Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIV (1952)
- Issue
- 8 (Agosto, 1925)
- Date
- 1952-08-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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>sto, 1952 11 BOLETIN INFORMATIVO Finanzlage des Staates Aus Ziffern des Finanzministeriums geht hervor, dass im Juni die Einnahmen aus der Einkommensteuer wesent lieh gestiegen sind, mit 4 63 Mill. IL. und 46 7% der gesam ten Einkommenaufkommens darstellen das Sich auf 9,78 Mill. IL. belief. (Nach dem Voranschlag soll 33% des Gesamteinkommens erbringen). zu des llei- TeL ent. tgen geil Die Junieinnahmen sind trotz der guten Ergebnisse aus dem Aufkommen an Einkommensteuer nicht unwesentlich zurueckgeblieben, hauptsaechlich weil die Knesset die Er hoehung der Luxussteuer und die Einfuehrung der Kauf. Steuer noch nicht verabschiedet hat. Aber angesichts der wesentlich gestiegenen Ausgaben infolge der Teuerungszulagen und allgemeinen Preiserhoehungen erscheint die Situation doppelt bedrohlich u. es ist verstaendlich, dass die Massnahmen das Budget balanciert zu halten, die Regierung ernstlich beschaeftigen. (“Jedioth Hajom”) Äff»s W9M mm ¿¿mim- *SMÎ mm rjQ**; Maschinen in Ufe. lanl haden den Ex. mer enbete enz ter. /ird 3ro. die >lddie /er. ¡ich en, von beuk. wei ucn rial Erleichterte Rohstoff- Beschaffung Handels, und Industriemini, ster Dr. Joseph kuendigte vor uem Wirtscnaftsbeirat der Regierung weitgehende Erleichterungen fuer Rohstoff. Beschaffung zwecks Export, icerderung am Dr. Joseph teilte mit, d,ass im laufenden Jahr der israelische Export Voraussicht »ich um etwa 20% bis 30% gegen. ueber 1951 steigen wird (da. mals betrug er 44 Millionen Dollar), und dass in absehbarer Zeit der Export einen entscheidenden Faktor in der israelischen ZahlungSDÜanz darsbellen werde. Unter den ¡bondermassnahmen zu einer •ystematischen Fcerderung ies Exports erwaehnte der Ml. nister u. a. die Errichtung eines Israel.Hauses in New York, wo staendig Israel-Produkte ausgestellt werden sollen, sowie eine Dauerkcmtrolle der Qualitaet der Exportwaren Der Handelsminister gab weiter bekannt, dass Expor. teure frei Rohmaterialien mit. Eroeffnung der neuen Pathologischen Abteilung im "Beilinson",-Hospital Die neue pathologische Ab. teilung und die Abteilung fuer Neurochirurgie und Chirurgie, sowie eine Abteilung fuer interne Kinderkrankheiten wurden im Reilinson.Kran. kenhaus eroeffnet. Dieses Ho. spital ist das wichtigste dieser inscit/uoe im Rahmen d&i Krankenkasse der Allgemei'. men Arbeiterwerkschaft. Dr. S. Gruenberg, der Direktor des Krankenhauses, berichtete den zu dieser Feier ge.adenen Journalisten, dass 50% der Einwohner des Landes der Kupath Cholim abgeschlossen sind, die 1300 Aerzts und 3600 sonstige An. geste. lte beschäftigt. Das neue Gebaeuae umfasst aent ¿tocKWerxe, eines aavon unteriraisch. Bisher sind, bereits IL 1,5 Millionen in diesen Bau investiert worden, der vor drei Jahren begann und weitere drei Jahre in Anspruch nehmen wird. Die oben erwaehnten Abteilungen i sind die ersten, die in Betrieb gesetzt wurden. Im dem unterirdischen Stockwerk keennen notfalls 200 Betten unlergebracht werden. Die Austattung ist absolut modern, feie wurde aus USA Und, Europa besteht. Binnen drei Jahren werden im Neubau 800 Betten, 18 Spezialabteilungen mit 900 Angestellten Unterkunft finden. Obwohl die Zimmer gross sind, werden nicht mehr als drei Betten pro Zimmer aufgestel.t, wogegen es im alten TSil des Kranken- hauses bis zu 20 Betten in einem Raum gab. Der Speisesaal fuer das Personal fasst 1000 Sitze. Die Decken der Raeume sind mit Sehall absorbierenden Material verklei. det. Dr. Kasper, der Direktor der pathologischen Abteilung, erk’aerte, dass es in der Krankenkasse bereits seit 16 Jahren ein pathologisches Laboratorium gibt, d,as aber unzu. reichend ausgestattet war und dem Umfang der Kupath Cholim nicht mehr entspracn. Besondere Ruecksicht wurde bei Bau und Einrichtung des neuen Gebaeudes darauf genommen, dass die Studenten n^r Medizinischen Fakultaet der Hebraeischen Universitaet m Jerusalem hier ergaenzen. de Aurbi’dung und Praxis erwerben koennen. tels zahlungsfreien Imports ins Land bringen duerfen. Ein Teil der von ihnen verdienten Devisen wird zum Zwekke weiteren Imports von Roh. materialien auf ein Sonderkonto zu ihren Gunsten ue- Dertragen werden, FRIEDLICHE KREUZFAHRER 1952 I. A. D- Gordon, der grosse russisch-juedische Interpret der Chaluziuth hat den Begriff “Erloesung durch Arbeit” in den Mittelpunkt seiner Lehre gestellt. Er wollte den wurzellosen ostjuedischen “Luftmenschen” des Ghettos und der Grosstadt wieder mit dem Boden des Landes Israel in existenzielle Verbindung bringen. In Dagania verwirk, lichte er das Ideal seines Lebens. Als Aaron David Gordon 1922 starb, konnte er kaum ahnen, dass 30 Jahre spaeter ein hollaendischer Katholik, ein Schueier des ka. tholischen Philosophen Jacques Maritain, sich in-einen Kibbuz in Erez Jisrael zurueckziehen wird, um dort seine, Gordons, Schriften zu studieren und zugleich praktisch als Chaluz unter Chaluzim zu arbeiten. So aber geschah es. Energiegeladen steht der sehnige Hollaender vor mir, der Chaluz des Emek und glaeubige Katholik, und doziert ueber Gordon... im Lichte der katholischen Philosophie franzoesischer Praegung. “Gordon hatte nur das spezifisch juedische Schicksal im Auge”, meint der Hollaender, “aber ich fasse seine Bot. Schaft weiter auf. Die schwere Arbeit des Feldes ist nach der Bibel (Genesis 3, 17) unter den Fluch Gottes gestellt. Wir muessen die fluchbeladene Arbeit und alles Leid bewusst auf uns nehmen und dadurch zur Erloesung Vordringen”. Etwas von diesem unbewussten Erloesungsire. ben meint mein Gespraechspartner in den Chaluzim des Kibbuz bemerkt zu haben, unter denen er nun dreiviertel Jahre lebte und arbeitete. Weit war der Weg von Amsterdam nach einem Kibbuz in Israel. Er fuehrte ueber Indien und Amerika, durch alle Irrungen und Wirrungen des Zeitalters. Vom links-re. volütionaeren Radikalismus und belgischen Faschismus zur amerikanischen Erfolgsanbetung und dort in den USA, im Gewuehl der Grossstad^ Chicago, erlebte der ernste, scharf denkende Mann seinen Durchbruch, das Mysterium des Glaubens brach in ihm auf. Wohl stammte er aus einer katholischen hol. laendischen Familie, aber die Kirche und ihre Lehre waren kein Lebensinhalt fuer ihn. Nun aber oeffneten sich ihm die Portale der Kathedrale und er nahm, bewusst heimkehrend. an den Mvsterien seines Glaubens teil Und auf diesem Weg in die Kirche begegnete ihm — Israel. Die Kirche nennt sich stolz “das Von SCHALOM BEN.CHORIN neue Israel”. Wo aber war das alte Israel geblieben? Lebte es noch, hatte es noch eine Botschaft an die Welt? Von den Stufen der Kathedrale herabsteigend wurde diesem Sucher nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens Israel als das zweite grosse Geheimnis der Welt offenbar. Und nun strebt er nach einer besseren Beziehung zwischen Israel und der Kirche. Mit einem kleinen Kreis Gleichgesinnter gruendete er in Holland eine Zeitschrift, die —I bei strenger Vermeidung der Judenmission—■ juedischchristlicher Verstaendigung dient. Die offiziellen Kreise der roemisch . katholischen Kirche stehen solchen Versuchen oft noch abwartend reserviert gegenueber. Sie haben das Faktum der Entstehung des Staates Israel geistlich, theologisch noch nicht bewaeltigt. Die Juden mussten unstet -fluechtig ueber den Erdballzerstreut leben-rso wollte es die kirchliche Lehre. Nun aber zeigt es sich, dass dieses “alte Israel” noch die Kraft der nationalen Auferstehung in sich traegt, dass —theologisch gesprochen — die “Verwerfung Israels” nicht das letzte Wort der Geschichte sein kann. Die Kirche muss hier umdenken lernen. Das wird ein langer Prozess sein Eine kleine katholische Avantgarde . Gruppe versucht, der Kirche die neue Wirklichkeit des “alten Israel” nahe zu bringen. Mein Hollaender ist jezt auf dem Wege nach Europa, um zu berichten, aber auch, um wiederzukehren, denn er hat Wurzeln der Seele in “seinem” Kibbuz geschlagen. n. Nur wenige kennen noch den Namen des franzoesi sehen Offiziers Charles de Foucauld. Er war eine Art franzoesischer Lawrence und unter den Beduinenstaem. men der Sahara taetig. Mitten in seiner militaerisch-po. litischen Laufbahn aber erreichte ihn der Ruf seines Glaubens. Er ging als Einsiedler und Büesser in die Sahara und wurde dort 1916 ermordet. Junge Priester gingen, in der Nachfolge Foucaulds, zwär nicht in die Wueste der Sahara, sondern in die Wuesten der Proletarierviertel von Paris und Marseille und lebten unter Menschen, die alle Bindungen zur Kirche seit langem aufgegeben hatten. Aus diesem Kreise ist auch ein Frauenorden “Les petites Soeurs de Jésus” entstanden. Nonnen, die in den Slums und Elendsviertel sich der sozialen Arbeit widmen. In einer, solche Gemeinschaft trat vor einigen Jahren eine junge Juedin aus einer assimilierten franzoesi. sehen Familie ein. Das Elternhaus hatte ihr keine juedische Substanz mit auf den Weg gegeben — so war die Entwicklung leicht zu verste. hen. Nun aber setzte das wirklich Merkwuerdige ein: durch das Leben im Kloster wurde die junge Schwester zur Bibel und damit zu ihrem eige. nen Volke, dem juedischen, hin^efuehrt, und es entstand in ihr der brennende Wunsch, rjacn Erez Jisrael zu gehen. Sie erhielt die Erlaubnis ihrer Ordensoberin und kam nach Israel, wo sie —die Nonne!— einige Monate in einem Kibbuz und dann in einem Krankenhaus arbeitete. Sie hat unterdessen gut Hebraeisch gelernt und spricht es mit dem suedlichen Akzent ihrer franzoesischen Heimat. Mit einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten hat sie nun eine Naehstube im Elendsviertel der neuen Olim Jerusalems. hart an der Grenze der feindlichen Altstadt, eroeffnet und dort lebt und ar. beitet die Gemeinschaft der “Kleinen Schwestern”... III. Die Zionistische Landesorganisation Belgiens entsandte vor kurzem einen Benediktiner-Pater nach Israel. Er bereiste das Land- und warb durch seine glaenzenden Vortraege der Sache Israels viele Freunde. Auch dieser Pa-: ter ist ein geborener Jude, der in der Jugend der Kirche zugefuehrt wurde und hinter Klostermauern seine juedische Sendung erkannte und von brennendem Interesse fuer Israel und sein neu er. wachtes Land erfuellt wurde. In die -Reihe dieser merkwuerdigen Konvertiten gehoert auch der franzoesische Dominikaner Jean de Menasse, aus Alexandrien stammend, der als Abgesandter der Sorbonne in Paris zu der Fuenfundzwanzigj ahrfeier der Hebraeischen Universitaet nach Jerusalem kam und hier, in fliessendem Hebraeisch, die Gruesse seiner Alma Mater ueberbrachte. Auch Pater Menasse ist fuer ein neues Verstaendnis der Kirche fuer Israel taetig. Merkwuerdige Wege —fernab der grossen Strasse der Zeit— werden Einzelne gefuehrt. Aber auch sie. und gerade sie sind Zeichen der Zeit. (“Juedische Wochenschau*', Buenos Aires). Innerhalb der Juedischen Bevoelkerung Israels, die am 1.1 ds. Js„ 405.000 Koeofe zaehlte gab es mehr Maenner als Frauen, aber der seit Jahren bekannte Maennerueberschuss ist im Rueckgang begriffen. Diese Entwicklung wurde durch die Einwanderung des letzten Jahres herbeigefuehrt, in der die Maenner mit 48 5% und die Frauen mit 51.5% vertreten waren. Wahrend die Maenner in Israel Ende 1949 57, 57% der Bevoelkerung ausgemacht hatten sank ihr Anteil auf 50,92%. Natürlicher Zuwachs und Einwanderung fuehrten im Jahre 1951 nach den Feststellungen des statistischen Zentralamtes {olgende weiteren Wandlungen herbei: 1. Die Zahl der Kinder bis zu 15 Jahren stieg auf 29,3% Ende 1951. 2. Rueckgang der Maenner im arbe'ts. faehlgen Alter (15 bis 44 Jahre) von 51,9 auf 48%. 3. Steigerung der Zahl Maenner uebei 45 Jahre um etwas ueber ein Prozent. Der natuerliche Zuwachs des Jischuw be« trug im Jahre 1951 34.800 Koepfe. Die Zahl der Ehen, die 1950 13,9 pro Tausend betragen hatte ging auf 11,3 zurueck. Ebenso sank die Zahl der Scheidungen von 2,7 auf 1 7 pro Tausend. Die Saeugllngsterblichkeit sank auf 39 pro Tausend gegenueber 46 pro Tausend im Jahre 1950.