Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1953)
- Date
- 1953-11-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Noviembre, 1963 BOLETIN INFORMATIVO 17 Wir zuenden ein Lieht... :*?S: 1&É g:j$& .< ■H mM iiltlil Oft zuenden wir ein Licht, ohne zu bedenken, was dieser kleine Lichtschein fuer eine grosse Bedeutung hat. Wir zuenden ein Licht, um einen Raum zu erhellen. Wir zuenden ein Licht, als Warnung und als Fuehrer. Wir zuenden ein Licht, als besondere Ehiung. Wir zuenden ein Licht, am Altar, um der heiligen Staette mehr Wuerde zu geben. Wir zuenden ein Licht, im Gedenken an liebe Men. sehen, die nicht mehr unter uns weilen. Wir zuenden ein Licht, in unserem Hause, um den beginnenden Feiertag wuerdig zu empfangen. Wir zuenden ein Licht, als Symbol fuer das .Ewige Licht, das uns dauernd begleiten soll bis zu dem Augenblick, da die Dauernde iNacnt ueber uns hereinbricht. Bei Betrachtung dieses kleinen Lichtscheines sollen wir begreifen, welche grosse Achtung diesem kleinen Lichtschein gebuehrt, sei es zur Erleuchtung der Fin. sternls sei es zur Verschoenerung oder Heiligung eines Raumes. Jeder Mensch auf diesem Erdenball lebt im Scheine eines Lichtes, und wenn jeder diesen Lichtschein so recht begreifen wuerde, waere es wahrlich um die Menschheit besser bestellt. Jeder sollte sein. Licht zur Verschoenerung dieses Erdendaseins leuchten lassen; denn unser Allvater hat ln jedem Menschen das Licht der Erkenntnis gezuendet. MAX SELLO Die Templer im Heiligen Land Von Dr. S. BRAUN Zwischen Jisrael und der Westdeutschen Regierung wurden die Vermoegensansprueche der deutschen ■ Templer geregelt, die seit 1868 im Heiligen Lande siedelten und deren letzten Reste nach dem Abschluss des juedisch.arabischen Krieges von 1948 das Land verlassen haben. Dies ist ein Anlass, um unseren Lesern einen Ueberblick ueber die Geschichte der deutschen Siedler und insbesondere der Templer im Lan. de zu geben. (Red.) Nach Beendigung der Kreuzzuege vergingen beinahe 600 Jahre, ehe De- » - neut Interesse an Palaestina zu zeigen begannen, naern. lieh um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Es waren die Jahre, da sowohl rellgioese als auch politische Motive die Blicke nach Osten lenkten. Zu einer bescheiden erfolgreichen Missions . Taetigkeit trat die Tempel-Gesellschaft. Der Gruender und geistige Fuehrer dieser christlichen Sekte, war der Theologe Christof Hofmann. Er predig, te den Glauben an ein Wiederkommen des Gottesreiches zu einem Zeitpunkt, an dem im Heiligen Lande ein neuer “Geistiger Tempel” errichtet sei und um ihn her sich ein "Heilig Volk” versammelt habe. 1858 kam er zum ersten Mal ins Land, um den Boden fuer sein Werk zu ebnen. Neun Jahre spaeter erschie. nen eine Reihe junger, wohlvorbereiteter Anhaenger, Bauern- und Handwerkersoehne und Hessen sich im Emek Jesreel nicht weit von Nazareth nieder. Sie blieben nicht lange, Krankheiten rafften Erwachsene und Kin. der dahin und zwangen die Ueberlebenden, ein gesuende. res Gebiet zu suchen. Das Unglueck Hess von ihnen nicht ab, und schliesslich mussten sie auf ein baeuerliches Leben verzichten und Hessen sich in Haifa und Jaf. fa nieder. In dem aermlichen Fischerdorf Haifa hatten sie Erfolg. Unter Fuehrung des tuechtigen Kaufmannes und Mitstreiters Hoffmanns, G. D. Hardegg, gelang es der Gruppe, eSne bluehende Fn’ople Gewerbetreibender und Hand, werker zu entwickeln. Noch heute laesst uns ein Gang durch die Carmel-Avenue, ein't die Prachtallee der Tempelkolonie, ahnen, wie erfolgreich diese Menschen den Schwie,,io'keit°v> d*»« begegneten. Die wohlgefuegten Wohnhaeuser mir m en Nebengebaeurien u. Gaerten zu beiden Seiten zeugen vom dem Sinn fuer solide Arbeit, u. Werktreue. Die Tempelko. ionie in Jaffa wuchs aehnUcher Weise. Gedanken zum Chanukka - Fest Es erhob sich im Staedtchen Modln eine einzige Familie der Makkabaeer. Durch. glueht von heiliger Begeisterung fuer das Erbe den Vaeter, Kampf eines geringen, halb bewaffneten Haeufleins gegen uebermaechtige Scharen in kriegerischer Ruestung. Welch ein Schauspiel! Hier eine kleine Zahl Kaempien. der, bereit, zu siegen oder zu sterben, und dort 40,000 Mann Fussvolk und 7000 Reiter und dieses geringe Haeuflein siegt ueber diese Uebermacht. Denn die Makkabaer kaempften nicht, um zu erobern und zu unterjochen, sondern fuer Ideale, fuer Glaubens, und Gewissensfreiheit, fuer d a s lauterste Gottesbekenntnis, und der Sieg, den sie erra^. gen, war ein welthistorische Sieg. Denn wie haette di: Menschheit sich entwickelt wenn das juedische Volk a der Reihe der Voelker gesch wunden, das Judentum ve richtet, die Heilige Schrift verlorengegangen waere Wuerden die Nationen de Himmelsruf vernommen ha. oen: liebe deinen Naechster. wie dich selbst banne jeder Hass aus deinem Herzen? Woher aber schoeoften di Makkabaeer den Heldenmut, gegen eine so gewaltige Hee- -esmacht zu kaempfen? Au' der Rede ihres Vaters! Da liegt der greise Matathias au' dem Sterbelager. Er sammel* seine fuenf Soehne um sich und richtet an sie sein letz tes Wort: Gebt euer Leben hin fuer den Bund unserer Vaeter, leset die Annalen unserer Geschichte, gedenket der Taten unserer Vaeter, so werdet ihr grossen und ewi-, gen Namen erlangen. Erinnert euch an Abraham und Koenig David und fuerchtet euch nicht vor den hoch. muetigen Reden eines suendhaften Menschen! Die Ermah. nung des sterbenden Vaters wirkte und begeisterte, floesste den Soehnen Tcdesmut ein, und Juda, der Makkabaeer, entriss einem syrischen Feld, herrn das Schwert, schlug 1872 konnte endlich auch eine baeuerliche Tempelkolo nie errichtet werden. Chr. Hoffmann kaufte vom griechischen Kloster in Jaffa etwa 50000 ha. besten Bodens und besetzte ihn mit jungen Bauern. Es entstand Sarona, jenes schoene Dorf, das in unsern Tagen Regierungsvier, tel Jisrael, die Tel-Aviver Kir- |a, werden sollte. Auch hier verlangte die Zeit des Begin. ners ihre Opfer an Menschenleben. Doch in zaehem Ringen mit den Widrigkeiten siegten die Siedler und gelangten zu Wohlstand, ja zu Reichtum, insbesondere nachdem Tel-Aviv sich zu einer volkreichen Stadt zu entwickeln begann, und die Saronabauern ihre Erzeugnisse dorthin schickten. Ein Jahr nach Gruendung Saronas erhielt schHe~sHch auch Jeru. sa'em eine Tempelkolonie, no"h heute “die deutsche Kolonie” genannt. 1898 besuchte Wilhelm II. das Heilige Land. Er weilte als Gast auch bei den Templern. jener Sekte, deren Mitglieder in Deutschland aus der protestantischen Kirche ausgetreten waren, und die in den Augen der offiziellen Reerierungs- und Kirchenkreise als Untreue und Ab. tmermiee e-ahen. De^ kaiserliche Besuch in Palae^tina war nicht Ausdruck einer frommen Sehnsucht nach den Heiligen ßtaetten, sondern ein mit demselben den Feind, reinigte das Heiligtum Gottes und zuendete wieder den hei. ligen Leuchter an. Die Familie war immer und auch heute noch die uner. schoepfliche Quelle der Giaubenstreue und der religioe.-en Begeisterung in Israel. Sie nimmt in der Geschichte unseres Volkes die hervorragendste Stellung ein; sie ist der Grund und Boden, auf welchem unsere Religion keimt, die Dauer und die Macht des juedischen Volkes ruht. Auch in den Schreckenstagen des Antiochus waren Anzeichen der Deutschen Expansionsbestrebungen nach dem Orient. Man sah in der kleinen Gruppe Landsleute in Palaestina ein als Vorposten geeignetes Element, und man beschloss, Frieden mit ihr zu machen und sie von jetzt an materiell und ideell zu unterstuetzen. Damit erhielt die Tempel-Gesellschaft, die anfaengllch lediglich religicese Ideen zu verwirklichen gesucht hatte, ein politisches Gesicht. Im ersten Weltkrieg wurden die Templer von den Eng. laendern in aegyptische Internierungslager ueberfuehrt, durften aber nach Friedens Schluss wieder in ihre Siedlungen zurueckkehren. Nicht so geschah es im letzten Kriege. Viele Templer blieben tm Lande, die meisten unter enerliseher Militaeraufsicht in Wilhelma und nur ein Teil wurde nach Australien gebracht. Es war klar, dass sich die Geschichte der Temper lm Heiligen Lande ihrem En. de zuneigte. Nach Ausrufung des Staates Jisrael u. nach Abschluss des kriegerischen Konflikts mit den Arabern mussten die letzten Deutschen das Land verlassen. Sie gingen a'v’h nach. An'■trollen: nur wenige kehrten in ihr altes Heimatland zurueck. Noch ist Geschichte der Ttemoler sine ira et studio ueber ihr Verhaeltni.s zum Jischuw und ueber ihre Steles nicht bloss die makkabael. sehen Helden, sondern auch die Muetter, welche trotz aUer Drohungen das religioese Ge. «atz beobachteten und ihre Kinder zur unerschuetterlichen Glaubenstreue aneiferten. In jener Zeit der Verfolgun. gen und des Glaubensdruckes verscheuchte der Ewige die Finsternis und liess auigehen ein strahlendes Licht. Darum ist Licht das Symbol unseres Festes, Licht in den Gctteshaeusern, Licht in den Faml. lienwohnungen! LEO GLUECK lung zum Nazitum nicht geschrieben. Es war ein guter Kern in diesen urspruenglich einer religioesen Idee hingegebenen Sektierern Anfangs entwickelte sich ein freundnachbarliches Verhaeltnis zudem Jischuw. Als aber dann der deutsch-voelklsche Chauvinismus an die Pforten pochte liess man ihn ein. We” un. ter den Templern schlecht war, wurde zum fanatischen Parteigaenger; wer schwach war, unterlag dem Rausch der Massenpsychose, und beide wurden zu heimlichen Bundesgenossen der Araber, denen d. Tempelkolonien als Waffenlager dienten. Nur wer innerlich stark war und sich sein Menschentum bewahrt hatte, ging unversehrt aus dem Inferno der Nazizeit hervor. Wie viele oder wie wenige die-e Wertvollen und Starken gewesen sein moegen —wer weiss es? ¡UNSERE GEDENKFEIER FUER DIE JUEDISCHEN MAERTYRER FINDET IM RAHMEN DES MORGENGOTTESDIEN¬ STES AM SONNABEND, DEN 14. NOVEMBER, STATT Antiker Leuchter im Ein-Charod Museum í...v.w.A.y^.!..... SÄ*:»*;: I» ÍI1ÉÉ mmm WM- > lÄli III mm&m '' ' o mm WM mmm * Pül liilsi: