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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-05-01 · 5 (Mayo, 1954) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
5 (Mayo, 1954)
Date
1954-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mayo, 1964 BOLETIN INFOBMATIVO 5 Dr. Landaus “Mit dem Blick auf Israel wollen wir für die Einheit des jüdischen Volkes Weiterarbeiten!” Meine Damen und Herren: Es liegt in der menschlichen Natur begruendet, dass man ein Werk, das man sich nach reiflicher Ueberlegung vorgenommen hat, zu Ende fuehrt und sich nach dessen Vollendung Rechenschaft darueber ablegt, ob es die Muehe gelohnt hat, ob es gut gelungen ist und ob es einer Kritik standhaelt. Wenn man dieses Prinzip auf das Leben einer juedischen Gemeinde anwenden wollte, bestuende die Gefahr, dass man nie zu einer Selbstkritik kommt, denn nie wird das Werk vollendet, immer entwickelt sich aus einem Problem ein neues. Stets treten neue Aufgaben an uns heran, denn eine juedische Gemeinde pulsiert, ist stets in der Entwicklung und muss sich bemuehen, immer hoehere Ziele auf allen Arbeitsgebieten zu verfolgen. So ist es daher gut, dass wir wenigstens einmal jaehrlich, wenn wir uns in der Generalversammlung zusammenfinden, uns selbst Rechenschaft ueber das bisher Geleistete ablegen, uns fragen, ob wir richtig gehandelt haben, ob wir auf dem beschrittenen Wege weitergehen koennen und die wohlgemeinten Ratschlaege unsrer Mitglieder fuer die weitere Arbeit entgegennehmen, I. Erfolge in der Jugendarbeit JI. Mens sana in corpore sano Nicht unerwaehnt darf in diesem Zusammenhang bleiben, dass sich seit einiger Zeit etwa lo juedische junge Ehepaare zusammengetan haben, um unter der Leitung des Herrn Rabbiner Loewenstein unsere juedisch religioesen Gebraeuche praktisch zu erlernen. wie im Hause der Schabbat gehalten wird, wie man Kiddusch macht, wie man benscht, wie man unsere hohen Feiertage vorbereitet, kurz wie man ein juedisches Haus fuehrt, dass wird in diesem Kreise besprochen und erlernt. Junge Menschen, die immer nur zugehoert haben nie den Mut hatten, selbst die Gebete zu sprechen, gewinnen das noetige Selbstvertrauen. Besonders wesentlich ist bei diesen Zusammenkünften die Anwesenheit der j u n g e n Muetter, die auf diese Weise lernen, wie ein juedisches Haus gefuehrt wir,d und wie juedische Kinder in unserem Sinne erzogen werden sollen. Wissen wir doch, dass kein Schulwerk, so gut es sein moege in der Lage ist, ohne Mitwir kung des Hauses eine erfolgreiche Erziehung zu gewaehrleisten. So begruessen wir also diesen neuen Kreis auf das Herzlichste und haben zu unserer Freude erfahren, dass sich diese Gruppe auf etwa 15 Ehepaare vergroessern wird. Da wir den groessten Wert darauf legen, diesen Kreis, der sich ausschliesslich aus Mitgliedern unserer Gemeinde zusammensetzt, in unserem Hause zu haben, auf der anderen Seite aber verstehen, dass nur eine etwas gemuetlichere, dem Privathause aehnliche Umgebung die Voraussetzungen fuer ein Zusammensein junger Menschen gibt, haben wir uns entschlossen, das grosse Zimmer in der 3. Etage des Hauses durch Anschaffungen einiger , bequemer Moebel etwas wohnlicher zu gestalten. Finanzielle Opfer werden wir nicht scheuen, wenn es sich um die Erziehung unserer Kinder, um Erfassung unserer Jugend und um Gewinnung neuer Menschen fuer unser juedisches Leben handelt. Das ist die Aufgabe der Gemeinde, wie wir sie auffassen. Fuer dieses Ziel wollen wir arbeiten. Wir haben in diesem Sinne auch eine Beihilfe zu den Kosten der Entsendung von 12 Delegierten des Maccabi zu der Maccabiade in Israel geleistet, eine Veranstaltung, die unseren juedischen Sportlern und damit unserem Jischuw viel Ehre eingetragen hat. III. Kulturarbeit Wenn wir im vergangenen Jahr als das Hauptziel jeder Gemeindetaetigkeit die Erfassung unserer Jugend bezeichnet haben, die berufen sein wird, den Fortbestand unseres Volkes zu sichern, so duerfen wir sagen, dass wir uns alle Muehe gegeben haben, gerade auf diesem Gebiete erfolgreich zu sein. Nur eine Jugend, die von fruehestem Kindesalter an in juedischem Geiste erzogen wird, die juedische Ideale erfasst, juedische Kenntnisse erwirbt, von unserer Religion, unserer Geschichte durchdrungen ist, nur eine solche Jugend wird eine stolze juedische Jugend sein, wird bereit sein, jederzeit fuer unser Judentum einzutreten und dereinst berufen sein, die Geschicke unserer Gemeinden leitend in die Hand zu nehmen. In unserer Religionsschule wurden in drei Lokalen etwa 100 Kinder unterrichtet. Da in der Schule in Macul sich drei Gruppen als notwendig erwiesen, die von einer Lehrerin allein nicht unterrichtet werden konnten, haben wir zu ihrer Unterstuetzung noch eine weitere Lehrkraft herangezogen. Ein erfreulicher Fortschritt ist es, dass in diesem Jahre etwa 25 Jungen und Maedel ueber 13 Jahre noch am Religionsunterricht teilnahmen. Wenn man bedenkt, dass eine nicht unerhebliche Anzahl Kinder im Wege des Privatunterrichts juedische Bildung erhaelt, glauben wir feststellen zu koennen, dass fast alle Kinder unseres Sprachkreises juedischen Unterricht gemessen. Dieser Unterricht in Verbindung mit Onege — Schabbat, die im Anschluss an unseren Freitagabend — Gottesdienst stattgefunden haben, dient dem Zweck, das Judentum nicht nur im Lernen, sondern auch bei Spiel und Gesang zu vermitteln. Von diesem Prinzip der modernen Erziehung ausgehend, haben wir juengst eine Neueinrichtung getroffen, von der wir hoffen, dass sie unseren Kindern die Freude am Schulbesuch wesentlich erhoehen wird. Wir haben naemlich mit Herrn Bernardo Feuer, dem Leiter des Chors Hazomir, nach langen Vorbesprechungen ein Abkommen dahin getroffen, dass er im Rahmen unserer Religionsschule den Kindern Gesangsunterricht erteilt. Diese Stunden sind schon aufgenommen worden und ohne Uebertreibung glauben wir sagen zu koennen, dass wir das Richtige getroffen haben. Unsere Kinder sind mit Begeisterung bei der Sache und ohne dass sie es selbst merken und ohne besondere Anstrengung lernen sie juedische Lieder, juedische Gebetstexte im Gesang und werden auf diese Weise unserem Gottesdienst viel leichter folgen koennen als dies bisher der Fall war. Unser Ziel ist, auf diese Weise zu einem Jugendchor fuer unseren Gottesdienst zu kommen, der gewiss zur Verschoenerung desselben beitragen wird. Um unseren Kindern den Besuch unserer Andachten anregungsvoller zu gestalten wurden an den Feiertagen von unseren Herren Rabbinern Predigten in spanischer Sprache gehalten, eine Einrichtung, die wir beizubehalten beabsichtigen. Wir bitten auch von dieser Stelle aus unsere Eltern fuer regelmaessige Teilnahme unserer Kinder am Unterricht und bei sonstigen Veranstaltungen der Religionsschule zu sorgen, sind doch die Schwierigkeiten technischer und zeitlicher Natur, mit denen unsere Lehrer zu kaempfen haben, gross genug und nur ein regelmaessiger Besuch kann die Durchfuehrung des Unterrichtsstoffs gewaehr leisten. Wir werden uns bemuehen, in Zukunft einen regelmaessigen Jugendgottesdienst einzurichten, der von der Jugend fuer die Jugend abgehalten wird, denn durch nichts lernt ein Kind mehr als durch eigene Aktivitaet. Ein wichtiger Faktor fuer die juedische Erziehung unserer Kinder ist die Jugendorganisation Degel - Israel, die jede parteipolitische Bindung ablehnt und die ihr Heim in dem Grundstueck Vic. Mackenna 175 hat. Diese Gruppe erfasst zur Zeit etwa 70 Kinder im Alter von 5-13 Jahren, die regelmaessig jeden Sonnabend Nachmittag Zusammenkommen. Die Kinder, die mit Begeisterung an diesen Kursen teilnehmen, Rechenschaftsbericht des Gemeindepraesidenten in der Ordentlichen Generalversammlung werden in juedischem und nationalem Sinne erzogen und zwar auf modernste Weise, indem sie bei Spiel, Unterh a 11 u n g und juedischen Taenzen lernen, was juedische Sitten und Juedischkeit im allgemeinen sind. Unsere Gemeinde wird auch weiterhin mit besonderem Interesse die Entwicklung dieser Organisation verfolgen und foerdern. Im Laufe des Geschaeftsjahres ist von Jugendlichen unserer Gemeinde im Alter von 18 Jahren aufwaerts eine neue Organisation, Juvenil Iwria gegruendet worden, die gleichfalls im Hause Vic. Mackenna 175 tagt und innerhalb kurzer Zeit einen hoechst bedeutenden Aufschwung zu verzeichnen hat. Es ist gelungen, durch kulturelle, soziale, sportliche Arbeit etwa 175 Jugendliche aus allen Sektoren zu erfassen. Auch diese Gruppe ist politisch absolut neutral und sucht alle diejenigen Jugendlichen fuer sich zu gewinnen, die keiner chaluzischen Jugendbewegung angehoeren. Durch unseren Rabbiner Loewenstein und durch die Tatsache, dass Kinder von Mitarbeitern unserer Gemeinde in der Leitung der Ivria mitwirken, steht unsere S. C. I. in engem Kontakt mit dieser Jugendorganisation, der auch in Zukunft unser besonderes Interesse gilt. Die engste Interessengemeinschaft mit unserer Gemeinde wird am besten dadurch bewiesen, dass gemeinsam mit der Jugend-Kommission Ende v. Js. ein Ball veranstaltet wurde, der auf jedem Gebiete als besonders erfolgreich zu bezeichnen ist. Wenn man bedenkt, dass, wie ich Ihnen vor einem Jahr darlegten durfte, wir damit beginnen, diese jungen Menschen durch gemuetliche Zusammenkünfte an unsere juedische Gemeinschaft zu gewoehnen und wenn man weiss, welche positiv juedische Kulturarbeit heute von diesen jungen Menschen geleistet wird und wer die Schwierigkeiten kennt, mit denen ' juedische Gemeinden in anderen Laendem zu kaempfen haben, um die Jugend fuer unsere juedische Zukunft zu sichern, wird feststellen, dass unsere SCI. gerade auf diesem so wichtigen Gebiete der Jugenderfassung Positives zu leisten sich bemueht hat. Allen ehrenamtlichen Leitern dieser Jugendgruppen spreche ich im Namen der Gemeinde unseren herzlichsten Dank fuer ihre verantwortungsvolle Taetigkeit aus und wuensche ihnen, dass ihre nicht immer leichte Arbeit durch steten Erfolg gekroent sei. Auf kulturellem Gebiete haben wir uns bemueht, allen unseren Mitgliedern etwas Interessantes zu bieten. Wir haben den Mut nicht verloren, unsere Kulturarbeit fortzusetzen, wenn auch die Beteiligung seitens unserer Freunde nicht so gross war, wie wir es uns im Interesse der Redner gewuenscht haetten. Aber auch Wenigen etwas zu bieten lohnt die Muehe. Es wurden folgende Vortraege gehalten: Rabbiner Loewenstein: Scholem Asch: “MOSES”. Dr. Erich Biry und Gerd Leisersohn: “Juden und Araber”. Dra. Sofie Mayanz de Zahler: “Aktuelle Wirtschaftsgesetz gebung. Dr. Erich Lion: “Das neue deutsche Entschaedigunsgesetz”. IV. Gede Die Feier des Staatsfeiertages am 18. April, die Herzl- Bialik-Feier am 6. Juli in Anwesenheit des Spezialdelegierten des Weltkongresses Dr. Steinberg und die Gedenkstunde des 9. November wurden in der bei uns ueblichen Form von Gottesdiensten und Kulturveranstaltungen durchgefuehrt. Der ersten Jahrzeit nach dem ersten Praesidenten des Staates Israel Professor Dr. Chaim Weizmann, wurde in einer wuerdigen Feier gedacht, bei Dr. Siegfried Kannowitz: “5 Jahre Medinat Israel, Licht und Schatten”. Synagogenkonzert Guenter Mosse: “Max Reinhardt”. Minister Burg: “Krise und Aufbau in Israel”. Der Besuch des Herrn Minister Dg. Burg ist noch in Ihrer Erinnerung. Ein volles Haus lauschte seinen Darlegungen, die sich bei aller Schlichtheit durch eine dem Redner eigene Klarheit und Ueberzeugungskraft auszeichneten. Welches Gefuehl der Erhebung war es fuer uns, gerade einen Vertreter unseres Sprachkreises als Minister des Staates Israel bei uns empfangen zu koennen. Herr Dr. Burg ist unser Freund und fuehlt sich als solcher. Dies hat er uns bei seiner Abreise zum Ausdruck gebracht und das erfuellt uns mit Freude und Stolz. nkfeiern der der Beauftragte der Sochnuth, Herr Dr. Siefried Kannowitz die Gedenkrede hielt, eine Rede, die auf alle Teilnehmer den tiefsten, nachhaltigsten Eindruck machte, und in der die Persoenlichkeit dieses grossen Staatsmannes, dieses beruehmten Gelehrten, dieses unseres unvergesslichen Vorkaempfers, gewuerdigt wurde. (Fortsetzung und Schluss des Rechenschaftsberichts auf den Seiten 7 und 9)

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