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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-10-01 · 10 (Octubre, 1952) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
10 (Octubre, 1952)
Date
1952-10-01
Page
Seite 15 (sequence 9)
Language
German
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Octubre, 1952 BOLETIN INFORMATIVO 15 DER GEIST DER UNIVERSIDAD HERREA UND IHRE POSITION IN DER WELT DER UNIVERSELLEN KULTUR (Auszug aus einem Vortrag von Prof. Dr. Arieh Tartakower) “Man sagt, dass das juedische Volk anders sei als alle anderen Voelker der Erde. ¡Das gleiche muesste man von der Universitaet sagen. Jede Universitaet hat zwei fundamentale Aufgaben: einerseits die professionelle Erziehung zu entwickeln, andererseits die Basis aller Kultur eines jeden Landes zu konstruieren. Und die Kultur an sich ist der Ausdruck des Lebens selbst eines jeden Volkes. Sie ist der Ausdruck der Intelligenz”. Die erste Abweichung, welche die Universitaet von Jerusalem im Vergleich zu anderen Unlversitaeten der Welt dairstellt, liegt im Problem der Quantitaeten. Da tausende und tausende von Immigranten monatlich an den Kuesten von Israel landen, von welchen fast die gesamte Anzahl aus niedrigem Kultumlveau stammen und die Mehrzahl dieser Menschen auch noch in krankem Zustand ankommt, ist es von besonderer Bedeutung, mit einer grossen Anzahl von Lehrern, Aerzten, Ingenieuren, Agronomen u. s. w. rechnen zu koennen. Andererseits besuchen Studenten .aus allen Teilen der Welt die Universitaet von Jerusalem; so z. B. .bezieht sich Prof. Dr. Tartakower auf seinen eigenen Lehrstuhl, den der Soziologie, an welchem ei unter den 80 Studenten, fuer die er liest. 22 auslaendische Hoerer hat. Aber das ist nicht das Hauptproblem. Eine enorme Aufgabe in der Materie der Kulturschoepfung praesentiert sich vor allem ln der Neubelebung der hebraelschen Sprache, der Schaffung wissenschaftlicher Ausdruecke in Angleichung an die neuen Lebenskonditionen, Forschungen u. s. w. Ferner ergibt sich die Aufgabe* der Konservierung des kulturellen Erbgutes von 20 Jahrhunderten an Kenntnissen und juedischer Weisheit, was an sich schon eine kolossale Aufgabe ist. Dazu kommt noch, dass es sich hierbei nicht nur um hebraeische Kultur, sondern auch um Kulturschaetae in Jiddisch handelt, welche durch systematische wissenschaftliche Arbeit gerettet wenden muessen. ■Fundamental ist das ¡Problem, der Kultur in Israel ueberhaupt eine feste Form zu geben und so hat man damit bereits begonnen, die Kultur des Orients und jene des Okzidents auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Diese Arbeit muss natuerlich durch Maenner gemacht wenden, welche die Bedeutung und die Wichtigkeit eines solchen Werkes zutiefst verstehen. Ein anderer Unterschied zwischen der Hebraeischen Universi- .taet und anderen Universitaeten besteht in ihrem engen Kontakt mit der nationalen Realitaet. In Israel existiert zB. nicht die klassische Scheidung zwischen Theorie und Praxis. Und wieder als Beispiel des eigenen Lehrstuhles bezieht sich der Gelehrte auf den Soziologenkongress im Jahre 1944, welcher am runden Tisch zwischen Landarbeitern und Universitaetsprofessoren stattfand. Die Universitaet erfuellt ihre Aufgaben im engsten Kontakt mit der Bevoeikerung Israels und leistet Ihre Arbeit der kulturellen. Aufklaerung bis in die entferntesten Punkte des Landes. “Aber”, so schliesst Prof. Tartakower, “die Hebraeische Universitaet ist nicht allein die Universitaet von Israel, sondern die Universitaet des gesamten juedischen Volkes. Es ist daher notwendig, dass alle Juden dies verstehen und unser Werk ermutigen und staerken.” Als Schlusswort gibt Prof. Dr. Tartakower der Hoffnung Ausdruck, dass anlaesslich seines naechsten Besuches die “Asociaeiön”, die hier ein schweres Pionierwerk zu erfuellen hat, die Etappe der Organisierung und Aufklaerung bereits ueberschritten und sich die Zusammenarbeit der kulturellen Institutionen und Universitaeten von Chile mit der Universitaet von Jerusalem bereits vollzogen haben moege. LENE BACK HOCHZEIT Dl JUEDISCHEN BLINDENHEIM IN JEHUSALEM Zwei ehemalige Insassen des Blindenheims ln Jerusalem schlossen kuerzlich den Bund fuer das Leben, Beide haben eine besondere Berufslaufbahn zu verzeichnen und es lohnt sich, ueber dieses Ereignis, das im Hinblick auf die beiden Persoenlichkeiten, um die es sich handelt, nicht einer gewissen 'Romantik entbehrt, zu berichten. Der Braeutigam. Mordechai Haifön, der im Jahre 1927 in Haifa geboren wurde, entstammt einer bekannten Familie sefaxdischen Ursprungs. Mit 7 Jahren wurde er von einer schweren Augenentzuendung befallen, die zu voelliger Erblindung fuehrte. Mit 9 Jahren kam er in das Blindenheim in Jerusalem, wurde dort nach der Blindenmethode Braille im Lesen und Schreiben unterrichtet und erlernte in den Werkstaetten des Instituts die Herrstellung von Buersten, Rohrmoebeln us.w. 8 Jahre dauerte diese ganze Ausbildung. Ein besonderes Interesse, das Mordechai Haifön fuer orlen- . tausche Musik entwickelte fuehr- S# te dazu, dass ihm das Instu um seine Faehigkeiten auf dies« Gebiet zu foerdem, bei hervorragenden Meistern Privatunterricht erteilen liess. Schliesslich kam er so weit, dass er sich im Radio hoeren lassen konnte, und Tausende begeisterten sich an seinen musikalischen Vortraegen. Daneben wurde er noch lm Institut als Klavierstimmer ausgebildet, em Kursus, der drei Jahre dauerte, und den er im Jahre 1949 beendete. Kurz darauf schloss er sich der Kooperative “Hattkvah” in Jerusalem an, die vom Blindeninstitut ins Lehen gerufen worden ANZEIGEN-ANNAHME fuer das u if BOLETIN INFORMATIVO NUEVA YORK 52 - 6.0 PISO - OF. 611 TELEFONO 86603 UND BEI DEN BEKANNTEN AGENTEN BUEROZEIT: 10-12 und 16-19 Uhr AUF WUNSCH WERDEN DIE INSERATE ABGEHOLT war, um ^^achsenen, die ihren SchuluntlBiht und ihre Lehrzeit lm Institut beendet hatten, em unabhaenglges Leben zu ermoegllchen. Schliesslich versah ihn das Institut auch noch mit einigen Hundert Pfunden, damit er eine Wohnung kaufen und heiraten konnte. Inzwischen hatte er naemliclr im Institut eine junge Yemenitin, Esther GamaUel, kennen gelernt, und diese Bekannschaft fand lm letzten April ihre Kroenung in der Trauung, von der wir oben ein Bild bringen. Und nun einige Worte ueber die Braut. Geboren im Jahre 1930 verlor sie schon mit 6' Jahren infolge einer Gehirnhautentzuendung das Augentlteht. In unendlich traurigem Zustand kam sie unmittelbar nach ihrer Erblindung in das Institut. Sie war nicht nur so arm, dass sie buchstaeblich in Lumpten eingehuellt war, sondern auch koerperlich heruntergekommen, abgemagert und schwach. Aber im Institut stellte sich bald heraus, dass sie sehr klug und vor Allem musikalisch ausserordentlich talentiert war. SHWsuchte zunaechst die VorschfMPtres Instituts, aber unmittelbar anschliessend wurde sie schon einer gruendlichen musikalischen Ausbildung unterzogen. Nachdem sie eine Zeitlang bei Privatldhrern Unterricht erhalten hatte und ihr Talent deutliche Spuren einer staendig aufsteigenden Linie erkennen liess, entschloss man sich, ihr ein Studium in der Akademie fuer Musik im Jerusalem zu ermoeglichen. Und heute Ist Esther Gamaliel nun eine erstklassige Pianistin, Sie spielt in oeffentlichen Konzerten und auch das staatliche Radio steht fuer Darbietungen ihrer hohen Kunst zur Verfuegung. Zum gemeinsamen Haushalt der ueberaus glueckllchen jungen Ehe steuert Esther uebxlgens nicht nur mit ihrem selbstverdienten Geld bei, sondern sie erhaelt auch vom Blindenheim monatlich eine bestimmte Summe —wie alle Frauen, die einst ln diesem Helm Aufnahme und Erziehung fanden und dann heiraten konnten. Mordechai und Esther, das Kuenstlerehepaar. verdanken dem Blindenheim in Jerusalem alles, was sie geworden sind und was zu ihrem gemeinsamen Glueok gefuehrt hat. Unterbringung, Betreuung und eine ihnen angepasste Erziehung haben in diesem Heim auch viele andere junge juedlsche Menschen gefunden, die das Tageslicht nicht zu Schauen vermoegen. Es Ist deshalb die ot u» toktCTtvrDAe ishau.*** G4SU,fc* M* «AUTAftAlM SERVICIO RELIGIOSO Jeden Freitag abend um 19 Uhr. Jeden Samstag vormittags um 9.15 Uhr. Ausserdem an Jahrzeiten. Wir bitten um rechtzeitige Mitteilung an Herrn Weglein oder Casilla 984. Vlerkuendung des Neumondes: Samstag, den 18. Oktober: CHESCHWAN. Neumondstag: 1. Tag: Sonntag, den 19. Oktober. 2. Tag: Montag, den 20. Oktober. DR. JOSEF HIRSCHBERG ZUM EHRENMITGLIED DER HABONIM ERNANNT Am 12. September veranstalte die Habonim einen Oneg Schabbat zu Ehren des 85. Geburtstages dies Herrn Adolf Boehm und zu Ehren des Herrn Dr. Josef Hirschberg, Ehrenpraesident der B’ne Jisroel, anlaesslich seiner Alij ah nach Israel. Als Ausdruck des Dankes fuer die aufopfernde Taetig, fceit des Herrn Dr. Hirschberg fuer die Gemeinde Habonim ernannte ihn der Vorstand zum Ehrenmitglied. Herr Dr. Hirschberg dankte fuer diese Ehrung in bewegten Worten und gab zum Ausdruck, dass seine Verbundenheit mit der Gemeinde Habonim auch in Israel bestehen bleibe. Fuer die WIZO sprach die Praesidentin, Frau Kern, und uebergab Herrn Dr. Hirschberg eine Baumspende als Geschenk. Herr Adolf Boehm wurde durch Ansprachen unseres Praesidenten Herrn Weglein, sowie des Herrn Rabbiner Lubliner, Herrn Freund und der Praesidentin der Wizo geehrt. Herr Adolf Boehm bedankte sich in warmen Worten und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die ¡Gemeinde HABONIM auch fernerhin Zusammenhalte und weiterarbei. te zum Wohle des Judentums. Die Rede des Vorsit. zenden der Comunidad Israelita "Habonim”, Valparaiso, in der dieser Herrn Dr. Hirschberg seine Ernennung zum Ehrenmitglied mitteilt, wird in der November- Nummer dieses Blattes veröffentlicht werden. menschliche und juedlsche Pflicht eines jeden einzelnen von uns» zu* Erhaltung und sum Aushau diese® Heimes beiautragen. Der Weg zur BrfueUung dieeer Pflicht geht ueber die Asociaciön de loa Amlgos de los eiegos Israeiitaa “Tormei-Or”. der eich ein Jeder ala Mitglied mit einem Beitrag nach seinem Ermessen anachlJessen sollte, Die Asociaciön erwartet Ihre baldige Anmeldung im Euere (Av, Portugal 810). schriftlich (Casiilg 3487) oder telefonisch WIZO “HENRIETTA SZOLD” Der von Polly Aufrichtig und Ilse Wittenberg gestiftete Tee fand am 31. August im Hause Aufrichtig statt. Wie immer trug die huebsche und gepflegte Umgebung und die freundliche und liebevolle Art der Wirtin erheblich zu dem schoénen Erfolge bei, den die Wizo zu verzeichnen hatte. Auch die "Rifa” wies diesmal besonders huebsche Geschenke auf; dje Stimmung war von Anfang an'ti¬ ñe sehr harmonische, man haette nur gewuenscht. dass sich noch mehr Mitglieder und Gaeste zu der Veranstaltung eingefunden haetten. Eine von Frau Johanna Has gestiftete Torte brachte bei der Versteigerung einen sehr nennenswerten Betrag. Aber es wurde^ diesmal, den guten Traditionen der hiesigen Gruppe folgend, nicht nur Materielles, sondern auch Geistiges geboten. Ilse Witten, berg sprach ueber 2 Buecher, die sie nebeneinander stellte und verglich. Das eine Buch war von Bemard Goldstein: “Die Sterne sind Zeugen”, t^as andere von Emil Herz: “Denk ich an Deutschland in der Nacht”. Die beiden Buecher, so verschieden im Inhalt und in der Persoenlichkeit der Verfasser, haben eine tiefe Gemeinsamkeit: Das Schicksal der Juden in den letzten Jahrzehnten, ihr Leiden, ihren Untergang, ihre Tapferkeit und ihre neue Erhebung. “Die Sterne sind Zeugen” schildert den Kampf der Menschen im Ghetto von Warschau, den djer Verfasser selbst miterlebt hat. Das Buch ist ein beredtes Zeugnis von der Kraft und dem Mut, der diese Juden erfuellte, die um ihr Leben kaempften und ihr stolzes juedisches Selbstbewusstsein bis zum bitteren Ende bewahrten. Das Milieu des Herzschen Buches —der Verfasser war Verlagsdirektor bei Ullstein— ist ein wesentlich anderes. Es ist d,as einer seit Jahrhunderten in Deutschland ansaessigen Familie, die vor dem ploetzlichen Grauen der Hitlerzeit erst un. glaeubig, dann um so erschuetterter steht. Wie stets, wenn Ilse Wittenberg zu uns spricht, fuehlten wir uns vom ersten Wort an gefangen und bis zum letzten Wort interessiert. Sie versteht es, die Dinge nicht nur lebendig und warm mitzuteilen, sondern ihnen die Urspruenglichkeit zu geben, die uns zum Schlüsse fuehlen laesst, nicht nur, als haetten wir dieses Buch selber gelesen, sondern als haetten wir dieses alles sei. her erlebt. Trotz des teilweise sehr traurigen Inhalts der Buecher litt die Stimmung in keiner Weise; man fand, sich bald wieder in die Gegenwart und ihre Forderungen zu. rueek und empfand, dass nicht fruchtloses Trauern, sondern fruchtbare Hilfe der Sinn der Wiaoveranstaltungen ist. Der naeehste Tee-Naehmit. tag soll Anfang Oktober stattfinden, Er wird gestiftet von drei Damen Arendt und soll im Café City sein. Nach Beschluss "der Gruppe werden von nun an die monatlich stattfindenden Tee-Naehmit. tage jeweils von zwei oder mehr Mitgliedern gestiftet, damit jedes Wizo-Mitglied ein. mal an die Reihe kommt.

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