Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1953)
- Date
- 1953-12-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Diciembre, 1963 BOLETIN INFORMATIVO 7 Das Land feiert zwei Jubilaeen Petach Tikva 75 - Jahre MUTTER DER', KOLONIEN ■■ x&vWsmMÊËMMÊiÊ &ÈÊÊÊ wv\w»v>,w MgM©# mmm ÉMÉÜÉÉ * < « £ ,x~- y Â;Ôf §*Üî *ɧI «M wSjsÿis 1Ä Ül: *p» •. <•••»: Ä iüü;»l Um Labbas hiess der Ort. 14.000 Dunam trockene und verbrannte Erde. Und waehrend Jahrhunderten wuchs hier nichts mit Ausnahme v. kleinen Streifen an den Abhaengen der Huegel wo Beduinen und Fellachen ein mageres Gemuese anbauten. Und dann kam Hamid el Masri, ein reicher Aegypter" mit 40 Dienern und Traeumen von einem landwirtschaftlichen Gut, das er hier anlegen wollte. Er kaufte die Erde fuer nichts, aber sie brachte ihm auch nichts ein und nach kurzer Zeit gab er den Versuch auf und beschloss den Boden von Labbas wieder zu verkaufen. Da fand sich dann ein arabischer Rechtsanwalt der ihn hinterging und u,m einen Teil der Boeden betrog, ein anderer Teil wurde von einem Jaffaer Kaufmann gekauft und ein dritter Teil schliesslich, 3000 Dunam, v. drei Maennern aus Jerusalem, drei 1 Juden, die versuchen wollten, das zu erreichen, was Hamid el Masri nicht gelungen war, naemlich hier eine Siedlung zu errichten. Und so entstand Petach Tikva, die “Pforte der Hoffnung”. David Guttmann, Joschua Stampfer und Yoel Salomon, hatten wenig gemeinsam. Der erste war ein reicher Mann aus Ungarn, Salomon in Jerusalem geboren sollte nach Wunsch seiner Eltern ein Rabbiner wer den, und Stampfer kam ins Land im Alter von 17 Jahren, zu Fuss aus Ungarn mit einem eisernen Willen aber ohne jeden Groschen. Aber eins hatten alle drei gemeinsam: die Ueberzeugung, dass der traditionalistische Judaismus der in den Mauern von Jerusalem eingeschlossen war diese ueberschreiten musste, und dass die Rueckkehr zur Arbeit, aufs Land der einzige Weg zur Wiedererstehung eines wahren und lebendigen Judaismus sein koennen. Der Weg war kein leichter, ob zwar ihnen bald einige Familien aus Jerusalem folgten. Dann bemerkten die Araber dass die Juden die Schabbatruhe beobachteten und so griffen sie staendig die Kolonie am Schabbat an, und oft musste man die Gebete verlassen um sich gegen die an. greifenden Araber zu wehren. Die einzigen Waffen waren Stoecke, Messer und der Mut der Siedler. Die Natur war nicht weniger feindlich als die Araber gesinnt. Die kargen Ernten der ersten Jahre genuegten kaum um den Siedlern ein armseliges Dasein zu erlauben Krankheiten brachen aus, aber immer wieder wurden die Boeden von Petach Tikva besäet bis auch endlich eine ausreichende Ernte auf den Feldern stand. Nach dem ersten . Weltkriege entwickelte sich Petach Tikva schnell u. wuchs staendig. In seinen ersten Jahren war die Verwaltung von einem Komite der Siedler uebernommen worden, dann wurde ein Ortsrat gewaehlt und im Jahre 1937 er. hielt schliesslich Petach Tikva den Status einer Stadt und damit eine Stadtverwaltung. Damals zaehlte die neue Stadt schon 17,000 Einwohner aber ihre wirtschaftliche Entwicklung war noch immer auf Landwirtschaft und besonders auf die Zitruspflanzung basiert. Der zweite Weltkrieg eroeffnete dem “Zitruszentrum” des Landes einen neuen Horizont u. seit 1943 entstanden in und um Petach Tikva Industrieviertel die d. Stadt zum drittwichtigsten Indu. striepunkt in Israel machen. Heute gibt es in Petach Tikva vier Industriezentren auf ueber 3,500 Dunam mit Textilwebereien, Lebensmittelfabriken, Metallwerken, Gerbereien, Chemischen und pharmazeutischen Produkten Bau materialien, usw. Der Entwicklung der Stadt sind auch in der Zukunft grosse Moeglichkeiten offen durch ihre guenstige Lage an der Landstrasse Tel Aviv Haifa, die Naehe vom Flugplatz in Lydda, der Eisenbahnverbindung mit Tel Aviv, Haifa und auch Jerusalem. 75 Jahre sind fuer eine Stadt im allgemeinen nur eiziemlich kurze Zeitspanne. In Israel kann aber die Zeit schwer mit demselben Masstab wie in anderen Laendern der Welt gemessen werden, und hierfuer bringt Petach Tikwa einen einwandfreien Beweis, denn in 75 Jahren wurde auf den verdorrten Boeden von Um Labbas die ‘Pforte der Hoffnung’ gebaut, .die sie nicht nur fuer die 50,000 Einwohner des heutigen Petach Tikva bildete, sondern die sie fuer den Aufbau des ganzen Landes war. DIE PRESSE GRATULIERT * VON RECHTS BIS LINKS “HAZOFE” (Religioese): Die Gniender Petach Tikwas waren alle religioese Maenner, so dass behauptet werden darf, dass die Orthodoxen die Vorlaeufer des Staates waren. “DAVAR” (Histadrut): Die Gruendung Petach Tikwas stellte eine wahre Revolution dar, und hier begann auch die .organisierte Arbeiterschaft im Lande. “CHERUT” (Cherut): Petach Tikwa ist ein Symbol fuer unseren Freiheitskampf. Die Gruender der Stadt waren immer zum Kampf gegen ihre Feinde bereit. Der Geist von Petach Tikwa lebt heute in der nationalen Einstellung des Cherut weiter. “HABOKER“ (Allgemeine Zionisten): Petach Tikwa symbolisiert den Erfolg der privaten Initiative. Hier wurde durch privates Kapital, ohne Einschreiten des Staates ein reiches Industrie- und Landwirtschaftszentrum geschaffen. GIWAT BRENNER — 25 JAHRE Der Kibbuz Giwat Brenner zaehlt 1600 Einwohner, davon 500 Kinder und besitzt 7500 Dunam Boden. Der Kibbuz verfliegt ferner ueber das Erholungsheim mit 110 Plaetzen, ausserdem bestehen verschiedene Industriebetriebe, von denen Marmeladenfabrik “Rimon” der wichtigste ist. Die Industriebetriebe arbeiten auch fuer Export, und der Jahresumsatz von Giwat Brenner erreicht etwa zwei Millionen IL. Vor 25 Jahren besiedelten 33 Chawerim mit zwei Kindern 200 Dunam Boden. Zu den Gruendern kam nach einiger Zeit die Familie Sereni hinzu. Die Siedlungsinstanzen hielten die Siedlung an diesem Platz fuer nicht zweckmaessig, die Siedler bekamen keine Subventionen und sie mussten alles aus eigener Kraft schaffen. Aber die Erfolge der Arbeit rechtfertigten diese Siedlung. Der Ort vergroesserte sich staendig. Es gibt einen grossen natürlichen Zuwachs, u. Giwat Brenner nahm viele Olim und Jugend Alija-Gruppen auf. 208 Kibbuzmitglieder, Angehoerige der Mapai, verliessen voriges Jahr Giwat Brenner, doch einige Dutzend Mapai- Mitglieder sind in Giwat Brenner geblieben und es gibt auch heute eine Mapai- Ortsgruppe. Bei den Jubilaeumsfeiern, am 28. 10. fand eine grosse Versammlung statt, bei der besonders das Gedenken v. J. H. Brenner geehrt wurde dessen Namen der Kibbuz traegt. mmm ia ¡¡H - - r> 'JkièÉÈtS; temÆÊÊfcy Das Baron Hirsch-Denkmal in Petach Tikva Zwischen Hass und Liebe... (Schluss) bewusst Oel in die Flamme gossen. Bei den Arbeitern war es Tmima, die sich besonders ereiferte; sie beschul, digte die Plantagen-Besitzer, die ihre Arbeiter nicht nur ausnutzen sondern auch demuetigen wollen und griff besonders die Heuchler an, welche angeblich die hebraei. sehe Arbeit schaetzten, aber keine Anstrengungen machten, sie auch gegen Uebergriffe zu schuetzen. Jeder wusste, dass sie damit ihren Arbeitgeber meinte; als Schimon versuchte, sie davon ab. zuhalten, schrie sie ihn in aller Oeffentlichkeit an. Nachdem die erste Erregung verebbt war, kamen die Ver. staendigungsbereiten zu Wort. Der Vorschlag von Schimons Brotherr, eine gemeinsame Kommission von Arbeitnehmern und —gebern zur Klaerung des Vorfalls zu bestimmen, wurde bereitwillig angenommen. Die Kommission sollte Zeugen vernehmen, Untersuchungen anstellen, und zu einem Beschluss gelangen, den anzuerkennen sich beide Seiten im voraus verpflichteten. Zu ihrer Wahl trafen sich alle im Schulhaus. < Schimons Arbeitgeber a 1 s Initiator des Kompromisses, leitete die Versammlung. Seine beruhigenden Eroefinungsworte wurden bald von den heftigeren der nachfolgenden Redner abgeloest; gehaessige Zwischenrufe und deren scharfe Beantwortung liessen die Erregung wieder ins Ungeheuere steigen. Auch Tmima stand auf und ergriff das Wort, erging sich in Angriffen gegen die “gesamte Clique der allgewaltigen Brotge. ber”, besonders aber der gemaessigteren unter ihnen, die sie eines heuchlerischen, falschen Spieles bezichtigte. Schimon fuehlte, wie er erblasste. Seine dumpfe Nieder, geschlagenheit verwandelte sich in tiefe Verzweiflung. Leise stahl er sich aus dem Saal. Eine quaelende Leere fuehlte er in sich; in seinem Zimmer angelangt, setzte er sich hin und ohne einen bestimmten Gedanken zu fassen, gruebelte er die Nacht hindurch. Bei Morgengrauen packte er seinen kleinen Ranzen, warf ihn ueber die Schul, ter und wie ein Dieb schlich er sich aus der Kolonie fort und beschritt den Weg zur Stadt...