Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 2 (Febrero, 1954)
- Date
- 1954-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I REDACCION- S.C. I. B’NE JISROEL AV- PORTUGAL 810. TEL. 33096 CASILLA 2467. SANTIAGO «CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA " B ' N E J I SROEL" Año XIV — N? 2 SANTIAGO DE CHILE Febrero, 1954 Um eine Erneuerung des Synhediions in dem soeben fast fertig gestellten Neubau der Raw Kook-Siiftung in Jerusalem, wurde der Fest-Saal, der auch als Synagoge dient, hufeisenfoermig angelegt, um bald die 71 Sitze fuer die Mitglieder eines neuen Synhedrions aufnehmen zu koennen. Da an der Spitze der Raw- Kook- Gedaechtnis- Stiftung kein Anderer als Rabbi Maimon steht, der jahrelange Vorkaempfer fuer den Gedanken der Erneuerung des Synhedrions, kann diese vorbereitende bauliche Mass-, nähme weiter nicht wundernehmen. Zu dem gewesenen ersten Religionsminister des Staates Jisrael, Rabbi Maimcn, tritt nunmehr ein weiterer ueberaus nahmhafter Propagandist Herr S. Schragai, Ex - Bürgermeister von Jerusalem, einer der anerkannten - Fuehrer des „Hapoel-Hamisrachi“, der seine Energie der Vorbereitung und Verbreitung der Idee einer Wiedererrichtung des Synhedrions widmet. Das Synhedrion war der sogenannte „Hohe .Rat” des juedischen Volkes in der hellenistischen Epoche und fuehrte seinen Ursprung auf die 70 Aeltesten der Moses- Zeit, (Numeri XV, 16) zurueck. Es war •— im Prinzip, wenn auch nicht immer in der Praxis — die hoechste politische, juristische und ger-tliche Behoerde Jisraels. Maimon und Schragai betonen heute, dass — nach Er richtung der Medinath Jis- Von SCHALOM BEN-CHORIN rael — auch die Wiedererrichtung des Synhedrions eine unabdingbare Notwendigkeit geworden sei: 1. um den orthodoxen Ministern und Knesseth - Abgeordneten den Weg der Thora in allen Fragen des Staates zu weisen; 2. um der Welt klar und eindeutig das Wort Gottes von Jerusalem zu verkuendigen; 3. um das Gewissen der Nation zu weckenj zu fuehren lind zu leiten; 4. um die Forderungen der Thora und des Lebens in Einklang miteinander zu bringen. Wie steht es nun religionsgesetzlich mit der Wieder- Errichtung des Synhedrions? — Schragai erklaert: Raw Kook s. A. habe ausdruecklich die Wiedererrichtung des Synhedrions gefordert, sobald die Rueekkehr nach Zion sich im Judenstaate vollendet. Nichterrichtung bedeute gewissermassen eine Lebensgefahr fuer den juedischen Staat, Ebenso trat der verewigte Oberrabbiner Usiel, gestuetzt auf Maimonides, fuer die Wiedererrichtung des Synhedrions in unseren Tagen ein, waehrend Oberrabbiner Dr. Herzog, den Plan fuer verfrueht haelt, aber prinzipiell jenen (amerikanischen) Rabbanim widersprach, die das Synhedrion in die messianische Zeit verlegen wollen. Wer sind nun die Gegner des Planes und iwiim sind sie es? Es gibt, soweij man gegenwaertig die Fronten uebersehen kann, sehr verschiede* nartige Gegner des Planes: erstens stemmt sich die Mehrzahl der streng orthodoxen Rabbanim des Landes heute gegen diesen Plan. Vom Chascn-Isch in Bnej - Brak ueber die “Gedolej-Hatorah” (Rabb, Rat der Agudath-Jisrael) bis zu den Neturej-Kartha reicht diese Opposition, Sie erkennt in der heutigen Medinath-Jisrael noch nicht „Atchalta de Geula”, den Anfang der (messianischen) Erloesung, Formalj uristisch fuegen sie hinzu, dass das Synhedrion in der Quaderhalle des Tempels (Lishkath- Hagazith) tagen muesse, was heute noch ganz' undureh fuehrbar sei. Es ist auch unklar, wer heute, die „Weisen” sind, jedenfalls duerfte es schwer sein, eine Majoritaet zu finden. (Die . zweite Oppositionsgruppe, aus den Kreisen dös Misrachi und Hapoel Hamisrachi, erklaert, dass der heutige Staat Jisrael eine Demokratie ist, die sich in der Knesseth ihre gesetzgebende Koerperschaft gegeben hat. Die Kompetenzen des Synhedrions, das keine demokratische Institution ist, sondern eine theokratische, gebildet von einer geistigen Aristokratie, muessten notwendig mit Knesseth und Regierung in Kollision geraten. Eine Einengung der Kompetenzen des Synhedrions auf nur rituelle un«d Kultusfragen würde dem Geiste des Juden- ■ oderne Sclmle für traditionelle Studien lllil wma STIMME DER AUTORITÄET Der jüngst verstorbene Oberrabbiner Usiel s. A. (links) befürwortete die Wiedererrichtung des Synhedrions; Oberrabbiner Herzog (rechts) haelt den Plan für verfrüht. tums widersprechen und eine derartige Herabminderung des Synhedrions bedeuten, dass es zu einer Farce wuerde wie jenes Schatten-Synhedrlon. das Napoleon eingesetzt hat. Die dritte Gruppe (Kreis um Dr. J. Leibowitz) betont voelljge Weltfremdheit und mangelnde Profan - Bildung/^ der heutigen Rabbanim, die es ganz ausgeschlossen macht, aus ihnen 71 wirkli che Fuehrer und Richter der Nation zu erwaehlen. In weiten Kreisen der Diaspora lehnt man den Plan ab. man'eine zu weitgehende Bevormundung durch eine j israelische Institution, einen „juedischen Vatikan” befuerc.htet. Hier sind es vor allem die konservativen, liberalen und Reform-Rabbiner Europas u. Amerikas, die sich gegen den Plan stemmen, da sie eine einseitige A Hein-Anerkennung der Orthodoxie ais Beeintraechtlgung der anderen religioesen Stroemungen im zeitgenoessischen Judentum radikal ablehnen. Endlich sind weltlich gesinnte Kreise im Staate, von Links bis Rechts, gegen den Plan, da sie befuerchten, dass hier ein theokratisches Element in das Gefuege der Demokratie eingeschmuggelt wird und somit-zwei oberste Autoritaeten geschaffen werden, die in endlose Konflikte miteinander geraten muessen. Wir stehen hier also vor ernsten Meinungskaempfen, die von grundsaetzlicher Bedeutung fuer den Staat und die Diaspora werden koennen. Klassenzimmer in der neuen Jeschiwa in Tel-Aviv. Werden aus den Reihen dieser Schüler Maenner hervorgehen, die eine religioese Erneuerung anzubahnen vermoegen? i Aus dem Gemeindeleben Seite 2-3 Gedenken an die Geschwister Scholl Seite 5 Der KUSARI des. Jehuda Halevi (von Prof. Marx) Seite 5 Kinderblatt Seite 7 Interview mit Schulinspektor Omi Seite 8 Was Jugend leistet (Haschomer Hatzair veranstaltet einen Festabend) Seite 8 MONATSSPIEGEL: Eine Stimme-ruft in der Wüste — Ein Gast sieht in die Winkel — Privilegierte Auslaender Seite 11 ISRAEL-UMSCHAU: Exportnachrichten — Literarische Kostproben Seite 13 KUNST UND LITERATUR: Else Lasker — Schüler — Hans Silber — Max Brod in Europa Seite 14 Ghandi, Wesen und Wirken (von C. Z. Kloetzel) Seite 15