Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1953)
- Date
- 1953-12-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Diciembre, 1953 BOLETIN INFORMATIVO 17 sie sÁJík^oakf CenUte^e Barmusik im Subterránea Orchester dieses Gezetz auf die Funktion | des Staates an? Jeder Dienst, dessen Nichtfunktionieren das Leben gefaehrdet, ist zwar erlaubt, aber “nichtsdestoweniger ist es vorzuziehen, dass die Arbeit am Schabbat durch nicht orthodoxe Juden ausgefuehrt werden sollte”. Ich fordere die Autoren dieser Verirrung vorn. Judentum auf,, ein einziges Beispiel im ganzen juedischen Gezetz zu zeigen, das beweist, dass die Tora nicht “das Erbe der Gemeinde Israel” ist, das einem Juden auferlegt ist, aber einem anderen nicht. Entweder ist etwas durch das juedische Gesetz erlaubt und dann ist es allen Juden erlaubt, oder es ist verboten und dann ist es Allen verboten . Dasselbe Versagen und Zoegern die Tatsachen einer neuen Zeitepoche anzuerkennen, hat auch die peinliche Unsicherheit in der . Proklamation des Oberrabinats bei der Feier des Unabhaengigkeitstages Israels hervorgerufen. Dieser Tag; der 5. Jjar, faellt in die Sefira, die Zeit der Halbtrauer. Ich glaube, das man sehr energisch fuer die Abschaffung der Trauer dieser Tage eintreten kann, nachdem jetzt der juedische Staat wiederhergestellt ist. Aber auch dann, wenn dieser Vorschlag zu radikal ist, so muss doch zugegeben werden, dass der Jahrestag der Proklamation des juedischen Staates ein F'reudentag ist. Nun ist es so, dass es einen anderen Tag waehrend der Sefira gibt, an dem die Trauer aufgehoben wird, Lag B’Omer, der 33, Tag. Warum das so ist, weiss keiner. Das gehoert zu jenen Dingen, die nun einmal “geschehen” sind und es gibt nicht eine einzige klare historische Begruendung, am sie zu rechtfertigen. Aber einmal geschah das eben so and jene, welche sie einrichteten, fuehrten die Folgerungen bis zur letzten Konsequenz durch. Seitdem gibt es an diesem Tage keine Trauer, er wurde ein normaler lag wie alle Tage des Jahres und auch Hochzeiten sind erlaubt. Kann sich nun aber irgendeiner auch nur in den kuehnsten Vorstellungen aus. denken, dass der Grund fuer die Aufhebung der Trauer an Lag B’Omer staerker sein soll, als die Jahresfeier des 5. Jjar 5703? Ich Koennte die Neturei Karta verstehen nach denen die moderne juedische Staatlichkeit ein Unglueck ist, und sie darum die Vorschriften der Sefira weiterhin als gueltig ansehen. Aber was ich nicht verstehen kann, ist, dass der Jom Haaz. maut zwar als ein Freudentag proklamiert worden ist —Tanz, Musik und Vergnuegungen jeglicher Art sind erlaubt— aber keine Trauungen. Und aus demselben Gedankengang heraus hat man zwar angeordnet, dass “Halbhallel gesagt werden soll —aber ohne den vorangehenden Segensspruch”. Nach und nach ergeben sich die entscheidenden Grundlagen der Religion in Israel. Elektrizitaet am Schabbat —aber nicht durch einen orthodoxen Juden. Vergnuegungen am Jom Haazmaut— aber keine Segenssprueche. Das ist jenes “Ja und nein und ein Zittern der Haende”. Wir aber, die an die Ewigkeit der Tora und an ihre Anpassungsfaehigkeit an alle Umstaende des Lebens AUS DER A. T. I. Der am 14. November stattgefundene A. T. I. Ball, war vieder einmal ein Beweis mer die kollegiale Zusammenarbeit der jued. Handwerker und Techniker. Von der neukonstruierten Buehae bis zum Programm; von der Bewirtschaftung bis zur technischen Organisation; all aas war nur Dank der Mithilfe vieler Kollegen durch fuehrbar. Das Programm wurde diesmal ausschliesslich von Kollegen oder deren Angehoerigen ausgefuellt. Die Konference machte wie gewcenmich José Stern, ein stets leuchtender Stern auf dem A. T. I. Firmament. Der Sketch aus der Peluquería Moritz, geschrieben von Man. fred L\ ein, fuehrte uns in das Handwerkermilieu. Wieder einmal wurde uns gezeigt, wie unterhaltsam dieser Beruf ist. Schade war nur, dass der Hauptdarsteller Friseur Moritz nicht, wie vorgesehen, an dem Stueck teilnehmen konnte. Das Personal der Peluquería waren; Der, sonst nicht schweigsame, Friseur Lewtn, die Maniquüre Hanne Dutch und der sehr bewegte Figaro Albert Katz. Wie ueblich, wurden die Kunden beim Friseur eingeseift und angeschmiert. Rosenberg, Loeff, Ehrenhaus, Freiwirt und Herz waren die Opfer, die unter das Messer kamen. Jeder Kunde spielte seine eigene Rolle, glauben, rufen aus: Lo su haderech “dies ist nicht der Weg”, denn nur durch Mut und Ueberzeugung wird die Tora fortdauern. WARUM KAMEN SIE NICHT? Aber alles dieses sind keine Gruende den aussergewoehnlich schlechten Besuch dieser so wundervollen, einzigartigen schoenen und vielseitigen Veranstaltung, die ein ganz hohes Niveau auf jedem Gebiet seitens der beteiligten Kuenstler wie seitens des gut geleiteten Orchesters zeigte. Wir alle, die wir Mitglieder der Gemeinde sind, haetten der Kultur- Kommission dankbar sein muessen, dass sie eine derartig kulturell hochstehende Veranstaltung fertig brachte. Alles in allem war das Gemeinde —Konzert ein Fest fuer Jeden, der es besuchte und ich schaetze mich gluecklich, ihm beigewohnt zu haben. Ich bin kein Musikkenner, noch Kritiker, aber Musikliebhaber. Wenn ich waehrend der Pause von meinem Platz aus die Zuhoererschar ueberblickte, so musste ich mit groesstem Bedauern feststellen, dass erstens die gesamte Jugend bis auf winzige Ausnahmen fehlte, ferner vermisste ich alle die vielen Herrn und Damen, die ich aus Vortraegen oder Versammlungen der verschiedensten Organisationen kenne, ebenso fehlten leider auch die Familien und Mitglieder des Vorstandes und des Repraesentantenkollegiums unserer Gemeinde, bis auf einige Wenige. Als zuvor ein Vortrag stattfand, war der kleine Saal uebervoll: man sollte erfahren, wie und ob man aus Deutschland eine Entschaedigung zu erwarten hatte. Am Sonntag handelte es sich um einen Kunstgenuss von aussergewoehnlicher Art. Fehlte das Interesse? das Verstaendnis? oder was war die Ursache des Fernbleibens? B. G. was die Regie sehr erleichterte. Ausserdem erschienen im Frisiersalon als Schuhputzer Ivonne Schweitzer und Frau Neureich Paul Hirsch. Im zweiten Teil des Programms waere der Puppentanz der A. T. I. Kinder Katz - Schweitzer . Gruppe hervor zu heben. Paul Freiwirt brachte einige Imitationen und ein Lied, begleitet ' auf dem Piano von seinem Dichter Walter Deutsch. Zum Abschluss des Abends sang uns Hans Stein einige nette Weirem, begleitet von Sofia Goren, wobei er ungeheuren Applaus ernten konnte. Dem unermuedlichen Orchesteir von Jerry Bing, sowie allen, die an der erfolgreichen Gestaltung des Abends beigetragen haben, aller besten Dank. M. K.