Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 5 (Mayo, 1953)
- Date
- 1953-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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REDACCION; S.C. J. B'NE J1SROEL AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO - CHILE BOLETIN INFORMATIVO O C I D A U R A L MITTEILUNGSBLATT RAE L I T A I S R O EL Año XV. — N.o 5 — Iyar 5713 SANTIAGO DE CHILE Mayo, 1953 EIN DENKWUERDIGER AUGENBLICK 11. Mai 1949: Aufnahme Israels in die UNO ■ Aussenminister Scharett war anderthalb Stunden vor Beginn dieser Sitzung eingetroffen und hatte sich sofort ins New Yorker Israel-Konsulat begeben, nachdem er dem Ansturm der Reporter auf dem Flugplatz mit der Antwort abgewehrt hatte: “Ob es klappen wird? Keine Ahnung. Und was ich tun werde, wenn es wieder nicht klappen wird? Nun, hierzulande ist immer reichlich Arbeit fuer mich”.; Scharett nimmt einen Imbiss und vertauscht seinen Rei-; seanzug mit einem dunklen, der Bedeutung der Stunde an. gemessenen. Dann faehrt er nach Flushing Meadows und nimmt im Sitzungssaal an der Seitenwand auf einem der fuer distinguierte Besucher reservierten Sitze Platz. Die Verhandlungen sind schon im Gange, als er eintritt; Beifall kommt von den Zuhoerer-Reihen, in denen sich nicht wenige Palaestinenser und amerikanische Zionisten befinden; Dr. Evatt, der Praesident, und Scharett winken gemeinsam ab. Herbert Evatt hat keinen Zweifel mehr daran, dass dies die letzte Verhandlung ueber Israels Aufnahme-Antrag sein wird. Eigentlich sollte das Plenum am 11. Mai zuerst ueber die Spanien-Frage debattieren; aber Evatt hatte nicht nur die Umstellung der Tagesordnung erwirkt, sondern den Arabern unter der Hand auch mit solchem Erfolg zugeredet, dass sie ihren Plan weiterer ewig langer Obstruktionsreden achselzuckend aufgeben und ihre Anmeldungen aus der Rednerliste zurueckziehen. Scharett in Chile Die juedische Gemeinschaft in Chile erlebte in den letzten Aprilwochen Tage groesster Freude und Erhebung. Mit Moshe Sharett, dem Aussenminister des Staates Israel, der zu einem kurzen Besuch in Chile am 23 des vergangenen Monats eintraf, kam in dieses Land nicht nur ein altbewaehrter Vorkaempfer der zionistischen Verwirklichung und . einer der liebenswuerdigsten Menschen unter unseren fuehrenden Persoenlichkeiten sondern einen Mann, der von allen unseren bisherigen Besuchern, den allerhoechsten offiziei- 1 len Rang in der israelischen Republik bekleidet. Moshe Sharett, der in offiziell diplomatischer Mission hier weilte, wurde von S K. dem Praesidenten der chilenischen Republik, General Carlos Ibänez del Campo, und dem Aussenminister, Oscar Fenner empfangen und und, Unterzeichnete ein Abkommen zur Ausgestaltung engerer Beziehungen zwischen den beiden Laendern, Chile und Israel. Die juedische Kollektivitaet veranstaltete einen feierlichen Begruessungsakt im MumzipaLTheater, bei dem der verehrte Gast eine ueberaus wichtige Rede hielt, die von dem zahlreich erschienenen Publikum mit gespannter Aufmerksamkeit und begeisterter Zustimmung aufgenommen wurde. Aussenminister Sharett traf ausserdem mit den Vertretern der juedischen Organisationen bei mehreren Gelegenheiten zusammen, besuchte die chilenische Volksschule, die den Namen ‘Republica de Israel’, traegt sowie die juedische Schule Santiagos. Tnstituto- Hebreo’. .?inen. ausf“ehrlicheren Bericht dieser festlichen Tage, die mit der Abreise Moshe sharetts, seiner Frau und seiner Begleiter am 26 April ihr Ende fanden, hoffen wir in unserer naechsten Nummer bringen zu koennen. WIE FREMDE IHN SEHEN .Niemand bezweifelt Shareths Faechigkeiten, niemand, der je mit ihm zusammengetroffen ist, koennte leugnen, das Shareth grossen Charme besitzt. Aeusserlich aehnelt er vielleicht ein wenig Charlie Chaplin, doch in seinem Wesen ist er durchaus nicht der ,.Kleine Mann”- d<y;,,£IJl2.ä!f bnapnn meist verkoerpert, sondern vielmehr geradezu robust, von sich selbst ueber - zeugt. Es ist hoechst unwahrscheinlich. dass irgendjemand durch Shareth verletzt werden koenntä, da dieser eine ge_ radezu entwaffnende Freundlichkeit besitzt und stete grosses Vergnuegen am Sprechen zeigt, besonders, wenn er in einer Sprache redet, deren Kenntnis der Besucher bei Shareth nicht vermutete. Dieser glueckliche und faehige Intellektuelle wird gewiss auch in den naechsten Jahren einer der fuehrenden politischen Gestalten in Jisrael bleiben... Wiv mxsmmm - . . (“Observer”) Aussenminister Moshe Scharett Am Abend ist es endlich so weit. Dr. Evatt laesst abstimmen, mit Ja. Nein oder mit “Abstention”. Die 12 Nein- Säger sind die sieben arabischen Staaten zuzueglich Afghanistans, Burmas, Abessiniens, Indiens und des Iran. Die Araber setzen sich nicht wieder, jeder von ihnen verlaesst den Saal, nachdem er; sein “No” gesprochen hat, um \ im Foyer Spiessruten durch j das Spalier der Journalisten; zu laufen. Auf die Frage der i Presseleute: “Was werden Sie! nun tun?” geben die Araber die stereotype Antwort: “Ach, lassen Sie mich in Ruhe! Sie werden schon sehen!”. Das UNO-Plenum hat Israel Aufnahme beschlossen. Die Delegierten haben mitgezaehlt und mitgeschrieben, noch waehrend die namentliche Abstimmung im Gange war. Jetzt erhebt sich Dr. Evatt. Mit einem Hammerschlag verkuendet er das Resultat und ersucht den Protokollchef der UNO. Jean de la Noue, einen Franzosen, dessen aeussere Eleganz dem Charme seines Names entspricht, Herrn Mosche Scharett, den Aussenminister Israels. zum Praesidialtisch zu geleiten. Dort wartet ein mit blauem Samt gepolsterter Lehnsessel auf Scharett. Unter ungeheurem Applaus nimmt er Platz. Aus Formgruehden, die das Geheimnis der UNO sind, obliegt dem Delegierten der Dominikanischen Republik die ehrenvolle Aufgabe. Scharett mit wenigen Worten (in spanischer Sprache) als erster zu begruessen. Dann erhebt sich Scharett zu seiner Debut-Re-1 de als Aussenminister des 59.; Mitgliedstaates der UNO. Immer wieder Beifallsstuerme, besonders als er auf das juedische Volk in den Laendern der Zerstreuung und auf die Verbundenheit der Juden mit Erez Israel hinweist, danach, wie er von Israels unverbruechlicher UNO-Treue, vom Friedenswillen des juedischen Staates, vom Entschluss unverbruechlicher Neutralitaet in weltpolitischen Dingen und von der Hoffnung spricht, mit den arabischen Nachbarstaaten zu einem dauerhaften Frieden zu gelangen, und vor allem, als er in hebraeischer Sprache, die hier zum ersten Mal im UNO-Plenum erklingt, mit Worten des Propheten Jeschajahu schliesst. Danach ersucht Dr. Herbert Evatt den Chef des Protokolls, den Aussenminister und seine Mitdelegierten zu den Sitzen zu geleiten, die ihnen zwischen den Delegationen des Irak und des Libanon reserviert worden waren. Dort hatten UNO-Beamte inzwischen das Schild “Israels” vor die Sessel auf die Schreibtische gestellt Erneute Beifallstuerme. Dr. Evatt schliesst die Sitzung. In diesem Augenblick kommt es zu einem Ausbruch der Begeisterung. Ueber die Barriere, die die Galerie der Zuhoerer von den Delegierten Reihen trennt, schwingt sich ein Palmach- Offizier mit dem unverkennbaren Bart der Negew-Streiter, ein Mitglied der gerade in USA weilenden Militaermissian Israels. Er umarmt und kuesst Scharett. Waehrend die Delegierten Pakistans und des Iran muerrisch zuschauen, umringen den Aussenminister zufrieden laechelnde Delegierte des Ostblocks und der anderen uns befreundeten Staaten alles redet durcheinander und schuettelt Scharett und Aba Even die Haende, den zwei Maennern. die nach nur einem Jahr juedischer Staatsexistenz das Werk der internationalen Anerkennung durchgefuehrt haben. (Bericht eines Augenzeugen) ^999945