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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-07-01 · 7 (Julio, 1953) · p. Seite 17

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
7 (Julio, 1953)
Date
1953-07-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Julio, 1953 BOLETIN INFORMATIVO 17 UNSERE FREUNDE - UNSERE FEINDE Hl Im lit l \ tj~ Dear Friends of the Israeli Blind in Chile. I would have liked to meet all of you here in Santiago, but alas, time and work did not permit it. While in Israel at this time last year, I saw the hard, brave struggle of the blind to regain their heritage of normal living. My friends, will you please help them with your financial assistance that will enable them to win their victory, and the Lord of Likhts will put a peace into your lives that was not there before. Die nordamerikanische Schriftstellerin Helen Keller, die sich auf einer Vortragsreise durch Suedamerika befindet, hielt sich kuerzlich auch mehrere Tage in Chile auf, um eine intensive Arbeit zugunsten der hier lebenden Blinden und Taubstummen zu entfalten. Sie selbst ist bekanntlich schon im Alter von nur 19 Monaten auf Grund einer schweren Erkrankung blind und taubstumm geworden. Behoerden und Institutionen der verschiedensten Art, insbesondere Erziehungsanstalten, charitative Vereinigungen USW, haber ihr zahlreiche Ehrungen zuteil werden lassen. Diese ob ihrer Begabung und Energie einzigartige Frau hat mit Hilfe ihrer hingebungsvollen, unermuedlichen Lehrerin, Miss Sullivan, nach dem Braile —System schreiben und lesen gelernt, Buecher verfasst, die Weltruhm geniessen, und sich auch sonst in reger Weise schriftstellerisch betaetigt. Sie beherrscht mehrere Sprachen —englisch, franzoesisch, lateinisch und deutsch— und besitzt das Doktorat in Philologie und Jurisprudenz, das ihr von Universitaeten in England und den Vereinigten Staaten verliehen wurde. Geliebt und geachtet in ihrem Vaterland und weit ueber seine Grenzen hinaus, bildet sie das hervorragendste Zeugnis des Triumphs menschlichen Geistes und menschlicher Beharrlichkeit ueber die Tuecken eines an sich trostlosen Schicksals. Und man kann, wie es so oft geschieht, von ihr mit voller Berechtigung sagen, dass sie ein “geistiges Wunder” ist. Ihre eigentliche Lebensarbeit galt ihren Leidensgefaehrten. Blinden und Tauben Hilfe und Trost zu bringen, sie durch eine besondere Erziehung zu brauchbaren Gliedern der menschlichen Gesellschaft heranbilden zu lassen und ihnen eine Existenz zu verschaffen, die sie zur 'wirtschaftlichen U!nab~ 1 haengigkeit fuehrte, neue Arbeitsgebiete fuer sie zu finden und Schranken zu beseitigen, die sie von dem allgemeinen Wirtschaftsleben trennten, war das Hauptteil dieser Arbeit. Daneben war sie unermuedlich bestrebt, in weitesten Kreisen Verstaendnis fuer die Lage dieser Menschen zu erwecken und um sociale Gerechtigkeit fuer sie zu werben. Sie sorgte dafuer, dass man ueberall bauliche und sonstige Einrichtungen fuer eine ihrem Zustand an. gepasste Unterbringung, Betreuung und Unterrichtmoeglichkeit traf. Sie fuehrte Ungezaehlte der Menschen, die das Tageslicht nicht zu schauen oder nicht durch Gehoer und Sprache am normalen Leben teilzunehmen ver. moegen, einem Dasein der Freude und innerer Befriedigung zu. Im vergangenen Jahr hat sie das Juedische Blindenheim in Jerusalem besucht, sie hat das dort Geschaffene bewundert und mit Worten ehrlicher Anerken- ' Es kann nicht geleugnet werden, dass eine Journalistin vom Einfluss Dorothy Thompson‘s, der frueheren Gattin des Dichters Upton Sin clair, schon in der Truman- Zeit mit ¡ihrer antizionistischen Agitation keine geringe Wirkung auf beachtliche Kreise der amerikanischen Oeffentlichkeit uebte; jetzt aber, nachdem die Eisenhower'schen Republikaner mit ihrer weit reservierteren Stellung zum Fragenkomplex Jisrael an die Stelle der USA- Demokraten mit ihrem traditionellen Pro-Zionismus getreten sind, verfuegt Miss Thompson ueber eine verdoppelte und verdreifachte Resonanz. Warum sie vor einigen Jahren aus dem Lager der er klaerten Freunde des Zionismus ins gegenteilige Extrem umgeschwenkt ist, weiss bis heute im Grunde niemand; weshalb es von „tiefen psychologischen“ Deutungsversuchen bis zur Behauptung, dass der schnoede Mammon dabei seine Rolle gespielt habe. an Hypothesen nicht gefehlt hat. Genug, sofort nach ihrer Neuorientierung gruendete Doirothy Thompson s. Zt. die ,,Vereinigung amerikanischer Freunde des Mittleren Ostens”, die bis zum letzten Regierungsumschwung in den Vereinigten Staaten kaum mehr als ein Schattendasein fuehrte — mit Jahrestagungen und sonstigen Kundgebungen, auf denen arabische Politiker der zweiten Garnitur ihre Tiraden loszulassen pflegten, und allenfalls Sprecher des kaempferischen Jantizionistischen „American Council for Judaism”, der Notabeln-Qrganisation Lessing Rosenwald’s ins gleiche Horn bliesen. Zum ersten Mal stand eine Konferenz der ..American Friends of the Middle East“ jetzt im Rampenlicht allgemeineren Interesses. Als Praesidentin der Vereinigung hatte Dorothy Thompson es mit UNSERE BLINDEN Beduerfen dauernd Eurer Freundschaft! Denkt ihrer bei jeder Gelegenheit und tragt nach Kraeften dazu bei, dass das Blindenheim in Jerusalem, einzige Zufluchtsstaette fuer diese Aermsten der Armen, erhalten und —den grossen Erfordernissen entsprechend— erweitert werden kann. Werden Sie Mitglied der ASOCIACION DE LOS AMI- GOS DE LOS CIEGAS ISRAELITAS “TORMEI-OR”, mit einem Beitrag nach Ihrem Ermessen! Unterstuetzen Sie unser wichtiges sociales Werk mit einer grosszuegigen Spende! Senden Sie Ihren Scheck an die Order des “Tormei- Or” oder lassen Sie uns telefonisch wissen, wann und wo wir Ihren Beitrag oder Ihre Sspende abholen lassen koennen I Av. Portugal 810 — Casilla 2487 — Fono: 83096 nung bedacht und ist zu einer wahrhaften Freundin dieses Instituts geworden. An die Asciciacion de los Amigos de los Ciegos Israelitas “Tormei- Ord” in Chile, die ihre ganze Kraft der Unterstuetzung dieses Heims widmet, hat Helen Keller, die oben mit dem Fac. simile ihrer eigenen Unterschrift wiedergegebenen Zeilen gerichtet, deren Wortlaut wir im Folgenden in deutscher Uebersetzung bringen: Liebe Freunde der Israelischen Blinden! Ich haette gewuenscht, Sie Alle hier in Santiago kennen zu lernen, aber leider haben es mir die mir zur Verfuegung stehende Zeit und meine Arbeit nicht erlaubt. Als ich mich im vergangenen Jahr in Israel aufhielt, konnte ich ¡die tatkraeftige und mutige Anstrengung der Blinden, ihre ererbte Berechti. gung zur Fuehrung eines normalen Lebens wiederzuerobern, beobachten. Meine Freunde! Verhelft ihnen durch finanzielle Unterstuetzung zu dem Sieg, den sie er. streben, und der Gott, der Licht spendet, wird in Eure Herzen den Frieden senken, der vorher dort nicht weilte! Gez. Helen Keller. Santiago de Chile, 21. Mai 1953. gutem Instinkt fuer die den Arabern neuerdings freundlicher gestimmte Linie der amerikanischen Nohost- Politik verstanden, die Konjunktur wahrzunehmen: sie lud diesmal arabische Politiker der ersten Garnitur ein, ferner einen Middle East- Experten wie den Praesidenten der Beyruther amerikanischen Universitaet, Dr. Stephan B. L. Penrose, den katholischen Seelsorger Thomas McMahon, der sich seit laengeren sozialfuersorgerisch zu Gunsten der arabischen Palaestina-Fluchtlinge bemueht, und dann eine so prominente Perspenlichkeit wie Mr. Edwin Locke, der als diplomatischer Sonder - Emissaer des USA-Aussenministeriums unseren Laenderblock hier im vorigen Jahre bereist und geprueft hatte, bis das state Department ihn seiner einseitig pro-arabischen Stellungnahme wegen abberief. Vor allem aber: ein Mr. Eisenhowejr, ein Bruder des neuen Presidenten, war geladen und erschien zu dem opulenten Festdiner der Vereinigung im New Yorker „Delmonico“- Hotel. Er konnte sich darauf beschraenken, schweigend mitzu tafeln; dass er da war, reichte als Demonstration voellig aus. Dafuer liessen sich die uebri gen Ehrengaeste eingehend ueber die „Juden als Fremdkoerper im Nahen Osten“ und die „Amerikaner“ als die vom Schicksal zum Schutz der moslemischen Welt auserkorenen Freunde der Araber“ vernehmen. Der Washingtoner libanesische Gesandte. Dr. „7,a, , eiller der wenigen gebildeten und gescheiten Koepfe der arabischen Diplomatie von heute, seiner Konfession nach ueberaus glaeubiger Katholik, las den westlichen Grossmaechten die Leviten, indem er ihnen in der etwas abstrakt formulierenden, quasi - philosophischen Art, die er sich an der Sorbonne und anderen westeuropaeischen universitaeten a n g e ei g - het hat, vor allem dies vorwarf: in ihrer Stellung zu den arabischen Staaten und Volksbewegungen des Vordederen Orients seien sie ,im mer wieder Capricen und taktischen Augenblicksbeduerfmssen“ gefolgt, statt sich an diejenigen Kraefte zu halten, die dort national, historisch, ja, religioes und metaphysisch die „tiefsten Stroemungen“ bilden — die Araber „Der amerikanische Flirt mit dem Zionismus sei ein typisches Ergebms dieses nah-ostpolitischen Plaetscherns an der Oberflaeche. „Regelt die Palaestinafrage endlich s e - recht“, rief Dr. Malik unter ^Älaus der Tafelgaeste aen Staatsmaennern des We- ®tl?ns,zu, „auch wenn Ihr Gefahr laeuft, den Zorn der Jisra®bs etwa dadurch heraufzubeschwoeren, dass Ihr das westliche Galil, das diese Ju den mit schierer Gewalt okkupiert halten, seinen wirklichen Besitzern zurueckgebet! Im uebrigen brauchen (fuhr der Redner fort) meine juedischen Freunde hier in Amerika wie dort in Jisrael nicht zu befuerchten, das der Bevoelkerung des juedischen Staates auch nur ein Haar gekruemmt werden wird wenn es zu der laengst ausstehenden gerechten Regelung kommen wird, Denn niemals hat die westliche Welt bekanntlich Juden im Stiche gelassen, und so wird es auch in Zukunft sein!“. Danach erhob sich Mr. Henry Luce, der im Reich der Bildung oeffentlicher Meinungen fast allmaechtige Verlags inhaber und Chefredakteur der Zeitschriften „Time“, „Life“ und „Fortune”, und Gatte von Mrs. Cläre Booth Luce, die vor einigen Jahren (vielleicht gar vom juedischen Glauben kommend?) ploetzlich zum Katholizismus konvertierte, im letzten Sommer und Herbst waehrend des Wahlkampfes zu den Hauptstuetzen Eisenhower’s gehoerte und soeben zur Botschafterin der USA in Italien ernannt worden ist. Vielleicht im Hinblick darauf verlegte sich der Zeitungskoenig in seiner Kampfrede gegen Jisrael und den Zionismus auf sittlichen Anstand und Gottesglauben, Das Problem sei, sagte er, ein „ganz einfaches, moralisches“, soweit die amerikanische Aussenpolitik damit befasst werde. Auch beweise schon das Alte Testament die Berechtigung der arabischen und die Fragwuerdigkeit der juedischen Ansprueche. Er zitierte zum Beleg dessen Bibelstellen im archaisch-feierlichen Englisch. Beifaellig nickte, als er’s ver nahm der Ideologe der Rosenwald'schen Vereinigung fuer Judaismus, der junge Reformrabbiner Dr. Eimer Berger, den Dorothy Thompson bei frueheren Gelegenheiten stets zu einer Tischrede animiert hatte, waehrend sie angesichts so vieler wirklicher Koryphaeen diesmal auf ihn verzichten konnte. Neben ihm sassen und staunten die als * „Beobachter“ oder „Sympathiker“ geladenen und gekom menen Mitglieder der Neturej Karta aus dem Jerusalemer Viertel Mea Shearim und ihr New Yorker Hauptvertreter. Raw Abraham Beimin. Mit pelzbesetztem Strejmel, Pejoth und langwallenden patriarcalisehen Baerten machten diese Freunde der amerikanischen Freunde des Mittleren Ostens nicht wenig Sensation im fashionablen Delmo nico-Hotel. Ob sie genau verstanden, was von Dorothy Thompson und ihren hauptsaechlichen Ehrengaesten dar gestellt wurde, bleibe dahingestellt. Nicht aber kann leider da hingestellt bleiben, ob es sich bei dieser Jahrestagung um. eine Bagatelle gehandelt hat oder um ein Geschehnis, das noch weitere Kreise ziehen wird. Wir jedenfalls befuerchten unter den im Weissen Haus und im State Department jetzt herrschenden Umstaenden und angesichts der antizionistischen Kampagne, die die Zeitschrift „Life“ kurz nach dieser Konferez begonnen hat, dass es ein mehr als bedenklicher Fehler waere, die Bedeutung des Treibens der ruehrigen Dorothy Thompson auf die leichte Schulter zu nehmen. Ihr Kesseltreiben gegen uns ist ein Sypmton mehr dafuer, dass unsere Freunde in den USA, die echten Freunde des Mittleren Ostens, heute mehr denn je auf der Wacht zu stehen haben. Haussammluog t.

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