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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-12-01 · 12 (Diciembre, 1953) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
12 (Diciembre, 1953)
Date
1953-12-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Diciembre, 1963 BOLETIN INFORMATIVO 3 ítem tfemetntteteten r Auszug aus dem Protokoll DER SITZUNG DES RE- PRAESENTANTEN - KOLLE¬ GIUMS VOM 13. NOVEMBER Anwesend die Herren Feldmann, Ebstein, Friedmann, Hanff, Hollaender, Isaac, Kiwi, Lehmann, Michel, Pincus, Reich, Ismar Schueftan, Walter Schueftan, Will, Windmueller sowie die Ersatzrepraesentanten, die Herren Heinemann, Herrmann, Rothschild und Simonsön. Ausserdem nahmen alle Herren des Direktoriums sowie die Herren Rabbiner Loewenstein und Lubliner an der Sitzung teil. Nachdem der Praesident, Herr Feldmann, die Sitzung eroeffnet hat, begruesst ihn Herr Dr. Landau im Namen von Vorstand und Repraesen. tanten-Kollegium und gibt seiner Freude Ausdruck, ihn wieder gesund von seiner Reise zurueckgekehrt in unserem Kreise zu sehen. 1.) Protokoll.— Das Protokoll der Sitzung des Repraesentanten-Kollegiums vom 8. Oktober 1953 wird verlesen und genehmigt. 3.) Bericht des Vorstands. Herr Land6 berichtet, dass seit der letzten ordentlichen Repraesentanten - Versammlung vom 8. Oktober 4 Neuaufnahmen erfolgt sind und 1 Todesfall zu beklagen ist. Er berichtet weiterhin, dass am 14. Oktober Herr Dr. Erich Lion ueber “Das neue deutsche Entschaedigungsrecht” referiert und am Donhin, dass am Sonnabend, den 14. November, im Rahmen des Gottesdienstes, des 9. November, dieses tragischen Tages fuer unser Volk, gedacht werden wird. Er teilt ausserdem mit, dass wir bei dem Empfang, den der Maccabi den Teilnehmern an der Maccabiade am 27. Oktober gegeben hat, sowie auf dem “Jugendball” am 31. Oktober und auf dem Bankett, das die Asociación de Amigos de la Universidad Hebrea am 7. November dem Exrektor der Universitaet Juvenal Hernández anlaesslich seiner Reise nach Israel gegeben hat. durch Mitglieder unseres Vorstands und der Repraesentanz verteten waren. An den Sitzungen des letzten Kinus des Vaad Hajinuj haben die Herren, Dr. Landau als Vorsitzender der Kommission Permanente sowie die Herren Nebenschoss, Walter Levy. Rabbiner Loewenstein, Dr. Reich, León Rosenthal und Dr. Sklarz teilgenommen. Im Anschluss an diesen Bericht des Herrn Landé spricht Herr Feldmann Herrn Abramczyk nachtraeglich die herzlichsten Glueckwuensche des Repraesentanten-Kollegiums zu seinem 65. Geburtstage aus. 3) Kommissionsberichte. — a) Kultus - Kommission. — Herr Abramczyk berichtet, dass die Kultus-Kommission beschlossen hat, wieder Jugendgottesdienste abzuhalten und dass ausserdem die Lehrvortraege nunmehr mit Da- Dr. Siegfried Kannowitz, den Vorstand und Repraesentanz bereits gemeinsam in der letzten Sitzung des Repraesentanten - Kollegiums begruesst hatten, ueber das Thema: “5 Jahre Medinat Israel, Licht und Schatten" gesprochen hat. Er teilt mit, dass am Sonntag, den 18. Oktober ein Konzert in unserer Synagoge stattgefunden hat, an dem Solisten, der Synagogenchor und das juedische Orchester mitwirkten. Am Donnerstag, den 29. Oktober wurde gemeinsam mit der Union Sionista anlaesslich des ersten Jahrzeittages des verstorbenen ersten Presidenten des Staates Israel. Din. Chajim Weizmann, eine Gedenkfeier veranstaltet, bei der Herr Dr. Kannowitz die Gedenkrede hielt. Er teilt weiterhin mit, dass unsere Gemeinde, insbesondere durch unseren Presidenten, Herrn Dr. Landau, auch an den uebrigen Veranstaltungen, die anlaesslich der Anwesenheit von Herrn Dr. Kannowitz stattfanden, stets vertreten war. Er gibt seinem Bedauern darueber Ausdruck, dass die beiden letztgenannten Kulturveranstaltungen einen nur sehr geringen Besuch aufwiesen und weist auf den am Donnerstag, den 19, November stattfindenden Vortrag des Herrn Guenter Mosse ueber “Max Reinhardt" hin. Er bittet schon heute vorzumerken, dass am Sonnabend, den 19. Dezember, unser grosser Gemeindeball stattfindet, dessen Kabarett wieder durch Herrn Walter Schueftan arrangiert wird und der wieder ein grosses gesellschaftliches Ereignis zu werden verspricht. Herr Landö berichtet weitermen stattfinden werden. Der naechste Lehrvortrag findet am 26. November statt. b) Jugend-Kommission. — Herr Hanff berichtet, dass der “Jugendball" am 31. Oktober durch seine grosse Beteiligung junger Menschen, die bisher noch nie erfasst wurden, grossen Erfolg gehabt hat und dass man erfreulicherweise auch zahlreiche Teilnehmer aus den anderen Sektoren der juedischen Kollektivitaet begruessen konnte. Im Anschluss an diesen Bericht von Herrn Hanff dankt Herr Rabbiner Loewenstein dem Vorstand fuer das Interesse, das er der Jugendarbeit stets entgegentoringt. Herr Dr. Landau spricht seinerseits der Jugend-Kommission und insbesondere deren Leitern sowie allen denen, die zu dem Gelingen dieses Balles beigetragen haben, fuer ihre aufopfernde Arbeit den besonderen Dank des Vorstands aus, dem sich Herr Feldmann fuer die Repraesentanz anschliesst c) Presse . Kommission.— Herr Pincus berichtet, dass auf Grund erneuter Verhandlungen, die Herr Dr. Landau mit den Herren Lechner und Kopfstein gefuehrt hat, nunmehr damit gerechnet werden kann, dass unsere Zeitung puenktlich in der ersten Woche jeden Monats erscheinen wird. d) Haus - Kommission.— Herr Dr. Landau teilt mit, dass die Unternehmerfirma in der naechsten Woche mit den Arbeiten fuer den Einbau des Fahrstuhls im Hause beginnen wird, sodass damit gerechnet werden kann, dass der Fahrstuhl Anfang Maerz 1954 in Betrieb genommen werden kann. Herr Dr. Lan- Gedenkfeier fuer Dir. Weizmann dau berichtet weiterhin ueber eine Vorbesprechung, die er in Verfolg der Anregung der letzten Sitzung des Repraesentanten - Kollegiums mit Herrn Architekt Rothschild bezueglich des Neubaus einer Synagoge gehabt hat. Er hat Herrn Rothschild gebeten, unverbindlich 3 Entwuerfe zu fertigen und zwar: 1. ) Einen Entwurf fuer eine Synagoge mit einem Fassungsvermoegen von 250 Personen. 2. ) Einen Entwurf fuer eine derartige Synagoge, deren Konstruktion die Moeglichkeit eines spaeteren Aufstockens gestattet! 3. ) Einen Entwurf einer Synagoge mit der Moeglichkeit der Aufstockung und des Ausbaus des Subterráneos fuer evtl, der Jugend zur Verfuegung zu stellende Raeume. 4. ) Magbit 5714.— Herr Dr. Landau berichtet ueber das bisherige Ergebnis der Magbit, das als gut bezeichnet werden kann. Er bittet alle Repraesentanten d a d u.r c h mitzuarbeiten, dass sie in ih_ rem Freundes— und Bekanntenkreise fuer eine schnelle Erfuellung der Zeichnungen werben und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass auch der weitere Verlauf der Cam. paña ein so erfreuliches Ergebnis zeitigen wird. 5. ) Verschiedenes.— a) Herr Michel regt an, am Grabstein des verstorbenen ersten Praesidenten der Geirieinde, Siegmund Freudenthal, eine entsprechende Gedenktafel anzubringen. b) Herr Isaac regt die Schaffung einer Kommission, bestehend aus 3 konservativen und 3 liberalen Gemeindemitgliedern an, die sich mit der Frage der Verschoenerung des Gottesdienstes beschaeftigen soll. Nach einer kurzen Aussprache wird der Vorstand gebeten, eine evtl. Erweiterung der Kultus- Kommission durch Cooptierung in Betracht zu ziehen. c) Herr Michel weist auf den am Sonnabend, den 14. November stattfindenden A. T. I. Ball hin und bittet um recht regen Besuch. Am Donnerstag, den 29, Oktober, beging die S.C.I., EVne Jisroel zusammen mit der Union Sionista die erste Jahrzeit unseres in die Ewigkeit hinuebergegangen ersten Presidenten des Staates Israel, Chajim Weizmann, durch eine besonders feierliche und wuerdige Gedenkstunde. Ein tiefempfundenes Cello-Vorpiel von Herrn Adolf Hirschmann begleitet am Klavier von Frau Lotte Hirschmann eroeffnete den Abend, dann sang Herr Kantor Oskar Ruschin das Kelmole rachamim, dem das Kadisch rezitiert von Herrn Chajim David Berand folgte. Ein Doppel-Quartett sang aus dem Elias von Mendelsohn. Im Zentrum dieser Gedenkstunde stand die Rede unseres Ehrengastes, Dr. Siegfried Kannowitz, die ihren besonderen Charakter dadurch erhielt, dass ein jeder Zuihoerer ¡spueren musste, dass hier ein Mensch spricht, der Chajim Weizmann nicht nur aus der Naehe gekannt, (er war einige Monate sein Sekretaer), sondern weitgehendst auch die Ideenwelt teilte, in der der Schoepfer des Staates Israel gelebt hat. Inhalt und Form wurden diesem grossen Manne unserer modernen Geschichte in gleicher Weise gerecht. Dr. Kannowitz fuehrte aus: Die moderne Geschichte des Zio- Dr. Chaim Weizmann s. A. mit Ex-Praesident Harry Traman. nismus hat drei Phasen zu unterscheiden, die durch drei bedeutende Maenner repraesentiert werden: Herzl, Weizmann und Ben Gurion. Herlz’s Lebenswerk wird dadurch charakterisiert, dass er die Befreiung vom Golus im Juden selbst anstrebt. Der Zionismus soll den Juden seelisch befreien. Darum gilt sein Kampf dem Mauschel, dem Juden, der das Gettho in sich selbst traegt. Dieser Typ steht in Kontrast zum Typ des freien Juden. Herzl’s Auftreten bringt de aesthetische Rebellion, die Rebellion von oben, denn er ist in seinem Denken und Auftreten ein Aristokrat. Darum hat Weizmann, der die zweite Phase der Befreiung aus dem Golus repraesentlert, Herlz niemals akzeptiert. Er war en Urjude. Die Welt Herlz’s war im fremd. Darum musste es zwischen den beiden in der Entscheidung zwischen Uganda und PalaestLna zum Konf. likt kommen. Er hatte das deutliche Gefuehl, dass er in der Kette einer 3000 jaehrigen Geschichte steht. Er hat einen neuen Zionismus formuliert, indem er die Synthese des rein politischen Zionis. mus Herzl’s mit dem Kulturzionismus Achad Haams geschaffen hat. Seine Vision war die Vorstellung eines Zionismus verbunden mit der juedischen Kultur und den Propheten, die den Judenstaat erfuellen sollen. Weizmann bedeutet daher die ethische Revolution im Zionismus. Er war kein Anbeter der Quantitaet sondern der Qualitaet. Er wollte, dass die Arbeit langsam voranschreite, damit sie gut werde. Die Synthese, die er vollsogen hat, besteht auch darin, dass er den Weg zur Errichtung des Judenstaates in der Politik und in der praktischen Arbeit zugleich sah. Er hatte die Vision von einem Zion, von dem das Licht fuer die Welt ausstrahlt. Darum hatte er den Mut, im Jahre 1918 —in einem Augenblick hoechster Kriegsgefahr— auf dem Skoous die Hebraeische Universitaet zu planen. Weizmann repraesentiert auch einen neuenTuT dentyp. In ihm gelangen der Cheder, die Armut des ostjuedisc.hen Staedtel, die Haskala, Europa, die Wissenschaft, der Staatsmann, der orientalische Scheich zur vol lendeten Synthese. Eine Idee ist soviel wert, wie sie in der Lage ist, einen neuen Menschen zu schaffen. Der Zionismus hat solche Typen geschaffen, den Schomer, den Chaluz, den juedischen Staatsmann. Weizmann ist der Typ des neuen juedischen Fuehrers. Er hatte das absolute Gefuehl seiner Sendung und Groesse. Damit stand er im Gegensatz zur Assimilation, die auch einen Typ geschaffen hat, der dadurch charakterisiert ist, dass er unwahrhaftig und leblos ist. Auch er reoraesentiert Europa, die Wissenschaft —aber ihm fehlt die Wuerde. Der Gegentyp Weizmann’s i s t Rathenau. Der Typ der Assimilation starb an Instinktlosigkeit. Ernst Instinkt und Wuerde zusammen schaffen den neuen Juden. Ohne Weizmann haette es keinen Judenstaat gegeben. Wenn er 1948 das Licht der Welt erblickte, so ist das nur seinem Prestige zu verdanken. Netz von Kolonien, die 1948 seine Grenzen bestimmten, sind Weizmann’s Werk. Jeder Jude, der 1948 dort wa,r lebte nur dank Weizmann’s im Land. Ihn charakterisierte die Cvvnthese englisch-juedischer Diplomatie, englische Langsamkeit und juedische Begeisterung. Er war sich sicher, dass dieser Staat leben wird. Tsrael’s Schwaeche und Groes se liegen offen zutage, aber sein Geheimnis ist sein unzerstoerbarer Glaube: Nezach Jisrael lo j’schaker-der Sieg Israel ist kein Trug. Und das war die Lehre Chajim Weizmann’s. Ergriffen und begeistert lauschten die Zuhoerer dieser Wuerdlgung unseres 1. Prae«identen d°s Staates Israel durch Dr. Kannowitz, die wir nur in diesen knappen An deutungen wiedergeben koennen. Das “Eli, Eli, lama asavfata.nl’' gespielt von Herrn Adolf Hirschmann und seiner Frau schloss diese wuerdige Gedenkfeier ab.

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