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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-03-01 · 3 (Marzo, 1954) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
3 (Marzo, 1954)
Date
1954-03-01
Page
Seite 13 (sequence 18)
Language
German
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Marzo, 1954 BOLETIN IN PO E M A T I V O 13 L f Interview mit einem Hund Von M. Y. Ben-Gavriel Das Interview fand in Beth-Dagon, zwischen Jerusalem und Tel-Aviv statt, an jener Stelle, wo die Phillister ihrem Gott Dagon einen grossen Tempel gebaut hatten. Heute steht an seiner Stelle eine Polizeistation, die bis ein paar Tage nach dem Intervle w, Zentraldepot, Kommandostelle und Hochschule fuer Polizeihunde war. Hier also hatte ich Gelegenheit, die schon fast legendaer gewordene kleine Huendin kennenzulernen, die einzigartig in der ganzen Welt ist. Sie ist unter den Rauschgift - Haendlern gefuerchteter als selbst seinerzeit Rüssel-Pascha von dem beruehmten aegyptischen EC- NIB. Ich leitete das Gespraech mit den gewoehnlichen Fragen nach den Personalien ein und bekam folgende Antwort: Ich heisse Lessi, geboren in Jerusalem im Jahr 1948, trat bald in die Polizei ein und wurde im bpurenfinden ausgebildet Leiaer versagte ich auf diesem Gebiet, sodass man mich wieder nach Hause schicken woiite, als eines Hages ein Polizeioffizier zu meinem Kommandanten im Scherz sagte, dass es nicht schlecht waere, wenn die Detektive Haschisch riechen koennten, um die Schmuggler und Rauschgiftraucher schneller zu fassen, Mein Kommandant, er heisst, neoenbei bemerkt, Razim, lachte, aber dann meinte er, dass man wohl nicht Polizisten, aber vielleicht doch Hunde dazu ausbilden koennte. JJnd da ich einen sehr guten, Geruchssinn habe, machte man mit mir den Versuch. Ich ging etwa fuenf Monate in einen fuer mich eingerichteten Kurs — er war anfangs ziemlich langweilig — aber I da ich ein sehr ernster Polizeihund bin, war das Ergehi nis hundertprozentig positiv, j Umso mehr als ich die [ Grundgesetzen«' Pclizeihundeerziehung schon vorhef gelernt hatte, naemlich unbedingten Gehorsam und voellige Konzentration auf die Aufgabe, die nicht einmal durch eine ploetzlich auftauchende Katze oder den Geruch einer Wurst gestoert werden kann. Ich bin daher, und ich betone dies mit Stolz, heute der einzige Hund der Welt, der imstande ist, auch nur ein Gramm Haschisch, wo immer es auch versteckt ist aufzuspueren. „Gut”, sagte ich, „das werde ich ja sehen, wenn eine Aktion durchgefuehrt wird. Vorerst aber moechte ich doch Naeheres ueber Ihre Familienverhaeltnisse wissen. Sie sagten, Sie hiessen Lessi. Wie aber ist Ihr Familienname? Wer sind Ihre Eltern?“. „Meine Mutter“, antwortete Lessi, in die Sonne blinzelnd, „war eine deutsche Schaef erhuendin”. „Und der Vater? Welcher Rasse gehoerte...". „Verzeihen Sie”, unterbrach sie mich ein wenig spitz, “ein Gentleman stellt nicht derartige Fragen. Auch fuer uns gilt der Code Napoleón, in dem es ausdruecklich heisst: „La recherche de la paternité est interdite”. Sie werden also verstehen dass ich keinen Familiennamen besitze, I wenn auch einige Leute mich Lessi Haschisch, zu nennen belieben”. Als waere dies das Stichwort gewesen, rief in diesem Augenblick ein Polizeioffizier, dass ich die Unterhaltung unterbrechen muesse, da Lessi in Dienst zu gehen habe. Selbstvertaendlich ging ich mit und hatte bald Gelegenheit, die kleine Huendin — sie ist kaum 50 cm. hoch — arbeiten zu sehen. Die erste Aufgabe war verhaeltni-maessig einfach. In einem ziemlich grossen Garten musste irgendwo Haschisch vergraben sein. Der Detektiv, der staendig mit Lessi arbeitet, setzte sie frei, gab ihr ein Kommando und schon begann die Huendin in weiten Kreisen im Garten herumzulaufen, wobei sie immer wieder umkehrte und Kreise mit einem neuen Zentrum zog. Plcetzlich aber blieb sie stehen, hob den Kopf in die Richtung ihres Herrn, als wuerde sie etwas mittei- ’en — alles geschah voellig autlos — und dann begann ie in grosser Erregung zu raben. Mein Fotograf hate gerade noch Zeit, den Aparat einzustellen, als sie chon ein in Zeitungspapier ehuelltes Etwas heraushole, zwischen die Zaehne nahm md es dem Detektiv brache: eine etwa ein Viertelkilo schwere Tafel Haschisch. Noch interessanter war eine zweite Aktion. Wir gingen n eines der an der Landstrasse liegenden kleinen Kaffeehaeuser. Die Polizisten in Uniform blieben draussen, der Fotograf und ich und der Detektiv mit Lessi betraten das Lokal. Der Detektiv sagte dem Tier etwas mir Unverstaendliches, worauf die Huendin, scheinbar ganz ziellos, sich im Kaffeehaus herumzutreiben begann. Sie naeherte sich bald dem einen, bald dem anderen Tisch, liess sich von den Gaesten streicheln und leckte ihnen die Haende —selbstverstaendlich kommt fuer derartige Aufgaben nur ein ausnehmend freundliches und menschenliebendes Tier in Frage — und als es zu einem Tisch in der Mitte des Lokals kam, begann es mit einem der dort sitzenden Gaeste zu spielen. Es liess sich den Kopf kraulen, kuschelte sich in seine Armbeuge, lekte ihm die Haende — und ploetzlich erhob es sich auf die Hinterpfoten, stiess mit unheimlicher Schnelligkeit den spitzen Kopf in das Hemd des Mannes und zog ein Paket Haschisch heraus. Auf meine Frage, ob Lessi faehig waere, auch andere Rauschgifte wie Heroin, Cocain oder Morphium festzustellen, wurde mir gesagt, dass sie ausschliesslich auf den Geruch von Haschisch dressiert sei und dies derart, dass sie selbst die kleinste Quantitaet davon entdeckt, wo immer es auch versteckt sei. So fand sie einmal in einem arabischen Haus in Jaffa, das vorher stundenlang von Polizisten ohne jeden Erfolg abgesucht worden war, in einem Geheimfach eines Schreibtisches ein grosses Quantum von Haschisch und ein anderes Mal — in Haifa — ging sie schnurstracks auf das Dach, verjagte die Tauben aus dem Taubenschlag und holte aus diesem Versteck, an das die Polizisten natuerüch nicht gedacht hatten, die verbotene Ware heraus. Da Haschisch, das in Syrien erzeugt und durch Jisrael nach Aegypten durchgeschmuggelt wird, ein sehr hochwertiges Produkt darstellt, sind die Schliche der Haendler fast unbegrenzt. Es ist ein aufregender Kampf, dem die Polizisten ihre volle Erfindungsgabe widmen mues sen. Die' Haendler und die Schmuggler wissen sehr genau, dass in diesem Land — wie beinahe in allen Kulturlaendern der Erde — der Besitz auch der kleinsten Quantitaet Haschisch sehr schwer bestraft wird, aber sie wissen auch, dass jedes Gramm des Giftes beinahe mit Gold aufgewogen wird. So ist es selbstverstaendlich, dass sie den Kampf gegen die Polizei fortsetzen, aber die Existenz der Huendin Lessi — der nun noch einige, eben in Ausbildung begriffene Hundekollegen beigegeben wer den — beginnt ihnen Kopfzerbrechen zu bereiten, denn gegen den soezifischen Geruch dieses Giftes ist kein Mittel zu finden. Als wir, wieder in der Polizeistation. uns von Less' verabschiedeten, warf sie mir einen Blick zu, der zu sagen schien: „Nun, habe ich zu viel gesagt, wenn ich auf mei- '.ne einzigartige Stellung in der Welt hinwies?” LETZTE NACHRICHTEN ALIJA AUS RUSSLAND 15 sowjetische Buerger erlielten dieser Tage die Bevilligung ihre Aiijä nach Israel anzutreten. Vorlaeufig ist darin noch ceine prinzipielle Aenderung n der Einstellung der sowjetischen Behoerden der Aiijä.1 nach Israel gegenueber, sondern es bandelt sich um Einzelfaelle mit Familien- Hintergruenden. Alle haben Verwandte in Israel, die sich mit Gesuchen an die sowjetischen Regierungsaemter' wandten, ihren Familienangehoerigen zu gestatten, nach Israel zu kommen, um mit ihnen zu leben. Auch die- Alija - Kandidaten mussten aehnliche Gesuche einreichen und die Gruende, die sie zur Auswanderung bewegen, angeben. Die Alija-Kandidaten sind zwischen 40 und 80 Jahre alt. Ein Dutzend weiterer israelischer Buerger, die Verwandte in Russland haben, erhielten angeblich von den sowjetischen Behoerden Briefe, in denen es heiast, dass ihre Gesuche geprueft werden und es wird ihnen eine rasche Antwort zugesichert. BEZIEHUNGEN MIT DEUTSCHLAND Die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Westdeutschland ist unabwendbar und wird erfolgen, erklaerte D;r. Nahum Goldman, der Vorsitzende der j Sochnut-Exekutive.! Dr. Goldman, aer vor Kurzem in Deutschland war, erklaerte. dass. Deutschland Israel gegenuebev mehr tut, als es die woertliche Erfuellung des Reparationsvertrages ihm auf erlegt. So hat sich die Bun desrepublik zum Beispiel bereit erklaert, auch im kommenden Jahre die Israeli-! sehen Trelbstoffkaeufe ln England, im Werts von 25 Millionen Dollar zu finanzieren. Die Deutschen vnrenschen geregelte Beziehungen mit Israel, auch wenn sie in dieser Richtung keinerlei Druck ausueben. Es wird der Tag kommen, in dem wir die uns ausgestreexe Hand erfassen muessen, voraugesetzt, dass die. innere Entwicklung Deutschlands in der.-eiben Richtung gehen wird, wie heute. ZWEI INDUSTRIEN HAUSSA,MMLVNt PAPIERFABRIK IN CIIEDERA Zwei einhalb Millionen Dollar und anderthalb Millionen israelische Pfunde wurden in die Papierfabrik (American- Israeli Paper Mills Ltd.) investiert. Durch die Papiererzeugung wird Israel jaehrlich ca. eine Million Dollar an Deviser ersparen. In Anbetracht deausserordentlichen Bedeutung der Papierindustrie wur de den Investoren das Recht der freien Preisbestimmung fuer die Dauer von 10 Jahren eingeraeumt, wie auch das Recht 10Vz der investierlei Geldern jaehrlich in Dollars zu transferieren. Die Fabrik die ueber 80 Dunam Beden verfuegt und die groesste ihrer Art im Nahen Osten ist verfuegt ueber modernste technische Maschinen aur den Vereinigten Staaten umc aus Schottland, darunter ueber eine Maschine, die 72 m lang ist. American - Israel. Paper Mills Ltd. ist eine de. wenigen Fabriken ln der Paoierindustrie, die sich nicht iur auf eine Sorte von Papier konzentriert, sondern m.i t denselben Maschinen verschiedene Papiersorten erzeugt. Im Anfangsstadium werden jaehrlich gegen 13,000 Tonnen Papier erzeugt (Paek- Zeitungs- Druck und Schreiboapier) . Diese Menge, die den groessten Teil des Inlandsbedarfes deckt, wird spaeter bis zu 20,000 Tonnen erhoeht werden, wodurch auch ein Teil der Erzeugnisse dem Exportmarkt zugefuehrt wird Sieben Fachleute wurden aus den Vereinigten Staaten, Schweiz und Schottland der Fabrik zugeteilt. Diese haben nicht nur die Aufsicht in den ^abriksraeumen, sondern wirken auch als Instruktoren der Belegschaft. D i e Leitung hofft im Laufe von zwei Jahren schon ueber geschulte israelische Papierindustriearbeiter zu veriuegen. Mit der Eroeffnung des Betriebes der American-Israell Paper Ltd. entstand ein neuer, fuer den Aufbau des Landes lebenswichtiger Industriezweig. GLUEIIBIRNENF ABRIK DECKT LANDESBEDASF Die einzige Gluehlampenfabrik des Landes, Or-Is in Haifa, kann den gesamten Landesbedarf decken. Die vier Jahre bestehende Fabrik ist derzeit im Industriehaus untergebracht und hat im lezten Halbjahr Ihre Produktionskanazitaet vc.n 2000 Stueck auf 12,000 Stueck im Tag (2 Schichten) erhoeht. Mit Eintreffen der neuen Maschinen wird sogar ein Ueberschuss erzeugt werden, fuer den neue Absatzmaerkte gesucht werden muessen. Um sich auslaendische Absatzmaerkte zu erobern, wird die Fabrik schon 1954 mit der Produktion von Miniaturlamoen fuer Taschenlampen. Fahrraeder, Autos und Radies, etc., besinnen. Fuer diese SDezialartikel besteht voraussichtlich gute Fxnortmoeglichkeit in die Tuerkei. Griechenland, etc., wo nur Fabriken fuer Stand ardgroessen bestehen. Nicht nur der Inlandmarkt wird dann beliefert werden koennen. sondern auch ein Teil der Devisen fuer Rohmaterialien duerfte dann aus den Exportverdiensten bestritten werden.

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