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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-05-01 · 5 (Mayo, 1952) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
5 (Mayo, 1952)
Date
1952-05-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Mayo, 1962 BOLETIN INFORMATIVO 11 VIER JAHRE MEMNATH ISRAEL: Revolution des Alltags - Alltag der Revolution Von HANS KAUFMANN Viermal zwoelf Monate sind bereits —oder NUR., wer vermag es zu sagen?— vergangen, da lachende und wein, ende Menschen sich umarmten, Juden in aller Welt auf die Strassen oder in die Versammlungslokale stroemten, alte zionistische Kaempfer mit “Jom-Kippur Juden” Horra tanz, ten und die unglaeubig staunende Mitwelt in einer einzigen gewaltigen Explosion des Jubels wissen Hessen: Der Traum von 60 Generationen war Wirklichkeit geworden, Israel wiederauf erstanden! Wer koennte diese Tage vergessen, diese und jene, die ihnen folgten? Mit einer nie geahnten Solidaritaet stellten sich Juden aller Herren Laender hinter den kaempfen. den Jischuw, mit banger Sorge, aber auch mit tatkraeltiger Pflichterfüllung und Teilnahme. Der grosse Sieg ward er. rungen. Israels Sternstunde... Nur viermal zwoelf Monate sind vergangen. War es nicht erst gestern? Nein, es muss schon lange her sein. Wie haette sonst die wallende Gemuetserregung so sehr abflauen koennen, die Begeisterung erkalten und die eiserne Zuversicht des “jijeh tow” in missmutigen Zweifeln erstarren? Israel gleicht heute einem unermuedlichen Schwerarbeiter, der tagaus tagein, j ahrein jahraus stuendlich um sein Dasein ringt. Die Galuth schaut wohlwollend zu, auch ermunternd, aber es wird langweilig. Nicht dem Schwerarbei. ter. nein, dem Zuschauer wird es langweilig. Haus um Haus. Einwanderer um Einwanderer” vollzogen werden kann. Sie ist eine Re. volution des Alltags. Und die Gefahr: dass sie im Alltag der Revolution ersticke. Es ist also nicht, um elnei Routine zu genuegen, wenn wir den Vierten Jahrestag dei Staatsgruendung zum Anlass fuer einen Rueck. und Aus. blick nehmen, sondern im Gegenteil, um ihr zu entfliehen, um den Alltag aus d*r Vfirsoektive des Feiertags zu beleuchten. Halten wir ein. mal fest: amm ’■iíí&B&l - ■****. ' •/ * A fellas ■*?'-** mm Der unergründliche Churehill hatte es verstanden, am 10. Mai 1940 seine Mitbuerger mit dem Versprechen von “Blut und Schweiss” zu elektrisieren. Etwas aehnliches geschah unter uns, als das Blutvergiessen am 15. Mai 1948 begann. Aber seit diesem Einhalt geboten ist und nur noch der Schweiss — wenn auch in Stroemen — fliesst, hat die Spannung nachgelas. sen. Wo liegt die Wurzel die. ses Paradox’? Sind wir nicht alle friedliebend? Verabscheu, en wir nicht den Krieg? Ak. zeptierten wir ihn nicht nur als ein uns aufgezwungenes unumgaengliches Uebel, das ueberwunden werden musste, um zu dem ersehnten Segen des Friedens zu gelangen? Sind wir so irrational, dass uns die Siege des Tanks mehr erregen als die Siege des Traktors? Wir wussten nur zu gut. dass die Zionistische Revolu tion, die gewaltigste in der vieltausendj aehrigen beweg ten Geschichte unseres Vol kes, nur “Dunam um Dunam. Hastige Chronik... Den “Jom Ha’atzmauth’ Nummer 3 begeht Ministei. praesident Ben Gurion in deu Vereinigten Staaten, wo «t die “ünabhaengigkeits-Anlel. he” auflegt. deren Ziel es ist jede juedische Familie TT.S.A. Tuer den wirtschaftll chen Aufbau Israels zu gewinnen. Tm Monat Juni draengt die Kabinettskrise eine politisch s Entscheidung auf, waehrend die Knesset das Gesetz der 47-Stunden-Arbeitswoche verabschiedet. Der enigmatische Nachbar. Abdulla von Englands Gnaden, faellt im Juli einem Attentat zum Opfer. Die Neuwahlen zur Knesset bes.taetigen die fuehrende Pt* sition der Mapai, zwingen ihr jedoch abermals eine Koalition auf. In Jerusalem tagt indessen der 23. Zionistische Weltkongress, der 1. im freien Israel. Am 1. September erringt der Israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen. Abba Eban. einen resonanten diplomatischen Triumph ueber die Aegypter, indem der Sicherheitsrat gegen die Blockade im Suez - Kanal Stellung nimmt. j Nach langen Verhandlun gen kommt eine neue Regle. rung zustande —Oktober--, die abgesehen vom Ausschei den der Progressiven keinen nennenswerten politischen Kurswechsel mit sich bringt im Bonner Bundestag gibt Kanzler Konrad Adenauei seine vielbesprochene Erklaerung zur Wiedergutmachung ab und damit den Auftakt zu der erregten Diskussion uebe’’ die Stellungnahme Israels. Ohaim Weizmann, Israels ehrwuerdigar erster President wird von der neueu Knesset mit ueberwaeltigender Mehrheit wiedergewaehlt. Der stuermische November facht mit zunehmenden fi. nanziellen und wirtsohaftlichen Schwierigkeiten die Glut der sozialen und politischen Probleme an: nach dem Streik der Eisenbahner streiken die Seeleute und hoch aeoer die Kueste schlagen die wellen der Diskussion. Eine tiefe Krise laesst die Arbeiterbewegung, Funda.. ment des zionistischen Aufbaus, erbeben. Der Gegensatz MapaLMapam ist abgrundtief aufgerissert. die Kibbuz-Organisationen gruppieren sich neu und die ‘Histadrutih” muss gegen allseitige Insuboi - dinationen Front machen. Atemlos zitternd harrt Israel und, die Weltjudenheit, im bitteren Monat Dezember am Krankenlager seines greisen Presidenten; der Knesset-Vorsitzende Sprinzak wird fuer die Dauer seiner Erkrankung zum ausuebenden Presidenten ernannt. Eine Um. wtetter-Katastropbe und Ue.. berschwemmungen suchen das Land heim. Am 7. Januar gipfelt die Debatte um die Entschaedigungen seitens Deutschlands ’n der Abstimmung in der Knesset, welche die Regierung zu. Verhandlungen ermaechtigt, waehrend laermende Horden unter Fuehrung Me. nachem Begins einen Putsch versuch durchfuehren. Die zunehmende Teuerung bewegt die Regierung zur on. terbreitung eines “Neuen Oe. konomischen Plans”, der die Zustimmung des Parlaments findet, ebenso wie die Geset zesvorschlaege ueber Staatsbürgerschaft, parlamentar) sehe lmmunitaet und der ge. waltige Staatshaushalt von T£ 169 Millionen, und kalte Statistik Israel zaehlt heute 1.600.000 Einwohner, davon etwas mehr als 1.400.000 Juden. Eine Ali jah von 700.000 Menschen aus 69 verschiedenen Laendern hat in vier knappen Jahren diese einzigartige Tatsache eines Bevölkerungszuwachs' um 125% zustande gebracht. Auch die Zahl der Kolonien wurde mehr als verdoppelt. 4 Millionen Dunam sind in Bearbeitung genommen woi den; 2.300 neue Industrie-Betriebe in Gang gesetzt. Das National-Einkommeii belaeuft sich auf I£ 440 Millionen. 34 Handelsschiffe tragen die blau-weisse Flagge ueber die Meere und ein grosser Teil der 120.000 Touristen wurde von ihnen ins Land gebracht. Die Bresche zwischen Ein. fuhr und Ausfuhr wurde um einen weiteren Spalt gescnlos. sen, ohne das unabhaengige Entwicklungsbudget in Anopruch zu nehmen. Neue Bodenschaetze wer. den gesucht, gefunden oder in Angriff genommen: ungeheure Phosphat - Vorkommen, Kupfer —die sagenhaften Minen Koenig Salomons—.Magnesium, Eisenerz und nunmehr auch Petroleum, das schwarze Gold. In 10 Laendern war es moeglich, die Galuth praktisch fast zu liquidieren und die leidige “Judenfrage” zu loesen: Bulgarien, Deutschland,’ Irak, Jemen, Jugoslawien, Libyen, Oesterreich, Polen, Tschechoslowakei und Zypern. Israels Tore stehen offen: AUjah aus 69 Laendern. Und diese ganze mahnigfaltige, polichrome Alijahver. schmilzt in einem grossen Amalgamierungs. Prozess zu diesem ‘deinem Volk”, von dem Herzl sprach. Alltag und Wunder Die Begeisterung und Zuversicht der ersten Tage waren die Folge einer gewaltigen Gemuetserregung. Niemand kann vor seinem Gewissen das Ermatten oder Verschwinden dieser Erregung rechtfertigen. Und, doch... Nun gibt es natuerlich nichts Ungeeigneteres a 1 s Chronik und Statistik, um Emotionen zu erzeugen. Statistiken sprechen nie das Gefuehl an und sechs Millionen Tote unsere Volkes legen ein grausiges stummes Zeugnis von der Unzulaenglichkeit der Zahlen ab. Mit-leiden kann die egozentrische Spezies Mensch nur solange, als sie ein Einzelschicksal auf sich selbst zu projizieren vermag; die Summe der Leiden empfindet sie jedoch paradoxerweise im Umgekehrt reziproken Verhaeltnis zur Summe der Schicksale. So werden wir —und unsere Revolution des Alltags— zum Opfer des Alltags d,er Revolution: das eintoenige Menu, die Geldentwertung, die Parteizwistigkeiten, die Ueberschwemmungen, das Export-Defizit, die Rueckwanderer, die Teuerung... wir vergessen, dass auch andere, groessere, maechtigere, aelte. re, weisere Staaten solche und aehnliche Probleme haben. Vor allem aber vergessen wir —und selbst eine hastige Chronik oder eine kalte Statistik moegen dienen, es ins Gadaeohtnis zu rufen—, dass es gewaltige Dinge gibt, die Israel auf die andere Waagschule zu legen vermag: Denn trotz aller Schwierigkeiten vollzieht sich ein beispielloser Staatsaufbau. Eine Masseneinwanderung ohnegleichen nimmt ihren Fortgang. Verfolgte Juden wissen, wohin sie sich wenden koennen. Eine gedemuetigte Generation erhebt ihr Haupt wieder und einte neue Jugend waechst heran, die nichts mehr von Demuetigung wissen wird. Ein neues starkes Volk wird geboren, seine alte Sprache neu belebt. Die Berge bluehen und die Wueste gruent. Der Traum von zwei Jahrtausenden wird, Wirklichkeit. Ein Wunder geschieht. Nichts aehnliches haben die maechtigeren und aelteren Staaten aufzuweisen. Im Jahre 70 war der erste Band juedischer Gesdhichte zu Ende. Im Jahre 1943 der zweite. Von jedem einzelnen haengt es ab, ob er den Anfang des dritten Bandes klein. muetig liest oder pochenden Herzens schreiben hilft. STATIONEN AUF OEM FREIHEITSWEGE 1896 Erscheinen des “Judenstaats” von Th. Herzl. 1897 Erster Zionistenkongr. in Basel 29-31. Aug. 1901 Gruendung des KKL auf dem 5. Kongress in Basel (26.-30. Dez.). 1917 Schaffung der juedischen Legion. BaJfour- Deklaration, 2. Novem. 1919 Zionistische Abordnung vor der Pariser Friedenskonferenz, 27. Februar. 1920 Verteidigung von Tel Chaj. San Remo.Konferenz: Balfour - Deklaration anerkannt. 1922 Der Voelkerbund uebertraegt Britannien das Palaestinamandat. 1925 Eroeffnung der Hebraeischen Universitaet. 1939 Englisches “Weissbuch'’ vom 1. April. 1940-43 Freiwilligen-Verbaende der juedischen Jugend im zweiten Weltkrieg. 1947 UNSCOP tagt Februar- Seotember und schlaegt einen Juedischen Staat in einem Teil des Landes vor. 1947 UNO beschliesst einen Juedischen Staat in Erez Israel, 29. November. 1947 Ausbruch arabischer Unruhen, Beginn des juedischen Freiheitskampfes 1. Dezember. 1948 Ende des britischen Mandats, Ausrufung des unabhaengigen Staates Israel, 14. Mal.

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