.w\y.4yf.y¿0. liilf ÉIIÉ1 ilüül MMNl lililí wm w-m wm mm Mm ililili lÉÉÉií ÍSSíii Mm íve<«-: