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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-05-01 · 5 (Mayo, 1953) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
5 (Mayo, 1953)
Date
1953-05-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Mayo, 1963 19 BOLETIN INFORMATIVO mÏMiackeM de* Zeilen] Auf mein aufrichtiges Gestaendnis hin, dass ich nun einmal die Presse nicht mehr verstuende, erhielt ich einige mitfuehlende oder ermunternde Briefe und ein— Paeckchen per Nachnahme. Darinnen fand sich eine grosse Lupe und ein Bogen weissen Papiers mit der Erklaerung ‘man muesse sich daran gewoehnen, nicht den Text so sehr zu lesen als vielmehr das, was zwischen den Zeilen stehe’; Blatt und Lupe waren zu Uebungszwecken beigelegt. Sie kennen das Sprichwort ‘eine geschenkte Lupe soll man nicht unter die Lupe nehmen’— ich begann also mit einem ernsten Studium des Den-Mitteilungen-keinen.Glauben-schenken-dafuer-aber-zwischen-den Zeilen-lesen und kam zu ganz bemerkenswerten Ergebnissen, an denen ich meine Leser teilnehmen lassen moechte. ERST KAMPFER, DANN BALDRIAN MITTEILUNG (TASS): ...hielt einen Vortrag ueber die Errungenschaften der Medizin in der Sowjetunion... ZDZ (zwischen den Zeilen) Auszug aus der Rede: “...dies alles sind Spitzenleistungen der russischen Medizin. Gleichermasse ist es bereits erwiesen, dass alle im kommenden Jahr zu machenden Entdeckungen auf medizinischem Gebiet bereits von russischen Aerzten im grauen Mittelalter entdeckt worden sind. Dabei komme ich zu den Aerzten: Werfen Sie einen stolzen Blick auf unsere fuehren-1 jungen Staat, der einmal daum mit Israel keinen Frieden zu schliessen bedeutete die russische Wendung zweifellos einen Ansporn. Doch war es ebenso unwahrscheinlich, dass die feudalen arabischen Staaten mit den Soviets gemeinsame Sache machen wuerden, als sich die arabis c h e Boykottdrohung an Deutschland als Bluff erwies. Auch die Befuerchtung, dass die sovietisch-arabischen Flitterwochen Israels Stellung in Washington schaedigen wuerden, hat sich zunaechst als unbegruendet erwiesen. Es erschien vielmehr, dass die Versicherungen der neuen amerikanischen Regierung, dass sie mit Arabern und Juden in besten Beziehungen leben wolle, aufrichtig waren und dass die Vereinigten Staaten ebensosehr an einem Frieden im Vorderen Orient interessiert waren, als der Kreml am Gegenteil. Nichtsdestoweniger war der Abbruch der Beziehungen mit Russland ein harter Schlag fuer den r k den Maenner der Medizin... (man schiebt dem Redner ein Zettel zu; er liest ihn nickt, und setzt bruellend fort)... Bestien sind sie alle, perverse Bestien in Menschengestalt, deren dunkle Verbrecher-Plaene sie mit dem unvorstellbaren Zynismus erfuellen. dass sie sich nicht schaemen, ihre moerderischen Anschlaege zuzugeben... (man schiebt dem Redner einen Zettel zu; er liest ihn, nickt und setzt sanft floetend fort)... da aber diese Gestaendnisse erpresst und gefaelscht waren, bleibt meine These, die ich hoffe, Ihnen klar und eindeutig... EIN VOLK VON SCHIESSERN MITTEILUNG (Reuter) und Bild:... muessen die aegyptischen Kabinettsminister jetzt auf Anordnung General Naguibs regelmaessig Unterricht im Schiessen... ZDZ: 1. Naguib ergreift die Macht. Die Fellachen tanzen. 2. Fellachen bruellen: ‘Naguib, Na-guib, Na-gib, Nagib schon, Na.gib uns schon Brot!’ Naguib gibt ihnen nichts. 3. Naguib legt eine alte Platte auf Sudan-Suez-Erez; Sudhn-Buez-Erez; Sudan. Naguib beruft einen Ministerrat. 4. ‘Die Lage ist fuer uns hier bedrohlich! “Wieso, wollen die Juden mit uns abrechnen?” ‘Nein, —die Aegypter’. Die Minister lernen schiessen. VOGEL — STRAUSS - MUSIK MITTEILUNG (AP): ...stuerzt ein junger Mann, von einer Gruppe gedeckt, auf Yasha Heifetz zu... schwere Verletzungen am rechten Arm... weil auf dem Programm Musik von Strauss... ZDZ. (Eine Kurzbiographie): Jichje ist —wenn man es recht betrachtet— ein braver Kerl. Er hat nur eine Schwaeche, die ihn manchmal aus seiner Gutmuetigkeit reisst: er moechte, dass die Leute von ihm reden; er will ein Held sein in Israel. So wie sein grosser Bruder, mit dem er vor vielen Jahren aus dem Jemen kam. Der naemlich hat, so hat man es Jichje oft erzaehlt, mit einigen Freunden vor einigen Jahren die Englaender aus dem Land verjagt; stolz hatten sie damals die Autoriaet der offiziellen Haganatruppen verworfen und ernannten sich zu ihren eigenen Generaelen und Kriegsministern. (Dass die Haganä ihnen dann unzaehlige Male bei ihrem Kriegsspiel aus der Patsche helfen musste, erfuhr der kleine Jichje nie!) Ihr groessenwahnsinniges Ablehnen jeder Autoritaet uebertrugen sie spater auf den jungen Staat Israel; wenn dieser irgend einen “falschen” Schritt zu unternehmen im Begriff war, so pflegten Jichjes Bruder und seine Freunde unverzueglich ihre Visitenkarte abzugeben. Eine kleine Bombe im Hause eines Ministers oder im Parlament. Inzwischen nun ist Jichje gross geworden; und da es immer dunkle Ehrenmaenner gibt, die in solch trueben Heldentum fischen wollen, so bekam auch Jichje endlich seine Aufgabe. Er musste gegen die Auffuehrung von Strauss-Musik in Jerusalem protestieren. Nicht etwa, als ob nun Jichje dagegen einen, vielleicht nicht so unberechtigten, Pressefeldzug starten muss—, Jichje kann ja nicht schreiben. Er soll auch nicht nur ostentativ dem Konzert fernbleiben— er geht ja sowieso nie in eines. Nein, er darf —damit die ganze Welt darueber spricht!— zuschlagen Er schlaegt! ■ ' PETRA CAPITIS von getraeumt hatte, eine Bruecke zwischen den beiden Lagern, in welche die Welt von heute geteilt ist, zu bilden. Er war auch ein ominoeses Postskriptum zur Hoffnung einen Teil der Juden aus der Sovietsphaere herauszubekommen. Israels fuenfter Geburtstag erinnert daran, dass wir seine Geschichte mit der Zeitlupe erleben. Was Israel braucht, nachden es die heroische Phase seiner Gruendung verlassen hat, ist ein Zionismus ohne Schreie, ohne Hurrahs und ohne Applaus. Israel ist reifer geworden, es benoetigt reife Freunde und reife Sympathien. Jeder Dramaturg weiss, dass das wirkliche Drama nicht jenes der leichten Erfolge ist. Israel ist das menschliche Drama der staendigen Herausforderung des Schwierigen, der staendigen Anstrengung, das Unmoegliche moeglich zu machen. Wir tragen mit uns das vage Wissen von 5,000 Jahren juedischer Geschichte her um und haben gerade fuenf Jahre Geschichte mit der Zeitlupe miterlebt. Wir sind es die, irgendwo zwischen den Jahrtausenden und den Jahren sitzend, Schauspieler und Zuschauer zugleich, diese unwahrscheinlich lange Klam mer schliessen und eine reiche Vergangenheit mit der Ewigkeit verbinden. Das Bindeglied ist Israel, Land der Verheissung, welches unsere Generation in das der Erfuellung umwandeln wird. Im Dienst . .zum Staatsfeiertag sende ich Ihnen das Bild unserer Nichte aus Israel, die 18 —jaehrig, nach bestandenem Abiturium, ihren Dienst in der Israel— Armee angetreten hat. Sie erfuellt stolz ihre Pflicht ihrer Heimat gegenueber! Bruno Goldschmidt *. TAPFERER Neonazis, die dagegen stimm ten, die Arabische Liga, die Deutschland mit einer Boycottdrohung zu erpressen versuchte, um voll und ganz abzuschaetzen, was fuer einen Sieg Israel und das juedische Volk errungen hatten. Hingegen stand schon der naechste Verfolger bereit, um das verruchte Werk dort fortzusetzen, wo Hitler es abbrechen musste. Nach bloss fuenf Jahren seiner Existenz hatte Israel, gemeinsam mit dem juedischen Volk einen neuen Feind von gigantischen Proportionen empfangen. Ja, (Schluss von ‘Profil des...’) “... Ich erlaube mir, einen Artikel, der mir aus Ost-Afrika gesandt wurde, einzuschicken, der die tapfere Arbeit eines emigrirten Arztes, Dr. S. Heilbronn, der von Gailingen (Baden) nach Kenya ging, und dort arbeitete. ...Nach dem Tote seiner Frau —die Eingeborenen gaben durch ganze Dorfbeteiligung der Arztfrau die lietzte Ehre— setzte er seine Arbeit mit Hilfe eines schwarzen boys, Koch. Famulus und Adjudant, fort. ...Dr. Heilbronn ist der Sohn eines sehr angesehenen Arztes, des Leibarztes des Grossherzogs von Baden, und der Buergermeistertochter aus Gailingen... Vielleicht gibt der Artikel Anregung zu einer Rubrik ‘Tapfere Emigranten in aller Welt’! Schalom! CAROLA HEILBRONN”. Dank fuer den eingesandten Artikel, den wir in dieser Nummer zum Abdruck bringen. Wenn wir aehnliche Einsendungen aus dem Leserkreis erhielten, wuerden wir gerne regelmaessig ein derartiges ‘Portraet des Monats’ veroeffentlichen. DIE RED es war auch ein Triumph, ein trauriger Triumph der zio nistischen Doktrin, nach wel eher “es ueberall passieren kann”, was auch Immer die Absichten der Soviets sein mochten: der kalte Krieg gegen Israel war offiziell. Er machte den Israel - Buerger nachdenklich ueber was ihm im Falle eines dritten Weltkrieges bevorstuende, doch mochte ihn der Gedanke troesten, dass der dritte Weltkrieg wohl nirgendswo gemuet lieh ausfallen wuerde, Sollten die arabischen Voelker einer Aufmunterung bedurft haben POLITISCHE UNFRUCHT¬ BARKEIT Wie kann man nur meinen, die Deutschen seien politisch uninteressiert? Die das sagen, wissen offensichtlich nicht, was wir allein 1952 zur Befriedigung dringender Parteigruendungswuensche zuwege brachten. In diesem einen Jahr konnten wir, soweit wir festellen konnten, folgende Neugruendungen registrieren. „Bund fuer Wahrheit und Recht”, eine Gruendung frueherer SS-und Parteigroessen (Hamburg). „Hilfsgemeinschaft ehemaliger Waffen-SS-Angehoeriger” (Rehau). „Reichsorden” und “Reichsjugend” (Bueckeburg). „Tatgemeinschaft f r e i er Sein Denkmal “... Sie veroeffentlichten in dem erschuetternden Bericht von dem Untergang des Warschauer Ghettos das Bild des jungen Kommandanten Mordechai Anilevich. Tatsaechlich ist das Portraet der Statue entnommen, die im Kibbuz Jad-Mordechai (nach ihm benannt!) steht und von der ich Ihnen ein Photo einschikke. Im Hintergrund sieht man den zerschossenen Wasserturm des Kibbuz —Denkmal eines neuen Heldentums! Wie ich der Zeitung entnehme, der ich Information und Bild verdanke, haben die Kinder des Kibbuz eine inniges Verhaeltnis zu der Statue gewonnen; sie beschlossen, ihn in ihre Kindergruppe ‘aufzunehmen’; ein Kind erzaehlte, es habe bei Nacht ein Zwiegespraech zwischen dem Helden und dem Wasserturm belauscht... - LECTOR”. «tili Deutscher” (Bremen), ,-.Vereinigung ehemaliger Internierter in Moosburg” (Muenchen). “Neu-Sozial-Demokr.— Arbeiter-Partei (NSDAP)”, (Berlin) . “Nationale Opposition” (Osnabrueck); “Kameradschaftsverband ehern, internierten Nationalsozialisten” (Hessen); „Nationale Sammlungsbewegung” (Detmold); “Deutsche Arbeiterpartei” (Muenchen); „Deutscher Heimatschutz” (Muenchen); „Bewegung Reich” (Dortmund); .Bauernpartei” (Wuerzburg) . Bei solcher Aktivitaet muess- (Schluss auf Seite 21)

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