Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIV (1952)
- Issue
- 5 (Mayo, 1952)
- Date
- 1952-05-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 19 Mayo, 1052 DIE VERHANDLUNGEN IN DEN HAAG DER "SOCHNUTH" wurden im Lichte der Aufloe sung des Alijah-Ministeriums behandelt, die zur Folge hatte, dass die mit der Einwan derung verbundenen Proble me vom Innen, und Finanz ministerium, hauptsaechlich aber von der Jewish Agency uebernommen werden muss ten. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand jeaoch ae. ts-onniKt um aen ötatus aei öocnnutn (.Jewish Agencyj. Bekanntüch hatte der Kongress einen diesoezueglicnen Beschluss gefasst, dessen Verwandlung in einen Gesetzesvorschlag aber aufgrund des Wunsches des Minister-Praesidenten Ben Gurion, ihn abzuaendern, bisher noch nicht erfolgt ist. Dr. Goldmann bemuehte sich waehrend der Sitzungsperiode der Exekutive, mit Ben Gurion zu einem Ausgleich zu gelangen; sollte dieser nicht zustande gekommen sein, muss man damit rechnen, dass sich die Opposition in der Knesseth den Standpunkt der Z.O. zu eigen macht und zur Abstimmung oringt. Die aeusserlich nicht sehr abweichenden Formulierungen unterscheiden sich grundsaetzlich darin, dass Ben Gurion ein starkes Gewicht darauf legt, der Regierung das Recht vorzubehalten, wei terhin mit den nicht-zionistischen Gruppen der Golah direkt zu verhandeln. Wie erin lerlich war diese Einstellung bereits anlaesslich seines vorjaehrigen Besuchs in U.S.A. der Grund zu unerfreulichen Kontroversen mit der dortigen Zionistischen Organisation. Ben Gurion glaubt, dass die Golah heute vor allem ei- David Ben Gurion: Er, den Staat Israel ÉÉ&’ üi WÊtàM mam. Wimm ^•Ä;-V^r?.*Sg£3 SIMS! ne finanzielle Aufgabe zu er. fuelien hat una uass aaoei die zionistiscnen Sektoren nicht immer aie eil uone spieien. Gewiss spricht oei dieser Einstellung auch der Wunsch mit, uic Mauwpeiugmsse der von den —rechten— Allgemeinen Zionisten oeherrsencen Lanaesorganisationen nicht zu vergroessern. Dr. Goldmann und die Exekutive andererseits wehren sich gegen den seltsam paradoxen, aber trotz allem wuchernden Prozess, demzufolge der Staat Israel den Zionismus einschraenkt. Sie bestehen auf Durchfuehrung des Kongress . Beschlusses und sind anscheinend im besten Falle zu einem Kompromiss bereit, demzufolge eine Erweiterung der Jewish Agency nach dem Modell ”on 1929 durch Kooptierung von “Nichtzionisten” erfolgen wuerde. IN DEN FUSSTAPFEN MUSSOLINIS Die gastliche Residenzstadt des Hauses Oranien ist in diesen Tagen Schauplatz der Verhandlungen, die eine Delegation Israels und der Weltjudenheit unter dem Vorsitz von Dr. A. P. Shinar unu Dr. Moses A. Leavitt einerseits und eine Abordnung der Westdeutschen Bundesrepublik unter Leitung des Frankfurter Universitaets-Rektors Prof. Franz Boehm andererseits fuehren. Thema: die Wiedergutmachung. Die ersten Verhandlungstage verliefen durchaus befrie. digend. Prof. Boehm, als aktiver Antinazi zur Durchfuehrung dieser heiklen Aufgabe wie kaum ein Zweiter legiti. miert, erklaerte, dass Deutschland das den Juden angetane Unrecht niemals wieder gutmachen koenne und dass lediglich von einer Entschaedigung die Rede sein koenne. Glaubwuerdigen Geruechten zufolge soll er den persoenlichen Auftrag seitens Prof. Heuss, des Praesidenten der Bundesrepublik und seines Kanzlers Adenauer haben, die Konferenz irgendwie zu einem unbedingten Erfolg zu fuehren. Die juedischen Forderungen bestehen aus drei Teilen: 1.000 Millionen Dollar, die der Staat Israel fuer die Ansiedlung und Rehabilitierung von einer halben Million Juden fordert, die der Ausrottung durch Alijah entgingen. 500 Millionen Dollar, die die Konferenz fuer Juedische Forderungen an Deutschland im Namen der ausserhalb Israels aufgenommenen Fluechtlinge einklagt, wobei das nordamerikanische Judentum ausdruecklich auf Rueckgabe seiner eigenen Auslagen verzichtet. Und zuguterletzt, die individuelle Rueckerstattung und Herausgabe alles gestohlenen oder unter Druck enteigneten Guts. Dreifach sind auch die Hindernisse, welche die Konferenz vorerst ins Stocken haben kommen lassen: Die Tat- Der Ton gewisser arabischer Kreise gegenueber Israel ist in den letzten Wochen etwas sanfter geworden. Den Auftakt gab der pakistanische Aussenminister Zafrulla Khan anlaesslich seines Aufenthalts in Aegypten (Maerz) und bei dem Résumée seiner Reise nach dem Vorderen Osten, das er nach seiner Rueckkehr in Karachi abgab und bei dem er erklaerte, dass der Friede der Araber mit Israel jeder Gesamtregelung der Nahost-Probleme vorangehen muesse. Im Gegensatz zu frueheren Gelegenheiten war diesmal Kairo das Zentrum der Friedensmelodien, wo ein Oheim des Koenig Farouk und andere Notabein in sues. sesten Toenen schalmeiten, wie man sagt, nicht ohne die sache, dass die deutsche Delegation einen Gegenvorschlag formuliert hat, der unter der 1.000 Millionen.Dollar Grenze liegt. Die viel erheoli. chere Unstimmigkeit uebe* die Zahlungsfrist, die von jue. discher Seite auf fuenf bis sechs Jahre geschaetzt wurde —ungefaehr die Spanne iie die Nazis brauchten, um den Schaden anzurichten—. waehrend die deutsche Dele gation die voellig indiskutable Zeit von sage und schreibe 30 (dreissig!) Jahren offertier. te. Und drittens, d.er Sciit. ten der unmittelbar bevor stehenden Londoner Konfe renz, auf der die Bundesrepublik die Verkriegsschulden des ehemaligen Deutschen Reichs uebernehmen soll — und will — und bei der es um erheblich bedeutendere Be traege gehen wird, sodass die dortigen Regelungen unmoeg lieh ohne Einfluss auf die Verhandlungen von den Haag bleiben koennen. Es ist also verfrueht, einen mocglichen Erfolg oder schlag der Verhandlungen zu prophezeien. Es gibt bishei noch keine Beweise, dass es an gutem Willen mangelt... und auch noch keine schluessige fuer das Gegenteil. Da. eine solche Konferenz nicht am ersten Tag durch eine be dingungslose Annahme alle. Forderungen gelingen kann wusste wohl jeder unvoreingenommene Beobachter. Daraus zu schliessen, wie dies Cheruth und andere Oppositionsparteien tun, dass Bonn die Juden in die “Falle” der Verhandlungen gelockt habe, ohne ernsthaft an Zahlungen zu denken und nur um den “guten Willen” politisch zu buchen, ist daher eine sehr fadenscheinige Kritik. Ob aber die Deutschen begreifen werden, dass es diesmal vonnoeten ist, nicht zu feilschen, sondern die vielen -bisher hohlen— Erklaerun. gen in die Tat umzusetzen, das wird erst der weitere Verlauf der Konferenz erweisen. wohlwollende Zustimmung des gluecklichen jungen Vaters und Neffen. Die ueblichen Gegenmanifestationen seitens der Nationalisten und moslemischen Bruderschaft fielen auch diesmal aus; unsichtbare Haende schnitten die Gasleitung ab, mit der man sonst die Volksseele “spontan” zum kochen veranlasst. Die ganz Unentwegten — die Bande des Mufti, der Generalsekretaer der Arabischen Liga Azzam Pascha und die Fuehrer der palaestinensischen Fluechtlinge — ver. staerkten natuerlich ihre Hetze. Was aber nichts an der Tatsache aendert, dass weltpolitisch einflussreichere Kreise im Moment zweifellos ihre Politik Israel gegenue- UM DEN STATUS Im Maerz trat erstmalig seit dem letzten Kongress die dort gewaehlte Zionistische Exekutive in Jerusalem zusammen. Den Vorsitz fuehr. ten die Praesidenten, Nahum Goldmann und Berl Locker. Sie fasste verschiedene weittragende Beschluesse, vor allem betreffend die Errichtungen von Siedlungen fuer Fachleute, Vorbereitungslae. gern in Auswanderungsiaendern und Erweiterung der Kompetenzen der Zionistischen Landesverbaende. All diese praktischen Fragen Dr. Nahum Goldmann: Er repraesentiert die Weltjudenheit ber einer Revision unterziehen. Das Ergebnis kann niemand Voraussagen: es kann eine Wendung bringen oder eine Intensivierung der bish e r i g e n Hasspolitik. Das haengt davon ab, inwieweit die Hebel, die eine Revision erzwangen, auch weiter Druck ausueben. Und welches sind nun diese Hebel? In erster Linie zweifellos die Hauptstaedte, die an der Organisierung des Mittellost-Kommandos interessiert sind und aus strategischen und militaerischen Gruenden die Beteiligung Israels wuenschen: Washington, London und Ankara. Fuer die Araber waere natuerlich die einfachste Loesung, dass man dort die “Liga” ganz einfach mit diesem Kommando betraute —unter Ausschluss Israels—; nur ist der Ausgang der Kraftprobe von 1948 eine sehr schlechte Empfehlung. Die bevorstehenden Praesidentenwahlen in U.S.A. duerften es auch der Demokratischen Administration ratsam erscheinen lassen, eventuellen pro.arabl. schen Neigungen des Pentagons nicht die Zuegel schiessen zu lassen. Sharetts Besuch bei seinem britischen Kollegen Eden durefte ausser, dem dazu gedient haben, diesen noch einmal an einige Kaum mehr als 15 Jahre sind es her, dass der Diktator mit dem grossen Kinn auf einem makellosen Schimmel in Libyen herumritt, mit einem Schwert ueber der Glatze fuchtelte und sich zum “Schutzherrn des Islam” pro- Rechenfehler seines ehrenwerten Vorgaengers Bevin zu erinnern. Die Moeglichkeit, die israelisch-arabischen Friedens. fuehler in die Etappe tatsaechlicher Verhandlungen zu zerren, haengt also im Moment zum grossen Teil davon ab, welche Entscheidung bezueglich des Militaerischen Kommandos -ob “mit oder ohne Israel”- fallen wird. Sollten die Signatarmaechte der Nato fest bleiben, so steigen die Aktien der Befriedung Israejs mit seinen Nachbarn. Die weltweite Vorbereitung des naechsten Kriegs haette dann zumindest das Verdienst der Beilegung unseres “privaten" Kriegs. Sollten sie nur “gefin. tet” haben, waere noch nicht einmal dies der Fall. klamieren liess. Der Vatikan war damals stark verstimmt, da ein solcher Entschluss eine klare Verletzung des Lateran-Vertrags darstellte-Kurz darauf stiessen jedoch dem Schutzherrn eine Reihe von Missgeschicken zu und die Sache kam in Vergessenheit. Wie uns scheint, zu sehr in Vergessenheit. Der General Francisco Franco ist heute der einzige Regierungschef, der seine Legitimitaet direkt von der Intervention der deutschen und italienischen Waffen herleitet. Auch er ist nicht nur durch einen Lateran-Vertrag, sondern durch besonders enge religioese Bande und Tradition mit dem Vatikan verbunden. Sein Aussenminister, Alberto Martin Artajo war —oder ist— Bruder des Jesuiten.Ordens, dem die Obhut der katholischen Interessen besonders teuer ist. Und dieser Aussenmininister hat nun (in Begleitung von Francos Tochter und Schwiegersohn) waehrend der Osterfeiertage —ausgerechnet (Schluss auf Seite 21) i FRIEDENS-FUEHLER ODER FINTEN * l,