Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 1 (Enero, 1954)
- Date
- 1954-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8553624-8556560-9194028--1282-8556573- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Enero, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 13 i Probleme der Kollektiverziekun^ Eine der faszinierenden Erscheinungen in Israel sind die Kollektivisiedlungen, die Kibbuzim. Es ist schon haeufig gesagt worden: “man kann sich zum Zionismus stellen wie man will, man wird jedenfalls zugeben muessen, dass die Kibbuzim ein Experiment allgemeiner sozialer und humaner Natur darstellen, welches weit ueber den Rahmen der Judenfrage hinaus von Interesse ist“. Diese Anschauung ist sicherlich richtig und ein Beweis fuer sie stellt die Tatsache dar, dass Indien vor einem Jahre einige israelis c h e Wirtschaftsexperten einlud, in Indien ueber “Kibbuzerfahrungen” zu berichten, da diese fuer die neue indische Agrarpolitik von grosser Bedeutung sein koennen. Aber nicht die wirtschaftliche Konstruk tion oder Problematik der Kibbuzim isei hier besprochen, sondern nur eines der vielen Randprobleme dieses Experimentes, die Kindererziehung in den Kibbuzim. Es ist eine interessante Tatsache, dass von - jeher Muetter ihren heranwachsenden Toechtem das Kochen und Haushalten beibrachten. Vaeter ihre Soehne einen Beruf erlernen iiessen, keine soziale Gesellschaft es jedoch fuer noetig gehalten hat, die jungen Menschen und zukünftigen Eltern in einer Kunst zu unterweisen, welche vielleicht eine der ¡schwersten Lebenskuenste MIT LETZTER POST; REL1GI0ESES ZENTRUM In Jerusalem soll ein “Religionszentrum” gebaut werden. Das neue Gebaeude soll das Oberrabbinat, das Oberste Bet Din, eine zentrale Buecherei, ein religioeses Museum und eine Synagoge beherbergen. VOLLBESCHAEFTIGUNG Die Zahl des Tagesdurchschnittes der Arbeitslosen im letzten Monat betrug 11,450 — also um 1200 weniger als in der Vorwoche. Unter den Arbeitslosen befinden sich 1910 Frauen und 7200 Schwarzarbeiter. EXPORTCHANCEN Unsere Handelsvertraege mit Finnland und der Tuerkei bieten unserer Exportindustrie eine besonders gute Chance. Die Waren, die wir in diesen Laendern kaufen, sind vielfach teurer, als wenn wir sie am freien Markte kaufen wuerden, dies ist eine Folge des Disagio, das in diesen Laendern fuer Clearing-Dollar besteht. Wir nehmen dies in Kauf, weil diese Laender dagegen auch bei uns in staerkerem Masse Waren beziehen. . REIFEN INS AUSLAND Die bisher groesste Exportsendung von Reifen und Reifenschlaeuchen, die in Israel hergestellt wurden, kam aus der „Alliance” Tire and Rubber Co, Ltd, Hedera im Haifaer Hafen an und wurde auf der “Nachschon” verladen. Es handelt sich um ungefaehr 1000 Reifen und 1500 Autoschlaeuche im Gewicht von ungefaehr 50 Tonnen und im Werte von annaehernd 75,000 Dollar. Dies ist die vierte Nachbestellung aus der Tuerkei, die seit Juni dieses Jahres hier eintraf. EISENBAHN — ZEMENTSCHWELLEN Eine Fabrik fuer gepresste Zement-Eisenbahnschwellen wird derzeit von der Firma Solei Bone errichtet, nach einem Uebereinkommen zwischen der Gesellschaft und der Eisenbahndirektion. Die Zementschwellen verdraengen in d. meisten europaeischen Staaten die Holzschwellen immer mehr. POSTBANK EROEFFNET Die Postbank wurde am 1. November eroeffnet. Der Postminister wies darauf hin, dass dies ein neuer Dienst fuer die Bevoelkerung ist, der das in Europa bekannte System d. Postschecks äuch in Israel einfuehrt und spaeter auch als eine volkstuemliche Sparkasse, wie in den anglosaechsischen Laendern, arbeiten wird. ist, naemlich die Erziehung ihrer Kinder. Diese wuchsen im Rahmen ihrer Familien auf, welche wiederum einen Teil einer gefestigten sozialen Konstellation darstellten und wurden im fruehesten Alter durch die Familienatmosphaere konditioniert und spaeter durch Beispielspaedasrogik angeleitet. Der Familie als soziale paedagogische Einheit muss wohl eine besondere Bedeutung zukommen, da sie den einzigen konstanten Faktor darstellt, der sich von der Urgeschichte bis heute, durch alle sozialen Entwicklungen und Revolutionen in der Gesellschaft erhalten hat. Die marxistische Ideologie, welche sich in ihrer reinsten Form in den Kibbuzim herauskristallisiert hat, stellt sich zu dieser Auffassung in scharfen Gegensatz und soricht von “buergerlichem Sumuf und Gefuehlsduselei”. Sie vertritt die Ansicht, dass das Kind bereits im fruehesten Alter der Familie entzogen und unter paedagogisch geschulter Aufsicht kollektiv erzogen werden soll. Dieses Erziehungssystem ist fuer die Sow.iet-Union zu einer politischen Notwendigkeit, fuer die Kibbuzim vor allem aber zu einer wirtschaft'ichen geworden, da pezaehlte Paedagogen viele Muetter entlasteten und diese fuer nroduktive Arbeit frei machten. So stossen wir denn in der “Sturm-und Dranmeriode” der Kibbuzim auf die ueberaus reizvolle Einrichtung des Kinderhause«, wo den Saeuglingen und Kindern die beste Pflege durch geschultes Personal zukam. Waren sie gesund, so spielten sie in der Gesellschaft Gleichaltriger A. SCHLONSKI Huegelland-feucht ist der Sand gleich feinem MehL Fruehblasses daemmerndes Licht liegt auf Mulden und Gip* (fein, Blick auf den Menschen und seinen hochaufgerichteten (Koerper, Auf Herden, die beten in morgendlich stiller Andacht. In die Waben gepresst liegt der zarte und suesse Honig Die Erde erhebt ihren Leib wie ein kindliches Lamm. Urbeginn spricht nun von Neuem zu seinem Schoepfer Jene einsilbige Sprach von Widder zu Stier. (UEBERTRAGEN VON JUSTA) und wurden von erfahrenen. Kindergaertnerinnen angeleitet; waren sie krank, so standen ihnen in besonderen Krankenzimmern geschulte Schwestern und Aerzte zur Verfuegung. Die Eltern “schoepften den Rahm” der Kindererziehung, sie hatten nur die vielen Rechte, aber keine der unangenehmen Pflichten zu erfuellen. Nach der Arbeit holte man das Kind vom Kinderhaus, um mit ihm einige Zeit auf dem Rasen zu spielen oder sich mit ihm zu unterhalten und manchmal setzte man sich noch bei Abendbrot dazu. Die Kinder kannten ihre Eltern nur in froher und ausgeglichener Stimmung, die Beziehungen zwischen ihnen waren ohne Zweifel erfreulich. Keine Sorge oder Unstimmigkeit der Eltern gelangte zum Kind, es wuchs in einer Welt von Harmonie und koerperlicher als auch seelischer Reinheit auf. Lange Jahre schien es, als waere hier eine neue, revolutionaere Idee mit Erfolg verwirklicht worden; und doch sind wir heute, nach fast 40jaehriger Erfahrung Zeuge einer ruecklaeufigen Entwicklung, welche das Erziehungssystem in den Kibbuzim zugunsten der Familie modifiziert. Die marxistische Ideologie konnte nicht von den Erkenntnissen der Psychoanalyse Gebrauch machen, da diese erst ein halbes Jahrhundert spaeter zur Welt kam. Die Psychoanalyse hat jedoch in ihrer grossartigen und tiefgreifenden Entwicklung die Frage der Familienerziehung zum Teil beant wortet. Sie hat erkannt, dass dem Menschen in seinem fruehen Kindesalter individuelle Liebe und das Gefuehl der individuellen Sicherheit ein sine qua .non zur gesunden und ungestoerten Entwicklung seiner Persoenlichkeit ist. Die Gruppenbetreuung kann, sogar theoretisch nicht, dem individuellen Ego jedes Kindes Rechnung tragen und es ist aus rein analytischen Erwaegungen vorauszusagen, dass sich unter Kindern, welche durch das Kibbuz-System erzogen werden, ein unverhaeltnismaessig grosser Prosentsatz finden muss, der sich dieser “Nivellierung“ nicht anpassen kann. Die theoretischanalytischen Voraussagen sind auch im vollsten Masse bestaetlgt worden und wirklich fanden sich unter den Kibbuzkindern eine grosse Anzahl Problemkinder, Bettnaesser etc. Auch waren die Eltern nicht recht befriedigt, wie ja das Verhaeltnis auch reziprok ist. Es zog sie auch zu den Sorgen und Unannehmlichkeiten des Kinderhabens; und so sehen wir heute, dass die meisten Kibbuzim dazu uebergehen, Haeuser mit „Familieneinheiten” zu bauen, wo Eltern mit ihren Kindern Zusammenleben. Wir sind noch nicht am Ende dieser Entwicklung angelangt; sicher wird die Zukunft auch da noch wertvolle Erkenntnisse bringen. Aber schon heute kann man zweifellos einen Fortschritt verzeichnen. In den Kibbuzim faellt eine aeusserst schwere Belastung des “buerg e r 1 i c h e n” Familienlebens fort: die finanzielle Sorge. Das Leben hat einen ausgeglichenen Gang, der Achtstundentag ist zur Wirklichkeit geworden; die Eltern haben Zeit und Müsse, sich ihren Kindern in gebuehrendem Masse zu widmen. Wir muessen nun abwarten, ob diese Bedingungen genuegen, um eine unneurotische Jugend in unserem chaotischen Zeitalter heranzuziehen. D. F. . .DA SIE WEIZMANNS GEDACHTEN. .. „Ueber 5000 Gaeste aus allen Teilen des Landes, darunter Vertreter vieler Orte, Minister und Knessetabgeordnete, Mitglieder der Sochnut-Exekutive und der Leitung der Nationalen Institutionen, sowie Gaeste aus allen Teilen der Welt, Wissenschaftler, unter anderem mehrere Nobelpreistraeger, wie Nils Bohr, Ernst Chain, Herman F. Mark, L. C. Pauling und P. Rous, nahmen an den Gedenkfeiern anlaesslich des ersten Todestages des ersten Praesidenten Israels Prof. Dt. Ch. Weizmann, teil, die waehrend einer Woche in Rechowot stattfanden”. EHRUNGEN Waehrend der ganzen Woche stand am Grabe des verstorbenen Praesidenten eine Ehrenwache von Offizieren der Armee, der Marine, der Luftwaffe und der Polizei. Am Haupteingang des“Yad Weizmann” wurde ein besonderes Postamt errichtet, welches einen besonderen Andenken-Stempel herausgab. GEBET Am Trauertag wurden ln allen Synagogen des Landes besondere Gebete anlaesslich des ersten Todesoages Weizmanns gesp '-hen. Aus dei gesellsch eine Wc Leben r zusamr Kinos fuehr