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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-05-01 · 5 (Mayo, 1953) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
5 (Mayo, 1953)
Date
1953-05-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 13 Boden eines Volkes Als die Regierung Israel’s nach der Massenflucht der Araber die verlassenen Gebiete unter Treuhand nahm, war sie aufs aeusserste darauf bedacht, dass der Keren Kayemeth das Land uebernehmen sollte, nicht nur weil mit der loyalen Unterstuetzung des juedischen Volkes der Welt fuer den Ankauf des Bodens Finanzen bereitgestellt wuerden, sondern weil es sich hier unm eine Institution handelt, die ein festumrissenes Landsystem hat, das sich seit Jahrzehnten bewaehrt hatte. Jenes Landsystem leitet sich von der Bodengesetzgebung der Bibel her und ist die Basis aller sozialen Gesetzgebung in Israel geworden. Die KKL-Bodengesetzgebung verhindert zwei agrarische Misstaende, die haeufig in diesem Teil der Welt Vorkommen: das Land, das vom Fonds verwaltet wird, kann nicht in kleinen Parzellen abgeteilt werden, die so klein sind, dass sie nicht mehr genuegen, um eine Familie zu ernaehren. Und umgekehrt, der KKL verhindert die Entstehung von riesengrossem Grundbesitz, von einem Landproletariat auf der einen Seite und Kliquen von Feudalherren auf der anderen Seite. Wenn der Fonds das Land verteilt, so tut er es auf der Basis von Familieneinheiten, und jedes Stueck Land wird im voraus so berechnet, dass es eine durchschnittliche Familie ernaehren kann, die das Land selbst bearbeitet. Seit zwei Jahren, als die Knessest den KKL als einen Vorzugs-Kaeufer von verlassenen arabischen Boden bestimmt hat, ist der KKL-Land_ besitz um ueber eine Million Dun am gestiegen, jetzt beginnt man mit dem Erwerb einer zweiten Million Dunam Boden. Die „zweite Million" besteht eigentlich aus 1.167,818 Dunam, von denen mehr als die Haelfte im Galii gelegen ist. Der Rest befindet sich hauptsaechlich' in Judaea und im Sueden, mit ungefaehr einem Zehntel in der Kuestenebene. Die Kosten des Erwerbs der „zweiten Million” belasten die Finanzen des Fonds ausserordentlich, der bereits ein riesiges Programm auf den Gebieten der Urbarmachung, der Bewaldung, der Trockenlegung von Suempfen USW., durchzufuehren hat. Aber man war der Ansicht, dass die Aufgabe den Bodenbesitz im Namen ,des juedischen Volkes zu erweitern, unter allen Umstaenden fortgesetzt werden muss, denn man darf nicht vergessen, dass nationales Landf in Israel nicht identisch mit Landnationalisierung in anderen Laendern ist. Hier ist nationales Land nicht Eigentum des Staa tes sondern der gesamten Judenheit. Der Staat hat seine Haende voll mit vielen dringenden Problemen: der KKL beschaeftigt sich ausschliesslich mit der Bodenfrage. Der Staat muss fuer alle seine Buerger sorgen: der KKL reserviert sein Land fuer Juden. Der Staat igt ein politischer Organismus, dessen Regierungen wechseln und abhaengig von Parteidirektiven sind: der KKL garantiert die gerechte Verteilung seiner Laendereien unter Juden aller Klassen, jeder Abstammung und Weltanschauung. Das juedische Volk und der juedische Staat haben dem KKL die Verwaltung des Bodens anvertraut. M«’ K*H* Mlft «iu und wo é* XXL. Htue LuutbMltz wwtrfcw h*t. Der IchJiwe) MT VertoUitSf tes n»M«n«len Lftii4fee*lhKs: * Vor der Vtaetawerdunff Die „Brate MtlltoB" Dum» VM VWlMW»fr Dl« „Zweite UUUoa” Duatm v«a verlMMafrr Boden Das Tote Meer * ein Meer des Lebens! (Das groesste Werk vollendet: Landstrasse Beer Scheva-Sodom) Originalbericht von Dov Josefi Braunfeld Mit grosser Feierlichkeit und der Anwesenheit vieler geladener Gaeste wurde am 26. Maerz dieses Jahres die Landstrasse nach Sodom eroeffnet. Mit dieser Feier wurde ein gewaltiges Werk abgeschlossen, das die Schaetze des grossen Salzsees in die Reichweite des juedischen Staates bringt und somit aus dem Toten Meer ein lebenspendendes Meer fuer Israel macht. Kuenftig kann ein durchreisender Besucher in wenigen Stunden in die Wueste und noch unbebaute Gegend Israels gelangen, und wird sich wundern, wie leicht und bequem die Fahrt auf der guten Strasse, welche nach dem Osten von Beer-Scheva aus verlauft, fuer ihn ist; er sollte aber auch wissen, wieviel Mut dazu erforderlich war, dieses groesste Strassenbauunternehmen zu beginnen, wieviel Schwierigkeiten man ueberwinden. wieviel Opfer man bringen musste, bis dieses grossartige, technische Werk zum Ende gebracht werden konnte. Ein Strassenabschnitt allein (von Sodom bis Tel jeruchem, 56 km.), kostete ueber vier Millionen Israel-Pfund; um die Felsen zu sprengen, brauchte man eine Viertel Million kg. Sprengstoff; bei der Nivellierung wurden 6000 Kubikmeter Erde transportiert. In einem Abstand von 9 Kilometern musste einmal ein Hoehenunterschied von 800 Metern ausgeglichen werden! Wie sollten die Massen Arbeiter vorbereitet werden, die —Neu. inwanderer groesstenteils— an keine physische Arbeit gewoehnt waren und sich oft in keiner Sprache mit ihren Kollegen vcrstaendigen konnten? Wie sollte Wasser und Proviant fuer die Arbeitsheere herbeigeschafft werden? Doch der Chefingenieur, Efraim Loten, loeste die Fragen. (Wer wird bei diesem Namen nicht unwillkuerlich an den biblischen Lot erinnert, der der Legende nach Zeuge der grossen Naturkatastrophe bei Sodom war, die jene Gegend zur salzigen Unfruchtbarkeit verdammte; jetzt scheint Loten im Kampf gegen Naturgewalten, den Fluch des Salzmeeres in einen Segen zu verwandeln!) Am Morgen um 7.00 faehrt die Gruppe der Zeitungs-Korrespondenten mit Spezialautobussen aus Tel-Aviv und erreicht nach etwa zwei Stunden Beer-Scheva, die Hauptstadt des Negev. Dort sammelt sich eine gewaltige Karawane mit Gaesten aus allen Teilen des Landes, als sie sich nach kurzer Rast in Bewegung setzt, geht es erst ueber die ‘Petroleum-Strasse’ (von den Englaendern seinerzeit geheim angelegt, um ihren Forschern das Suchen nach Erdoel zu ermoeglichen!) und von dort links abbiegend auf die gerade fertiggestellte Chaussee, die die ersten 22 km durch flache Wueste fuehrt, um dann in felsiger und steiniger Wildnis weiterzulaufen. Dann ejrblickt (man ploetzlich die eigentliche Steppe des Toten Meeres. Hier musste der Weg durch Bergzuege gebrochen werden, deren marmorsteinige Schichten die eindrucksvolle Gewalt dieser Landschaft verstaerken. Fuenf Monate waehrte hier der Kampf zwischen Mensch, Maschine und Natur; in den letzten 8 Kilometern vor dem Toten Meer wurden 40 Tausend Kubikmeter Fels und 65 tausend Kubikmeter Erde hinweggeschafft. Wenn man diese Enge durchfaehrt, erfuellt einen Ehrfurcht vor der in den Dienst menschlichen Fortschritts gestellten Technik. Doch es bleibt einem nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn hier ist man bereits am Ziel: gegenueber die Berge!Edom„ links der blaeuliche Salzsee, und unter Einem blosse, salzige, weiss-gelbe Erde. Totenstille herrscht Jn der ganzen Region, in der Luft und auf der Erde, das Herz zittert einem, wenn man der praechtigen, uralten Naturgestalt gegenuebersteht. Auf dem Gipfel eines der Berge ist ein Denkmal fuer zwei Arbeiter errichtet worden, die bei der Arbeit von feindlichen Kugeln getoetet wurden. Daneben ist die Festtribuene fuer die feierliche Eroeffnung der neuen Strasse errichtet worden. Ausser dem Ministerpraesidenten Ben Gurion sind noch viele andere prominente Persoenlichkeiten anwesend, einige von ihnen ergreifen das Wort und heben die Einzigartigkeit und Wichtigkeit des beendeten Unternehmens hervor. ‘Es ist die einzige Strasse der Welt, die in eine Tiefe von 400 Meter u n t er dem Meeresspiegel fuehrt. Mit der Eroeffnung der Sodom-Strasse ist das Haupthindernis das einer Ausnuetzung der im Toten Meer befindlichen Naturschaetze entgegenstand, beseitigt. Calcium, Brom und Potasche und Magnesium sind waehrend der Mandatzeit nur zum kleinsten Teil aus dem See gewonnen und verwertet worden, erst im Krieg gab es eine gewisse Produktionserhoehung, wobei die Mineralien aber immer ins Ausland geschickt und dort verarbeitet worden sind. Jetzt ist es durch diese wichtige Verbindungstrasse moeglich geworden, die Mineralien aus dem Toten Meer leichter und in groesseren Quantitaeten zu gewinnen und zu den im Lande befindlichen Plaetzen ihrer Verarbeitung (Arzneien, chemischer Duenger, usw.), zu befoerdern. Im Kampf um seine wirtschaftliche Selbststaendigkeit hat Staat Israel einen grossen Schritt zurueckgelegt.

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