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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-02-01 · 2 (Febrero, 1953) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
2 (Febrero, 1953)
Date
1953-02-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Febrero 1953 BOLETIN INFORMATIVO 3 /fo* Ue*0* / Schlussfeier der Religionsschule Als Abschluss des Schuljahres der Religionsschule wurden fuer Freitag, den 19. Dezember, alle Kinder unserer Gemeinde zu einem Oneg- Schabbat eingeladen, der im Anschluss an den Freitagabend-Gottesdienst stattfand. Im Rahmen des Gottesdienstes sprach Herr Rabbiner Iioewenstein zu den Kindern. Er erzaehlte ihnen vom Chanukawunder, das sich viele Male in unserer Geschichte wiederholt habe. Dann sangen und tanzten Chawerim der Jugendbewegung “B’ne Akiba” mit den Kindern, und wir danken ihnen erneut fuer ihre staendige Mitarbeit. Nach einem Jahr Arbeit koennen unsere Kinder sich nunmehr ihrer wohlverdienten Ferien erfreuen. Geselliger Abend Wieder einmal hat die “Comisión Pro Juventud”, unserer Gemeinde die Jugend zu einem gemuetlichen Zusammensein fuer Sonnabend, den 27. Dezember, eingeladen. Mit viel Liebe hatten Chawera Hannerose Rosenbaum und die ¡Chawerim Zwi Awner, Ernst Fleischmann und Werner Freundlich diesen Abend vorbereitet, der ein voller Erfolg wurde. Im Namen der Kommission begruesste Rabbiner. E. Loewenstein die zahlreich Erschienenen und uebergab das Wort Herrn Walter Schueftan, der sich auch dieses Mal liebenswürdigerweise zur Verfueg|ung gestellt hatte und mit Geist und Witz die Anwesenden gut unterhielt. Ein interessantes Programm, das Orchester von Erwin Herper, Tanz und Horra schufen eine vergnuegte Stimmung, sodass Alle lange froehlich beisammen blieben. Erfuelle deine Pitlicht! JSvfuelle sie gern; Erfuelle sie schnell! Bedenke! Jeder Dritte in Israel ein Neueinwanderer Er braucht deine Hilfe! MAGBIT 5713 Dr. Hirschberk sieht Israel | Wir haben feuchte Tropen-! hitze in Rio, die Senegalneger in Dakar, an Waren volle Geschäfte in dem armen Barcelona erlebt, haben 10 Tage Rom genossen und bestiegen in Neapel die NEGBA, also israelischen Boden. Sie ist 1 ¡6 so gross wie der AU- GUSTUS, der uns mit Luxus und Bequemlichkeit über 3 Kontinente führte; es hatte nicht jede Kabine 2. Klasse ihren eigenen Duschraum und eigene Toilette; es gab zu den Mahlzeiten “nur” 5 Gaenge und nicht innerhalb jedes Ganges 4 Speisen zur Auswahl, —aber die Atmosphaere war jüdisch: denn jüdisch war die Mannschaft vom Kapitaen bis zum letzten Matrosen, die Stewardess, die Kellner und Koeche, und die Barmixer hiessen Max und Benno, das Essen war koscher und der Maschgiach in Schiffsoffizieruni form und riesigem Vollbart eine Beruhigung für den groessten Zweifler. In Genua landeten wir fahrplanmaessig, aber infolge dichtesten Nebels, ohne die schoene Einfahrt zu gemessen; das Mittelmeer war so friedlich und sonnig, dass wir um 16 Stunden früher als ursprünglich vorgesehen den Carmel, die Bucht von Haifa und die Kinder auftauchen sahen. Unsere Mitreisenden waren —leider— zum wenig sten Olim, zum Teil Turisten, aber hauptsaechlich heimkehrende Urlauber. Hauptsaechlich sie waren es, die mir die Frage stellten: “Aus Chile kommen Sie und als Oie? Kann man denn dort als Jude nicht mehr leben?” Aber trotz dieser eindeutigen Frage waren sie es, die uns Olim mit strahlenden Augen den noerdlichen Küstenstrich Israels erklaerten, stolz und froh und glücklich wieder zu Hause zu sein. Ein Land praesentiert sich, so glaube ich, zuerst durch seine Landschaft, ein Staat durch seine Beamtenschaft. In beiderlei Hinsicht wurde ich nicht enttaeuscht. Die Kette der Beamten - Polizei, Passrevisoren, Gesundheitsbehoerde und Devisenstelle—, die man noch auf dem Schiff passieren musste, nahm uns hoeflich und geduldig auf, ein paar gestotterter Worte Iwrith loesten sogar ein freundliches Laecheln “unserer” unbestechlichen Beamten aus. Der Vertreter der Armee interessierte sich nicht für mich (die Divisionsarzt - Posten scheinen besetzt zu sein), waehrend mir der Beamte der Devisenstelle nicht nur den Umwechslungskurs von 1 Dollar gleich 1 Pfund, sondern auch die neue Verordnung zur Kenntnis gab, wonach man für sein Gold eine Dollargutschrift bekaeme und über den vollen Dollarwert für Importatdonen verfügen dürfe. Als und der - übrigens milde - jüdische Zollinspektor und der jüdische Gepaeckt r a e g e r mit freundlichem Schalom entliessen, war es bereits dunkel, und in einem von der Schiffs-gesellschaft gemieteten Autobus führte uns der jüdische Chaeffeur nach Maabaroth, das fast genau in der Mitte zwischen Haifa und Tel-Aviv liegt. Waehrend der einstündigen Fahrt auf der gut gepflasterten Hauptstrasse konnten wir das Land noch nicht sehen, (aus einem Brief an Dr. Laudau) wurden aber durch die Kinder und Schwiegerkinder entschaedigt, die wir 5 bezw. 2 Jahre nicht mehr bei uns gehabt hatten. Hier in Maabaroth kamen wir in das für uns vorbereitete Zimmer einer Dame, die für einige Monate besuchsweise in USA ist und wurden auf unbeschraenkte Zeit als Gaeste des Kibuz empfangen. Und wenn wir Gaeste Besuch bekommen, dann sind unsere Gaeste ebenfalls Gaeste des Kibbuz sowohl bei Tisch wie über Nacht. Wo in aller Welt gibt es das noch ausserhalb von Israel? Maabaroth ist ein Kibuz von 20 Jahren Lebensalter, in dem jiddisch, polnisch, russisch, rumae. nisch, ungarisch, toulgarich, deutsch und spanisch die Muttersprachen sind und nur Iwrith gesprochen wird. Vieh —und Landwirstschaft, riesige Orangenplantagen— den Bewohnern stehen die herrlichsten Früchte den ganzen Tag in unbegrenzten Mengen zur Vorfügung - und eine grosse Reparaturwerkstatt für Motoren, speziell Traktoren, sind die Hauptzweige seiner Produktion. Die Bewirtschaftung bedarf geschickter Organisation und fleissiger Arbeit. Und es wird viel (6 bis 10 Stunden) und gern gearbeitet, für den Aufbau des Landes und die Entwicklung der Kom m u n e. Bewunderungswert finde ich, wie diese Jugend nach ihrer anstrengenden koerperliehen Arbeit am Abend voller Interesse am Kulturleben teilnimmt, —Vortraege, musikalische Darbietungen, politische Diskussionen— und sich im Lesesaal über alles Aktuelle und Wissenswerte orientiert. Die aelteren Chaverim wohnen bereits in Steinhaeusern mit eigenem Dusch - un Toiletteraum aber auch die bescheideneren H o 1 z h aeuser sind gemütlich und vor allem - was wir selbst feststellen konnten - wasserdicht. 3 Generationen leben in guter Gemeinschaft, besonders die gut gepflegten Kinder haben ein “El dorado” Zur Chanukahfeier, die in jeder Altersgruppe in Gegenwart der Eltern und Grosseltern begangen wurde, bekamen sie modernes, meist in ¡den hiesigen Werkstaetten f a b r i z iertes Spielzeug, waehrend jeder Chawer ein Buch je nach Wunsch zum Geschenk erhielt. Das Entzünden des Leuchters auf dem Wasserturm und der Kerzen bei der Feier im grossen Saal waren erhebende Momente, denen Stunden froehlichster Stimmung von Jung und Alt bei Gesang, Spiel und Tanz folgten. Den gleichen Geist eisernen Aufbauwillens und Chawerismus fand ich in Saad (Hapoel Hamisrachi) und Ramot Menasche (Haschomer Hazair wie Maabaroth), beides Gründungen hauptsaechlich südamerikanischer Jugend, die bereits so fest im Lande verwurzelt ist und sich so glücklich fühlt, dass sie für ihre Altersgenossen in der Galuth kein Verstaendnis mehr auf bringt. Alles entwickelt sich und waechst nach Wunsch in diesen jungen Kibuzim, in denen wirklich durch die Kraft unserer Jugend aus Wüste Gaerten und Waelder entstehen. Noch versperren die jungen Baeume von 1 m Hoehe nicht den Blick über Hügel und Ebene, noch sieht man den jüdischen Schafhirt mit einem Buch in der Hand, gefolgt von seiner Herde, in der Daemmerung nach Hause kommen, waehrend die Gedanken im Fluge zur biblischen Geschichte zurückfinden und dieses wunderbare Erlebnis neuartiges Verstaendnis für Herzls Wort ver mittelt: Alt - Neuland! Ueber die Staedte Tel-Aviv, Haifa und vor allem Jerusalem in wenigen Worten einen “ersten Eindruck” zu vermitteln, ist schwer. Die systemlose Anlage von Tel-Aviv, der ersten jüdischen Stadt, ist oft kritisiert worden. Man sollte aber nicht vergessen, dass diese Stadt von Traeumern erbaut worden ist, die nicht ahnten, welchen Umfang und Charakter es einmal einnehmen und dass es zum Rückgrat des Jüdischen Staates werden würde, ohne das seine Proklamation gar nicht vorstellbar ist. Es hat ein Handelszentrum und eine Peripherie von modernen Wohnhaeusern mit Gaerten und Parkanlagen und breiten Strassen, waehrend die Strassen der Innenstadt eng sind und den lebhaften Verkehr schwierig gestalten. In Haifa unterscheidet man auf den ersten Blick drei Teile: die einst arabische Hafenstadt, in der die Zeichen des Kampfes noch deutlich sichtbar sind; der Hadar Hakarmel, das lebendige Geschaeftszentrum, in dem die Firmenschilder besonders viel deutschklingende Namen aufweisen . und der Har Hakarmel, das luxurioese Wohnviertel mit hohen Baeumen, schoenen Parkanlagen und dem weiten Blick auf die herrliche Bucht. Den tiefsten Eindruck macht natürlich unsere Hauptstadt, Jerusalem. Eine volle Stunde führen Eisenbahn oder Autobus durch die Berge, wo der KKL riesige Waelder gepflanzt hat, darunter den deutlich erkennbaren “Maertyrerwald” zur Erinnerung an unsere 6 Millionen Tote. Erhaben ist und liegt diese Stadt, deren Anblick in dem Besucher einen Wirrwarr von Gefühlen ausloest. Hier geht es nicht mehr nur um 2 Jahrtausende, hier sind die Jahreszahlen keine Begriffe mehr. Dass diese Stadt umstritten ist, darf nicht verwundern; dass sie nicht teilbar ist, nicht minder; am allerwenigsten, dass ein neuer jüdischer Staat nicht auf sie verzichten kann. gelangt kostenlos in die Haende tausender Leser und auch Ihre Anzeige kann dabei sein.

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