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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-05-01 · 5 (Mayo, 1952) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
5 (Mayo, 1952)
Date
1952-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN I If F O R M A T I Y O Mayo, 1952 f- Rechenschaftsbericht ueber da« Geschaeftsjahr 1951. Ein weiteres Jahr Gemeindearbeit MITGLIEDER DER S. C. I. “B’NE JISROEL”: Das Geschaeftsjahr 1951 war fuer unsere Gemeinde ein Jahr der Arbeit und des Fortschritts. Soweit es die Vermoegenslage der Gemeinde anbetrifft, werden Sie es aus dem folgenden Finanzbericht unseres Schatzmeisters ersehen, soweit es auf ideellem Gebiete liegt, hoffe ich Sie durch meinen Rechenschaftsbericht davon ueberzeugen zu koennen. i KULTUS UND ERZIEHUNG Auf dem Gebiete des Kultus und der Erziehung darf ich von gewissen Erfolgen berichten. Unsere Gottesdienste sind ohne Stoerungen — und so weit es uns bekannt ist — ohne “Reclamos” durchgefuehrt worden. Trotz den damit verbundenen Schwierigkeiten haben wir an den Hohen Feiertagen wieder an drei Stellen Andacht abgehalten, um unseren Mitgliedern je nach ihrem Wohnsitz die Beteiligung zu ermoeglichen. Das taegliche Minjan, das Gelegenheit bietet, das Trauerjahr und Jahrzeiten zu begehen, war niemals unterbrochen, ohne dass wir durch die Verpflichtung von bezahlten Minjan.Maennern neue Ausgaben machen mussten. Vielmehr ist mit dem “Cisro. co” eine Vereinbarung dahin getroffen worden, dass die Unterstuetzungsempfaen g e r, soweit sie gesund sind, sich fuer bestimmte Tage zur -Beteiligung am Gottesdienst verpflichten mussten. Wenn auch in bescheidenem Masse, darf man damit von produktiver Wohlfahrtspflege sprechen. Trotz der gegenwaertigen Schwierigkeiten bezueglich der Verpachtung unserer Kantine wurde wiederum ein Gemeindeseder abgehalten, den die Gemeindekoerperschaften durch eine Subvention preislich so gestalteten, dass die Kosten kein Hinderungsgrund fuer die Teilnahme sein konnten. Wie immer haben wir nebenbei alle Antraege auf Preisermaessigung oder Preiserlass beruecksichtigt. Unsere Rabbiner haben re. gelmaessig woechentlich einen S c h i u r abgehalten — Lehrvortraege—, die leider von nur wenigen Teilnehmern besucht waren. Diese Vortraege werden auch im kommenden Jahr beibehalten und hoffentlich staerkere Beteiligung finden. Ein Beschluss unseres Direktoriums, dass religioese Trauungen nur in juedischen Zentren oder Privathaeusern vorgenommen werden duer. fen, hat lebhaften wiederhall gefunden und ist von den anderen Gemeinden der “Colectividad” aufgenommen worden. Dem Besitzer eines erstklassigen Hotels, der hierueber Klage fuehrte, muss mit der Frage geantwortet werden, ob denn schon jemals eine kirchliche Trauung ausserhalb der Kirche stattgefunden habe. Eine Verschoenerung unserer Synagoge ist durch die Uebergabe der zwei silbernen Leuchter eingetreten, die die Loge “Pacífico” der Gemeinde anlaesslich der Einweihung des Gemeindehauses gestiftet hat und die am 23. Oktober v. Js. gelegentlich eines Freitag-Abendgottesdienstes vom Praesidenten der Loge dem Praesidenten der Gemeinde in feierlicher Form uebergeben wurden. Ungeachtet der Differenzen innerhalb der “Jevra Kadischa” sind unsere Beziehungen zu dieser Organisation unveraendert freundschaftliche, sodass die von unserem Dezernenten, Herrn Dr. Landau, gefuehrten Verhandlungen in Sterbefaellen ohne Schwierigkeiten verlaufen. Die Erziehung unserer Jugend hat unsere Gemeinde wie immer ernsthaft beschaeftigt. Es wurden im vergangenen Jahre von 190 Kindern im schulpflichtigen Alter 106 in der Religionsschule der Gemeinde und 53 durch juedische Schule oder Privatstunden unterrichtet. Eine Erleichterung konnte dadurch geboten werden, dass die Kurse nicht nur im Gemeindehaus, sondern zwei Kurse unter Leitung der Frau Eva Kwiatkowska in der Schule des “Vaad Hajinuj” in Macul abgehalten wurden. Dagegen laesst die Beteiligung unserer Jugend an den Schulen des “Vaad Hajinuj” noch immer zu wuenschen uebrig, obwohl die Entwicklung der Erziehungsinstitute des “Vaad Hajinuj” in jeder Hinsicht als eine erfreuliche und erfolgreiche bezeichnet werden kann. An der Grundsteinlegung des neuen juedischen Lyzeums am 6. Januar ds. Js. haben die Mitglieder der Ge. meindekoerperschaften m i t grossem Interesse teilgenommen. Am 15. Maerz wurde ein juedischer Kindergarten/ im Barrio Los Leones eroeffnet, der ebenfalls unter der Leitung des “Vaad Hajinuj” steht, an dessen Zustandekommen aber auch wir starken Anteil genommen haben. Wir hoffen, dass diese Vorstufe juedischer Erziehung sich zu einer neuen juedischen Aufbauschule entwikkein wird. KULTURELLE ARBEIT Unsere kulturellen Veranstaltungen haetten eine weit groessere Beteiligung seitens unserer Mitglieder verdient als sie gehabt haben. Es wurde eine Vortragssreihe ueber “Juedische Denker” durchgefuehrt, in der die Herren: Erich Sachs ueber Spinoza, Rabb. Lubliner ueber Jehuda Halevy - Moses Maimonides, Rabb. Loewenstein ueber Moses Mendelssohn bis Franz Rosenzweig, Prof. Plaut ueber Henry Bergson, und Rabb. Loewenstein ueber “Der Einfluss des juedischen Denkens auf die nicht juedische Umwelt” sprachen. Alle diese Vortraege standen auf hohem geistigem Niveau. Die Feier des Staatsfeiertages am 13. Mai, die Herzl-Bia. Uk-Feier am 24. Juni und die Gedenkstunde am 9. November wurden in der bei uns bereits traditionellen Form von Kultur - Veranstaltungen durchgefuehrt. GASTREDNER Von auswaertigen Gaesten durften wir wiederum Herrn Dr. Fritz Lachmann, den Repraesentanten der Hebraeischen Universitaet von Jerusalem, begruessen, der am 1. Juli vor einer grossen Zuhoe. rerschaft sprach. Zwei kurz aufeinanderfolgende Besuche auswaertiger Gaeste werden gewiss noch heute und noch auf lange Zeit im Gedaechtnls aller derer sein, die die allseitig bekannten Redner Rabb. Dr. Joachim Prinz aus New York und Dr. Nahum Goldmann, eine der fuehrenden Persoenlichkeiten des juedischen Volkes, gehoert haben. Zwei Vortraege, grundverschieden in ihren Themen, ihrer Struktur und ihrer Zielsetzung, aber in gleicher Weise fesselnd, hielten den vollen Saal in ihrem Bann; Prinz in seiner bilderreichen Darstellung der Problematik der Existenz des Juedischen Volkes in unserer Zeit und Goldmann in seiner “Analyse des Zionismus”, einer vollendeten Leistung, die die geistige politische und diplomatische Bedeutung des Redners den Anwesenden vor Augen fuehrte. Es ist nur zu bedauern, dass wir in unserem Winkel Suedamerikas nur zu selten solche Kultur-Darbietungen geniessen koennen. MITTEILUNGSBLATT Unser “Boletín Informativo” hat sich auch im vorigen Jahre weiter entwickelt und steht auf einem kulturellen Niveau, das nicht nur bei unseren Mitgliedern, sondern auch im Ausland und selbst in Israel hoechste Anerkennung findet. Ein Beispiel hierfuer ist ein kuerzlich eingetroffener Brief des Herrn Dr. Josef Burg, Gesundheitsminister in Israel, an unseren Redakteur, in dem Dr. Burg seiner Freude ueber unser Boletín, das er regelmaessig liest, Ausdruck gibt. Das er. fuellt uns mit stolzer Freude, zumal wir wissen, dass unser Gemeindeblatt von unseren Gemeindemitgliedern nicht nur wegen der Verlobungsanzeigen und Geburten mit Spannung erwartet wird, sondern weil es ein bedeutendes Mass geistiger Nahrung in deutscher Sprache bietet. Gewiss muss ein Gemeindeblatt sich bemuehen, allen Richtungen der Gemeindemitglieder gerecht zu werden, aber diese Grenze in politischen Artikeln peinlichst einzuhalten, ist sehr schwierig. Kritiken nach dieser Richtung sind ab und zu berechtigt. Ich stehe nicht an, mich in dieser Beziehung auf zwei Fassungen des Gemeindeblattes zu beziehen, die nicht im Sinne des Direktoriums waren und auch von Seiten der jeweiligen Mitarbeiter gewiss nicht boese gemeint waren, aber bei denen einmal ein konservatives Gemeindemitglied sich schwer verletzt fuehlte und im anderen Falle eine im juedischnationalen Leben sehr rechtsstehende Gruppe sich getroffen fuehlt. In beiden Faellen darf man von journalistischen Unebenheiten sprechen, die besser unterblieben waeren. ACCION UNIDA -*J Erfreulicherweise haben unsere Mitglieder im vergangenen Geschaeftsjahr wiederum volles Verstaendnis fuer aie Aufgaben der Campaña Jnificaaa gezeigt, die ich als nationale und soziale Arbeit fuer Volk und Staat bezeichnen mo echte. Das Ergebnis der Campaña Unificada 1950, das um mehr als 50% ueber dem Resultat der Campaña Unificada 1949 stand, kommt ja sowohl der Einordnung der neuen Immigration in Israel wie den Aufgaben der hiesigen Institutionen zugute. Der bisherige Verlauf der Campa ña Unificada 1951 ist ebenfalls als erfolgreich bei allen denen zu bezeichnen, die bereits ihre Beitragspflicht erfuellt haben. Noch fehlen etwa 10% derjenigen, die sich beteiligen koennen, aber wohl aus Nachlaessigkeit noch nicht beteiligt haben. Es wae. re eine bittere Ungerechtigkeit gegenueber allen, die ihr Verstaendnis fuer die Aktion bewiesen haben, wenn die Campaña-Leitung nicht mit aller Energie fuer die Erfassung aller in Frage kommenden Kreise Sorge tragen wuerde, denn sie ist die Treu. haenderin eines sozialen Werkes, das man als typisch jue. disch bezeichnen darf: Die Hilfe dessen, der helfen kann gegenueber denen, die Hilfe benoetigen. Hoffentlich wird dieser Appell dazu beitragen individuelle schaerfere Massnahmen ueberfluessig zu machen. FONDS Unsere Aktivitaet fuer den K.K.L. bei allen in Frage kommenden Gelegenheiten wie beim Gottesdienst, bei Festlichkeiten oder Kulturveranstaltungen braucht heute nicht mehr betont zu werden. Dass auch die Gemeinde eine umfangreiche .Sozialarbeit leistet, scheint noch immer nicht allgemein bekannt zu sein. An Subventionen haben wir im verflossenen Geschaeftsjahr $ 332.235.— an andere Institutionen der Stadt verausgabt, davon $ 210.000.— an den “Cisroco” und seine Unterorganisationen. Dass un ser Etat uns dies ermoeglicht hat, ist uns eine besondere Genugtuung unter Berueck sichtigung der grossen Aufga. ben des Wohlfahrtsamts und der finanziellen Schwierigkeiten, die die unermuedlichen Leiter dieser Institution zu bewaeltigen haben. Neben der eigenen Subvention hat die Gemeinde dem “Cisroco”, Altersheim und Kinderheim durch Spenden bei dem Gottesdiensten weitere $ 118.189zugefuehrt, ein Posten, der ohne das religioese Leben der Gemeinde sicherlich nicht aufgebracht worden waere. Aus dem Fond fuer ver. schaemte Arme, der nur zu selten bedacht wird, haben wir in vielen Faellen an solche Menschen Hilfe leisten koennen, die nur durch Krankheiten in Schwierigkeiten geraten sind. Bitte vergessen Sie diesen Fond nicht bei freudigen oder festlichen Anlaessen! Mit einem Bericht ueber den derzeitigen Stand der Sonntags-Sammlung will ich Sie nicht belaestigen, da Sie aus dem letzten Mitteilungsblatt viele Einzelheiten darueber ersehen konnten. Hoffentlich wird unsere Initiative der Paketsendung an Familien in Israel, die keine Lebensmittel vom Auslande erhalten, von Erfolg gekroent sein und ueberall in der Galuth Nachahmung finden. Schliesslich sei noch das Juedische Blindenheim in Jerusalem erwaehnt, dessen ausgezeichneter Leiter, Herr Dr. Dov London, vor mèhr als einem Jahre hier den Grundstein fuer den “Verein der Freunde” dieses grossen Werkes gelegt hat. Das damals eingesetzte Direktorium hat unserer Gemeinde vor kurzem die Organisierung und Verwaltung uebergeben, einer Aufgabe, der wir uns sofort mit aller Kraft gewidmet haben. Sie werden ja in den letzten Wochen vielfach besucht und fuer dieses Institut geworben worden sein, um eine moralische Verpflichtung gegenueber den bedauernswertesten Menschen zu erfuellen und Ihrer Dankbarkeit darueber Ausdruckzu geben, dass uns das furchtbare Schicksal der Blindheit er. spart ist. Es handelt sich, meine Damen und Herren, nicht um eine Sammelaktion, die mit der Campaña Unifi. cada kollidieren wuerde, son. dern um den Beitritt zu einem Verein, einem Beitritt, der absolut freiwillig ist. dem sich aber unseres Wissens er. freulicherweise noch niemand entzogen hat. GEMEINDEHAUS In unserem Gemeindehaus nimmt das juedische Leben mehr und mehr zu. Wir hof. fen, dass unsere Mieter, de. nen wir bis an die Grenze des materiell Moeglichen entgegenkommen, mit ihrem “dueño de casa” zufrieden sind. Veranstaltungen und Trauungen, auch aus den anderen Sektoren unserer “Colectivl. dad”, werden mehr und mehr in unserem schoenen Saal durchgefuehrt und zeigen das Interesse, das dieser allgemein erweckt. Fuer Vortraege und Sitzungen fehlen immer wieder Raeume Wir hoffen, dadurch eine Erleichterung ein. treten zu lassen, dass der Balkon dieses Saales im 3. Stock einen Vorhang bekommt, der bereits in Arbeit ist und den Raum so abschliessen wird, dass er als separater Vortragsraum Verwendung finden kann. Auffallende Verbesserungen im grossen ' Saal sind durch Verstaerkung der Beleuchtung und Einsetzung von Katedral-Fenstern vorgenommen worden, die als der beste Schutz vor der Sonne gelten, eine Verbesserung, die hauptsaechlich im Interesse der Gottesdienstbesucher notwendig gewesen ist. Gelegentlich der letzten Hohen Feiertage uebergab uns unser Architekt, Herr José Dvoredsky, die beiden Vitreaux an beiden Seiten des Thoraschranks, die die architektonische Schoenheit des Saales noch erhoeht haben. Wir danken Herrn Dvoredsky fuer dieses schoene Geschenk recht herzlich. (Schluss auf Seite 7)

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