Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 5 (Mayo, 1954)
- Date
- 1954-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Mayo, 1954 9 BOLETIN INFORMATIVO VIII. Das Gemeindehaus Mit grosser Freude haben wir feststellen koennen, dass unser Haus im letzten Jahr ein Gemeindehaus im wahrsten Sinne des Wortes gewesen ist. Es wurde nicht nur von unseren Mitgliedern, sondern auch von unseren Freunden der anderen Colectivitaeten sehr oft in Anspruch genommen. Es wurden zahlreiche Hochzeiten bei uns abgehalten und vor allem Festlichkeiten, die Dank des juedischen Milieus wahre juedische Feiern wurden. Ich darf in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass die Bankette der Federación Sionista de Chile anlaesslich der Anwesenheit der Minister Dr. Tzur und Dr. Kubovy und ein ofizieller Empfang zur Feier des Jom Haazmaut in unserem Hause, stattfanden. Wo koennen wir die Vertreter der Regierung von Israel wo koennen wir juedische Ehrengaeste besser und wuerdiger empfangen als in einem juedischen Gemeindehaus? Wir haben vor einigen Tagen den Einbau eines Fahrstuhls in unserem Haus vollenden koennen. Dieser Fahrstuhl war bereits beim Bau unseres Hauses projektiert, wurde aber aus finanziellen Gruenden seinerzeit zurueckgestellt. Nachdem die Notwendigkeit eines Fahrstuhls immer dringlicher wurde, mussten wir die finanzielle Belastung auf uns nehmen, Um allen unseren Mitgliedern, auch denen, die sich gesundheitlich nicht auf der Hoehe befinden, oder denen zufolge ihres Alters das Treppensteigen schwer faellt, die Benutzung unseres Hauses in allen seinen Teilen zu ermoeglichen. Wir glauben, dass diese Investierung eine zweck maessige war und dass sie den Erfolg haben wird, den wir uns von ihr fuer unsere Mitglieder versprechen. So hoffen wir, damit auch unseren Mietern, den beiden Logen Bene Berith, dem Cisroco und der Wizo soweit es in unseren Kraeften steht, entgegengekommen zu sein, um ihnen den Aufenthalt im Gemeindehaus so angenehm wie moeglich zu gestalten. Wir wollten, wie wir es versprochen haben, unseren guten Willen beweisen und alle Wuensche erfuellen, so weit wir dazu in der Lage sind. Wir wiederholen was wir im vorigen Jahre zum Ausdruck brachten: Das pulsierende Leben in einem juedischen Gemeindezentum wird sicher ueber manche kleine Unzutraeglichkeit hinweghelfen koennen, wenn der allseitige gute Wille vorhanden ist. Wie Ihnen, meine Damen und Herren, aus den Berichten der Sitzungen des Repraesentanten - Kollegiums bekannt ist, haben wir uns mit der Frage des Baues einer Synagoge auf dem uns gehoerigen Terrain in der Verlaengerung der Copiapö befasst. Wir sind hierbei davon ausgegangen, dass es zweckmaesig waere, eine Synagoge zu schaffen die ausschliesslich religioesen Zwecken dient und füer keinerlei profane Veranstaltungen Verwendung fin den darf. Es wuerde so unser grosser Saal, dessen akustischer Punkt dort liegt, wo sich die Redner - Tribüne befindet, in geeigneterer Weise zur Verfuegung stehen. Das Projekt befindet sich noch im Stadium der Voreroerterungen. Sobald ein Plan fertiggestellt ist, von dessen Zweckmaessigkeit und Finanzierunsmoeglichkeit wir ueberzeugt sind, werden wir ihn in einer ausserordentlichen. General - Versammlung zur Entschlussfassung vorlegen. IX. Hilfe den . Bednerftigen Die Sozialarbeit unserer Gemeinde wird, wie stets, vom Cisroco durchgefuehrt, den wir aus unserem Etat unterstuetzen und der ebenso wie das Altersheim und das Kinderheim aus dem Ergebnis der Campaña Magbit nennenswerte Betraege erhaelt. Wir wissen, wie wichtig die Arbeit der genannten Institutionen ist, wir wissen, wie pich, ihre Leiter bemuehen den Aufgaben gerecht zu werden, wir wissen, wie viel Not sie lindern und danken ihnen fuer die segensreiche Taetigkeit, die sie entfalten. Auch im abgelaufenen Jahre haben wir aus dem Fond fuer verschaemte Arme in vielen Faellen Hilfe leisten koennen. Wie wichtig ist es doch, einen Fond zur Verfuegung zu haben, aus dem wir Menschen helfen koennen, die durch Krankheiten oder sonstige Umstaende in Schwierigkeiten geraten sind. Was gibt es Juedischeres, als Menschen zu helfen, die nicht erst um Hilfe bitten, sondern denen man beisteht, sobald man erfaehrt, dass Hilfe geboten ist. Vergessen Sie diesen Fond nicht, meine Da-: men und Herren! Unsere Sonntagssammlung, die vor etwa 12 Jahren gegruendet wurde, hat zu unserer Freude im letzten Jahre einen Aufschwung genommen. wenn wir mehr Jugendliche zur Verfuegung haetten, die an einem einzigen Sonntag im Monat wenige Stun: den fuer dieses Sammelwerk zur Verfuegung stellen wuerden, koennte das Resultat ein noch viel guenstigeres sein. Und noch guenstiger wuerde es sein, wenn wir uns daran erinnerten, dass der Wert eines Mittagbrots, die Basis dieser Sammlung, heute nicht mehr der gleiche ist wie vor 12 Jahren. Wir bitten Sie, daran zu denken, wenn sich unsere Jugendlichen bei der naechsten Sonntagssammlung wieder an Sie wenden. Und wenn Sie ueberlegen, dass durch diese relativ kleine Spende grosse Not gelindert wird, so werden Sie bestimmt Ihren Beitrag erhoehen. Das Wichtigste ist aber, dass Sie Ihre Kinder veranlassen, uns beim Sammeln zu helfen. Welche innere Befriedigung muss ein junger Mensch haben, wenn er weiss, dass durch seine Hilfe so manche Traene getrocknet wird. WAS GIBST DU DEM MAGBIT HAUSSAMMLUNG AM 16. X. Die Nationale Pfliclit Eine der Hauptaufgaben, meine Damen und Herren, die die Gemeinde zu erfuellen hat, ist die Magbit. Wir stehen nicht an zu behaupten, dass der Erfolg dieser Aktion ein Spiegelbild des juedischen Bewusstseins einer Gemeinde ist. Und wir legen den groessten Wert darauf gerade auf diesem Gebiete stolz auf den Erfolg unserer Arbeit sein zu koennen. Fast alle unsere Freunde haben, wie immer, vollstes Verstaendnis fuer die Aufgaben der Magbit. Jeder von uns weiss, dass noch sehr viele unserer Brueder und Schwestern auf unsere Hilfe angewiesen sind. An wen sollen sie sich wenden, wenn nicht an uns, die wir im freien Lande sorgenlos leben? Wir alle wissen, dass es sich bei dieser Aktion nicht um mildtaetige Spenden handelt, die man gibt, um sein Gewissen zu entlasten, Bewusste Opfer muessen gebracht werden, denn nur solche setzen uns in die Lage, den Notleidenden eine wirkliche Hilfe bringen zu koennen. Nur so koennen wir uns unserem Schicksal gegenueber dankbar erweisen, das uns gerettet hat. Und Rettung verpflichtet dazu, andere zu retten. Der bisherige Verlauf dfer Magbit 5714, die von dem Beauftragten der Sochnuth, Herrn Dr. Siegfried Kannowitz eroeffnet wurde, der sich in hervorragender Weise be- XI. Schiedsgericht Das Schiedsgericht wurde im Laufe des Geschaeftsjahres in 16 Faellen in Anspruch genommen. In einem Teil der Faelle wurde die Klage vor Eintritt in die Verhandlung zurueckgenommen, nachdem eine guetliche Erledigung durch das Sekretariat herbeigefuehrt war. In fast allen Faellen kam es zu einem Vergleich vor dem Schiedsgericht und nur in einer Sache musste ein Urteil gefaellt werden. Es bedarf keinerlei Hinweises, dass die Einrichtung unseres Schiedsgerichts als besonders segensreich zu bezeichnen ist. Den Obmaennern und Schiedsrichtern gebuehrt fuer ihre ausserordentlich verantwortungsvolle, zeitraubende Taetigkeitder besondere Dank unserer Gemeinde. Der effektive Mitgliederbestand war 1. April 1954 1,563 Mitglieder-Familien. Das bedeutet einen Zuwachs von 77 Mitgliedern im abgelaufenen Jahr. 39 Mitglieder sind im Laufe des Geschaeftsjahres durch Ableben oder Austritt aus der Mitgliederliste gestrichen worden. * Die Zahl der Geburten im verflossenen Jahre betrug 42, erfreulicherweise 17 mehr als im vergangenen Jahre, die der Sterbefaelle 51. Es fanden 24 Trauungen in unserem Mitgliederkreis statt und es wurden 17 Bar* mizwoth-Feiem abgehalten. muehte, ist erfolgreich bei fast allen denen, die ihre Beitragspflicht bereits erfuellt haben. Leider, sehr zu unserem Bedauern, haben sich aber etwa 20% unserer Mitglieder noch nicht gemeldet, obwohl s i e wirtschaftlich durchaus zu einer Beteiligung in der Lage sind. Wiederholte briefliche Aufforderungen, wiederholte Bitten in unserer Zeitung sind erfolglos gewesen. Wir sind ueberzeugt, dass es nicht Boeswiiligkeit ist, aber auch eine Nachlaessigkeit auf diesem Gebiete sollte bei unseren Mitgliedern vermieden werden. Nicht nur mit Ruecksicht auf die Mitarbeiter der Campaña - Kommission, die keine Zeit, Muehe und Arbeit scheuen, um die Aktion durchzufuehren, sondern im Hinblick darauf, dass das Bewusstsein freiwillig und schnell seine juedische Pflicht erfuellt zu haben, den wahren Juden als edlen Menschen charakterisiert. Wenn ein altes Sprichwort sagt: “Wer schnell gibt, gibt doppelt” so sollten wir Juden, wenn es sich um die Magbit handelt, sagen: Ich gebe schnell und doppelt. Und schnell geben, meine vetehrten Freunde, muessen wir gerade bei der Magbit. Wenn wir einen bestimmten Betrag zeichnen, so wollen wir, dass damit eine wirkliche Hilfe geleistet werden kann. Dies kann aber dann nicht geschehen, wenn bei der leider fortschreitenden Geldentwertung die Betraege so spaet gezahlt werden, dass sie nur noch einen Bruchteil des Wertes darstellen, den sie bei der Zeichnung hatten. Wenn wir uns im privaten Wirtschaftsleben bemuehen, uns soweit es moeglich und zulaessig ist, vor der Entwertung zu schuetzen, muessen wir dies dann nicht erst recht tun, wenn es sich um Hilfe fuer notleidende Menschen handelt? Es darf sich Niemand ausschliessen, der in der Lage ist sich an der Magbit zu beteiligen. Es darf Niemand eine Zeichnung anbieten, die seiner Wirtschaftslage in keiner Weise entspricht. Es darf Niemand sagen: “Ich lasse mir keine Vorschriften machen”. Wir verzichten gern darauf, Vorschriften zu machen, wenn sich der Betreffende von seinem eigenen Gewissen Vorschriften machen laesst. Bedenken Sie dies, meine Damen und Herren, und verhelfen Sie der Magbit zu dem Erfolg, den sie verdient, und fuer den wir mit allen unseren Kraeften im Interesse der juedischen Sache arbeiten werden. * XII. Leistung und Ziel Beim Schluss meines Berichtes moechte ich unseren Herren Rabbinern und allen unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern, besonders meinen Kollegen im Direktorium und der Repraesentanz meinen herzlichsten Dank fuer ihre tatkraeftige Unterstuetzung bei der Fuehrung der Gemeindegeschaefte aussprechen. Die Arbeit der Gemeinde ist umfangreich,' zeitraubend und nicht immer leicht. Es waere nicht moeglich, sie zu bewaeltigen, wenn nicht Alle, die die Verantwortung mittragen, ihre Kraefte zur Verfuegung stellen. Meinen Dank erstrecke ich in gleicher Weise auf alle Beamte der Gemeinde, die stets ihr Bestes getan haben. Die Aufgaben unserer Beamten sind auch keineswegs immer leicht. Es gehoert Geduld und Liebe zur Sache dazu, sie zu bewaeltigen und diese Geduld haben unsere Beamten aufgebracht, diese Liebe haben sie bewiesen und dafuer danke ich ihnen. Meine Damen und Herren, ich glaube, Ihnen so einen Ueberblick ueber die Taetigkeit unserer Gemeinde im verflossenen Geschaeftsjahr gegeben zu haben. Es war unser Wunsch und unser Bestreben, unsere Gemeinde, an der wir alle haengen, vorwaerts zu bringen und Positives auf allen juedischen Gebieten zu leisten. Ob es uns gelungen ist, dies zu entscheiden, steht bei Ihnen. Es wuerde uns freuen, wenn Sie mit unserer Geschaeftsfuehrung einigermassen zufrieden sein sollten. Wir haben glücklicherweise im abgelaufenen Geschaeftsjahr in Ruhe und Frieden ohne boeswillige Kri- . tiken arbeiten koennen. Unsere Arbeit galt besonders der Einheit unserer Gemeinde und der des juedischen Volkes. Herr Dr. Nahum Goldmann, der Praesident des Juedischen Weltkongresses, hat in einer seiner letzten Reden darauf hingewiesen, dass es heute im juedischen Volk keinen Unterschied mehr zwischen Zionisten und Nichtzionisten gibt, da auch fruehere Zweifler jetzt stolz auf das Entstehen und Bestehen des Staates Israel sind, der uns so viel Ansehen in der Welt verschafft hat. Wofuer wir jetzt zu kaempfen haben, ist die Einheit des juedischen Volkes, das Gefuehl der Zusammengehoerigkeit,' des nicht Abseitsstehens, der geistigen Verbindung mit unseren Bruedern in Israel. Die Assimilation,. die wir besonders durch Erziehung unserer Jugend zu bekaempfen suchen, ist nichts anderes, als die Leugnung der Einheit unseres Volkes. So wollen wir mit Ihrer aller Hilfe stets mit dem Blick auf Israel Weiterarbeiten, fuer die Einheit unseres juedischen Volkes, fuer sein glueckliches Weiterbestehen, fuer die Aufrechterhaltung und Staerkung der Gemeinden, ihrer religioesen, kulturellen und nationalen Ziele.